mini|Ludwig van Beethoven, Porträt von Willibrord Joseph Mähler, Herbst 1803 Johann Willibrord Joseph Anton Mähler (* 10. Juni 1778 in Koblenz-Ehrenbreitstein; † 20. Juni 1860 in Wien) war ein deutscher Maler und Komponist.
Leben Mähler war ein Sohn aus der Ehe des kurfürstlichen Geheimrats Franz Joseph Maehler mit Anna Johanna Maehler geb. Vacano. Er wurde am 10. Juni 1778 in Ehrenbreitstein geboren und am selben Tag in der dortigen Heilig-Kreuz-Kirche auf die Namen Johann Willibrord Joseph Anton getauft.Bistumsarchiv Trier, Koblenz-Ehrenbreitstein, Katholische Pfarrei Heilig Kreuz, Kirchenbuch Nr. 2, S. 261 Nr. 3 Die Familie zog 1786 nach Koblenz. Etwa ab 1800 studierte er drei Jahre bei Anton Graff in Dresden und ab 1803 an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Nach dem Studium wurde er Beamter in der Geheimen Kabinettskanzlei in Wien, 1820 „Offizial“ in der Haus-, Hof- und Staatskanzlei, später dort Hofkonzipist und Hofsekretär, ab 1849 „Einreichungs-Protokoll-Direktor“. mini|rechts|Mählers Grab im Gräberhain des Währinger Parks
Ab 1819 war er außerdem Leiter des Lithographischen Büros und verfasste 1835 die Abhandlung Die Lithographische Druckerey der Staatskanzlei.
Mählers Porträts von Beethoven und anderen Wiener Komponisten
Nach seinem Beethoven-Porträt befragt erzählte Mähler später dem Beethoven-Biographen Alexander Wheelock Thayer, dass er den Komponisten im Herbst 1803 durch seinen Beamten-Kollegen Stephan von Breuning kennenlernte, der zugleich einer der engsten Freunde Beethovens war. Wie Mähler erklärte, wohnte der Komponist damals im Theater an der Wien und war gerade mit der Beendigung der Eroica beschäftigt. Das Finale spielte ihm Beethoven am Klavier vor.Klaus Martin Kopitz und Rainer Cadenbach (Hrsg.), Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen in Tagebüchern, Briefen, Gedichten und Erinnerungen. Band 2: Lachner – Zmeskall. Henle, München 2009, ISBN 978-3-87328-120-2, S. 564–567. Das Porträt befindet sich heute in der Beethoven-Gedenkstätte im Pasqualati-Haus. Es stellt Beethoven mit einer Lyra in der Hand vor einer idealisierten Landschaft dar.
1814/15 schuf er mehrere weitere Musikerporträts, darunter erneut von Beethoven sowie von Johann Nepomuk Hummel, Antonio Salieri, Ignaz von Seyfried und Michael Umlauf, die später über Joseph Sonnleithner überwiegend in den Besitz der Gesellschaft der Musikfreunde gelangten. Mähler erarbeitete diese Sammlung ursprünglich für sich selbst, wie 1815 die Zeitschrift Friedensblätter berichtet:
Daneben hat Mähler einige Lieder und Kammermusikwerke veröffentlicht.
Literatur J. Jac. Wagner, Coblenz-Ehrenbreitstein. Biographische Nachrichten über einige älteren [sic] Coblenzer und Ehrenbreitsteiner Familien, Koblenz 1923, S. 149 Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Band 5 (1972), S. 404 (PDF; 199 kB)
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Einzelnachweise
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