mini|Francesca Habsburg (2012) Francesca Thyssen-Bornemisza (* 7. Juni 1958 in Lausanne als Francesca Anna Dolores Thyssen-Bornemisza de Kászon, geschiedene Habsburg-Lothringen) ist eine schweizerisch-österreichische Kunstexpertin, Kunstvermittlerin, Sammlerin und Mäzenin.
Leben Herkunft und Ausbildung Francesca AnnaAnm.: Francesca Habsburg ist im Telefonbuch Österreich, hrsg. von Herold Business Data, als „Habsburg-Lothringen Francesca Anna“ in 1010 Wien eingetragen; abgerufen am 7. Mai 2019. Dolores Thyssen-Bornemisza ist die ältere Tochter von Hans Heinrich „Heini“ Thyssen-Bornemisza (1921–2002) aus der Ehe mit seiner 1956 geheirateten dritten Frau, dem aus Neuseeland stammenden britischen Model Fiona Campbell-Walter (* 1932; ). Ihre Eltern ließen sich 1965 scheiden. Aus derselben Ehe stammt ihr jüngerer Bruder Lorne (* 1963), aus der ersten Ehe ihres Vaters hat sie den älteren Halbbruder Georg Heinrich (* 1950), aus der vierten Ehe stammt der Halbbruder Alexander (* 1974).
Sie wuchs bei ihrem Vater in der Villa Favorita Lugano-Castagnola am Luganersee sowie bei ihrer Mutter in London auf. Nachdem sie von 1974 bis 1977Francesca von Habsburg. Contemporary art collector, film producer, art commissioner and explorer Francesca Habsburgs bei LinkedIn, abgerufen am 9. Mai 2019. das Nobelinternat Le Rosey am Genfersee besucht hatte, schrieb sie sich 1979 in der Londoner St Martin’s School of Art ein, gab die Ausbildung aber nach zwei Jahren (1981) wieder auf. Nach dem Verlassen der Schule arbeitete sie als Schauspielerin, Sängerin und Model. Ihrem Lifestyle als Partygängerin in London in den 1980er Jahren verdankt sie ihren Ruf als . Nach der St Martin’s School lebte sie zehn Jahre in England, New York und Los Angeles, bevor sie Kuratorin der Kunstsammlung ihres Vaters in Lugano wurde.
Kunstvermittlerin und Mäzenin Während des Krieges in Kroatien Anfang der 1990er Jahre besuchte Francesca Habsburg das Land, um Erbe und Kunstwerke zu schützen. Sie engagierte sich für die Wiederherstellung von Kirchen und Gemälden, die während der Kämpfe zerstört worden waren.
Francesca Habsburg, die sich selbst lieber als Kunstvermittlerin bezeichnet, gilt als eine führende Persönlichkeit und Mäzenin in der Welt des Kunstbetriebs. Sie nimmt regelmäßig an der Biennale di Venezia teil. 2002 gründete sie in Wien gemeinsam mit dem Schauspieler Markus Reymann die österreichische Stiftung Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (TBA21)Wenn die Korallenriffe verstummen. Aus der Ö1-Reihe Zeit-Ton, gestaltet von Susanna Niedermayr, gesendet am 10. August 2017. (Auf Klangreisen mit Jana Winderen. In: oe1.ORF.at, 10. September 2017, abgerufen am 7. Mai 2019.) und hat damit ihre eigene Kunstsammlung mit über 400 Werken zeitgenössischer Video- und digitaler Technik aufgebaut. Ihre Stiftung hat seit 2004 eine Ausstellungsfläche im historischen Palais Erdödy-Fürstenberg im ersten Wiener Gemeindebezirk. Francesca Habsburg zeigt dort zweimal im Jahr Werke aus der Sammlung in thematischen Ausstellungen. Die Stiftung organisiert auch Ausstellungen ihrer Sammlung weltweit. Im Wiener Augarten betreibt die Stiftung zur Gegenwartskunst seit 2012 die Ausstellung TBA21 – Augarten, deren Verlegung nach Auslaufen des Mietvertrages Ende 2017 nach Zürich im Raum stand.Olga Kronsteiner: Kunstsammlung TBA21: Francesca Habsburg plant Umzug nach Zürich. In: Der Standard, 4. November 2015. Im Juni 2016 gab sie dann bekannt, doch mitsamt ihrer Sammlung in Österreich bleiben zu wollen. So . Mit dem neuen Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) sei das Klima sehr offen für Kollaborationen zur Internationalisierung der österreichischen Kunst- und Kulturszene. Überhaupt seien mit allen Seiten gute Gespräche gelaufen. Sie sieht das TBA21 als Kultur: Francesca Habsburg will in Wien bleiben und kämpfen. In: unsertirol24.com/APA, 17. Juni 2016, abgerufen am 7. Mai 2019:
Privatperson Francesca Thyssen-Bornemisza lernte Karl Habsburg-Lothringen, Sohn von Otto Habsburg-Lothringen und damit Enkel des letzten österreichischen Kaisers Karl I., kennen. In der Kapuzinergruft, der Familiengruft der Habsburger, machte ihr Karl Habsburg den Heiratsantrag: , wurde er vom Daily Telegraph zitiert. Francesca wurde Katholikin und die beiden heirateten in einer medial beachtetenVgl. zum Beispiel: Habsburg – ein Wintermärchen. Wenn der Tod der siebzehnjährigen Mary 1889 auf Jagdschloß Mayerling der Anfang vom Ende der Donaumonarchie war, dann ist die Heirat jetzt zwischen Karl und Francesca das Ende vom Ende. In: Die Zeit, Ausgabe 07/1993, 12. Februar 1993 Artikel Online, abgerufen am 9. Mai 2019. Hochzeit in Mariazell am 31. Jänner 1993.
Gemeinsam haben sie die drei Kinder Eleonore (* 28. Februar 1994), Ferdinand Zvonimir (* 21. Juni 1997), der im Motorsport Karriere macht, sowie Gloria (* 15. Oktober 1999). Die Familie lebte zehn Jahre lang in Salzburg und übersiedelte danach nach Wien. 2003 trennte sich das Ehepaar, nach der Volljährigkeit ihrer Kinder ließen sie sich 2018 heimlich scheiden.https://adelswelt.de/aktuell/karl-habsburg-francesca-heimliche-scheidung/ Ob sie danach ihren Familiennamen beibehielt oder auf den früheren Namen wechselte, ist nicht dokumentiert. Das blieb längere Zeit verborgen, da im Hause Habsburg eine Scheidung kaum denkbar schien. Die Zeitschrift News zitierte Otto Habsburg, Francescas Schwiegervater, einst: , was jedoch von ihr bestritten wird.
Francesca Habsburg lebt in London und in der Wiener Inneren Stadt in einem Loft über einem Ausstellungsraum mit Werken ihrer Sammlung.
Im November 2009 wurde sie im Zusammenhang mit ihrer seit 2002 in Wien ansässigen Stiftung Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (T-B A21) mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien ausgezeichnet. Dem damaligen Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny zufolge und . In ihrer Dankesrede meinte Habsburg:
2015 versuchte sie, von Wien in die Schweiz unter Mitnahme ihrer Sammlung zeitgenössischer Kunst zu übersiedeln. Gegenüber der Schweizer SonntagsZeitung habe sie in einem Interview Anfang November 2015 zu Wien Stellung bezogen:
Im Juni 2016 gab sie bekannt, doch in Wien zu bleiben:
Ihr früherer Ehemann hat den amtlichen österreichischen Namen Karl Habsburg-Lothringen; sie ist in ihrem Schweizer Pass als Francesca von Habsburg eingetragen.Nicole Scheyerer: Francesca Habsburg: Warten auf die perfekte Welle. In: Der Standard, 4. April 2019, abgerufen am 7. Mai 2019.
Im Oktober 2025 heiratete sie den Schauspieler Markus Reymann.
Genealogische Einordnung Francesca, geborene Thyssen-Bornemisza, ist die Ur-Enkelin von August Thyssen (1842–1926) und Enkelin von Heinrich Thyssen-Bornemisza (1875–1947),Heinrich Thyssen-Bornemisza (31. Oktober 1875 – 26. Juni 1947). In: Die Gründerfamilien – Historie auf der Website der thyssenkrupp AG, ohne Datum, abgerufen am 7. Mai 2019. Carmen Thyssen-Bornemisza (* 1943) ist ihre Stiefmutter. Des Weiteren ist Margit von Batthyány, die mit dem Massaker von Rechnitz in Verbindung steht, eine Tochter von Heinrich Thyssen-Bornemisza und damit eine Tante von Francesca Habsburg.Hans Rauscher: Ganz normale Mörder, ganz normale Retter. In: Der Standard, Printausgabe, 1. April 2008: (Artikel Online auf der Website der Virtuellen Gedenkstätte Hadersdorf am Kamp, abgerufen am 7. Mai 2019.)
Auszeichnungen 2009: Goldenes Verdienstzeichen des Landes WienHohe Auszeichnung für Francesca Habsburg im Rathaus. In: Archivmeldung der Rathauskorrespondenz vom 26. November 2009, abgerufen am 7. Mai 2019.
Literatur
Mark van Huisseling: Die letzte Kaiserin. Sie gehört zum Jet-set, zum Hochadel – doch erst als Kunstsammlerin ist Francesca von Habsburg bei sich selbst. In: Welt am Sonntag, 24. Oktober 2004.Mark van Huisseling: Die letzte Kaiserin. Sie gehört zum Jet-set, zum Hochadel – doch erst als Kunstsammlerin ist Francesca von Habsburg bei sich selbst. In: Welt am Sonntag, 24. Oktober 2004, abgerufen am 7. Mai 2019. Thyssen-Bornemisza: Irrweg des Willens. Das Testament von Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza ist wertlos. Die Erben zerlegen das Industrieimperium. In: Bilanz, 1. November 2005. In: Bilanz, 1. November 2005, abgerufen am 7. Mai 2019: Sowie: William Shaw: We Are Not a Muse. In: The New York Times Magazine (englisch), 25. Februar 2007 (Artikel Online). Millionenerbin, Mutter & Mäzenin. In: Woman, Heft 29/2007, 2. März 2007, S. 29. Bilduntertitelung: Millionenerbin, Mutter & Mäzenin. In: Woman, Heft 29/2007, 2. März 2007, S. 29: ( (PDF; 3,3 MB) auf der Website Katharina Müller / Müller & Partner Rechtsanwälte, abgerufen am 7. Mai 2019.) Christof Huemer: Die Alchemistin. In: Falter, Ausgabe 10/2008, 5. März 2008.Christof Huemer: Die Alchemistin. In: Falter, Ausgabe 10/2008, 5. März 2008 (Artikelanfang frei abrufbar): Carmen Stephan: Die über-Kreuz-Fahrt. In: Süddeutsche Zeitung – Magazin, Heft 43/2014, 27. Oktober 2014.Carmen Stephan: Die über-Kreuz-Fahrt. In: Süddeutsche Zeitung – Magazin, Heft 43/2014, 27. Oktober 2014, abgerufen am 9. Mai 2019: Olga Kronsteiner: Francesca Habsburg: Nach Zürich oder Venedig? In: Handelsblatt, 11. November 2015.Olga Kronsteiner: Francesca Habsburg: Nach Zürich oder Venedig? In: Handelsblatt, 11. November 2015, abgerufen am 7. Mai 2019: TBA21 – Wo will Francesca Habsburg mit ihrer Sammlung hin? In: Kunstmarkt. Sabine Vogel (Hrsg.), 14. Dezember 2015, veröffentlicht in: Die Presse, 13. Dezember 2015. Rainer Nowak: Francesca Habsburg bleibt – vorerst. In: Die Presse, Printausgabe, 17. Juni 2016.Rainer Nowak: Francesca Habsburg bleibt – vorerst. In: Die Presse, Printausgabe, 17. Juni 2016. (Artikel Online (PDF; 1,4 MB) auf der Website von basis wien. Kunst. Information und Archiv, abgerufen am 7. Mai 2019.) »Künstler waren schon immer eine Stimme der Vernunft«. Francesca Habsburg über die Zukunft ihrer Foundation. In: Vienna Art Week 2016. hasenlechner artconsult GmbH (Hrsg.), November 2016. Museo Thyssen-Bornemisza. Informationsfolder des Museums, März 2017.Museo Thyssen-Bornemisza. Informationsfolder des Museums, März 2017, S. 1, abgerufen am 7. Mai 2019: Irene Gludowacz: Francesca von Habsburg: Arterritory’s Irene Gludowacz talks to art patron and philanthropist Francesca von Habsburg about art as a political weapon. In: Independent Collectors. Independent Connectors GmbH (Hrsg.), Berlin 12. August 2017 (Artikel Online (englisch)): This interview was originally published in Arterritory’s “Conversations With Collectors, No. 3”, 2015.“Arterritory Conversations with Collectors” is an annual publication. The first issue was released in 2013. In: shop.talka.lv/products, abgerufen am 7. Mai 2019.
Weblinks
Thyssen-Bornemisza Art Contemporary. In: Parallelaktion Kunst, ohne Datum, auf der Website der der Kunstraum in den Ringstrassen Galerien in Kooperation mit dem Verein IG Galerien, Interessensgemeinschaft Galerien für zeitgenössische Kunst. Francesca von Habsburg. (englisch) Eintrag in IoA – Institute of Architecture, University of Applied Arts Vienna. Maria Schoiswohl: Kunst erobert den Augarten: Mit dem TBA21 ist im Sommer eine hochkarätige Kunstinstitution in den Wiener Augarten gezogen. In: A-List – Best Of Austria. Insider Publishing GmbH (Hrsg.), 25. November 2012. Rudolf Mottinger: Francesca Habsburg zeigt Wien noch einmal, was sie hat: Winterpalais – Ólafur Eliasson: Baroque Baroque. In: Mottingers-Meinung.at – Die Online-Kulturzeitschrift, 19. November 2015. holler: Kunstsammlerin und Umweltaktivistin Francesca von Habsburg: der Kunstmarkt ist “krank”. Künftig Engagement für die Umwelt, speziell für die Ozeane. In: oekonews.at. Doris Holler-Bruckner (Chefred. und Hrsg.), 15. September 2016. TBA21: Francesca Habsburg leiht Prag ab 2018 Teile der Sammlung. In: APA/Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe, 10. Februar 2017.
Einzelnachweise
Kategorie:Kunstsammler ⚭Francesca Francesca Kategorie:Person (Lausanne) Kategorie:Träger des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien Kategorie:Trägerin des Sternkreuzordens Kategorie:Schweizer