Mihail Xantho, auch Michael Xantho (* 19. Oktober 1891Geburtsdatum laut Wiener Sterbebuch. Das Wiener Melderegister nennt den 31. Oktober 1891 in Wien; † 24. Januar 1940Sterbedatum laut Wiener Sterbebuch. Das Deutsche Theater-Lexikon und Glenzdorf nennen den 25. Januar 1940 ebenda) war ein österreichischer Schauspieler.
Leben Xantho erhielt in den frühen 1910er Jahren seine künstlerische Ausbildung an der Akademie für Musik und darstellende Kunst seiner Heimatstadt Wien. Von 1916 bis 1921 ist er als Schauspieler am Stadttheater von Zürich nachweisbar. Zeitgleich, inmitten des Ersten Weltkriegs, absolvierte Mihail Xantho auch seinen ersten Auftritt vor der Kamera in einer Inszenierung des in der Schweiz internierten, französischen Filmregisseurs Charles Decroix. Von 1922 bis 1924 war Xantho an Wiens Kammerspielen und bis 1926 auch an der Renaissancebühne der österreichische Hauptstadt engagiert. Zu dieser Zeit erhielt er mit dem Napoleon Bonaparte in Michael Kertesz’ Der junge Medardus 1923 seine erste bedeutendere Filmrolle. Dennoch blieb Xantho zunächst dem Kino fern und konzentrierte sich weiterhin auf die Bühnenarbeit. So war er zwischen 1929 und 1934 am Volkstheater verpflichtet und spielte unter anderem in Inszenierungen von Karlheinz Martin, der ihn später auch vor die Kamera holen sollte.
Das Kino begann erst ab 1933 eine gewisse Bedeutung in Mihail Xanthos Leben zu gewinnen. Bis ein Jahr vor seinem Tod trat er mit mehr oder weniger kleinen Nebenrollen in einer Reihe von in Wien gedrehten Filmen auf. Xantho spielte oftmals höhere Respektspersonen: einen Hoteldirektor in Kleine Mutti und Die Liebe des Maharadscha, einen Untersuchungsrichter in Schatten der Vergangenheit, einen Professor in Peter im Schnee, einen Polizeikommissar in Liebling der Matrosen und, an der Seite von Heinz Rühmann und Hans Moser, einen Rechtsanwalt in 13 Stühle.
Xantho starb an den Folgen einer Operation.Nachruf in der Volks-Zeitung vom 26. Januar 1940
Filmografie 1917: Frühlingsmanöver 1923: Der junge Medardus 1933: Unsichtbare Gegner 1933: Le chant du destin 1934: Hohe Schule 1934: Bretter, die die Welt bedeuten 1935: Der Kosak und die Nachtigall 1935: Kleine Mutti 1935: …nur ein Komödiant 1936: Die Liebe des Maharadscha 1936: Die Frau des Anderen 1936: Schatten der Vergangenheit 1936: Manja Valewska 1936: Der Weg des Herzens (Prater) 1937: Liebling der Matrosen 1937: Peter im Schnee 1938: Adresse unbekannt 1938: Ze všech jediná (tschechische Version von Adrese unbekannt) 1938: Spiegel des Lebens 1938: 13 Stühle 1939: Ins blaue Leben 1939: Hotel Sacher
Weblinks
Literatur Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 3: Peit–Zz. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 1925 (nur Filmografie). Deutsches Theater-Lexikon, Biographisches und bibliographisches Handbuch, begründet von Wilhelm Kosch, fortgeführt von Ingrid Bigler-Marschall; siebter Band, Berlin-Boston 2012, S. 3663
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Darstellender Künstler (Wien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1891 Kategorie:Gestorben 1940 Kategorie:Mann