Das Schloss Unterriexingen auf einer Hochterrasse im Enztal geht auf eine um 1100 erbaute Höhenburg zurück und liegt am Nordostrand des Dorfes Unterriexingen, das heute zu Markgröningen im baden-württembergischen Landkreis Ludwigsburg gehört.

Geschichte Das heutige Schloss Unterriexingen geht wohl auf eine „staufische“ Burganlage der Herren von Riexingen zurück, die erstmals im späten 12. JahrhundertErsterwähnung einer Burg um 1180 oder 1190; siehe Schloss Unterriexingen auf burgen-und-schloesser.net Erwähnung fand.Riexingen erscheint erstmals 793 als „Ruotgisina“ in einem Güterverzeichnis des ehemaligen Klosters Lorsch und 902 als „Rutgesingon“ nochmals in einer Urkunde des Klosters – siehe WUB Band IV., Nr. N22, S. 330–331 – WUB online Die am nördlichen Rand einer Hochterrasse rechts der Enz errichtete und auf drei Seiten mit einem Graben umgebene Burg diente vermutlich auch der Sicherung des Holztransportes auf der Enz und der parallel verlaufenden Landstraße. mini|hochkant=0.6|links|Wappen der Herren von Riexingen (1394) mini|300px|Burg und Dorf „Under Rixingen“ um 1682 (aus dem Kieserschen Forstlagerbuch) mini|300px|Schloss von Nordwesten (Bleistiftzeichnung 1840) mini|300px|Meierhof neben dem Schloss

Burg- und Schlossherren In den Stifterverzeichnissen der Klöster Hirsau und Reichenbach tauchen zwischen 1080 und 1120 mit „Sigeboto de Ruggesingen“, „Heinricus de Ruggsingen“ und „Gerlach de Ruxingen“ erstmals die Herren von Riexingen auf.Vor 1090 findet sich „Sigeboto de Ruggesingen“ im Schenkungsbuch des Klosters Reichenbach siehe WUB Band VI., Nr. N10, S. 439–453 – WUB online; zwischen 1110 und 1120 finden sich „Heinricus de Ruggsingen“ und „Gerlach de Ruxingen“ als Stifter für Kloster Hirsau; siehe Eugen Schneider, Codex Hirsaugiensis, Stuttgart 1887, S. 27 und S. 36. Spätestens von 1396 an, als die württembergischen Einwohner von „Undern Rixingen“ und Talhausen zusammen mit den abtrünnigen Grüninger Bürgern den Württemberger Grafen per Urfehde-Brief ewige Treue schwören mussten,Quelle: Archivalische Urkunden in „causa equestri“, Cap. I., Sect. I. Nr. 5, S. 5 und Ludwig Friedrich Heyd, Geschichte der vormaligen Oberamts-Stadt Markgröningen mit besonderer Rücksicht auf die allgemeine Geschichte Württembergs, [...], Stuttgart 1829, Faksimileausgabe, Markgröningen 1992, S. 33ff. teilte sich ein jeweils wechselndes Adelsgeschlecht den Ort mit dem Haus Württemberg. Als Grablege des Ortsadels diente die Frauenkirche, in der zahlreiche Epitaphe erhalten sind. Das älteste stammt von Friedrich Osterbrunn von Riexingen († 1394).

Das Geschlecht der Herren von Riexingen starb 1506 aus. Ihnen folgten u. a. die Freiherren von Urbach, von Sachsenheim, von Winterstetten, von Nippenburg, von Sternenfels, von Lützelburg, Schertlin von Burtenbach und Leutrum zu Ertingen. Die Einwohner Unterriexingens waren entweder Untertan der Ortsherrschaft oder württembergischer Untertan, anfangs je nach Lage ihres Hauses links oder rechts der Glems als natürlicher Grenze. Mit dem Aufstieg Württembergs zum Königreich wurde 1806 auch die Familie des hiesigen Ortsadels dem König von Napoleons Gnaden unterstellt.

Umbau zum Schloss Der Sitz der Ortsherrschaft gehörte von 1717 bis 1763 und wieder ab 1815 den Freiherren (ab 1884 Grafen) Leutrum zu Ertingen, die die mittelalterliche Burg in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter Einbezug des großen Steinhauses und des Bergfrieds durch einen Schlossanbau an der Westseite erweiterten. Weitere Umbauten fanden ab 1815 statt und gaben dem Schloss sein klassizistisches Erscheinungsbild. im Ortslexikon Baden-Württemberg beim Landesarchiv Baden-Württemberg Der zum Schloss gehörende Park hat eine Fläche von rund 40.000 Quadratmetern. Südlich der Burg finden sich heute noch herrschaftliche Wirtschaftsgebäude des ehemaligen Meierhofes. Eine Kelter wurde abgerissen. 2016 war die Besitzerin Irmela Prinzessin von Ratibor und Corvey, geb. Gräfin Leutrum von Ertingen (* 1937).

Aus der Beschreibung des Oberamts Vaihingen von 1856, welchem Unterriexingen zu dieser Zeit angehörte, wird über die Burgrelikte und das Schloss Folgendes berichtet:

Tierpension Überregionale Bekanntheit erlangte das Schloss in Unterriexingen mit der darin untergebrachten Tierpension. Nikolaus Prinz von Ratibor (* 1962), Tierarztsohn und Züchter von Leonbergern, eröffnete 1995 im Schloss eine Unterbringungsmöglichkeit von Haustieren. Die als „Tierschlosshotel“ bezeichnete Tierpension bietet Tierbesitzern die Möglichkeit, während Reisen oder Krankheit geeignete Hunde, Katzen, Vögel oder Kleintiere gegen Gebühr unterzubringen. Als Tierpension erhielt das Schloss einiges an medialer Resonanz im FernsehenVideogalerie mit TV-Beiträgen (bspw. Vox, Sat 1, SWR, Das Erste) auf care-royal.de und in Zeitungen oder Zeitschriften.Presseartikel auf care-royal.de Neben der Beherbergung von Tieren wird vom Schloss aus auch tierversuchsfreies Hundefutter direkt vertrieben.

Der Dokumentarfilm Der Südwesten von oben porträtierte das Schloss mit einem starken Fokus auf das Hundehotel.

Literatur 1200 Jahre Markgröningen. Festbuch zum 1200jährigen Jubiläum der ersten urkundlichen Nennung des Namens. Hrsg.: Stadt Markgröningen, Markgröningen 1979. Hans-Burkhard Hess: Unterriexingen – Ein historisches Kaleidoskop. Markgröningen 1993, ISBN 3-929948-00-1. Walther-Gerd Fleck: Schloss Unterriexingen. In: Burgen und Schlösser, Zeitschrift der Deutschen Burgenvereinigung für Burgenkunde und Denkmalpflege, 20. Jg., Nr. 1, 1979. Ludwig Friedrich Heyd: Geschichte der vormaligen Oberamts-Stadt Markgröningen mit besonderer Rücksicht auf die allgemeine Geschichte Württembergs, größtenteils nach ungedruckten Quellen verfasst. Stuttgart 1829, Faksimileausgabe, Markgröningen 1992. Gerhard Schmid: Schloss Unterriexingen, eine Bauaufnahme. Markgröningen 1981. Elsbeth Sieb: Unterriexingen: In alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1989, ISBN 3-89264-293-1.

Einzelnachweise und Anmerkungen

Weblinks

Rekonstruktionszeichnung von Wolfgang Braun Riexinger Schloss beim Arbeitskreis Geschichtsforschung und Denkmalpflege Markgröningen (AGD) www.care-royal.de – Webpräsenz des „Tierschlosshotels“

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