Hermann Eulenberg (* 20. Juli 1814 in Mülheim am Rhein; † 3. Oktober 1902 in Bonn) war ein deutscher Mediziner.
Leben Hermann Eulenberg wurde als Sohn von Hermann Eulenberg und Maria Gerpott, einer gut situierten Samenhändlerin geboren, sie finanzierte ihrem Sohn das Studium. Er studierte zunächst in Bonn und Berlin und später in Wien, London und Paris Medizin. 1833 wurde er Mitglied des Corps Guestphalia Bonn.Kösener Corpslisten 1960, 10/169; Martin Dossmann: Ein Bonner Corps in der Zeit zwischen den Karlsbader Beschlüssen und dem Ende der Weimarer Republik. Geschichte der Guestphalia Bonn 1820–1933. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2025, ISBN 978-3-8471-1871-8, S. 125. In Berlin, wo er 1836 zum Dr. med. promoviert wurde, gehörten Johannes Peter Müller und Theodor Schwann zu seinen akademischen Lehrern.
Nach Abschluss des Studiums ließ er sich in Lennep als praktischer Arzt nieder. 1848 wurde er Kreisphysikus in Bonn und lehrte als Privatdozent an der Universität Bonn gerichtliche Medizin und Arzneimittellehre. 1850 wurde er zum Kreisphysikus in Koblenz berufen und zum Medizinalrat am rheinischen Provinzial-Medizinal-Kollegium berufen. Im Jahr 1855 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt. 1860 wurde er nach Köln versetzt und zum Regierungs-Medizinalrat ernannt. 1870 erfolgte seine Ernennung zum Vortragenden Rat im Kultusministerium. Seit seiner Pensionierung im Jahre 1890 lebte er in Bonn. Er war Mitglied der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte.Mitglieder der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte 1857
Zusammen mit Adolph Erlenmeyer, David Mansfeld und Gottlob Heinrich Bergmann begründete er 1853 das Korrespondenzblatt für Psychiatrie und gerichtliche Psychologie. Dieses ging später im Archiv für Psychiatrie und gerichtliche Psychologie auf. Von 1871 bis 90 war er Redakteur der Vierteljahrsschrift für gerichtliche Medizin und öffentliches Sanitätswesen.
Hermann Eulenberg verheiratete sich am 3. März 1849 mit der aus Langenberg stammenden Laura Köttgen (* 21. August 1813 in Langenberg, † 6. Juli 1881 in Berlin, begraben in Langenberg).Geschichte der Familie Köttgen 1632–1910, herausgegeben von Eduard Köttgen, 1911
Ehrungen Ernennung zum Geheimen Obermedizinalrat
Schriften Über Tela elastica, 1836 Über rheumatische Herzentzündungen, 1854 Anatomisch-pathologische Untersuchungen über die Schilddrüse, 1856 Der Mineral-Brunnen zu Sinzig am Rhein, 1856 Zur Heilung des Gebärmuttervorfalls. 1857 Zur pathologischen Anatomie des Cretinismus, 1857 Über die Wuthkrankheit beim Menschen. 1863 Lehre von den schädlichen und giftigen Gasen, 1865 Über Mortalitätsstatistik, 1871 Das Medicinalwesen in Preußen, 1874 Das Apothekerwesen in Preußen, 1874 Handbuch der Gewerbe-Hygiene auf experimenteller Grundlage, 1876 Handbuch des öffentlichen Gesundheitswesens im Vereine mit Fachmännern bearbeitet, 1881 Aufgabe des Gerichtsarztes bei Vornahme von Untersuchungen und Abgabe der Gutachten, 1881 Die Wasserversorgung der Preußischen Städte, 1882 Gutachten der Königlichen wissenschaftlichen Deputation für das Medicinalwesen in Preußen über die Canalisation der Städten, 1883 Gutachten der Königlichen wissenschaftlichen Deputation für das Medicinalwesen in Preußen betreffend das Liernur’sche Reinigungsverfahren in Städten, 1884 Schulgesundheitslehre, 1900 (zusammen mit Theodor Bach)
Literatur Pagel: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Berlin, Wien 1901, Sp. 476–477. (Permalink) Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6. Leipzig 1906, S. 161. (Permalink)
Einzelnachweise
Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Leopoldina (19. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte Kategorie:Geheimer Obermedizinalrat Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1814 Kategorie:Gestorben 1902 Kategorie:Mann