miniatur|Orgel in Sion, um 1435 miniatur|Gotische Orgel in Rynkeby, Wandmalerei, um 1550 Die Liste von gotischen Orgeln erfasst sukzessive alle erhaltenen Orgeln aus der Zeit der Gotik (bis etwa 1530) als die ältesten Orgeln der Welt. Da alle Instrumente im Laufe der Jahrhunderte umgebaut worden sind, ist kein Werk vollständig, sondern jedes nur in Teilen erhalten.

Charakteristika Die Orgeln wurden in größeren Kirchen meist als Schwalbennestorgeln im Mittelschiff an der Nordwand in der Nähe zum Chor gebaut, da sie eine wichtige Funktion in der christlichen Liturgie einnahmen, aber nicht zur Begleitung des Gemeindegesangs dienten. In der „Alternatimpraxis“ übernahm die Orgel im Wechsel mit Chor, Gemeinde und Sängern einzelne Teile der Messe und des Stundengebets.Klotz: Über die Orgelkunst der Gotik, der Renaissance und des Barock. 1986, S. 27.

Ab dem 15. Jahrhundert erhielten größere Orgeln bereits ein Rückpositiv und ein freistehendes Pedal.Vente: Brabanter Orgel. 1963, S. 12. Sie waren ursprünglich als Blockwerk gebaut, mit den „Bordunes“ im Pedalwerk. Noch 1495 war die berühmte Orgel des Domes zu Halberstadt mit einem Blockwerk ausgestattet. Danach wurden sie mit Schleifladen umgebaut, teilweise schon in der Spätgotik.Quoika: Vom Blockwerk zur Registerorgel. 1966.

Die gotischen Prospekte sind in der Regel mit unterschiedlich großen Pfeifenflachfeldern und bemalten zuklappbaren Flügeltüren versehen. Die Flügeltüren erfüllten eine künstlerische und klangliche Funktion, sollten die Orgel aber auch vor Verschmutzungen schützen. Wie auch beim Altarretabel wurden die Flügeltüren in der Fastenzeit verschlossen.

Gotische Orgeln Die Tabelle ist sortierbar. In der sechsten Spalte bezeichnet die römische Zahl die Anzahl der Manuale, ein großes „P“ ein selbstständiges Pedal, ein kleines „p“ ein nur angehängtes Pedal und die arabische Zahl in der vorletzten Spalte die Anzahl der klingenden Register. Den Zahlen liegt jeweils die ursprüngliche Disposition zugrunde, soweit bekannt. Die letzte Zeile bietet Angaben zum Erhaltungszustand der gotischen Teile und weiterführende Informationen. Fotos werden nur eingebunden, wenn der Prospekt zumindest teilweise auf die Gotik zurückgeht.