Tvarožná (, , ) ist eine Gemeinde im Norden der Slowakei mit Einwohnern (). Sie gehört zum Okres Kežmarok, einem Teil des Prešovský kraj und wird zur traditionellen Landschaft Zips gezählt.
Geographie Die Gemeinde liegt zwischen dem Talkessel Popradská kotlina (Teil von Podtatranská kotlina) und den westlichen Ausläufern der Leutschauer Berge. Durch den Ort fließen mehrere Bäche, der größte heißt Tvarožiansky potok, Durlsdorfer Bach oder auch Durand. Das 35 km² große Gemeindegebiet umfasst neben dem Hauptort seit 2011 auch die Katastralgemeinde und ehemaligen Ort Ruskinovce (deutsch Rißdorf). Das Ortszentrum liegt auf einer Höhe von und ist neun Straßenkilometer von Kežmarok entfernt.
Geschichte Das genaue Gründungsjahr ist bisher nicht bekannt, zur Zeit der ersten schriftlichen Erwähnung im Jahre 1268 als war der Ort ein von Zipser Sachsen bewohntes landwirtschaftliches Städtchen. 1271 erhielt es Stadtrechte nach sächsischem Recht und gehörte zur Provinz der Zipser Sachsen. 1412 wurde es mit 11 anderen Zipser Städten nach Polen verpfändet und blieb dort bis 1772. Neben Landwirtschaft waren Brennerei und Leinenverarbeitung bedeutend, Zünfte waren dagegen kaum entwickelt.
Bis 1918 gehörte Durlsdorf im Komitat Zips zum Königreich Ungarn und kam danach zur Tschechoslowakei. Die ansässige deutsche Bevölkerung wurde 1945 evakuiert beziehungsweise vertrieben und durch Slowaken aus den Nachbarorten ersetzt.
Bevölkerung Ethnische StrukturJahrEinwohnerSlowakenDeutscheUngarnSonstige 1880 666 109 525 8 24 1910 637 300 324 9 4 1921 590 308 272 5 5 2001 593 531 0 0 62
Ergebnisse nach der Volkszählung 2001 (593 Einwohner): Nach Ethnie: 89,54 % Slowaken 8,77 % Zigeuner 0,34 % Mährer 0,34 % PolenNach Konfession: 97,47 % römisch-katholisch 1,18 % keine Angabe 0,67 % evangelisch 0,34 % konfessionslos
Sehenswürdigkeiten römisch-katholische Matthäuskirche aus dem 13. Jahrhundert evangelische Kirche, 1778 erbaut einige Bürgerhäuser aus der Neuzeit barocke Säule mit Darstellung einer Maria Immaculata, 1730 errichtet
Töchter und Söhne der Gemeinde Jana Kurucová (* 1982), slowakische Opernsängerin (Mezzosopran)
Kategorie:Ort in der Slowakei Kategorie:Ersterwähnung 1268