Die Liste der Ortspyramiden im Landkreis Zwickau bietet einen Überblick der aktuellen und ehemaligen drehbaren Pyramiden in den Städten und Gemeinden des Landkreises Zwickau auf öffentlichen Plätzen. Die ursprünglich für den häuslichen Gebrauch angefertigten Weihnachtspyramiden werden seit den 1930er-Jahren auch als große Freilandpyramiden hergestellt. Sie sind fester Bestandteil des Brauchtums im sächsischen Erzgebirge und mittlerweile auch in großen Teilen des Erzgebirgsvorlands. – Sie haben in dieser Region jedoch eine fast genauso weit zurückreichende Geschichte, denn bereits 1936 wurde in Lichtenstein-Callnberg die erste Freilandpyramide aufgestellt.

In vielen Orten wird jährlich das Pyramidenanschieben um den Ersten Advent feierlich begangen. Die meisten Pyramiden drehen sich bis Hochneujahr, in manchen Orten bis Lichtmeß. __TOC__

Aktuelle Ortspyramiden Die älteste erhaltene und noch in Betrieb befindliche Ortspyramide wurde 1965 in Bernsdorf aufgestellt.

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die in den Grenzen des Landkreises Zwickau existierenden Großpyramiden, die von den Städten und Gemeinden, mit deren Genehmigung bzw. auf deren oder gemeinschaftlicher Initiative aufgestellt wurden.

Abbildung OrtStandortBaujahrGeschichte 100px Bärenwalde(Crinitzberg) Auerbacher Straße, vor der Kirche 2003 Bereits im Jahr 2000 wurde bei einigen Bürgern der Gedanke zum Bau einer Ortspyramide aufgenommen, die Schirmherrschaft übernahm der Dorfclub. Bereits frühzeitig wurde die Idee geboren, das Gestell dem Bärenwalder Kirchturm nachzuempfinden. Die Pyramide ist etwa fünf Meter hoch und die Kirchturmspitze mit etwa 22.000 Schieferimitationen gedeckt. Etwa 1.200 Arbeitsstunden wurden bis zur Fertigstellung ehrenamtlich geleistet.Die Pyramide verfügt über drei Drehteller. Zuunterst ist Christi’ Geburt mit Maria, Josef sowie den Heiligen Drei Königen zu sehen. Darüber finden sich Figuren in den für die Entwicklung des Ortes bedeutenden Berufen Bauer, Förster, Waldarbeiter, Kräuterweibl, Zimmerman und Schmied. Ganz oben dreht eine Kurrende ihre Runden. 100px Beiersdorf(Fraureuth) Kreuzung unterhalb der Kirche beim Glockenspiel 2001 Das Pyramidenhaus zeigt eine Kurrende. Gestalterisch ist sie an die Pyramide von Oberrothenbach angelehnt, die man teilweise zum Vorbild nahm. Hinter der Pyramide steht seit dem Jahr 2014 ein Glockenspiel, dessen Melodie tagsüber jeweils 10 Minuten nach dem benachbarten Kirchengeläut zur vollen Stunde erklingt. Den überwiegenden Teil der Geld- und Sachleistungen für den Bau erbrachten Privatpersonen, einen finanziellen Teil steuerte die Gemeindeverwaltung bei. In Nachbarschaft zur Pyramide befindet sich eine 2003 gestaltete Weihnachtskrippe in einem in den Fels getriebenen Gang. 100px Bernsdorf B 173, Ortsmitte 1965 1964 beschloss die örtliche Schnitzgruppe den Bau einer Ortspyramide. Der Entwurf für die sechs Meter hohe Stabpyramide stammt von Willy Lauckner. Sie besitzt drei Streben, die die Grundfläche eines gleichseitigen Dreiecks bilden. Geschaffen wurde sie vom örtlichen Schnitzverein und ortsansässigen Handwerkern. Die Bauzeit belief sich auf insgesamt 1150 Stunden Bauzeit. Die Pyramidenflügel sind aus Teilen der Kunststoff-Außenhaut für den Trabant hergestellt.Bestückt ist sie mit zwölf bis zu 60 Zentimeter hohen geschnitzten Figuren aus Lindenholz. Der untere Drehteller zeigt Bauern, Bäuerinnen und Erntehelfer in Anlehnung an die den Ort prägende Landwirtschaft. Darüber finden sich vier Handwerker und zuoberst drehen Mädchen mit Schlitten, Schneemann sowie die Objekte Baum und Felsen ihre Runden. Bei einigen Figuren wurde versucht eine Ähnlichkeit mit seinerzeit lebenden Personen zu erzielen. 2013 wurden die Figuren umfassend restauriert. 100px|Ortspyramide Breitenbach (Schönberg) Breitenbach(Schönberg) Abzweig Breitenbacher Straße Dreietagige Pyramide. Auf dem unteren Teller ist eine Krippenszene zu sehen, darüber befindet sich die Seiffener Kirche mit einer Kurrende. Auf dem oberen Teller drehen sich Engel. 100px Crimmitschau Markt 1996 Pyramide mit drei Etagen. Zu sehen sind eine Bergmannskapelle, Gewerke der Stadt und eine Kurrende. 100px Dennheritz nahe der Kirche 2011 Die Kosten für den Bau der Stabpyramide mit drei Drehtellern beliefen sich auf 12.750 Euro. Der Gemeinderat stellte einen Zuschuss von 7500 Euro zur Verfügung. Der Restbetrag wurde durch Sponsoren, die zum Teil auch Patenschaften für einzelne Teile der Pyramide übernommen haben, aufgebracht. Im Jahr 2017 wurde ersten Verschleißerscheinungen an Figuren und stilisierten Kerzen durch eine Generalüberholung entgegengewirkt.

Auf dem unteren Teller ist Christi Geburt dargestellt, darüber eine Kurrende und ganz oben drehen musizierende Engel ihre Runden. 100px Ebersbrunn(Lichtentanne) Straßendreieck Werdauer Straße/Bahnhofsberg/Reichenbacher Straße 1994 Dreietagige Stabpyramide mit Eisenbahn, Kindern und ortstypischen Berufen 100px Fraureuth Festplatz vor dem Herrenhaus Fraureuth 2014 Von der Idee bis zur Fertigstellung vergingen knapp drei Jahre, die Finanzierung erfolgte über Spenden. Die sieben Meter hohe Stabpyramide ist neben Geschenkpaketen (untere Etage) mit ortstypischen Motiven (Wälzlager, Orgel, Gebäude der Porzellanfabrik etc.) bestückt. Die Figuren sind zweidimensional ausgeführt. Die obere Etage zeigt die Kirche und Hirten mit Schafen.Zu Ostern wird die Pyramide als Osterpyramide mit Osterhasen und österlichen Motiven, sowie hellgrünen Kerzen dekoriert. 100px Gersdorf Hauptstraße, Ortsmitte 1983 Geschaffen vom „Schnitzverein Gersdorf e.V.“ wurde die dreietagige Pyramide im Jahr 1983 der Gemeindeverwaltung übereignet. Auf- und Abbau sowie Pflege und Instandhaltung übernimmt seit Beginn an der Schnitzverein. Feierlich angeschoben wird sie stets am Samstag vor dem ersten Advent. Auf der unteren Etage befinden sich Figuren mit ortstypischen Berufen, u. a. ein Betonarbeiter, ein Bergmann, ein Feuerwehrmann, ein Brauer der örtlichen Brauerei und eine Bäuerin mit Schwein. Die mittlere Etage ist mit Figuren ortstypischer Freizeitaktivitäten versehen, u. a. einem Schnitzer, einer Klöpplerin, einem Sänger, einem Karnevalist und einem Pilzsammler. Auf der oberen Etage befinden sich mehrere Kinderfiguren. Im Jahr 2025 erhielt die Gersdorfer Ortspyramide zwei zusätzliche Figuren, dies sind der Feuerwehrmann in der unteren Etage und der Karnevalist in der mittleren Etage.Bericht über die neuen Gersdorfer Pyramidenfiguren in der Freien Presse vom 25. November 2025, gelesen am 5. Januar 2026 100px Gesau/Höckendorf/Schönbörnchen (Glauchau) Gesau, Kreuzung Siemensstraße/Meeraner Straße 2024 Gemeinsame Schwibbogen-Pyramide für die Ortsteile der Glauchauer Ortschaft Gesau/Höckendorf/Schönbörnchen mit einer Breite von 6 Metern und einer Höhe von 4 Metern. Zentraler Teil ist die Pyramide, welche einen Teller besitzt. Auf diesem steht das Modell des Glauchauer Wasserturms, welcher sich in der Ortslage Gesau befindet. Der Schwibbogen-Teil beinhaltet die Umrisse mehrerer Häuser der Ortsteile (Kirche, Feuerwehrhaus, Fachwerkhaus und Hofeweg in Gesau, Turnhalle in Höckendorf). Die Schriftzüge der Ortsteile ""Gesau", "Höckendorf" und "Schönbörnchen" sind befinden sich im Außenbogen der Schwibbogen-Pyramide.Die Schwibbogen-Pyramide Gesau/Höckendorf/Schönbörnchen in einem Beitrag auf Radio Zwickau vom 18. Dezember 2024Die Schwibbogen-Pyramide Gesau/Höckendorf/Schönbörnchen in einem Artikel der Freien Presse vom 19. Dezember 2024 100px Glauchau Nicolaiplatz 2007 Im Dezember 2005 entstand durch den „Denkmalverein e.V.“ die Idee. Bezüglich des gewählten Entwurfes – die Silhouette wurde von Auszubildenden des Beruflichen Schulzentrums „Dr. Friedrich Dittes“ entworfen – sowie der Standortwahl wurden Bürger befragt und darauf basierend der „Nicolaiplatz“ gewählt. Zusätzlich zum finanziellen Eigenanteil des Vereins kam ein Zuschuss der Stadt sowie der Erlös aus einer Versteigerung von etwa 160 Bauteilen – darunter auch Figuren – der neuen Pyramide unter Glauchauer Bürgern. Die Einweihung fand am 2. Dezember 2007 statt. Seitdem wurden auch neue Elemente hinzugefügt. 2010 wurde sie offiziell an die Stadt Glauchau übergeben.Die Pyramide ist 4,5 m hoch und der drehbare Teil ist mittels durchlaufender Trennwände dem Bismarckturm nachempfunden. Auf vier Ebenen sind u. a. alte Zünfte, Glauchauer Bauwerke oder auch Elemente, die an die städtische Tradition erinnern sollen, dargestellt. 100px Grumbach (Callenberg) Festplatz gegenüber der Kirche 1985 Vieretagige, quadratische Stufenpyramide mit Bergleuten und Erzgebirgsmotiven 100px Hartenstein Markt 1986 Vieretagige Stabpyramide mit Bergleuten und Erzgebirgsfiguren. 100px Hartmannsdorf bei Kirchberg Dorfstraße, Ortsmitte 1983 Die Idee zum Bau einer Pyramide entstand im Sommer 1981 bei einigen Bürgern des Ortes. Die dreietagige Pyramide hat die Gestalt eines Förderturms. Auf der unteren Etage sind regionale Berufe, auf der mittleren die Schmalspurbahn Wilkau–Carlsfeld und auf der oberen Kurrendesänger dargestellt. 100px Hermsdorf(Bernsdorf) Obere Hauptstraße / Einmündung Bachstraße Verglastes Pyramidenhaus mit geschnitzten Naturholzfiguren auf drei Etagen, welche samt den Tellern von vorherigen Pyramidenhaus übernommen wurden. Im Sockel ist auf der Vorderseite der Schriftzug „Hermsdorf“ angebracht. Auf der unteren Etage befinden sich Figuren der biblischen Christgeburt. Die mittlere Etage ist mit Figuren bestückt, die ortstypischen Tätigkeiten und Berufen nachgehen. Auf der oberen Etage steht eine Bergkapelle mit drei Figuren. 100px Hohenstein-Ernstthal Altmarkt 1993 Das Vorgängermodell am gleichen Standort wurde 1991 letztmals aufgebaut.

Für damals knapp 19.000 D-Mark war das Gestell Auftragswerk der Oberlungwitzer Tischlerei Lämmel. Bemerkenswert ist das Material der Pyramidenflügel, die aus alten Trabant-Dächern hergestellt wurden. Die Figuren schuf der ortsansässige Schnitzer Hans Graupner. Auf dem unteren Drehteller finden sich sechs Figuren die Bergbaugeschichte, in der Mitte vier Figuren in typischen Handwerksberufen und zuoberst drehen zwei Kurrendesänger ihrer Runden. Am 1. Advent 1993 wurde die Pyramide erstmals feierlich angeschoben. 100px Kändler (Limbach-Oberfrohna) vor der Grundschule 2021Die Ortspyramide Kändler in der „Freien Presse“ vom 27. November 2021, gelesen am 14. Dezember 2023 Pyramide mit drei Etagen. Auf der unteren Etage befinden sich Figuren mit ortstypischen Tätigkeiten, auf der mittleren Etage die Christgeburt auf der oberen Etage Weihnachtsmann, Schneemann und Bergmänner. 100px Kirchberg Altmarkt 2012 Das Vorgängermodell wurde nur einmalig in der Weihnachtszeit 1938/39 aufgestellt.