Der Bahnhof Lauterecken-Grumbach ist ein Bahnhof in der rheinland-pfälzischen Landstadt Lauterecken. Er liegt im Verbundgebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) und gehört zur Tarifzone 793. Da der Bahnhof die einige Kilometer entfernte, als Sitz einer preußischen AmtesAmt Grumbach auf wiki.genealogy.net relevante Gemeinde Grumbach ebenfalls erschloss, erhielt er den entsprechenden Doppelnamen. Er wurde am 1. Mai 1904 als Trennungsbahnhof für die in diesem Jahr auf voller Länge eröffnete Glantalbahn Homburg–Bad Münster und die seit 1883 betriebene, in Kaiserslautern beginnende Lautertalbahn in Betrieb genommen. Erstere wurde im Einzugsgebiet Lauterecken ab Mitte der 1980er Jahre schrittweise stillgelegt; seither ist er lediglich Endbahnhof der Lautertalbahn. Mit Aufnahme des Draisinenbetriebes auf der früheren Glantalbahn zwischen Altenglan und Staudernheim im Jahr 2000 ist er zudem eine Draisinenstation.

Lage Örtliche Lage mini|Lage der Bahnhöfe in Lauterecken

Der Bahnhof befindet sich am nordwestlichen Stadtrand von Lauterecken. Östlich von ihm verläuft parallel die städtische Bahnhofstraße. Der südliche Bahnhofsbereich wird niveaugleich von der Hauptstraße gekreuzt. Westlich und nordöstlich erstrecken sich mehrere Gewerbebetriebe. Ebenfalls parallel zum Bahnhof, jedoch in mehreren Metern Luftlinienentfernung verlaufen westlich die Bundesstraße 420 und östlich der Glan. Er verfügt über Parkplätze, eine Haltestelle für Buslinien und Toiletten. Ein barrierefreier Zugang ist nur teilweise vorhanden.

Bahnstrecken Die inzwischen stillgelegte Glantalbahn passierte die Stadt Lauterecken lediglich am nordwestlichen Rand. Die heute noch betriebene Lautertalbahn umfährt den südöstlichen Stadtrand in einem Bogen, um schließlich in die Glantalbahn zu münden. Der Bahnhof liegt am Streckenkilometer 75,2 der Glantalbahn. Da deren Kilometrierung westlich von Homburg beginnt und bei Altenglan einen Kilometersprung aufweist, liegt der Bahnhof Lauterecken-Grumbach 51,4 Kilometer vom Homburger Hauptbahnhof entfernt.

Geschichte Erster Bahnhof und Haltepunkt Lauterecken (1883–1904)

Bei Eröffnung der Lautertalbahn im Jahr 1883 erhielt Lauterecken einen Bahnhof am südwestlichen Stadtrand. Dabei fand bei der Standortwahl Beachtung, dass ein Anschluss der Strecke an die bereits damals diskutierte Glantalbahn möglichst einfach realisierbar ist.

Auch nachdem 1896 die Untere Glantalbahn – das nördliche Teilstück der späteren Glantalbahn – nach Odernheim als direkte Verlängerung der Lauterstrecke entstanden war, blieb der Bahnhof bestehen. Lauterecken bekam aber zusätzlich zwischen dem Friedhofsweg und der ehemaligen Bundesstraße 270 mit dem Haltepunkt Lauterecken eine Bedarfshaltestelle. Diese sollte dazu dienen, den Norden des Stadtgebietes sowie die Umlandgemeinden besser an die Eisenbahn anzuschließen.

Der Haltepunkt verfügte über ein kleines Empfangs- und Ökonomiegebäude. Mit dem Bau des Bahnhofs Lauterecken-Grumbach verlor der Haltepunkt seine Funktion.

Entstehung des Bahnhofs Lauterecken-Grumbach mini|links|Südliche Einfahrt in den Bahnhof Lauterecken-Grumbach um 1910 mini|Empfangsgebäude des Bahnhof Lauterecken-Grumbach während der Bauphase

Im Zuge der Planung der übrigen Glantalbahn Richtung Altenglan und Homburg stellte sich jedoch heraus, dass sich der Bahnhof Lauterecken hinsichtlich einer Verknüpfung beider Strecken in einer ungünstigen Lage befand. Der neue Verknüpfungsbahnhof zwischen Lauter- und Glanstrecke sollte den Namen Lauterecken-Grumbach tragen und am nordwestlichen Stadtrand knapp 200 Meter nördlich des 1896 eröffneten Haltepunktes liegen. Sein Bau gestaltete sich sehr aufwendig. Der Damm musste aufgrund der großen Überschwemmungsgefahr des benachbarten Glan zwei Meter hoch aufgeschüttet werden. Aus benachbarten Steinbrüchen kamen insgesamt 250.000 Kubikmeter Material. Im nördlichen Bereich erhielt er einen zweiständigen Lokschuppen, eine Drehscheibe, deren Durchmesser rund 16 Meter betrug, einen Wasserturm einschließlich Wasserkran, eine Kleinbekohlung, eine Untersuchungsgrube sowie Übernachtungsmöglichkeiten für Bahnpersonal.

Am 21. Januar 1904 war der Oberbau größtenteils fertig gestellt, am 25. März fand zwischen Homburg und Lauterecken-Grumbach eine Probefahrt statt. Mit Eröffnung der gesamten Glantalbahn Homburg–Bad Münster am 1. Mai 1904 folgte schließlich die Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs. Entlang dieser neu geschaffenen Bahnstrecke war er eine von insgesamt 26 Unterwegsstationen. Dadurch besaß die Landstadt Lauterecken, die damals rund 2000 Einwohner hatte, kurzzeitig drei Bahnhalte. Der 1896 errichtete Haltepunkt war durch den neu geschaffenen Knotenbahnhof entbehrlich. Der bisherige Bahnhof Lauterecken verlor seine bisherige Funktion und wurde zum Haltepunkt zurückgestuft; mangels Rentabilität wurde er 1912 aufgelassen.

Entwicklung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges (1913–1945) mini|Bahnhof im Jahr 1910

1913 entstand zwischen dem Stellwerk und der Bahnmeisterei eine Holzbaracke. Ein Jahr später diente sie im Zuge des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges der Truppenverpflegung, da Militärzüge zum Teil täglich in Intervallen von anderthalb Stunden über die Strecke fuhren. Hinter der besagten Baracke entstand in diesem Zusammenhang eine Abortanlage mit einer Kapazität für 100 Leute.

Nach dem Ersten Weltkrieg schufen die Siegermächte das Saargebiet, in dem sich der südliche Streckenabschnitt Homburg–Jägersburg der Glantalbahn befand. Als unmittelbare Folge dieser Abtrennung wurde Homburg zum Betriebswechselbahnhof zwischen Reichsbahn und Saareisenbahnen, Lokomotiven des dortigen Bahnbetriebswerkes kamen daher nicht mehr auf der Glantalbahn zum Einsatz. Als Ersatz stationierte die Reichsbahn im Bahnhof Lauterecken-Grumbach weitere zwei Lokomotiven zusätzlich zu den bereits vorhandenen fünf Lokomotiven. Planungen, dafür den Lokschuppen zu erweitern, setzte die Reichsbahn jedoch nicht um.

Am 1. April 1937 löste die Reichsbahn die Direktion Ludwigshafen auf, zu der der Bahnhof bislang gehört hatte. Im Gegensatz zur übrigen Lautertalbahn, die bereits seit dem 1. Mai des Vorjahres Teil der Direktion Saarbrücken war, kam er zusammen mit demjenigen Abschnitt der Glantalbahn, der sich nördlich von Altenglan befand, zur Direktion Mainz. Zwischen dem 24. und 27. September 1938 fand eine Wehrübung in der Pfalz statt. Zu den Zielbahnhöfen der Truppenzüge aus Frankfurt am Main gehörte unter anderem Lauterecken-Grumbach.

Ab Mitte 1944 erfasste der Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg den Bahnhof. Alliierte Luftstreitkräfte griffen ihn aufgrund der Bedeutung der Glantalbahn für den deutschen Nachschub hinter der Westfront wiederholt an. Dies führte dazu, dass der Verkehr tagsüber fast unmöglich wurde. Im Zeitraum zwischen dem 6. und dem 31. Dezember des Jahres erfolgten mehrere Angriffe auf den Bahnhof. Diesen fielen alle Gleise in der Nähe des Stellwerks 2 zum Opfer. Der Lokschuppen brannte und wurde in der Folgezeit nicht mehr hergerichtet, lediglich Unterkünfte für Lokführer wurden nach dem Krieg wieder in Betrieb genommen. Im März des Folgejahres gab es einen weiteren schweren Luftangriff auf den Bahnhof, bei dem mehrere Wohnhäuser der Stadt in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Nachkriegszeit und Deutsche Bundesbahn (1945–1993) Am 1. Oktober 1948 folgte die Auflösung des Lokomotivbahnhofs. Ende der 1970er Jahre geschah dasselbe mit der Bahnmeisterei Lauterecken, die jahrzehntelang für den Unterhalt der Glan- und der Lautertalbahn im Einzugsgebiet der Stadt verantwortlich gewesen war. 1983 feierte die Lautertalbahn ihr hundertjähriges Jubiläum; zu diesem Zweck verkehrte eine Garnitur des Trans-Europ-Express (TEE) zwischen Kaiserslautern und Lauterecken-Grumbach.

Nachdem entlang der Glantalbahn bereits 1981 auf dem Abschnitt Homburg–Glan-Münchweiler und 1985 auf dem Abschnitt Altenglan–Lauterecken-Grumbach der Personenverkehr zum Erliegen gekommen war, folgte die offizielle Herabstufung des Streckenabschnitts zwischen Glan-Münchweiler und Odernheim zum 29. September 1985 zur Nebenbahn. Da zwischen Ulmet und Offenbach-Hundheim bereits zuvor keine Güterbedienung mehr stattfand, gab es südlich von letzterer Station fortan keinen regulären Verkehr mehr, ehe einige Jahre später der Güterverkehr in diesem Bereich ebenfalls endete. Zwischen Lauterecken-Grumbach und Staudernheim endete die Personenbeförderung am 30. Mai 1986. Der letzte Zug traf verspätet um 18:38 Uhr im Bahnhof ein. Da mit Meisenheim und Odernheim entlang dieses Abschnittes nur noch zwei Bahnhöfe Güterverkehr aufwiesen und Züge aus Kaiserslautern nur ersteren bedienten, gab es fortan zwischen Meisenheim und Odernheim ebenfalls keinen regulären Verkehr mehr.

mini|Triebwagen der Baureihen 515 und 815 im Bahnhof Lauterecken-Grumbach (1986)

Die Lautertalbahn sowie die Bahnstrecke Landstuhl–Kusel waren die beiden einzigen Bahnstrecken der Region, die von der Stilllegungswelle von Nebenbahnen in der Region verschont blieben. Am 9. Juni 1986 schlossen die Deutsche Bundesbahn und das Land Rheinland-Pfalz einen Staatsvertrag, der alle Eisenbahnlinien des Bundeslandes in drei Kategorien einteilte. Die Wirtschaftlichkeit der Lautertalbahn sollte demnach überprüft werden.

1992 leitete die DB das Stilllegungsverfahren für den Abschnitt Altenglan–Lauterecken ein, was jedoch durch die Umwandlung der DB in die Deutsche Bahn AG zum 31. Dezember 1993 ausgesetzt wurde. Am 6. Juli selben Jahres befuhr noch einmal ein Unkrautspritzzug die Teilstrecke, der zugleich die letzte durchgehende Zugfahrt bildete. Am 27. Februar 1993 endete der Güterverkehr nach Meisenheim ebenfalls.

Deutsche Bahn und Eröffnung der Draisinenstrecke (seit 1994) In den 1990er Jahren war der Bahnhof entlang der Lautertalbahn der einzige, der eine Bahnsteigüberdachung besaß. Im selben Jahrzehnt fand die Sanierung des Hausbahnsteiges statt, der seither eine Höhe von 55 Zentimeter aufweist. Die Einweihung dieser Maßnahme wurde von einem Fest begleitet, bei dem der damalige Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium, Günter Eymael, eingeladen war. Dieser suchte den Bahnhof aufgrund des Namens zunächst irrtümlich in Grumbach.

Zum Jahreswechsel 1995/1996 erfolgte die Stilllegung des Glantalbahnabschnittes Altenglan–Lauterecken-Grumbach. Am 10. Mai 1996 genehmigte das Eisenbahn-Bundesamt die Stilllegung des nördlichen Glantalbahnabschnittes nach Staudernheim zum 1. Juli dieses Jahres.

Zwischenzeitlich kam ein Gutachten zu dem Ergebnis, dass eine Reaktivierung des unteren Glantalbahnabschnittes Lauterecken–Staudernheim wirtschaftlich sinnvoll sei. Eine Realisierung dieses Vorhabens scheiterte jedoch aus finanziellen Gründen. Um eine endgültige Stilllegung einschließlich Streckenabbau zu verhindern, hegten Studenten der Universität Kaiserslautern Pläne, wonach auf der Glantalbahn zwischen Altenglan und Staudernheim ein Betrieb mit Eisenbahn-Draisinen entstehen solle. Zu den Unterstützern dieses Projektes gehörte der Kuseler Landrat Winfried Hirschberger, dem im Jahr 2000 schließlich die Verwirklichung gelang. Seit 2000 ist der Bahnhof Lauterecken-Grumbach eine Draisinenstation auf der Glanstrecke und neben Altenglan und Staudernheim eine von drei Ausleihstationen.

Im Januar 2001 wurde der umgestaltete Bahnhofsvorplatz eingeweiht, der bereits zuvor als Umsteigepunkt zu Bussen in der Region diente. Im Zeitraum von 16. bis 18. Dezember 2005 stellte die DB die Lautertalbahn, bei der die bisherige mechanische Stellwerkstechnik nach Bauart Bruchsal G zuvor seit über 100 Jahren praktiziert worden war, auf elektronische Technik um, was ursprünglich bereits im Herbst des Vorjahres geplant war.

Für den Einsatz von Akkumulatortriebwagen im Pfalznetz ab Dezember 2026 wird im Bahnhof Lauterecken-Grumbach eine 700 Meter lange Oberleitungsinselanlage errichtet.

Bauwerke Empfangsgebäude mini|Früheres Empfangsgebäude