mini|hochkant=1.2|Ortsansicht Orzechów (Cedynia) mit Kirche 2025 Orzechów [] (deutsch Wrechow) ist ein Ortsteil der Gemeinde Cedynia, Powiat Gryfiński, Woiwodschaft Westpommern in Polen.

Geografie mini|hochkant=1.2|Karte Königsberg Neumark mini|hochkant=1.2|Ansicht vom Jezioro Orzechów (Krebssee) auf Orzechów (Cedynia) mini|hochkant=1.2|Heutige Gemeinde Cedynia Das Angerdorf Orzechów liegt 6 Kilometer östlich von Cedynia, 43 Kilometer südlich der Powiathauptstadt Gryfino und 63 Kilometer südlich von der Wojewodschaftshauptstadt Szczecin. Die Droga wojewódzka 124 (Woiwodschaftsstraße), welche Osinów Dolny mit Chojna verbindet, verläuft durch das Dorf. Der Ort liegt am Ufer des Jezioro Orzechów (auch Jezioro Racze, deutsch Krebssee) eingebettet in der Myślibórz-Seenplatte (pol. ojezierze myślibórski), die wiederum Teil der Pommerschen Seenplatte ist., auf amzpbig.com/

Geologie Die Oberflächengestalt in der Orzechówer Region ist durch die Weichsel-Kaltzeit geformt worden und gehört zu den Moränenlandschaften mit Schwemmböden sogenannter Alluvialboden, Findlingen, Seen und Bergkuppen. Der Untergrund besteht teils aus meterdickem Geschiebemergel, der in den Hügel mehr zu Tage tritt. Ein weiteres Bodenprofil wie Mutterboden, Lehm und Ton sind hier anzutreffen. Das Dorf liegt auf einer Höhe von 78 Metern über NN und unweit westlich erstreckt sich der Ketter Berg mit 102 Meter und nordwestlich der Kisten Berg mit 99 Meter über NN.

Geschichte

Über die Frühbesiedelung der Region Orzechów ist bekannt, dass bei Oberflächenforschungen in den 60er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts eine Siedlung der Lausitzer Kultur aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. entdeckt, und am Rande des Dorfes in den 70er Jahren eine frühmittelalterliche Siedlung aus dem 10.–11. Jahrhundert. Funde von Steinwerkzeugen der Jungsteinzeit und Steingräbern deuten auf eine noch frühere Besiedelung hin.

Wrechow gehörte von 1535 bis 1815 zur Neumark und von 1816 bis 1945 zum Landkreis Königsberg/Neumark. In drei Jahrhunderten fanden ständige Besitzzerstückelungen und -veränderungen statt. Nachfolgende Ritterfamilien waren dort begütert, von Wrech, von Jagow, von Uchtenhagen, von Buch, von Güstebiese, von Schöning, von Bredow, von Schönebeck, von Werbelow, von Sack, von Balkoew oder Balke, von Waldow, von der Marwitz und weiterhin hatten der Johanniterorden sowie der Kurfürst von Brandenburg und das Kloster Zehden Anteile.

Ortsnamen und die erste Erwähnung 1278 Wrech, Wrach, Wregh, Wrechen, Wreich, Wreg, Wreige, Wrecho Wrechau, Wreeche, Wreichow, Wreechow, Wreckow, Wreech ist der Rittersitz und Familienname der sich unter der Herrschaft der Askanier gründete. Eine Namensdeutung wird vom Verein für die Geschichte der Neumark wie folgt abgeleitet, pomoranisch Wrech beziehungsweise Werch = altslawisch vrüchü, polnisch wierzch und sorbisch wjeŕch für Haupt, Gipfel, Berggipfel, auf der Anhöhe also Ort auf dem Berggipfel. Eine weitere Namensableitung von Wrechow/Orzechów ist, polnisch von Orzech und Orzechowo, Orzechów, polnisch orzech = Nuss/Nussbaum und plattdeutsch wrech = Nuss oder wreche = Nüsse also Nussdorf oder Nussbaum.

Die Ersterwähnung findet am 25. Januar 1278 in einer Urkunde in Neu-Landsberg statt, hier wird Gerard von Wrech (Gerardus de Wreech) aus Wrech (Wrechow) bei Zehden genannt.

Eine zweite Nennung erfolgte am 22. Mai 1311 als die Äbtissin Mettha des Zisterzienser Nonnenklosters Cedena (Zehden, pol. Cedynia) den Bischof von Stettin Heinrich von Cammin aufsuchte und ihn um die zukünftigen Einnahmen der Kirchen von Wrechow (hier Wrech), Wobiser (Groß Wobiser), Barchhusen (Nordhausen) und Volscke auch Volseke (Nieder Wutzen), zur Verpflegung des Klosters einsetzen zu dürfen, was ihr der Bischof genehmigte. Das Kirchenpatronat der genannten Kirchen hatte das Kloster bereits inne. Anmerkung: (Wutzeno (1299), Nieder Wutzow (1718), Niederwutzen, Osinów Dolny (1945) )

Besitzverhältnisse 1278 Ritter Gerhard von Wrech gehörte einer mit der Familie Jagow verwandten Familie an und ging später nach Myślibórz (Soldin) und wurde dort Mühlenbesitzer.

1337 Im Auszug aus dem Märkischen Landbuch des Markgrafen Ludwig des Älteren gehört Wrechow (hier Wregh) zum Land Bärwalde. Henning von Jagow war zu dieser Zeit begütert in Wrechow Betrachtung nach Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Zitat: Der genannte Ritter Henning von Jagow ist der Stammvater eines andern Neumärkischen Geschlechtes geworden, das im Jahre 1795 in der Person des Kammerherrn Grafen Ludwig Alexander von Wreech erloschen ist. Denn nach dem Neumärkischen Landbuche vom Jahre 1337 hatte Ritter Henning von Jagow das Dorf Wreech (Wrechow) mit Ober- und Untergericht und dem Dienste von 5 Lehnpferden inne. Der Herausgeber hielt es schon für wahrscheinlich, das der im Jahre 1346 vorkommende Henning von Wrech ein und dieselbe Person sein möge mit jenem Henning von Jagow eine Vermutung, welche volle Bestätigung erhält, durch das Wappen der von Wreech, in welchem sich, wenn auch in Farben verschieden, das Jagowsche Rad zeigt. Zu dieser Zeit hatte Wrechow 64 Hufe.

Bis 1347/48 in Erbfolge Klaus von Jagow

Verkauf 1446 Im Jahr 1446 verkauft Cord Gustebise (Güstebiese) auf Grunneberge (Grünberg im Arnwalder Kreis) an Merten von Scheninghe (Schöning) auf Grabo (Grabow im Königsberger Kreis) und an seine rechten Erben 16 Hufen im Dorf Wrechow (hier Wregh im Königsberger Kreis), einen Kossätenhof, eine freie Schäferei mit allem Zubehör, Brüchen, Dienst, Pacht, die Anteile am höchsten und niederem Gericht, mit Wasser, Holzung, Fischerei, Grasung, Wiesenwachs (Ertrag an Heu), Viehweiden, Anteile am Kirchenlehen, dem Straßenrecht und elftehalb Mark auf den Krug.

Pfandbesitz 1460 Arnim von Bredow erhält von Friedrich II. von Brandenburg für 1800 Rheinische Gulden als Pfandbesitz, die Hufe zu Wreth (Wrechow), Grüneberg mit dazu gehörenden Dörfern und Gütern, Zäckerick, Güstebise, Selchow, die Dorfstätte Cutzdorf bei Küstrin (Kurczdorf) und das wüste Dorf Eckhorn (Gut Eichhorn in der Nähe des Bahnhofs Zäckerick - Alt-Rüdnitz)

Verkauf 1466 Am 7. Januar verkauft Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg den Hof und das ganze Dorf Grüneberg (Golice (Cedynia)) für 8500 rheinische Gulden, aus dem vormaligen Besitz des Vogts der Neumark Christoph Eglinger (auch Christoffel), an den Herrenmeister Liborius von Schlieben und den ganzen Johanniterorden. Dazu verkauft er noch 16 Hufen mit Zins und Rente im Dorf Wrechow (Orzechów, hier Wreich), die Dörfer Güstebiese (Gozdowice), das wüste Conradesdorp, Dürrenselchow (Żelichów), das im Sternberger Land gelegene Trebow (Trzebów), Eichhorn (Zaborzyce) mit halber Mühle, Seen, Wälder und Zubehör und Zäckerick (Siekierki).

Belehnung in Erbfolge 1472 Der Markgraf Albrecht von Brandenburg belehnt Wilhelm, Achim, Claus und Laurenz, Gebrüder und Gevettern von Scheninge (Schöning), zu rechtem Mannlehen und gesamten Hand mit dem Dorf Grabow und was sie an Rechten und Gütern haben, in Wrechow (hier Wrechen), Zachow, Nedder Kregenick (Nieder Kränig), Hohen Lübbichow, Hansberch (Hanseberg), Nieder Lübbichow, wie sie im Besitz von Vater und Vetter Merten von Schenigh (Schöning) waren.

Verkauf 1609 Im Jahr 1609 verkaufte Georg von Werbelow seinen alten Wrechower Besitz von 20 Hufen an Friedrich von Sack Butterfelde oder dessen im selben Jahr genannten Nachfolger Sigismund von Sack. Die 20 Hufen setzen sich zusammen aus 9 ursprünglichen und 7 angenommenen Ritterhufen, dem 4 Hufen-Hof, der noch immer unbesetzt war und als Meierhof gebraucht wurde, drei Kossäten, zwei Teilen am Kruge, mit dazugehörigen Rechten. Im selben Jahr verkaufte Georg von Werbelow seinen Anteil am Gut, mit 20 Hufen (2 Bauern hatten davon 8 1/2 Hufen und 4 Kossäten) an Sigismund oder Friedrich von Sack. Peter II. von der Marwitz (* 22. November 1557, † 24. Juli 1612) Herr auf Beerfelde und Wrechow (hier Wreckow), verheiratet im Jahr 1587 mit Anna geb. von Sack aus dem Hause Butterfelde-Vietniz.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) Während des Dreißigjährigen Kriegs besetzten die Schweden die Neumark von 1637 bis 1648. Die Bevölkerung und Bauern hatte darunter sehr zu leiden, versuchte sich mit ihrem Vieh in den unwegsamen sumpfigen Wälder zu verbergen und wurde teils auch von der Pest betroffen. Die Zahl der Einwohner soll bis zur Hälfte dezimiert worden sein. Etliche Dörfer fielen der Zerstörung zum Opfer und die Beseitigung der Kriegsschäden hielt Jahrzehnte an, darum fehlen Aufzeichnungen aus diesen Jahren. Alle Landesfürsten, Gutsbesitzer und Einwohner der Dörfer waren zwangsläufig in die umfangreichen Kämpfe hineingezogen worden und waren sich teil selbst überlassen.

Im Königsberger Kreise den 24 Juli 1626 wurden zur Kriegsmusterung 44 Lehnpferde vorgeführt, davon:

Johanniterorden Anteile 1665 Dem Johanniterordensamt Grüneberg gehörten Anteile von Wrechow, das eigentlich zum königlichen Amt Zehden gehört, es waren vier Bauern und ein Freihäusler, mit je vier Hufen Ackerland. Sie dienen dem Ordensamt und bezahlen den Zehnt von ihrer Viehzucht. Für den üblichen Gesindelohn müssen ihre Kinder dem Ritteramt Zwangsarbeit leisten.

Im Jahr 1718 betrug der königliche Anteil in Wrechow 6 Bauern = 24 Hufen und 5 Kossäten = 5 Hufen, dazu das Vorwerk mit 16 3/4 Hufen, insgesamt also 45 3/4 Hufen, die 6 Bauern und die Kossäten blieben weiterhin bei Zehden, bis sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts Eigentümer wurde.

Das Vorwerk/Rittergut mini|Historische Ortsansicht Orzechów (Cedynia) 2025 Das Vorwerk, im 19. Jahrhundert wieder Rittergut genannt, erscheint zum ersten Male 1649. Seine Größe wechselte ständig und betrug: 1649 16 Hufen 1718 16 3/4 Hufen 1802 11 1/3 Hufen (688 Morgen) 1811 13 Hufen (780 Morgen) um 1820 13 Hufen um 1910 16 Hufen (269,5 Hektar) um 1930 21 Hufen (324 Hektar in Bewirtschaftung) Von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis 1811 bildete dieser Anteil also das Amtsvorwerk Wrechow und wurde während der Zeit vererbpachtet oder vom Amte aus bewirtschaftet.Zur Geschichte des Amtsbezirks Wrechow, umfassend die Dörfer Wrechow, Zachow und Altenkirchen im Kreise Königsberg-Neumark, Autor Ulrich Wesche, Dissertation Königsberg, 1935 Verlag Friedrich Stollberg Merseburg S. 28

Pächter und Verwalter (Auswahl)

Im Jahr l811 wurde das Vorwerk an den ehemaligen Landrat Leopold von Reichenbach verkauft, der es in demselben Jahre an seine Tochter Ernestine, die Ehefrau des Hauptmanns Friedrich Christian von Schrabisch, übereignete. Frau von Schrabisch erhielt 1816 alle Rechte am Rittergut Wrechow. Im Jahr 1819 verkauft sie das Gut an den Bauern Karl Köbcke aus Groß Neuendorf. Dieser teilte das etwa 770 Morgen große Rittergut im Jahr 1820 auf. Es erhielten: 226 Morgen Acker der Ökonom Schadow 20 Morgen Wiese der Schulze Stahl 30 Morgen Land die Kossäten Christian und Friedrich Engel 71 Morgen Land der Mühlenmeister Toebbike 10 Morgen Land der Kossät Dückmann Seen und Gewässer der Bauer Christian Gesche Den Rest des Rittergutes von gut 400 Morgen erwarben laut Vertrag vom 4. September 1821 die 6 Wrechower Bauern: Martin Buhrow, Christian Lebmann, Peter Egeler, Christian Gesche, Johann Gerwing (im Jahr 1821–22, in Erbfolge dann Christian Georg Gerwing 1822–32) und Gottfried Engel.Zur Geschichte des Amtsbezirks Wrechow, umfassend die Dörfer Wrechow, Zachow und Altenkirchen im Kreise Königsberg-Neumark, Autor Ulrich Wesche, Dissertation Königsberg, 1935 Verlag Friedrich Stollberg Merseburg S. 28 bis 29

Rittergutsbesitzer seit 1811

Geistliche des Orts mini|Dorfkirche Orzechów (Cedynia) 2 2025 Im Jahr 1598 besaß der Pfarrer in Wrechow vier Hufen und zwei Kornhöfe mit zusammen 3 Morgen, er bewirtschaftete alles selbst. Außerdem besaß er in Zachow vier Hufen, eine davon gebrauchte die Kirche. Diese hatte als Eigenbesitz noch einige kleine Teilstücke. Die Größe des Pfarrackers betrug im Jahr 1697 mit Garten und allem anderen Zubehör 180 Morgen.