Nausicaä aus dem Tal der Winde (jap. , Kaze no Tani no Naushika) ist eine Manga-Serie von Hayao Miyazaki. Das Werk handelt vom Kampf mehrerer Völker gegeneinander und gegen eine ihnen feindlich gesinnte Natur in ferner Zukunft. Nausicaä, Prinzessin eines kleinen Volkes, erkennt in der Umweltverschmutzung durch den Menschen den Grund für die Veränderung der Natur und wird in einen Krieg hineingezogen.
Der Manga ist in die Genres Science-Fiction, Fantasy und Drama einzuordnen und wurde 1984 mit dem Anime-Kinofilm Nausicaä aus dem Tal der Winde verfilmt. Der Erfolg des Films, dessen Handlung auf Grund der frühen Verfilmung stark von der des Mangas abweicht, führte zur Gründung des Studio Ghibli.Deutsches Filminstitut – DIF / Deutsches Filmmuseum & Museum für angewandte Kunst (Hrsg.): ga-netchû! Das Manga Anime Syndrom. Henschel Verlag, 2008, S. 99.Paul Gravett (Hrsg.), Andreas C. Knigge (Übers.): 1001 Comics, die Sie lesen sollten, bevor das Leben vorbei ist. Zürich 2012, Edition Olms, S. 447.
Handlung In der Zukunft wurde die Welt durch die Menschen so sehr verschmutzt, dass nach einem großen Krieg, den „Sieben Tagen des Feuers“, sich ein riesiger giftiger Pilzwald ausbreitete, das „Meer der Fäulnis“. Die Ausbreitung des Waldes wird als „große Flut“ bezeichnet. Dieser ist von riesigen Insekten und ähnlichen Tieren bewohnt, dehnt sich immer weiter aus und verschlingt ein Land nach dem anderen. Versuche, den Wald zu vernichten, führen nur zu Angriffen der Tiere, vor allem der riesigen, asselartigen Ohmu, und damit der weiteren Ausdehnung des Waldes. So ist die Menschheit im Niedergang begriffen.
Nausicaä ist die Prinzessin des „Tals der Winde“, das durch vom Meer kommende Winde vor den Pilzsporen geschützt ist. Sie ist bei ihrem Volk beliebt und hat ein besonderes Gespür für die Natur. Bei der Untersuchung des Meers der Fäulnis entdeckt sie, dass dessen Pflanzen in der Lage sind, den durch die Menschen verseuchten Boden zu reinigen. Als das große Nachbarreich Torumekia gegen das Fürstentum Doruk in den Krieg zieht, muss Nausicaä mit einigen Kriegern aus ihrem Tal, darunter der alte Kämpfer Mito, unter der torumekischen Prinzessin Kushana in den Kampf ziehen. Auch andere kleine Länder müssen Truppen schicken. Kushana jedoch hat zuvor heimlich das ebenso verbündete Pejite angegriffen, da dort ein funktionsfähiger Kriegstitan aus den Sieben Tagen des Feuers gefunden wurde. Mit diesem soll Doruk angegriffen werden, doch flieht die Prinzessin von Pejite und bringt ein wichtiges Teil des Titanen zu Nausicaä, ehe sie stirbt. mini|Cosplayerin als Nausicaä mit ihrem Gleiter Auf dem Weg über das Meer der Fäulnis nach Doruk wird die Flotte Kushanas von Asbel, Prinz von Pejite, angegriffen, der sich rächen will. Schließlich wird er abgeschossen und landet gemeinsam mit Nausicaä, die ihren ebenso abgestürzten Kameraden erst folgte und sich dann von ihnen trennte, in der untersten Schicht des Meers der Fäulnis. Hier ist tatsächlich alles rein und die Luft nicht von giftigem Miasma erfüllt. Nausicaä übergibt Asbel das Teil aus dem Titanen. Als die beiden das Meer der Fäulnis verlassen wollen, werden sie von einem dorukischen Schiff des Mani-Stammes gefangen genommen. Diese greifen mit den Ohmus Kushanas Lager an, indem sie diese mit einer verletzten Ohmularve wütend machen und zum Lager locken. Nausicaä kann fliehen und das Lager warnen, aber wenige entkommen, darunter Nausicaäs Kameraden und Kushana mit einigen ihrer Männer. Kushana weiß nun, dass sie von ihren Brüdern und ihrem Vater verraten wurde. Um die Ohmu zu beruhigen, rettet Nausicaä die Larve, wofür sie die Ohmu heilen. Der Bischof der Mani erkennt, dass es sich bei ihr um das Mädchen aus einer alten Prophezeiung handelt, das die Menschen wieder miteinander und der Natur versöhnen soll, die „Trägerin des blauen Gewandes“, wie auch Nausicaä eines trägt. Nausicaä befürchtet, dass die Dorukianer die kleinen Länder kolonisieren wollen und dass der Krieg zu einer weiteren Ausbreitung des Waldes, einer neuen „großen Flut“ führen wird. Die Doruk-Flotte zieht ab und Nausicaä fliegt mit Kushanas Männern weiter nach Süden.
Mito kehrt mit den anderen in das Tal der Winde zurück und berichtet dort. Während sich die Häuptlinge der Länder beraten, stirbt Nausicaäs Vater. Mitos Gruppe soll Yupa finden, einen berühmten Krieger aus dem Tal der Winde und Lehrer Nausicaäs. Dieser forscht den Insektenbändigern nach, die die Dorukianer für ihre Zwecke einsetzen. In deren Dorf trifft er auf die Mani, in deren Begleitung sich noch immer Asbel befindet. Gemeinsam mit dem Priester der Mani zerstören sie die Zuchtanlage der Insektenbändiger, doch greift sie nun der dorukische Priesterrat und der just eingetroffene Bruder des dorukischen Kaisers an. Der Bischof stirbt, lässt Yupa, Asbel und seine Assistentin Kecha aber flüchten und schickt seinem Volk die Nachricht von der Ankunft des Mädchens aus der alten Prophezeiung. Die Drei werden bald darauf über dem Wald abgeschossen, aber von den Waldmenschen gerettet. Diese leben in Frieden mit der Natur mitten im Meer der Fäulnis; diese naturnahe Lebensart übernahmen sie einst von einer „Trägerin des blauen Gewandes“. Als Yupa, Asbel und Kecha aus dem Wald herauskommen, treffen sie dort auf Mitos Gruppe. Diese haben zuvor die dorukische Flotte beobachtet, als sie mit Hilfe des Volks der Mani den Kriegstitanen aus Pejite nach Doruk, in die heilige Stadt Shuwa, brachte.
Miralupa, Bruder des Kaisers, will nun Nausicaä finden und vernichten, da sie seinen Zielen und seiner Autorität im Wege steht. Doch der Geist des verstorbenen Bischofs schützt sie vor dem Zugriff durch Miralupas übernatürliche Fähigkeiten. In Doruk angekommen, stoßen Kushana und Nausicaä auf einen seltsamen Pilzwald. Schließlich erreichen sie Kushanas Armee, die eingeschlossen ist. Miralupas Flotte trifft ein, doch unter Kushanas Kommando und mit Nausicaäs Hilfe können die Torumekier die Belagerung aufbrechen. Kushana macht sich zum Lager der Armeen ihrer Brüder auf, um deren Schiffe zu stehlen und ihre Armee zu retten. Nausicaä zieht dagegen weiter nach Süden und trifft in einer Oase den Jungen Chikuku. Der kümmert sich um einen alten Mönch, der hier in einem geheimen Tempel einer vom dorukischen Kaiser verbotenen Religion dient. Auch der Mönch erkennt Nausicaäs besondere Fähigkeiten und will sie schützen. Als er stirbt, bricht Nausicaä mit dem übernatürlich begabten Chikuku auf. Währenddessen sind die giftigen Schleimpilze, welche die Dorukianer für den Kriegseinsatz gezüchtet haben, nahe der Front in Doruk außer Kontrolle geraten. Beim chaotischen Versuch, die Pilze noch zu vernichten, flieht Miralupa nach Shuwa. Sein Oberbefehlshaber Chalka rettet kurz darauf Nausicaä, da auch er von ihr beeindruckt ist. Der Pilz verschlingt in dieser Zeit immer mehr, zerstört und vergiftet Städte und Dörfer und die Truppen Doruks fliehen vor ihm. Die Tiere des Meers der Fäulnis ziehen nach Doruk, um die auch für sie giftigen Pilze aufzuhalten.
Auch das Lager der torumekischen Armee wird von den einfallenden Insekten angegriffen. Kushana und einige ihrer Männer überleben den Angriff nur knapp, werden von Yupas und Mitos Gruppe gefunden und von ihnen gefangen genommen. Vor allem Asbel und Kecha stehen ihnen feindlich gegenüber. In Shuwa angekommen wird Miralupa von seinem Bruder Namris getötet, der nun selbst die Regierung übernimmt. Für den Krieg will er den Titanen einsetzen und hat die Hydras, künstlich geschaffene, übermenschliche Kämpfer, aus dem heiligen Grab in Shuwa geholt. Mit ihnen bringt der Kaiser Kushana in seine Gewalt, Yupa folgt ihm auf sein Schiff. Namris will Kushana zu seiner Frau machen und ein neues Kaiserreich gründen, denn große Teile Doruks werden vom Pilz zerstört. Währenddessen haben Nausicaä und Chalka mit seinen Mönchssoldaten die Pilze beobachtet. Diese wollen sich vereinigen und werden von den Tieren des Waldes bereits erwartet. Nausicaä begibt sich allein zum Ort der Vereinigung. Sie erkennt, dass die Insekten dem Pilz nicht feindlich gesinnt sind, sondern sich von ihm fressen lassen, ihn friedlich stimmen und so einen neuen Wald bilden wollen. So lässt auch sie sich fressen, ein Ohmu aber schützt sie davor. mini|Cosplayerin als Nausicaä Als aus den Schleimpilzen und den Insekten ein neuer Wald entsteht, strömen die Insektenbändiger herbei, um das früher dorukische Land unter sich aufzuteilen. Nausicaä, die in einem tiefen Schlaf verfallen ist, wird von Chalka, Chikuku und dem Waldmenschen Selm gefunden. Als Chalka zu seiner Truppe zurückkehrt, bleiben die anderen bei ihr, um sie zu wecken. Selm dringt in ihren Traum ein und zeigt ihr den „Wald in ihrem Herzen“ und das Land, das vom Wald gereinigt wurde. Dort leben wieder normale Pflanzen und Tiere und es gibt kein giftiges Miasma. Nausicaä erwacht, lehnt Selms Einladung in den Wald zu gehen aber ab. Sie möchte bei den Menschen bleiben und einen weiteren Krieg verhindern. So fliegt sie zum Schiff des Kaisers, der dort den Priesterrat, darunter Chalka, töten will. Sie kann ihn retten und die versammelten Völker vor dem Krieg, den Namris plant, warnen. Die anwesenden Mani, unter ihnen Kecha und Asbel, helfen ihr daraufhin gegen das Schiff des Kaisers, der Nausicaä angreift. Auch Mito erreicht mit seinen Männern die Flotte, wie auch das Schiff mit dem Titanen. Nausicaä versucht den Titanen zu zerstören, erweckt ihn aber dadurch. Im Chaos des Kampfes übernimmt Kushana mit ihren Soldaten das Schiff des Kaisers und Namris stirbt.
Der Titan hält Nausicaä für seine Mutter und sie kann ihn bändigen. Gemeinsam reisen sie zur Stadt Shuwa, um das heilige Grab, aus dem die Kriegstechniken der Dorukianer stammt, zu verschließen. Als sie fort ist, kommt es fast zu Kämpfen zwischen den Torumekiern unter Kushana und den Dorukischen Soldaten. Yupa kann dies verhindern, verliert dabei jedoch sein Leben. Auf dem Weg nach Shuwa zeigt der Titan Intelligenz und eine eigene Persönlichkeit. Er sagt, dass er als Krieger und Richter erschaffen worden sei. Bei einer Rast gelangt Nausicaä in einen versteckten Garten. Hier werden Pflanzen, Tiere und kulturelle Errungenschaften der Menschheit aus der Zeit vor den Sieben Tagen des Feuers aufbewahrt. Sie erfährt, dass das Meer der Fäulnis und alle seine Pflanzen und Tiere während der Sieben Tage des Feuers von Menschen geschaffen wurden, um die Erde zu reinigen. Auch die nun lebenden Tiere und die Menschen selbst wurden so verändert, dass sie auf der vergifteten Erde leben können. In einer gereinigten Umwelt können diese Menschen und Tiere nicht mehr leben. Für diese Zukunft wurden Lebewesen und Künste in dem Garten erhalten. Nausicaä will dennoch weiter nach Shuwa, um herauszufinden, was sich in dem Grab befindet. Vor dem Garten trifft sie die Gruppe Mitos und die Insektenbändiger, die ihr gefolgt sind, und gemeinsam mit den Insektenbändigern zieht sie nach Shuwa. Der Titan ist bereits ohne Nausicaä dort angekommen, wie auch Mito und Asbel. Die anderen kehren ins Tal der Winde zurück.