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war eine Forderung von Willy Brandt aus dem Jahr 1961. Brandt trat bei der Bundestagswahl 1961 am 17. September 1961 erstmals als Kanzlerkandidat seiner Partei, der SPD, gegen den damals 85 Jahre alten Konrad Adenauer an.
Geschichte
Am 28. April 1961 trug Brandt in der Beethovenhalle (Bonn) unter anderem folgende Forderung seines Wahlprogramms vor:
Die Idee war unter anderem von Heinrich Deist (SPD-Wirtschaftsminister im Schattenkabinett von Brandt) in das Wahlprogramm lanciert worden. Deist war Aufsichtsratsvorsitzender des Stahlunternehmens Bochumer Verein.
Mit der Umschreibung „fast völlig vernachlässigte Gemeinschaftsaufgabe“ prangerte Brandt eine Art von Staatsversagen an. Das Umweltbundesamt schrieb in einer Pressemitteilung 2011: Pressemitteilung des Umweltbundesamtes (online)
Das SPD-Präsidium verabschiedete die Resolution „Soziale Gerechtigkeit durch mehr Umweltschutz“. Die Forderung von Brandt wurde teils belächelt, aber nicht vergessenWie der Himmel über der Ruhr wieder blau wurde. Doku. WDR, 2010Ulrich Kelber: Soziale Gerechtigkeit durch mehr Umweltschutz. 50 Jahre „Der Himmel über dem Ruhrgebiet muss wieder blau werden.“ Vorlage für eine Sitzung des SPD-Präsidiums, März 2011 (PDF) und führte vor Ort in Kommunen des Ruhrgebiets zu ersten umweltpolitischen Handlungsprogrammen.Vgl. dazu ausführlich Wolfgang Sykorra: Anfänge programmatischer Umweltpolitik im Ruhrgebiet. Der Essener SPD-Ortsverein Schönebeck-Bedingrade von den 1970er-Jahren bis zur Jahrtausendwende, 2 Bände, Essen 2024
Die Luftverschmutzung im Ruhrgebiet hatte zu diesem Zeitpunkt mancherorts dazu geführt, dass die Mieten gesunken waren. Die Häufigkeit von Atemwegserkrankungen war hoch.
Als Ursachen für die Luftverschmutzung nannte Der Spiegel im August 1961 unter anderem:Zu blauen Himmeln. In: Spiegel Nr. 33, 9. August 1961 (online)
56 Thomas-Stahlkonverter 75 Zechenkraftwerke und 18 andere Kohlekraftwerke 82 Hochöfen verbunden mit weiteren Stahlschmelz- oder Tieföfen 17 Zementwerke und Ölraffinerien sowie 1976 Dampflokomotiven der Bundesbahn und der Werksbahnen
Im Januar 1962 wurde in Essen die Interessengemeinschaft gegen Luftverschmutzungsschäden und Luftverunreinigung gegründet, eine der ersten Bürgerinitiativen in Deutschland. Im Dezember 1962 kam es zur Smog-Krise im Ruhrgebiet.
Die TA Luft trat 1964 in Kraft.
Literatur
Franz-Josef Brüggemeier, Thomas Rommelspacher: Blauer Himmel über der Ruhr. Geschichte der Umwelt im Ruhrgebiet 1840–1990. Klartext-Verlag, November 1999, ISBN 978-3-88474-364-5.
Siehe auch Ruhrbergbau Luftreinhalteplan
Einzelnachweise
Kategorie:Luftverschmutzung Kategorie:Willy Brandt Kategorie:Geschichte (Ruhrgebiet) Kategorie:Politisches Schlagwort (Deutsch) Kategorie:Umwelt- und Naturschutz (Ruhrgebiet) Kategorie:Umweltgeschichte (Deutschland)