Mit Östliches Rhönvorland wird die südöstliche Fortsetzung des Südens der Vorderrhön zum Muschelkalk der Werra-Gäuplatten im Südwesten Thüringens (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) und im Norden Bayerns (Unterfranken, Landkreis Rhön-Grabfeld) bezeichnet. Seine Kernlandschaft zieht sich in Buntsandstein­rücken links der Streu von nordöstlich Fladungens bis nordöstlich Ostheims, um sich östlich des Mündungslaufes der Sulz durch einen Muschelkalk-Höhenzug nach Osten bis zum Durchbruch der Bibra bei Bibra fortzusetzen. Höchste Erhebungen sind im (Nord-)Westteil die hohe Königsburg, im Ostteil die hohe Hohe Schule.

Die etwa 120 km² (davon etwa 99 km² in Bayern) umfassende naturräumliche Einheit bzw. „Landschaft“ Östliches Rhönvorland beinhaltet zusätzlich zu den beiden Höhenzügen noch die sich westlich anschließende Fladunger Mulde bei Sondheim. Nach Norden, südwestlich Meiningens, schließt sich an die Höhenzüge das SülzebeckenDer Name Sülzebecken wird in der naturräumlichen Gliederung nicht verwendet. zwischen Stedtlingen und Sülzfeld an; diese Landschaft wird durch eine Muschelkalkschwelle mit Burg Henneberg vom sich südöstlich anschließenden Bibraer Sattel südöstlich Meiningens getrennt.

Nach Süden werden die Haupthöhenzüge durch den Mellrichstädter Gäu mit Mellrichstadt im Südosten abgedacht. Alle genannten Landschaften bilden gemeinsam das Östliche Rhönvorland im erweiterten Sinne, das nach Osten bis kurz vor die Gleichberge reicht und nach Süden bis kurz vor die Mündung der Els in die Streu.

Lage und Grenzen Das Östliche Rhönvorland im engeren Sinne wird, im Gegenuhrzeigersinn, von den folgenden Rhönbergen und Orten umrahmt: Stellberg (), Abtsberg () und Wurmberg (Hohes Kreuz, ; Südsporn des Abtsbergs) im äußersten Nordwesten an der Streu flussabwärts: Fladungen im Nordwesten Nordheim vor der Rhön im Südosten Ostheim vor der Rhön und Stockheim (Gesteinsgrenze) im Süden Schwickershausen im östlichen Süden an der Bibra im äußersten Osten flussabwärts: Rentwertshausen Bibra Henneberg (Gesteinsgrenze) im Osten Südliche Randgebiete der Gemeinde Rhönblick nordwestlich Hennebergs Neuberg () und Hutsberg () im äußersten Nordosten an der Herpf im Norden flussaufwärts Helmershausen Gerthausen Schafhausen

Der Nordwestteil der Landschaft wird zentral von der Sulz durchflossen, deren Mündungslauf entlang der Gesteinsgrenze verläuft; wichtigster Ort am Bachlauf ist Willmars. Der Ostteil wird vom Fallbach, dem rechten Quellbach des zur Streu entwässernden Mahlbachs, von Nord nach Süd in zwei Segmente geteilt. Er entspringt nah dem Weiler Einödhausen, unweit südöstlich Hennebergs Kernort.

Abweichende Grenzziehungen Auf Blatt 126 Fulda wird die Nordwestgrenze der Landschaft als nicht linienhaft festlegbare Grenze zwischen Stell- und Abtsberg gelegt, was auch vom Bundesamt für Naturschutz für den Landschaftssteckbrief übernommen wurde. Damit wäre der Abtsberg mit einem Vorsprung von fast 100 Metern gegenüber den höchsten Erhebungen der zentralen Landschaften höchste Erhebung. Allein die Scharte zwischen Stell- und Abtsberg liegt mit gut 560 Metern deutlich höher als alle Gipfel im Inneren der Landschaft. Hinzu kommt, dass Abts- und Wurmberg sich geologisch durch ihre Basaltdecke nebst umgebendem Muschelkalk von den Bergen des nordwestlichen Höhenzuges eklatant unterscheiden und darin klar der Rhön zuzurechnen sind.

Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) benutzt in seiner internen Gliederung Die Naturräume Thüringens zwar fast komplett eigene Begriffe, verwendet jedoch ebenfalls den Begriff Vorderrhön. Diese endet nach der Grenzziehung vom TLUBN nördlich des Herpftals, wodurch Neuberg und Hutsberg außerhalb lägen, während der bereits an der Grenze zu Bayern liegende Abtsberg klar innerhalb der Rhön verzeichnet wird. Für Neuberg und Hutsberg gilt in etwa Analoges wie für den Abtsberg. Allerdings sind die beiden Basaltschilder im Vergleich zum Abtsberg kleiner und weniger mächtig. Überdies liegt deren Scharte zur Diesburg () im Nordwesten nur bei gut Höhe und damit niedriger als jene zu sich westlich anschließenden Bergen des Vorlandes – zum westlich benachbarten Steinkopf () liegt sie auf gut Höhe.

Östliches Rhönvorland im erweiterten Sinne mini|400px|Östliches Rhönvorland Die in den Blättern Fulda 140 Schweinfurt (1968) und 126 Fulda (1969) der geographischen Landesaufnahme 1 : 200.000 ausgewiesene naturräumliche Einheit Östliches Rhönvorland (Nr. 353.3) umfasst neben den genannten Höhenzügen auch noch die sich westlich anschließende quartäre, flachwellige Fladunger Mulde um Sondheim im Westen, deren Tertiärgesteinen Fließerde aufliegt. Diese Einheit wurde der Haupteinheit Vorder- und Kuppenrhön (mit Landrücken) (353) zugerechnet, was etwas in Widerspruch zur landläufigen Auffassung wie auch den hiesigen Ortsnamen steht, die auffallend oft auf „vor“ und „an“ der Rhön enden.

Ein anderer Aspekt ist der Bezug des Östlichen Rhönvorlands zu den „eigentlichen“ Werra-Gäuplatten. Heinz Späth, Autor von Blatt 141 Coburg, setzte 1987 den auf seinem Blattausschnitt liegenden, äußersten Südosten der Landschaft zwar in der Grenzziehung bis zur Bibra fort, betonte jedoch gleichzeitig,

Der sein Blatt berührende Teil endet im Nordwesten mit Wolfsberg (505,2 m), Burgberg Henneberg (527 m) und dem Heiligem Berg (530 m) am Kamm des Fritzenbergs (534,2 m), die er als Randberge noch dem Östlichen Rhönvorland zuordnet, während er, anders als die Kartierung von 1954 im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands, vom sich östlich anschließenden Bibraer Sattel nur die Muschelkalkberge westlich der Bibra zu dieser Einheit stellt, den Rest des Bibraer Sattels jedoch unter diesem Namen zu den Werra-Gäuplatten stellt. Die Kritik von Gerhard Sandner im Handbuch (Späth bezieht sich auf die 4./5. Lieferung 1957, insofern zitiert er eine falsche Jahreszahl) betrifft vor allem die Zuordnung des östlichen Vorlands zur (Kuppen-)Rhön-Einheit. Die Kartierung des Handbuchs von 1960 legt die Ostgrenze der Kuppenrhön-Haupteinheit Sandners Vorschlag entsprechend an die Gesteinsgrenze zum Buntsandstein zum Muschelkalk unmittelbar ab der Hohen Schule, also mitten ins Vorland.

Mindestens bildet der Bibraer Sattel (nach Späths Abgrenzung) mit dem von Späth und Brigitte Schwenzer abgegrenzten Östlichen Rhönvorland eine Einheit, die sich geomorphologisch etwas von den Kern-Gäuplatten unterscheidet und etwas höhere Höhen erreicht.

Auch der sich an die Höhenzüge nach Süden anschließende Mellrichstädter Gäu (1382.00) ist den genannten Landschaften geomorphologisch ähnlich. Sie alle unterscheiden sich von der Kernlandschaft der Werra-Gäuplatten darin, dass der Muschelkalk immer wieder durch Buntsandstein unterbrochen wird und zum Teil nur auf den Bergkuppen Muschelkalk ansteht, während in den Kern-Gäuplatten dieses Gestein lediglich in den Tälern der Großen Flüsse Werra und Hasel unterbrochen wird.

Die Abgrenzung des Naturraums nach Nordosten auf den Blättern Schweinfurt und Coburg führte zu etwas Verwirrung. Brigitte Schwenzer hatte den Mellrichstädter Gäu 1968 als einen eher submontanen Naturraum im Muschelkalk beschrieben, wie es der Landschaft um den 522 m hohen Heidelberg entspricht. Sie legte dessen Ostgrenze zwar prinzipiell westlich der Streu, ließ aber im Nordosten ihres Blattausschnitts einen sehr flachwelligen Streifen des Gäus östlich von Stockheim ins östliche Nachbarblatt auslaufen. Nach Norden grenzt er bei ihr ans Östliche Rhön-Vorland in Abgrenzung wie auf der Karte von 1954, das sie demgegenüber als Buntsandsteinlandschaft bezeichnet, obwohl an der auf ihrem Blatt noch verzeichneten, namentlich erwähnten höchsten Erhebung, der Hohen Schule (538 m), bereits Muschelkalk ansteht.

Heinz Späth führte im Jahr 1987 auf dem östlichen Nachbarblatt diese Grenze sogar um Wolfmannshausen herum fort, nordöstlich dessen sie auf den Bibraer Sattel traf. Gleichzeitig schrieb er für seinen Blattausschnitt im ersten Satz:

Es steht anzunehmen, dass Schwenzer einen Streifen südlich des Rhönvorlands im engeren Sinne lassen wollte, damit die Gäuplatten, zu denen der Mellrichstädter einsortiert war, einfach zusammenhängend blieben. Späth hat diese Grenze fortgeführt, obwohl er selbst auf den Widerspruch gestoßen war.

Die Landschaft zwischen Mellrichstadt und Wolfmannshausen ist nicht nur geomorphologisch eine Grabfeld-Landschaft, sondern auch geologisch weitgehend. Zwar steht auf der Mühldorfer Höhe (358 m) nordöstlich der Stadt noch Muschelkalk an, doch liegt bereits der Gipfel am Westrand einer großen Lößinsel. Die Berkacher Höhe (384 m), in die sie nach Osten übergeht, ist bereits eine Keuperanhöhe mit Lößauflage. Folgerichtig ist der Nordostteil der auf den Naturraumkarten der Blätter Schweinfurt und Coburg als 1382.00 Mellrichstädter Gäu abgegrenzten Landschaft als Nordteil der Einheit 1381.0 Westliches Grabfeld anzusehen. Gesondert abgrenzen ließe sich höchstens das bei Späth erwähnte, zur Bibra entwässernde Becken. Allerdings ist der von Späth gewählte Name Nordheimer Becken wohl irrtümlich, denn Nordheim liegt am Nordheimer Grund – einem Quellbach des zur Streu entwässernden Mahlbachs.

Alle genannten Landschaften mit Ausnahme der Fladunger Mulde erreichen höchste Höhen um Höhe, wodurch sie von der benachbarten Rhön deutlich überragt werden, jedoch ihrerseits die Kern-Gäuplatten knapp und das sich südöstlich anschließende Grabfeld deutlich überragen. Von den Rhönabdachungen weiter nördlich (Stadtlengsfelder Hügelland (359.0), rechts der Katza nur in Nähe zum hohen Gebaberg knapp erreichend) und weiter südwestlich (Südrhön, links der Brend bis ) unterscheiden sie sich insbesondere in ihrem Hauptgestein, welches auch ihre Geomorphologie prägt. Sülzebecken, Bibraer Sattel und vor allem Fladunger Mulde und Mellrichstädter Gäu tragen fruchtbare Böden und sind, anders als das Kernvorland, Südröhn oder Stadtlengsfelder Hügelland, nur in Anteilen bewaldet. Die Berge sind vergleichsweise eigenständig und die höchsten Höhen werden nicht ausschließlich in Rhönnähe erreicht.

Teillandschaften Das Östliche Rhönvorland im weiteren Sinne teilt sich auf in einen zweiteiligen Höhenzug nah der Rhein-Weser-Wasserscheide, ein Randbecken zur Rhön an der Sülze im Norden, eine Randmulde im Einzugsgebiet der Streu im Südwesten sowie einen Höhenzug in deren Einzugsgebiet.

Alle geologischen Aussagen sind mit amtlichen geologischen Karten(diensten) belegt, speziellere regionale geologische Eigennamen mit „Regionalgeologie Ost“.

Kern-Höhenzug um den Willmarser Sattel Die nordwestlichsten Rücken, die sich unmittelbar südöstlich an den Abtsberg (622 m) und seinen Südriedel Wurmberg anschließen, stehen im Buntsandstein rund um Willmars, den Namensgeber des Willmarser Sattels. Der westlichste dieser Rücken ist der der Königsburg (533 m) nebst Ostgipfel Höhnberg (500 m; Scharte auf 483 m) und Nordwestgipfel Heufurter Kopf (516 m; Scharte auf 473 m). Die nördlichsten Rücken des Naturraums sind der Steinfirst (bis 509 m; Scharte auf 483 m) nördlich des Heufurter Kopfes, dem sich nach Nordwesten schon die Hänge des Abtsbergs mit der aufgesetzten Kleinst-Basaltkuppe Steinkopf (514 m) anschließen, sowie der Steinkopf (522,6 m; Scharte zum Neuberg auf 476 m) nordöstlich davon, dem nordöstlich der Hutsberg und südöstlich der Neuberg, beides 639 m hohe, typische Rhön-Kuppen, gegenüberstehen. An die unspektakuläre Buntsandstein-Südabdachung des Neubergs schließt sich, jenseits einer Scharte auf 393 m im Lehenfeld, Nähe Quelllauf der Sülze, nach Südosten der Lappberg (478 m) an, welcher die Buntsandsteinreihe abschließt.