mini|Tulsi Gabbard (2025) rahmenlos|150px|zentriert|klasse=skin-invert-image|Gabbards Unterschrift Tulsi Gabbard (* 12. April 1981 in Leloaloa, Amerikanisch-Samoa) ist eine US-amerikanische Politikerin (bis 2022 Demokratische Partei, dann parteilos, seit 2024 Republikanische Partei). Von Februar 2025 bis Juni 2026 war sie Director of National Intelligence im Kabinett Trump II.

Von 2013 bis 2021 vertrat sie Hawaiis 2. Kongresswahlbezirk im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten. Von Januar 2013 bis zu ihrem Rücktritt im Februar 2016 war Gabbard Vize-Vorsitzende des Democratic National Committee, der Bundesparteiorganisation der Demokraten. 2020 verzichtete sie auf eine Wiederwahl und bewarb sich in der Vorwahl ihrer Partei um die Präsidentschaftskandidatur 2020. Im Oktober 2022 erklärte Gabbard ihren Austritt aus der Demokratischen Partei und begründete dies unter anderem mit deren angeblicher Führung durch „elitäre Kriegstreiber“, die die Gefahr eines Atomkriegs erhöhten. Bei der Präsidentschaftswahl 2024 unterstützte sie Donald Trump und trat auf einer seiner Wahlkampfveranstaltungen im Oktober 2024 der Republikanischen Partei bei.

Leben

Kindheit, Jugend und Privatleben Tulsi Gabbard ist das vierte von fünf Kindern von Carol Porter Gabbard und deren Ehemann Mike Gabbard, einem Politiker (1966–2004 parteilos, 2004–2007 Republikaner, seit 2007 Demokrat). 1983 zog die Familie nach Hawaii, wo Tulsi Gabbard aufwuchs. Während ihrer High-School-Zeit bekam sie Hausunterricht, mit Ausnahme von zwei Jahren an einer missionarischen Mädchenschule auf den Philippinen. Ihr Vater war katholisch getauft, ihre Mutter Hindu. Ihre Eltern waren Mitglieder der Science of Identity Foundation, eine von Chris Butler 1977 gegründete Splittergruppe der Hare-Krishna-Bewegung. Gabbard selbst ist praktizierende Vaishnava im Brahma-Madhva-Gaudiya-Sampradaya. Sie beschrieb sich selbst als Karma Yogi.

Von 2002 bis 2006 war sie mit Eddie Tamayo verheiratet. Als Grund für die Scheidung nannte sie „den Stress, den der Krieg für die Ehepartner und Familien von Soldaten bedeutet“. Im Jahr 2015 heiratete Gabbard den freiberuflichen Kameramann und Editor Abraham Williams, Sohn ihres Büroleiters in Honolulu, in einer hinduistischen Hochzeitszeremonie. Im Jahr 2024 machte Gabbard publik, dass sie und Williams versucht hätten, eine Familie zu gründen, und sie sich erfolglos mehreren In-vitro-Fertilisationsverfahren unterzogen habe.

Erste berufliche Erfahrung als Politikerin und Zeit als Soldatin 2002 wurde sie im Alter von 21 Jahren das jüngste Mitglied des Repräsentantenhauses von Hawaii. Im selben Jahr wurde ihr Vater in den Honolulu City Council gewählt, dessen Mitglied er von 2003 bis 2005 war; ab 2006 vertrat er den Distrikt 19 im Senat von Hawaii. In ihrem Amt als Repräsentantin war Tulsi Gabbard Mitglied im Committee on Tourism and Culture, im Committee on Education, im Committee on Economic Development and Business Concerns, im Committee on Agriculture sowie Vize-Vorsitzende im Committee on Higher Education. Sie vertrat den Distrikt 42 in der 22. Legislaturperiode. Noch während ihrer Amtszeit meldete sie sich 2003 freiwillig zum Dienst in der Hawaii National Guard. Ab Juli 2004 diente sie im Rahmen des Irakkriegs für ein Jahr als Specialist in einer Sanitätskompanie auf der Joint Base Balad im Irak. Bedingt durch den Einsatz entschied sie sich schließlich dagegen, sich erneut für das Amt im Repräsentantenhaus von Hawaii zu bewerben. Ab Herbst 2006 arbeitete sie als Hilfskraft für US-Senator Daniel Akaka in Washington, D.C., währenddessen absolvierte sie 2007 die Alabama Military Academy als Klassenbeste. Von 2008 bis 2009 befand sie sich erneut im Einsatz, diesmal als Zugführerin einer Militärpolizei-Einheit in Kuwait, wo sie u. a. die Nationalgarde von Kuwait in Terrorismusbekämpfung ausbildete.

2009 erwarb sie ihren Bachelor of Business Administration von der Hawaiʻi Pacific University. Im November 2010 wurde Gabbard in den Honolulu City Council gewählt; während ihrer Amtszeit ab Januar 2011 im City Council, in dem sie den Distrikt 6 vertrat, war sie Vorsitzende des Ausschusses für Safety, Economic Development, Government Affairs sowie stellvertretende Vorsitzende des Haushaltsausschusses.

Kongressabgeordnete mini|hochkant|Tulsi Gabbard als Kongressabgeordnete (2013) Im Mai 2011 kündigte sie ihre Kandidatur für das US-Repräsentantenhaus an; die bisherige Repräsentantin Mazie Hirono hatte angekündigt, für den Senat zu kandidieren. Gabbards Kandidatur wurde u. a. vom Sierra Club und von EMILY’s List unterstützt. Die Vorwahlen gewann sie im August 2012 mit 54 % der Stimmen. Der stärkste Mitbewerber war der ehemalige Bürgermeister Honolulus Mufi Hannemann gewesen, der 33,6 % der Stimmen erhielt. Die allgemeine Wahl in Distrikt 2 auf Hawaii gewann sie im November mit 76,8 % der Stimmen gegen den obdachlosen Kandidaten der Republikanischen Partei Kawika Crowley.

Im Dezember 2012 wurde Gabbard vom Democratic Caucus in das United States House Committee on Homeland Security berufen, in das sie im Januar 2013 vom Repräsentantenhaus zum Mitglied gewählt wurde. Im Committee on Homeland Security war sie dem Subcommittee on Border and Maritime Security zugeordnet. Ende Dezember 2012 bewarb sich Gabbard bei der Hawaii Democratic Party um den Sitz des verstorbenen US-Senators Daniel Inouye und bekam dabei prominente Unterstützung von u. a. Kal Penn und Cory Booker, kam aber nicht in die dem Gouverneur Neil Abercrombie vorgelegte, engere Auswahl.

Im Januar 2013 legte Gabbard ihren Amtseid auf die Bhagavad Gita ab. Sie wurde in das United States House Committee on Foreign Affairs berufen und am 14. Januar 2013 vom Repräsentantenhaus zu dessen Mitglied gewählt. Im selben Monat gab das House Committee on Foreign Affairs Eliot Engel bekannt, dass Gabbard im Subcommittee on Asia and the Pacific vertreten sein wird. Am 22. Januar 2013 wurde Gabbard vom Democratic National Committee (DNC) einstimmig zur Vize-Vorsitzenden für die nächsten vier Jahre gewählt. Im selben Jahr weigerte sie sich, eine überparteiliche Deklaration zu unterzeichnen, die die Ausschreitungen gegen Moslems im indischen Bundesstaat Gujarat verurteilte und begründete dies mit einer angeblichen Desinformation zu diesen Ereignissen. Im Jahr 2014 überreichte sie dem indischen Premierminister Narendra Modi bei dessen Besuch in den Vereinigten Staaten eine Kopie der Gita. Gabbard sagte Modi zu, im Kongress für eine Anerkennung des Weltyogatags zu werben. Im selben Jahr knüpfte sie auf einer Reise nach Indien Kontakte zur hindu-nationalistischen BJP und zum RSS. Nach Recherchen von The Intercept spendeten mindestens 105 Mitglieder nationalistischer Hindu-Organisationen für ihre Wahlkämpfe von 2011 bis 2018 mehrere hunderttausend Dollar. Auf Kritik bei südasiatischen Migranten stießen ihre Beziehungen zu hindunationalistischen Organisationen wie der Vishva Hindu Parishad, deren amerikanische Sektionen ihre Wahlkämpfe auch finanziell unterstützten.

Anfang April 2014 wurde Gabbard in das United States House Committee on Armed Services berufen. In diesem gehörte sie zunächst zum Seapower and Projection Forces Subcommittee, seit Januar 2015 auch zum Readiness Subcommittee. Im September 2014 brachte Gabbard eine Gesetzesvorlage (H.R.5594) ein, mit der die visafreie Einreise in die Vereinigten Staaten im Rahmen des Visa-Waiver-Programms für Reisepass-Inhaber aus Ländern vorübergehend suspendiert wird, von denen bekannt ist, dass sie für ISIS oder al-Qaida zugehörige Gruppen kämpfen. Im November 2014 wurde Gabbard erneut für Distrikt 2 in das Repräsentantenhaus gewählt.

Im September 2015 brachte Gabbard eine Resolution (H.RES.435) im Repräsentantenhaus ein, mit der die Verfolgung religiöser und ethnischer Minderheiten, insbesondere Christen und Jesiden, durch den Islamischen Staat (IS) anerkannt werden soll und die zur sofortigen Priorisierung der Anerkennung von Flüchtlingen aus den verfolgten Gruppen aufruft. Im Oktober 2015 wurde Gabbard zum Major befördert.

Als Vize-Vorsitzende des DNC geriet sie Mitte Oktober 2015 in einen Konflikt mit der Vorsitzenden Debbie Wasserman Schultz über die Anzahl und Sanktionierungsweise der Debatten im Rahmen der Vorwahlen der Demokratischen Partei zur Präsidentschaftswahl 2016. Im November 2015 brachte Gabbard mit dem Republikaner Austin Scott eine Gesetzesvorlage in das Repräsentantenhaus (H.R.4108) ein, mit der der Bundesregierung und ihren Behörden untersagt werden soll, die Opposition im Bürgerkrieg in Syrien oder sonstige Gruppierungen oder Individuen, die den Sturz der syrischen Regierung betreiben, zu unterstützen. In einer Presseerklärung hierzu sprach Gabbard von einem illegalen und kontraproduktiven Krieg der USA gegen die Regierung von Baschar al-Assad (den sie einen „brutalen Diktator“ nannte), der unverzüglich beendet werden müsse, um sich auf die Bekämpfung islamistischer Terroristen in Syrien wie den Islamischen Staat, die Nusra-Front und Ahrar al-Scham zu konzentrieren. Im selben Monat stimmte Gabbard für einen von den Republikanern anlässlich der Terroranschläge in Paris im Repräsentantenhaus eingebrachten Gesetzesentwurf, mit dem das Überprüfungsverfahren für Flüchtlinge aus dem Bürgerkrieg in Syrien und aus dem Irak derart verschärft werden soll, dass der Director of the Federal Bureau of Investigation, der Sekretär des Department of Homeland Security und der Director of National Intelligence jedem Flüchtling einzeln die Unbedenklichkeit bescheinigen müssen; US-Präsident Barack Obama kündigte an, sein Veto einzulegen. Zudem sprach sich Gabbard dafür aus, das Visa Waiver Program ruhen zu lassen.

Im Februar 2016 unterstützte Gabbard die Präsidentschaftskandidatur von Bernie Sanders und begründete dies mit ihrer Ansicht, dass die Vereinigten Staaten keine interventionistischen Regimewechsel-Kriege führen sollten. Gleichzeitig legte sie ihren Vizevorsitz des Democratic National Committee nieder, da dieses sie zur Neutralität verpflichte. Sie kritisierte Obama und Hillary Clinton dafür, dass sie angeblich aus Furcht vor dem Missverständnis, alle Muslime anzuklagen, den Begriff „radikaler islamischer Terror“ für Gruppen wie al-Qaida und ISIS nicht benutzen würden. Gabbard sprach sich gegen die Anerkennung Juan Guaidós als Interimspräsident von Venezuela aus. Ende Oktober 2019 gab Gabbard bekannt, bei der Wahl 2020 nicht wieder für ihr Mandat anzutreten. Sie wolle sich auf ihre Präsidentschaftskandidatur konzentrieren.

Vorwahlkandidatur für die Präsidentschaft 2020 mini|hochkant|Wahlkampflogo von Tulsi Gabbard für die Vorwahlen 2020|links mini|Gabbard wirbt im Jahr 2019 an der Seite des republikanischen Abgeordneten Don Young für ein Ende des Verbots des Genusskonsums von Cannabis auf Bundesebene. mini|Tulsi Gabbard im Jahr 2019 auf einem Parteitag des kalifornischen Landesverbands der Demokratischen Partei Im Januar 2019 gab Tulsi Gabbard offiziell ihre Kandidatur für die US-Präsidentschaftswahl 2020 und damit ihre Beteiligung an den Vorwahlen der Demokratischen Partei bekannt. Als wichtigstes Motiv ihrer Kandidatur nannte sie den Widerstand gegen interventionistische Kriege der USA, wobei sie sich auf ihre eigene Erfahrung als Soldatin im Irak berief. Sie warf den USA vor, einen „neuen Kalten Krieg“ zu führen. Sie stellt mehr als alle anderen Kandidaten die Außenpolitik in das Zentrum ihrer Kampagne. Gabbard plädiert für eine Zweistaatenlösung zur Beendigung des Nahostkonflikts.

Im Jahr 2019 kritisierte Gabbard das US-amerikanische Strafrecht, weil es für den Konsum von Cannabis als Rauschmittel Haftstrafen vorsieht. Gabbard erklärte, dass sie als Präsidentin Cannabis legalisieren, das US-amerikanische Kautionssystem abschaffen und privatisierte Gefängnisse verbieten würde. Entsprechende Gesetzesvorschläge zur Legalisierung von Cannabis brachte sie als Abgeordnete in den Kongress ein.