Schöneberg ist ein Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder im Landkreis Uckermark in Brandenburg. Bis zum 1. Januar 2021 war der Ort eine eigenständige Gemeinde, die vom Amt Oder-Welse verwaltet wurde.
Geografie Schöneberg liegt im Südosten der Uckermark auf kuppigen Grundmoränenbereich bis zur Oder im Süden, die die Grenze zu Polen bildet. Der Ortsteil liegt im Nationalpark Unteres Odertal. Dazu gehören das Poldergebiet zwischen der Oder und der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße mit zahlreichen Oder-Altarmen sowie die Wälder und Hänge östlich und westlich von Schöneberg. Die Erhebungen Koppelberg und Gehegeberg / Burgwallberg fallen um ca. 40 m steil zum Urstromtal der Oder ab. Das Stadtzentrum von Schwedt und die Stadt Angermünde liegen ca. 10 km entfernt.
Zum Ortsteil Schöneberg gehören die Wohnplätze Alt-Galow, Neu-Galow und Stützkow.
Geschichte Die ältesten Siedlungsspuren stammen aus der Jungsteinzeit. Das Dorf Schöneberg wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert angelegt. Von 1355 ist die älteste Erwähnung als slavica villa Schonemberge (slawisches Dorf Schonemberge) erhalten.Schöneberg Uckermark Region, mit Geschichte Es gehörte seit dieser Zeit zum Herzogtum Pommern. Im 15. Jahrhundert war der Ort wüst. Das Gebiet kam 1472 wieder zu Brandenburg.
1598 wurde ein Vorwerk gegründet, das später zum Rittergut ausgebaut wurde. 1823 wurde am angrenzenden Stolper Forst eine Landesbaumschule gegründet. 1840 gab es im Rittergut Schöneberg 5 Wohnhäuser, 1931 16 Wohnhäuser. 1898 wurde Alt-Galow eingemeindet. Schöneberg war bis 1916 aktiv als Patenstadt am Wiederaufbau der kriegszerstörten Gemeinde Domnau (Ostpreußen) beteiligt.
1952 entstand die erste LPG in Schöneberg.
Das älteste Gebäude in Schöneberg, der Speicher, hat im Jahr 2005 anlässlich der 750-Jahr-Feier des Ortes eine Glocke vom Dorfgemeinschaftsverein Schöneberg erhalten, die 2006 an die Dorfgemeinde übergeben wurde.
Verwaltungsgeschichte
Stützkow und Schöneberg gehörten seit 1817 zum Kreis Angermünde in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Angermünde im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). 1973 wurde Stützkow mit dem Ortsteil Neu-Galow in Schöneberg eingemeindet. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Uckermark. Am 31. Dezember 2001 schlossen sich die Orte Schöneberg, Felchow und Flemsdorf zu einer Gemeinde zusammen.Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 40. statistik-berlin-brandenburg.de (PDF)
Am 1. Januar 2021 wurde die Gemeinde Schöneberg in die Stadt Schwedt/Oder eingemeindet.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 196 1890 197 1910 293 1925 293 1933 253 1939 256 1946 301 1950 288 1964 313 1971 336 Jahr Einwohner 1964 313 1971 336 1981 311 1985 297 1989 278 1990 269 1991 265 1992 259 1993 258 1994 261 Jahr Einwohner 1995 266 1996 283 1997 284 1998 306 1999 320 2000 333 2001 1.001 2002 995 2003 975 2004 940 Jahr Einwohner 2005 924 2006 878 2007 860 2008 851 2009 844 2010 852 2011 853 2012 863 2013 876 2014 865 Jahr Einwohner 2015 851 2016 840 2017 811 2018 810 2019 803 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl:Landkreis Uckermark. (PDF) In: Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005, S. 26–29.Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden. (xlsx) Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember) Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 1973 mit Stützkow, ab 2001 mit Felchow und Flemsdorf
Der Bevölkerungszuwachs im Jahr 2001 ist auf den Zusammenschluss mit zwei weiteren Gemeinden zurückzuführen.
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Schöneberg bestand aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
Partei / Wählergruppe Sitze Dorfgemeinschaftsverein Schöneberg 3 Dorfgemeinschaft Felchow 3 Bürger für Flemsdorf 3 Die Linke 1
Bürgermeister 1996–2016: Manfred Schroeder (Dorfgemeinschaft Felchow)Schöneberger Bürgermeister tritt zurück. In: Märkische Oderzeitung, 17. Dezember 2016 2017–2020: Wilfried Schramm (Bürger für Flemsdorf)Neuer Bürgermeister gekürt. In: Märkische Oderzeitung, 5. März 2017
Schramm wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 86,4 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf JahrenBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1) gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
Sehenswürdigkeiten In der Liste der Baudenkmale in Schwedt/Oder stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler.
Ehemalige Schöneberger Kirche, ursprünglich rechteckige Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert. Die Ruine wurde 1729 zu einem Kornboden ausgebaut und wird heute einerseits als Trauerhalle für den angrenzenden Friedhof, andererseits als Heimatstube mit Ausstellung zur Dorfgeschichte genutzt.
Verkehr Schöneberg liegt an der Kreisstraße 7303, die im Nachbarort Felchow an die Landesstraße 284 angeschlossen ist.
Der nächste Bahnhof ist Angermünde in etwa 11 km Entfernung.
Literatur Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VIII, Uckermark. Becker Verlag, Potsdam 1986, ISBN 3-7400-0042-2.
Weblinks
Beitrag. In: RBB-Sendung „Landschleicher“, 16. Februar 2000.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Uckermark Kategorie:Geographie (Schwedt/Oder) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Uckermark) Kategorie:Ersterwähnung 1355 Kategorie:Gemeindeauflösung 2020