Gerhard Philipp Scholvin (* 29. Oktober 1723Vergleiche die Legende am Straßenschild Scholvinstraße in Thedinghausen; † 17. September 1803 in Hannover) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe, MäzenJens Schmidt-Clausen: Scholvin, Gerhard Philipp (siehe Literatur) und Autor.siehe Schriften

Leben Gerhard Philipp Scholvin wurde als Sohn eines Amtmannes geboren. Ab 1755 nahm er an der Kreuzkirche in Hannover das Amt des Pastors ein und war als „Senior“ der leitende Geistliche aller lutherischen Gemeinden der Altstadt.

Förderung der Waisenkinder 1799 schrieb Scholvin in sein Testament:Markus Meumann: Scholvin. In: Findelkinder, Waisenhäuser, Kindsmord in der frühen Neuzeit. Unversorgte Kinder in der frühneuzeitlichen Gesellschaft, zugleich Dissertation 1933 an der Universität Göttingen, in der Reihe Ancien Régime, Aufklärung und Revolution, Band 29, München 1995: Oldenbourg, ISBN 3-486-56099-9, passim; teilweise online über Google-Bücher

Solche verwaisten Kinder (der Altstadt), die bisher nicht frühzeitig „Gelegenheiten“ zur Arbeits-Einübung bekommen haben, setzte Scholvin zu Haupterben in sein Testament ein. Doch die bisherige Erziehung im Armen- und Waisenhaus hatte ihn nicht überzeugt – Scholvin wollte anders fördern:

So flossen 1803 aus dem Erbe Scholvins erst rund 80.000 Reichstaler in die nach dem Pastor dann benannte Scholvin-Stiftung und schließlich mehr als 100.000 Taler.Helmut Zimmermann: Scholvinstraße. In: Die Strassennamen der Landeshauptstadt Hannover, Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 222

Schriften Das Schrecken Gottes unter den zerstreuten Feinden des geretteten Vaterlandes wurde ... wegen des den 1. August bei Minden erfolgten ... Sieges ... vorgestellt von Gerhard Philipp Scholvin ...., Hannover: Pockwitz, 1759Nachweis der Schrift bei Google-Bücher

Ehrengrab Das Ehrengrab von Gerhard Philipp Scholvin findet sich auf dem Stadtfriedhof Engesohde in Hannover in der Abteilung 25D, Grabnummer 22a-b.Karin van Schwartzenberg (Verantw.): Ehrengräber und Gräber bedeutender Persönlichkeiten auf dem Stadtfriedhof Engesohde, Faltblatt DIN A3 mit Übersichtsskizze, hrsg. von der Landeshauptstadt Hannover, Der Oberbürgermeister, Fachbereich Umwelt und Stadtgrün, Bereich Städtische Friedhöfe, Sachgebiet Verwaltung und Kundendienst, Hannover, 2012

Scholvinstraße miniatur|Straßenschild Scholvinstraße mit Legende

Die 1862 angelegte Scholvinstraße im Stadtteil Mitte wurde nach Pastor Scholvin benannt. Heute liegt die Straße im Rotlichtviertel am Steintor in Hannover-Mitte. Im April 2012 unterstützte der Stadtbezirksrat Mitte die Anbringung von Legendenschildern durch die Scholvin-Stiftung an den Straßenschildern der Scholvinstraße.Antrag Nr. 15-0796/2012: Eigene Mittel des Stadtbezirksrates Zuwendung an die Scholvin-Stiftung für die Kosten von Legendenschildern, eGovernment der Stadt Hannover, 16. April 2012, abgerufen am 8. Januar 2013

Literatur Jens Schmidt-Clausen: SCHOLVIN, Gerhard Philipp. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 321; online über Google-Bücher. Jens Schmidt-Clausen: Scholvin, Gerhard Philipp. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 549.

Weblinks

Website der Scholvin-Stiftung Waisenhaus <Moringen> (1747 - 1799) auf CERL Thesaurus

Einzelnachweise

Kategorie:Lutherischer Geistlicher (18. Jahrhundert) Kategorie:Lutherischer Geistlicher (19. Jahrhundert) Kategorie:Autor Kategorie:Mäzen Kategorie:Person (Thedinghausen) Kategorie:Person (Hannover) Kategorie:Person (Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1723 Kategorie:Gestorben 1803 Kategorie:Mann