Meister Tilman von Köln ist einer der wenigen durch Urkunden belegten Schnitzer und Bildhauer des ausgehenden 15. Jahrhunderts; er schuf wohl mit seiner Kölner Werkstatt eine Vielzahl an Skulpturen, die vor allem in und um Köln zu finden sind. miniatur|Statue des Heiligen Christophorus im Kölner Dom miniatur|Heilige drei Könige, Museum Schnütgen
Forschungsstand Meister Tilman wurde bis in die 1970er Jahre mit dem Steinmetz Tilman van der Burch gleichgesetzt.Hans Peter Hilger: Der Meister des hl. Christophorus im Dom zu Köln. In: Kölner Domblatt. Jahrbuch des Zentral-Dombauvereins. 27. Folge, 1967. Er wird inzwischen jedoch in den neuesten Zuschreibungen meist mit Tilman Heysacker genannt Krayndunck identifiziert.Gunter Fabian: Kruzifix von Tilman. Neue Funde zum Werk und zur Person eines Kölnischen Bildschnitzers. In: Kölner Domblatt. Jahrbuch des Zentral-Dombauvereins. 42. Folge, 1977, S. 267–276.Miriam Szőcs: Christus am Kreuz mit Maria und Johannes dem Evangelisten (ehem. Kreuzigungsgruppe). In: Dagmar Täube, Miriam Verena Fleck (Hrsg.): Glanz und Größe des Mittelalters. Kölner Meisterwerke aus den großen Sammlungen der Welt. ISBN 978-3-7774-4531-1, S. 370–372.Henri L.M. Defoer: Middeleeuwse beelden op huis Bergh. (PDF; 740 kB) S. 4 und Fußnote ix S. 11 („Meester Tilman is waarschijnlijk identiek met ‘Tilman Heysacker gnant Krayendunck’, die meerdere malen in de Keulse archieven wordt genoemd. In sommige documenten wordt hij als ‘Tilman bildensnider’, ‘bijldensnijder’ of ‘bildensnijder’ aangeduid“) Meister Tilman, der wahrscheinlich bei dem Holzschnitzer Meister Arndt in Kalkar († 1492, auch Arnt und Arndt von Zwolle) gelernt hatte,AQrnt von Zwolle + Schüler Tilman bei LVR war nach dokumentierten Aufträgen von etwa 1475 bis 1515 in Köln tätig. „1487 erhielt Meister Tilman den Auftrag für die Grabfiguren des Grafen Gerhard II. von Sayn und seiner Ehefrau Elisabeth von Sierck in der Klosterkirche Marienstatt im Westerwald, 1505 arbeitete er an einem Altarretabel für die Weseler Kalvarienbergkapelle (jetzt in St.Martini) und 1509/10 schuf er eine Apostelfolge in der Pfarrkirche von Siegburg. Diese drei archivalisch für Tilman belegten und erhaltenen Werkkomplexe unterschiedlicher Stilstufen bilden das tragfähige Gerüst für zahlreiche Zuschreibungen weiterer, um 1475 einsetzender Werke auf stilkritischem Wege“.Dirk Strohmann: Eine spätmittelalterliche Madonna aus der Werkstatt des Kölner Bildschnitzers Meister Tilman in Wilnsdorf, In: Denkmalpflege in Westfalen-Lippe. 1/08, S. 12–15. (online s. u.) Seine Werkstatt war damals wohl die führende Kölner Bildschnitzerwerkstatt, die auch in der Region von Wesel bis zur Mosel und bis nach Dortmund ihre Figuren lieferte.Nach Bildbeschreibung Schmerzensmann bei St. Aposteln Köln
Zuschreibungen mini|Pietà St. Severin, Hermülheim mini|Kreuzigungsgruppe St. Severin (Hermülheim) Kölner Bestand Statue des St. Christophorus im Kölner Dom Schmerzensmann in St. Aposteln Köln Kreuzigungsgruppe in Groß St. Martin Eine Schutzmantel-Ursula in St. Ursula (Köln) Erzengel Michael und Statue des Christophorus in St. Andreas (Köln) Johannes der Täufer, drei fast lebensgroße Königsfiguren (Inv. A 861 a-c), zwei Engel (1530) (Kat. 132–135, 140 u. 141), ein Schmerzensmann (Inv. A 820) im Museum Schnütgen Kruzifix St. Gereon Köln-MerheimMartina Junghans, Kunstführer St. Gereon in Köln-Merheim, Bergisch Gladbach 2023, S. 40
Kölner Umland Pietà und Kreuzigungsgruppe in St. Severin (Hermülheim)Britta Havlicek: Herrmüllemer Dom St. Severin erinnert an vier Kirchen, Kölner Stadt-Anzeiger 3. Januar 2014 Kruzifix in Bliesheim, ursprünglich zur Ausstattung der Stiftskirche St. Maria ad Gradus (Köln) in Köln gehörig, die Bliesheim als Unterherrschaft bis zur Säkularisation 1803 besaß.Historische Aufnahmen mit Begleitfiguren bei bliesheim.info (Zugriff Jan.2013) Kopie an der Ecke Frankenstraße / Merowingerstraße; Original jetzt im Vorraum von St. LambertusRestaurierung des Bliesheimer Kreuz: Schicht für Schicht dem Meister entgegen. In: Kölner Stadtanzeiger. 28. Dezember 2009.Bilder bei bastgen.de Kreuzigungsgruppe von Großkönigsdorf Eine Mondsichelmadonna in St. Mariæ Geburt (Köln-Zündorf) Eine Schutzmantel-Ursula in St. Nikolaus von Tolentino (Rösrath) Jakobus in der Wegekapelle St. Margaretha, Elsdorf-Tollhausen Triumphkreuzgruppe in St. Peter (Sinzig) Sechs Apostelfiguren (von acht) in St. Servatius (Siegburg) Figurengruppe "Heiliges Grab" in St. Johann Baptist (Bad Honnef) Doppelgrabmal des Grafen Gerhard II. von Sayn († 1493) und seiner Gemahlin Elisabeth von Sierck († 1484): Zwei Holzfiguren mit vergesetzten Engelfiguren, Abtei MarienstattDoppelgrabmal für den Grafen Gerhard II. von Sayn (gestorben 1493) und seine Gemahlin Elisabeth von Sierck (gestorben 1484). Vergrößerbare Fotos bei: bildindex.de Tilman erhielt den Auftrag 1487Karrenbroch, S. 28–31. Annaaltar: Schnitzaltar in der Apsis des südlichen Seitenschiffs der Propsteikirche St. Kornelius, Kornelimünster Hölzernes Kruzifix in St. Patricius (Eitorf)
Außerhalb des Kölner Raums Stehende Mutter Gottes, Maria-Magdalenenkirche (Lübeck) Stiftspatrone Cosmas und Damian im Chorraum des Essener Münsters bei: dom-essen.de Figurengruppe "Grablegung Christi" an der südlichen Außenwand des Essener Münsters. Die Figuren weisen eine große Ähnlichkeiten mit denen in St. Johann Baptist, Bad Honnef, auf. Markus Maisel, "Sepulchrum domini" Studien zur Ikonographie und Funktion großplastischer Grablegungsgruppen am Mittelrhein und im Rheinland, Mainz 2002, S. 171ff. Madonna, St. Martin (Wilnsdorf)Dirk Strohmann: Eine spätmittelalterliche Madonna aus der Werkstatt des Kölner Bildschnitzers Meister Tilman in Wilnsdorf. (PDF; 2,0 MB) In: Denkmalpflege in Westfalen-Lippe. 1/08, S. 12–15. Madonna mit Kind in der Propsteikirche St. Johannes Baptist, Dortmund
Literatur (Auswahl) Elisabeth Heitger: Zwei Heiligenfiguren des Bildhauers Tilman in Rheinbrohl (Kreis Neuwied). In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch 42 (1981), S. 107–114. Holger Kempkens: Meister Tilman und der Schnitzaltar von St. Kunibert in Köln. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch 58 (1997) S. 31–73. Reinhard Karrenbrock: Kölner Bildschnitzerwerkstätten des späten Mittelalters (1400–1540). Zum Forschungsstand. In: Ders. (Bearb.): Die Holzskulpturen des Mittelalters. Band II: 1400 bis 1540. Teil 1: Köln, Westfalen, Norddeutschland. Köln 2001, S. 9–80, besonders S. 28–52. Niklas Gliesmann: Gotische Skulptur in Köln – von den Parlern bis zu Tilmans Erben. In: Dagmar Täube, Miriam Verena Fleck (Hrsg.): Glanz und Größe des Mittelalters. Kölner Meisterwerke aus den großen Sammlungen der Welt. Ausstellungskatalog. Hirmer, München 2011, ISBN 978-3-7774-4531-1, S. 151–153.
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