Chlorophytum ist eine Pflanzengattung aus der Unterfamilie der Agavengewächse (Agavoideae) innerhalb der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Die 100 bis 190 Arten sind in der Paläotropis weitverbreitet.

Beschreibung mini|Illustration einiger Chlorophytum-Arten aus: Die Pflanzenwelt Afrikas, insbesondere seiner tropischen Gebiete – Grundzüge der Pflanzenverbreitung im Afrika und die Charakterpflanzen Afrikas, 1910

Vegetative Merkmale Die Chlorophytum-Arten wachsen als immergrüne oder laubabwerfende geophytische, ausdauernde, krautige Pflanzen. Ihre unterschiedlichen Wurzeln sind meist sukkulent oder gelegentlich knollig, mehr oder weniger dick oder fleischig. Die oft kurzen sowie unauffälligen, manchmal dicken sowie verlängerten, kriechenden Rhizome sind häufig mit alten Blattbasen bedeckt.

Die Laubblätter sind rosettig oder büschelig angeordnet; selten sind sie auf ein einzelnes Blatt reduziert oder sind fast zweizeilig angeordnet. Die eingefalteten Laubblätter sind gestielt oder sitzend und es sind Blattscheiden vorhanden. Die einfache, kahle bis behaarte Blattspreite ist flach und länglich bis linealisch oder elliptisch-lanzettlich. Der Blattrand ist häufig gefranst.

Blütenstände und Blüten Die end- oder seitenständigen Blütenstandsschaft sind mit Hochblättern besetzt. Die traubige oder rispige Blütenstände besitzen Tragblätter. Der Blütenstiel ist nahe seiner Mitte gegliedert.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig. Die meist weiße, selten bis blaue Blütenhülle ist sternförmig, selten urnenförmig oder glockig. Die sechs freien länglichen Perigonblätter verbleiben vertrocknet, die Mittelrippe wird dunkler. Die äußeren Perigonblätter sind schmaler als die inneren Perigonblätter. Die sechs Staubblätter sind an der Basis der Blütenhüllblätter inseriert. Die fadenförmigen, meist nahe ihrer Mitte verbreitete Staubfäden sind kahl oder warzig. Die Staubbeutel fast basifix und intrors. Drei Fruchtblätter sind zu einem sitzenden oder kurz gestielten, dreikantigen, oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Je Fruchtblatt sind ein bis mehrere Samenanlagen vorhanden. Die insgesamt 6 bis 30 sind im Fruchtknoten in zwei Reihen angeordnet. Der schlanke, stielrunde Griffel ist glatt und endet in einer relativ kleinen Narbe.

Früchte und Samen Die dreilappigen oder dreikantigen Kapselfrüchte öffnen sich lokulizid. Die glänzenden, schwarzen Samen sind flach und gerundet.

mini|Chlorophytum alismifolium mini|Chlorophytum bowkeri mini|Grünlilie (Chlorophytum comosum) mini|Chlorophytum filipendulum subsp. amaniense mini|Chlorophytum galpinii mini|Chlorophytum glaucum mini|Illustration von Chlorophytum inornatum aus der Erstveröffentlichung: Curtis’s Botanical Magazine. Volume 27, 1807, Tafel 1071 mini|Chlorophytum orchidastrum mini|Chlorophytum orchidastrum, fruchtend mini|Blütenstand von Chlorophytum saundersiae mini|Chlorophytum tetraphyllum mini|Chlorophytum transvaalense mini|Chlorophytum tuberosum mini|Ausschnitt eines Blütenstandes von Chlorophytum tuberosum

Systematik und Verbreitung Die Gattung Chlorophytum ist in Afrika, auf Madagaskar und in Asien in Wäldern, Savannen und der Karoo-Vegetation verbreitet.

Die Erstbeschreibung der Gattung Chlorophytum erfolgte 1807 durch John Bellenden Ker Gawler.Curtis’s Botanical Magazine. Band 27, 1807, Tafel 1071 (eingescannt bei biodiversitylibrary.org). Die Typusart der Gattung ist Chlorophytum inornatum. Der botanische Gattungsname Chlorophytum leitet sich von den griechischen Worten chloros für ‚gelblich grün‘ bzw. ‚hellgrün‘ sowie phyton für ‚Pflanze‘ ab und verweist auf die Färbung der Laubblätter einiger Taxa. Synonyme für Chlorophytum nom. cons. sind: Hartwegia , Asphodelopsis , Acrospira nom. illeg., Dasystachys nom. illeg., Debesia , Verdickia

Die Gattung Chlorophytum umfasst folgende Arten: Chlorophytum acutum : Sie kommt nur in Lesotho sowie in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal vor. Chlorophytum affine : Die etwa zwei Varietäten kommen in Afrika vor: Chlorophytum affine var. affine Chlorophytum affine var. curviscapum Chlorophytum africanum : Die etwa drei Varietäten von Äthiopien bis zum südlichen tropischen Afrika vor: Chlorophytum africanum var. africanum (Syn.: Chlorophytum densiflorum ) Chlorophytum africanum var. nordalianum Chlorophytum africanum var. silvaticum (Syn.: Chlorophytum silvaticum ): Sie kommt nur in der Demokratischen Republik Kongo sowie in Sambia vor. Chlorophytum alismifolium : Sie kommt im tropischen Afrika vor. Chlorophytum alpinum : Dieser Endemit kommt in Tasmanien vor. Chlorophytum altum : Sie kommt in Kamerun und in Ghana vor. Chlorophytum anceps : Sie kommt von Simbabwe über Botswana bis ins nördliche Namibia vor. Chlorophytum andongense : Sie ist im tropischen Afrika verbreitet. Chlorophytum angulicaule : Sie kommt im südlichen Afrika in Swasiland und in den südafrikanischen Provinzen Ostkap, Free State, KwaZulu-Natal, Limpopo, Mpumalanga sowie North West vor. Chlorophytum angustiracemosum : Sie kommt nur in Tansania vor. Chlorophytum angustissimum : Sie kommt von Nigeria bis Tansania vor. Chlorophytum ankarense : Sie kommt in Madagaskar vor. Chlorophytum appendiculatum : Sie kommt in Madagaskar vor. Chlorophytum applanatum : Sie kommt nur in Somalia vor. Chlorophytum arcuatoramosum : Sie kommt in der Demokratischen Republik Kongo vor. Chlorophytum aridum : Sie kommt im südlichen Afrika vor. Chlorophytum arundinaceum : Sie kommt von Nepal bis Myanmar vor. Chlorophytum asperum : Sie kommt in Südafrika vor. Chlorophytum assamicum : Sie wurde 2019 aus Assam erstbeschrieben. Chlorophytum basitrichum : Sie kommt nur in Tansania vor. Chlorophytum baturense : Sie kommt in Kamerun vor. Chlorophytum belgaumense : Sie kommt in Indien vor. Chlorophytum benguellense : Sie kommt nur in Angola vor. Chlorophytum benuense : Sie kommt in Kamerun vor. Chlorophytum bharuchae : Sie kommt in Indien vor. Chlorophytum bifolium : Sie kommt von Äthiopien bis Kenia vor. Chlorophytum blepharophyllum : Die etwa vier Varietäten kommen im tropischen Afrika vor: Chlorophytum blepharophyllum var. amplexicaule (Syn.: Chlorophytum amplexicaule ) Chlorophytum blepharophyllum subsp. blepharophyllum Chlorophytum blepharophyllum subsp. pendulum Chlorophytum blepharophyllum subsp. rubropygmaeum Chlorophytum boomense : Sie kommt nur in Namibia vor. Chlorophytum borivilianum : Sie kommt im westlichen Indien vor. Chlorophytum bowkeri : Sie kommt im tropischen und im südlichen Afrika vor. Chlorophytum brachystachyum : Sie kommt vom tropischen Afrika bis Botswana vor. Chlorophytum bracteatum : Sie kommt in Nigeria, in der Zentralafrikanischen Republik und in der Demokratischen Republik Kongo vor. Chlorophytum brevipedunculatum : Sie kommt in Kamerun vor. Chlorophytum breviscapum : Sie kommt im südlichen Indien vor. Chlorophytum bulbinifolium : Dieser Endemit kommt nur im nördlichen Sambia vor. Chlorophytum burundiense : Sie kommt in Burundi, in der Demokratischen Republik Kongo und im südwestlichen Tansania vor. Chlorophytum calyptrocarpum : Sie kommt von der südlichen Demokratischen Republik Kongo bis Namibia vor. Chlorophytum cameronii : Die etwa drei Varietäten kommen im tropischen Afrika vor: Chlorophytum cameronii var. cameronii Chlorophytum cameronii var. grantii Chlorophytum cameronii var. purpuratum Chlorophytum camporum : Sie kommt in Kamerun vor. Chlorophytum capense : Sie kommt nur in der südafrikanischen Provinz Ostkap vor. Chlorophytum caudatibracteatum : Sie kommt nur in Kamerun vor. Chlorophytum caulescens : Sie kommt in Guinea, Burkina Faso und Nigeria vor. Chlorophytum chelindaense : Sie kommt nur in Malawi vor. Chlorophytum chevalieri : Sie kommt in der Zentralafrikanischen Republik vor. Chlorophytum chinense : Sie gedeiht an Waldrändern, Grashängen und Ufern von Fließgewässern in Höhenlagen von 2600 bis 3000 Metern nur in den chinesischen Provinzen südwestlichen Sichuan sowie nordwestlichen Yunnan. Chlorophytum chloranthum : Sie kommt in Madagaskar vor. Chlorophytum clarae : Sie kommt vom südwestlichen Tansania bis zum nördlichen Sambia vor. Chlorophytum collinum : Sie kommt nur in Tansania vor. Chlorophytum colubrinum : Die etwa zwei Varietäten kommen von Tansania bis Angola vor: Chlorophytum colubrinum var. colubrinum Chlorophytum colubrinum var. upembense Grünlilie (Chlorophytum comosum ): Sie kommt ursprünglich vom tropischen Westafrika bis Kamerun und von Äthiopien bis ins südliche Afrika vor. Chlorophytum cooperi : Sie kommt im südlichen Afrika vor. Chlorophytum cordifolium : Sie kommt in der Demokratischen Republik Kongo vor. Chlorophytum crassinerve : Dieser Endemit kommt nur in der südafrikanischen Provinz Nordkap vor. Chlorophytum cremnophilum : Dieser seltene Endemit kommt nur in Kouga, Gamtoos sowie Tal des Groot river in der Nähe von Patensie im in der südafrikanischen Provinz Ostkap vor. An wenigen Standorten in zahlreichen Exemplaren. Chlorophytum crispum : Sie kommt nur in der Capense in den südafrikanischen Provinz Nord- sowie Westkap vor. Chlorophytum cyperaceum : Sie kommt in Südafrika nur in Limpopo und Mpumalanga Highveld vom Wolkberg sowie Waterberg bis Middelburg sowie Lydenburg vor. Chlorophytum dalzielii : Sie kommt nur in Nigeria vor. Chlorophytum debile : Sie kommt vom westlichen tropischen Afrika bis Sambia vor. Chlorophytum decaryanum : Sie kommt in Madagaskar vor. Chlorophytum decipiens : Sie kommt in Madagaskar vor. Chlorophytum dianellifolium : Sie kommt in Madagaskar vor. Chlorophytum distichum : Sie kommt in Madagaskar vor. Chlorophytum diwanjii : Sie wurde 2017 aus Indien erstbeschrieben. Chlorophytum dolichocarpum : Sie kommt in Thailand vor. Chlorophytum ducis-aprutii : Sie kommt in Eritrea, Äthiopien und in Kenia vor. Chlorophytum fasciculatum : Sie kommt im südlichen tropischen und im südlichen Afrika vor. Chlorophytum fernandesii : Sie kommt nur in Angola vor. Chlorophytum filifolium : Sie kommt in Somalia und auf Sokotra vor. Chlorophytum filipendulum : Es gibt etwa zwei Unterarten: Chlorophytum filipendulum subsp. filipendulum: Sie ist im tropischen Afrika weitverbreitet. Chlorophytum filipendulum subsp. amaniense : Sie kommt nur im südöstlichen Kenia sowie östlichen Tansania inklusive Sansibar vor. Chlorophytum fischeri : Sie kommt von Tansania bis Sambia vor. Chlorophytum gallabatense : Sie kommt vom tropischen Afrika bis Namibia vor. Es gibt etwa drei Varietäten: Chlorophytum gallabatense var. floribundum (Syn.: Chlorophytum puberulum ) Chlorophytum gallabatense var. gallabatense Chlorophytum gallabatense var. micranthum (Syn.: Chlorophytum micranthum ) Chlorophytum galpinii : Es gibt etwa drei Varietäten: Chlorophytum galpinii var. galpinii: Sie kommt im südlichen Afrika von Mosambik, Simbabwe über Botswana sowie Swaziland bis zu den nördlichen südafrikanischen Provinzen KwaZulu-Natal, Limpopo, Mpumalanga sowie North West vor. Chlorophytum galpinii var. matabelense : Sie kommt von Sambia über Simbabwe bis zu den südafrikanischen Provinzen Gauteng sowie Limpopo vor. Chlorophytum galpinii var. norlindhii : Sie kommt von Angola im Caprivistreifen, Malawi und der Demokratischen Republik Kongo, Sambia sowie Simbabwe bis Limpopo vor. Chlorophytum geayanum : Sie kommt in Madagaskar vor. Chlorophytum geophilum : Sie ist im tropischen Afrika verbreitet. Chlorophytum glaucoides : Dieser Endemit kommt nur im indischen Maharashtra vor. Chlorophytum glaucum : Sie kommt nur im südlichen Indien vor. Chlorophytum goetzei : Sie kommt nur im westlichen bis südwestlichen Tansania vor. Chlorophytum gothanense : Sie wurde 2009 erstbeschrieben. Dieser Endemit kommt nur im indischen Maharashtra vor. Chlorophytum gracile : Sie kommt in Madagaskar vor. Chlorophytum graminifolium : Sie kommt nur in der südafrikanischen Provinzen Nord- sowie Westkap vom Namaqualand, der westlichen Karoo bis Somerset West vor.