Don Bosco ist ein Stadtteil () von Quilmes in Argentinien. Er liegt am Río de la Plata und gehört zur Metropolregion Gran Buenos Aires. Der Ort gilt als bessere Lage des Stadtraums, er ist aber von großem sozialen Gefälle geprägt.
Geographie Don Bosco liegt etwa 12 Kilometer südöstlich vom Buenos-Aires-Zentrum, 2 Kilometer nördlich des Zentrums von Quilmes. Es erstreckt sich als Rechteck von etwa 5 × 1 km vom La-Plata-Ufer landeinwärts. Der La Plata stellt sich hier schon als über 30 km weite Bucht des Südatlantiks dar.
Der Stadtteil gliedert sich in vier Zonen. In der Mitte liegt das eigentliche Zentrum, ein mäßig dicht bebautes Wohn-, Handels- und Kleingewerbegebiet. Im Nordosten erstreckt sich eine ausgedehnte Strand- und Marschlandschaft am La Plata. nuevoquilmes.com.ar – Panorama des östlichen Don Bosco Dazwischen liegt Nuevo Quilmes, ein geschlossenes Wohnquartier gehobenster Klasse,nuevoQuilmes Website des Betreibers mit der Niederlassung der Telintar. Das Südwestende bilden die Villa Itatí und die Villa Azul, das größte Armenviertel der Stadt. desarrollosocial-quilmes.blogspot.com.ar, 27. April 2012 (mit Karte); vecinosdewilde.com.ar Zwischen erstere und Zentrum schiebt sich noch das Areal des Policlínico del Vidrio.Sanatorio Policlínico de la Obra Social del Vidrio y Afines, Krankenhaus des Sindicato Obrero de la Industria del Vidrio y Afines (SOIVA), Gewerkschaft der Glasindustrie und Verwandten, vgl. auf: soivavidrio.com.ar
Die Umgrenzung des Stadtteils bildet im Nordosten der Río de la Plata, im Südosten die Avenidas Lomas de Zamora – Montevideao zu Bernal Oeste, einem Stadtteil von Bernal von Quilmes, im Südwesten die Avenida Sargento Cabral zu Bernal Este, und im Nordwesten die Verlängerung der Avenida (Colonel) Lynch zu Wilde, einem Stadtteil von Avellaneda.
Don Bosco hatte bei der Volkszählung 2001 etwa 21.000 Einwohner. Heute dürften es wesentlich mehr sein, allein die Bewohnerschaft der Villa Itatí, die zu zwei Drittel in diesen Stadtteil fällt (der Rest liegt in Bernal Este), wird 2012 mit 45.000 angegeben. Zitat
Nachbarortslagen (Localidades)
Geschichte Ursprünglich soll hier eine Ansiedlung der einheimischen Guaraní gewesen sein. Die europäische BesiedlungManuel Ales: Quilmes de fin de siglo. 1966. J. A. Craviotto: Quilmes a través de los años. Municipalidad de Quilmes, 1969, J. A. Craviotto: Índice Cronológico de la Historia de Quilmes. Impresora Nardi, 1941.Azarola Gil, Luís Enrique: Los Maciel en la historia de El Plata. 1940.Juan Carlos Lomban: Nueva Historia de Quilmes, El Monje ediciones, Quilmes 1992. des Raumes beginnt schon bald nach 1580, also nach der Gründung von Buenos Aires durch Juan de Garay, mit zwei Estancias, Del Adelantado und De Gaitán. Bis in das 19. Jahrhundert war der Raum weitgehend von Plantagenwirtschaft, aber auch Handel und Kleingewerbe geprägt. Angebaut wurde hauptsächlich Frischobst (Birnen, Pfirsiche, Wassermelonen) für die Hauptstadt. Ab 1666 wurde hier die Reducción de la Santa Cruz de los Indios Quilmes begründet, ein Lager für die Überlebenden eines aufständischen indigenen Volkes der Anden, die hier als Arbeitskräfte angesiedelt wurden, und ausstarben. 1812 wurde die Reduktion aufgelöst und in eine Siedlung umgewandelt.
1850 wurde das Anwesen der Familie Bernal, zu dem auch Don Bosco gehörte, parzelliert. Hauptverkehrsweg war die heutige Avinida San Martin, die von der RP36 Avellaneda–Pipinas nach Quilmes abzweigt.Ruta Provincial 36 (Buenos Aires) in der spanischsprachigen Wikipedia Ein Gutteil des Straßenrasters von Don Bosco folgt dem Verlauf dieser Straße, der Rest dem moderneren La-Plata-Ufer-parallelen Raster der Metropolregion.
1872 wurde entlang der Straße eine Eisenbahnstrecke errichtet, die Bahnlinie Buenos Aires – La Plata (Ferrocarril General Roca), die Quilmes über Avellaneda mit der Provinzzentrum verband. 1885 wurde die Telefonverbindung, 1886 der reguläre Postdienst an der Bahnstation eingerichtet. 1894 gründete man die erste Schule, die Escuela N 6.
1895 entstand hier – in der ehemaligen Estancia de los Dominicos des Convento de Santo Domingo de la Orden de los Dominicos Predicadores – eine Niederlassung der Salesianer Don Boscos,Bollettino Salesiano Anno XIX. N. 8, Agosto 1895, biesseonline.sdb.org die schon seit 1875 im Raum Buenos Aires tätig waren (mit die erste Auslandsmission der Salesianer).Angelika Luderschmidt: In: DonBosco.magazin. online o. n. A. Anfangs Noviziat, wurde es per 29. Mai 1898 in das Colegio Salesiano de Bernal erweitert (Grundsteinlegung 5. April 1891). 1895 wurde auch die Iglesia de Nuestra Señora de la Guardia, die Kirche des Stadtteils, eingeweiht. Die Don-Bosco-Schwestern (FMA, ) machten sich ebenfalls ansässig. Die Salesianer sind bis heute hier besonders in der Jugendarbeit und Betreuung der Armenviertel tätig.Bernadette Bayrhammer: Wenn Hilfe konkret wird. Netz der Hoffnung in Villa Itatí. In: Weltweit. 6 / 2008, S. 36.
1914 folgte eine Ambulanz, vom ersten Arzt vor Ort, Fernando Pozzo, begründet. In dem Jahr wurde Nuestra señora de la Guardia auch zur Pfarrkirche erhoben.
Der Camino General Belgrano, die Fernstraße Buenos Aires – La Plata, wurde in den 1910ern errichtet,Camino General Belgrano in der spanischsprachigen Wikipedia dieser ist heute die Autobahn RN1.Ruta Provincial 1 (Buenos Aires) in der spanischsprachigen Wikipedia Sie trennt das Stadtgebiet vom Küstenland.
mini|Estación Don Bosco, Siedlungskern des Stadtteils 1929 wurde dann die – ortsüblich schlicht – als Parada Km.13 bezeichnete Bahnstation in Estación Don Bosco umbenannt, auf Betreiben des Salesianerpaters Lambruschini, der mit dem seinerzeitigen argentinischen Präsidenten Hipólito Yrigoyen befreundet warPalmira S. Bollo Cabrios: Una división del repartimiento de tierras de Garay. El antiguo kilómetro XIII Hoy Don Bosco. In: Cuarto Congreso de Historia de los Pueblos de la Provincia de Buenos Aires:. Mar del Plata, 18 al 20 de noviembre de 1993, Band 1, 1997, S. 89f. – laut Dekret „auf Wunsch der Bevölkerung“ und in Würdigung der „effektiven Arbeit der ausgezeichneten Erzieher“.. Decreto del Poder Ejecutivo Nacional, 4 de noviembre de 1929. Zitiert in Agnelli, El Quilmero 2010. In der Folge ging der Name auch auf den ganzen Stadtteil über, und dieser wird heute neben Bernal als eigenständig gerechnet. Der Begründer der Salesianer, Don Bosco, war kurz vorher seliggesprochen worden, und wurde so auch Stadtpatron. Die formale Umbenennung der Ansiedlung datiert 17. April 1931. Per 25. November 1979, anlässlich des Hundertjahr-Jubiläums der Salesianerniederlassung, wurde Don Bosco in den Rang einer Ciudad gestellt.
Ab den 1940ern entwickelt sich der Stadtteil zunehmend, zuerst entlang der Geleise. Don Bosco hat als Wohnort der Mittelschicht einen durchaus guten Ruf und weist im Stadtkern noch einige historische Villen auf. Ein Gemeinderat war schon 1938 eingerichtet worden.
Seit den 1960erninsb. entstand im urbanen Freiraum um die Anschlussstelle der RN1Geplant war ein Anschluss zur Autobahn General Paz, die bis auf den Accesso Sud RNA001 nicht fertiggestellt wurde. eine illegale Armensiedlung (spanisch: villa miseria) errichtet von Arbeitsmigranten, die meist aus Paraguay, Bolivien, Brasilien und Mexiko stammen. Das Gebiet ist gegen die umliegenden Stadtkerne an den Straßenzügen scharf abgegrenzt, ein sozialer Kontakt findet nur zwischen Itatí und der Bahnhaltestelle statt. Die Villas Itatí und Azul liegen im regelmäßigen Überschwemmungsgebiet der ehemaligen Lagune, und sind von Kriminalität und Drogenproblemen geprägt.
2007–2010 wurde auf der küstennahen Seite, bis hin zur Autobahn, Nuevo Quilmes als eine geschlossene, bewachte Wohnanlage (, , in Argentinien meist auch Country Club) erbaut,vgl. dazu auch Michael Janoschka: Wohlstand hinter Mauern. Private Urbanisierungen in Buenos Aires. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2002. eine luxuriöse Siedlung, die sich um eine eigene Lagune verteilt. Das Areal hatte dem staatlichen Telekommunikationsunternehmen Startel, heute ENTEL, gehört. Es umfasst um die 650 Wohnungseinheiten und 5 Hektar Park, wie auch ein eigenes Einkaufszentrum. nuevoquilmes.com.ar Eine Verschärfung der Hochwassersituation der umliegenden tieferliegenden Gebiete nach umfassenden Geländearbeiten wird befürchtet.Un mega-country de Caputo amenaza con inundar Quilmes y complica al “Barba” Gutiérrez. La Política Online, 5. April 2010.
Infrastruktur und Kultur Don Bosco ist durch die Eisenbahn wie auch die Autobahn bestens an den Großraum Buenos Aires angebunden. Am Haltepunkt verkehren zwei metropolitane Linien der Ferrocarril General Roca, von Constitución nach Bosques und nach La Plata, abgerufen am 24. Dezember 2012. (Betreiber: Unidad de Gestión Operativa Ferroviaria de Emergencia UGOFE).
Im Stadtteil gibt es mehrere öffentliche und private Schulen, eine öffentliche Bibliothek (Biblioteca Popular Don Bosco), zwei Clubs (soziale Zentren mit Sportvereinen, Libertad und Don Bosco der Salesianer clubsydonbosco.com.ar), ein Krankenhaus (Policlínico del Vidrio) und ein Erste-Hilfe-Zentrum.
Hauptfestivität des Orts sind die Festejos de la semana de Don Bosco 16.–23. November, in denen der Namenspatron geehrt wurde. Die Festwoche wurde vom Stadtrat per Verordnung als erklärt.
Literatur
Weblinks
Municipalidad de Quilmes, Website der Gemeinde (spanisch) geonames.org Koordinate Karte: Don Bosco rot, Grenze zu Bernal (pink) nicht korrekt
Einzelnachweise bernal-oeste.com.ar → Informacion general quilmes.gov.ar → La ciudad quilmes.gov.ar > La ciudad → Localidades
Anke Spiess, Markus Matzel: In: DonBosco.magazin. 5/2012, online;ähnlich , Don Bosco Mission >Projekte >Projektländer >Lateinamerika >Argentinien
Kategorie:Don Bosco als Namensgeber Kategorie:Partido Quilmes