Dreis ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz, an der Salm gelegen. Sie gehört der Verbandsgemeinde Wittlich-Land an. Dreis ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie Dreis liegt am Austritt der Salm aus den Eifelbergen am Fuße des Burgberges, am Rand der Wittlicher Senke, direkt an der Grenze zur Eifel. Zu Dreis gehören auch die Wohnplätze Landhaus Kasfeld, Lindenhof, Maarhof, Jagdhaus Schumacher und Sonnenhof.

Nachbargemeinden sind Bergweiler, Wittlich, Altrich, Salmtal, Dodenburg, Gladbach und Bruch.

Geschichte Dreis zählt zu den ältesten Orten des Wittlicher Landes. Der Ort trägt seinen Namen nach dem Sauerbrunnen (= Drees), der im Ortskern am ehemaligen Stierstall zu finden ist. Dreis, ein königliches Gut („fisci“), wurde vom Bruder Karls des Großen, Karlmann I., zum Ende des 8. Jahrhunderts, dem Kloster Echternach an der Sauer geschenkt. Im Jahre 785 bestätigte Karl der Große die Schenkung seines Bruders. Eine Urkunde der ursprünglichen Schenkung war nicht ausgestellt worden. Karlmann starb im Jahre 771. Eine Abschrift der Urkunde befindet sich im goldenen Buch („Liber aureus“) der Abtei Echternach, das heute in Gotha aufbewahrt wird.Andreas Wisniewski, Chronik Wittlich-Land

Dreis gehörte landesherrlich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Abtei Echternach und war damit luxemburgisches Gebiet.Alexander Melior: Leichenpredigt auf Michael Hormann, Prälat der Abtei Echternach, 1775 (dilibri.de)

Im späten Mittelalter lag die Grundherrschaft über Dreis bei der Reichsabtei Echternach und stand unter der Vogtei der Herren von Esch, später der Grafen von Manderscheid-Kail. Nach den Weistümern übte die Gemeinde die Hochgerichtsbarkeit ziemlich selbständig aus. Dies führte immer wieder zum Streit zwischen dem Dorf, der Abtei und Dritten. Kurtrier versuchte 1602 vergeblich, sich als Landesherrn huldigen zu lassen. Die Abtei stritt 1639 mit den Bauern in Dreis über die Gerichtshoheit. Es kam zu einem Prozess vor dem Reichskammergericht in Speyer. 1673 erfolgte das Urteil, in dem der Abtei Echternach die landesherrliche Obrigkeit über Dreis zugesprochen wurde.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn, Hermann Behrend, 1898, S. 309 1712 führte der Echternacher Abt einige Neuerungen ein. Die Dreiser Bauern behaupteten daraufhin, ein freies Reichsdorf zu sein und versuchten, sich der Niederrheinischen Ritterschaft anzuschließen, die das auch akzeptierte. Die Reichsabtei wandte sich erneut an das Reichskammergericht, diesmal in Wetzlar, das die Landeshoheit der Reichsabtei Echternach erneut bestätigte.Sigrid Jahns: Das Reichskammergericht und seine Richter. Verfassung und Sozialstruktur eines höchsten Gerichts im Alten Reich – Teil 2, Band 1: Biografien (= Friedrich Battenberg, Albrecht Cordes, Ulrich Eisenhardt, Peter Oestmann, Wolfgang Sellert (Hg.): Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, Band 26). Böhlau, Köln u. a. 2003. ISBN 3-412-06503-X, S. 167.

Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen das Linke Rheinufer besetzt, von 1798 bis 1814 gehörte Dreis zum Kanton Wittlich im französischen Saardepartement. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam die Region 1815 zum Königreich Preußen, die Gemeinde Dreis wurde 1816 dem Kreis Wittlich im Regierungsbezirk Trier zugeordnet, der von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte.

Seit 1946 ist die Gemeinde Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Dreis, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 580 1835 793 1871 938 1905 895 1939 970 1950 1.040 Jahr Einwohner 1961 1.141 1970 1.302 1987 1.260 1997 1.391 2005 1.390 2017 1.367

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Dreis besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl WGMH WGS WGH Gesamt 2024 9 7 – 16 Sitze 2019 9 5 2 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2014 7 9 – 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz:

Bürgermeister Christoph Thieltges (WGS) wurde am 18. Juni 2019 Ortsbürgermeister von Dreis. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 73,15 % gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit 88,9 % der Stimmen für weitere fünf Jahre wiedergewählt.

Der Vorgänger von Thieltges, Markus Hansen, hat das Amt von 2009 bis 2019 ausgeübt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Dreis aus der Vogelperspektive (2017) Schloss Dreis Schloss Dreis, als Sommersitz der Echternacher Äbte 1774 erbaut, kam später in den Besitz der Grafen von Walderdorff. Der zweieinhalbgeschossige Bruchsteinbau mit Gliederungen in rotem Sandstein birgt eine reiche Ausstattung. mini|Dorfbrunnen und Prangerkreuz im Hintergrund

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Dreis Liste der Naturdenkmale in Dreis

Wirtschaft und Infrastruktur Das Restaurant des bis zu seinem Tod von Helmut Thieltges (1955–2017) geführten, familieneigenen „Waldhotels Sonnora“ in Dreis ist seit der Guide-Michelin-Ausgabe 2000 durchgehend mit drei Sternen ausgezeichnet worden. Im Gault-Millau 2019 wird es mit 19,5 Punkten geführt, was ebenfalls als Höchstwertung gilt. Thieltges‘ Nachfolger ist Clemens Rambichler.

Bedingt durch klimatisch günstige Faktoren in der Wittlicher Senke wurden in Dreis Sonderkulturen angebaut. Weinbau ist schon seit dem 13. Jahrhundert im Ort bezeugt. Auch heute noch gibt es Weinberge in geringem Umfang nördlich der Ortslage. Bis in die 1960er Jahre wurde auch Tabak in der Dreiser Feldgemarkung angebaut. Die Blauschimmelkrankheit Anfang der 1960er Jahre vernichtete jedoch fast die gesamte Ernte und der Anbau wurde eingestellt.

In Dreis beginnt der Salm-Radweg, der nach Klüsserath/Mosel führt.

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen Justin von Linde (1797–1870), Hochschullehrer, Beamter und Politiker, erwarb 1837 das Gut Dreis und verbrachte dort seinen Ruhestand

Weblinks

Homepage der Ortsgemeinde Dreis

Einzelnachweise

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