mini|Karl-Heinz Mauermann (2016) Karl-Heinz Mauermann (* 1958) ist ein deutscher Künstler und Autor. Seine bildnerischen Ausdrucksformen reichen von der Zeichnung bis zum Video und zu Performances, wobei die Arbeiten teilweise in den Grenzbereichen zur Literatur und zur Musik angesiedelt sind.

Leben Nach dem Studium von Germanistik, Philosophie, Kunstpädagogik und Grafik-Design in Bochum und Essen wurde er 1984 Mitglied des Kunsthaus Essen. Dort hatte er bis 2002 ein Atelier und war zeitweise Vorstandsmitglied. Seit Mitte der 1980er Jahre zeigt er seine Arbeiten in Ausstellungen und Projekten.Kunst für die Massen, Einzelausstellung im Städtischen Museum Gelsenkirchen, 1991, Katalogjede/r: Pavane, Choreografie für das Museum am Ostwall, Dortmund, 1996, Katalog Mauermann arbeitete von 1993 bis 2023 als Lehrer in Recklinghausen und Essen.

Kunst Seit Mitte der 1990er Jahre entwickelte er Projekte und Ausstellungen als eigenständige künstlerische Arbeiten, z. B. Hoch lebe das edle Handwerk der Schlächter!, Ausstellung im Hof einer ehemaligen Metzgerei in Kooperation mit dem Museum Folkwang, 2000Sammelband Hoch lebe das edle Handwerk der Schlächter! Städtische Galerie im Museum Folkwang zu Gast im Hof einer ehemaligen Metzgerei, Abschlußdokumentation einer Ausstellungserie 1996–2000, Hrsg. Museum Folkwang und Kunsthaus Essen oder mit Matthias Schamp u. a. Der Helix-Studio Hochbau, Ereignisse zum erweiterten Kunstbegriff, Kunsthaus Essen, 1995.Website von Matthias Schamp Mit Schamp arbeitet er seither immer wieder projektbezogen zusammen. So entwickelten sie Metaperfomance-Miniaturen, ein Programm, in dem sie mit Handpuppen, die sie nach ihrem Ebenbild gebaut haben, das Schamperl und das Mauermännchen, klassische Performances der Kunstgeschichte aufführen.https://www.lehmbruckmuseum.de/?ai1ec_event=plastikbar-das-schamperl-und-das-mauermaennchen-proudly-present-metaperformance-miniaturen

Seit 2003 arbeitet er mit Musikern und Klangkünstlern. Mit Frank Niehusmann entwickelte er Performances, die sie auch international zeigten, so z. B. in Maxis II, International Festival / Symposium of Sound and Experimental Music, 2003, University of Leeds,Maxis II, Programm, School of Music, University of Leeds in The State of Affairs: Exploring the Relationship Between Visual and Sonic Arts, 2003, Middlesex University, London; in Profile Intermedia – Magnificent 7, Bremen, 2004 oder in ExtraSchicht 2010 im Gasometer Oberhausen.Veröffentlichung der Stadt Oberhausen

Gemeinsam mit dem Bassisten Christoph Kammer führte Mauermann Live-Filme im Lehmbruck-Museum (Duisburg), in der Lichtburg (Essen) und im Grillo-Theater (Essen) auf. In diesen begleiten die beiden die von Mauermann vorproduzierten Filmbilder musikalisch sowie mit gesprochenen Texten und erzählen bzw. kommentieren so den Film. Mit Zeitmanipulation arbeitende Video-Performances sind seit 2013 das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit dem Saxophonisten Florian Walter. Zu Die Berechnung einer Kurve mit Hilfe der Beinmuskulatur, einem Tanztheaterprojekt des Choreographen Tim Čečatka in der Folkwangschule, entwickelte er klang- und bewegungsgesteuerte Live-Videoarbeiten.

Neben dem praktischen künstlerischen Arbeiten beschäftigt er sich auch mit den erkenntnistheoretischen Grundlagen der Kunst, z. B. in dem Vortrag zum Thema Exploring the Relationship Between Visual and Sonic Arts an der Middlesex University.

Literatur In seinen grafischen Arbeiten verwendet er häufig von ihm verfasste Texte, die dort als flächige Strukturen auftauchen, doch auch als Texte lesbar sind. Auch in den Performances kommen eigene Texte zum Einsatz, werden Geschichten erzählt. Sein gemeinsam mit Frank Niehusmann erstelltes Radiostück Maschinen – ein Hörspiel wurde 2006 im Deutschlandradio Kultur uraufgeführt.Pressemitteilung, Deutschlandradio Kultur

Sein erster Roman Der Nachtrabe erschien 2024 im Hummelshain Verlag, Essen.https://www.hummelshain.eu/product-page/der-nachtrabe-karl-heinz-mauermann 2025 folgte Das Archiv – ein Bilderbuch für Blinde im gleichen Verlag.https://www.hummelshain.eu/product-page/das-archiv-karl-heinz-mauermann

Ehrungen und Auszeichnungen 1986 Sonderpreis des Max-Ernst-Stipendiums der Stadt Brühl für das Video aren’t we drawing such lines whenever we move? 2006 (zusammen mit Frank Niehusmann) Hörspielpreis „Phonurgia Nova“ für das Radiostück Maschinen – ein Hörspiel.palmarès 2006. phnurgia.org, abgerufen am 29. Januar 2019 2026 Aufenthaltsstipendium in der Künstlerwohnung Soltauhttps://www.soltau.de/home/aktuelles/veranstaltungskalender.aspx#/stadt_soltau_kalender/e-karl-heinz-mauermann-ein-bilderbuch-fuer-blinde?eventDateId=29641802&widgetToken=aMzrHkYXv_k.&

Rezeption Necmi Sönmez, Kurator für zeitgenössische Kunst am Museum Folkwang, schrieb: Hrsg. Museum Folkwang, Tische der Kommunikation (Katalog), Essen, 2001Artikel zur Ausstellung in der Zeitschrift Kunstforum international, 2001

Die Kunsthistorikerin Karin Stempel schrieb: Karin Stempel, in: 4|4 die Dritte, Ausstellungskatalog, Hrsg. Kunsthaus Essen, 1994

Der Autor und Lektor René Zey, u. a. Hardenberg Verlag, DuMont-Taschenbuchverlag, schrieb über den Roman ‚Der Nachrabe‘: »Karl-Heinz Mauermann erzählt in seinem Roman die sich über 90 Jahre erstreckende Geschichte einer 1924 im Ruhrgebiet geborenen Frau. Er beschreibt ihren egozentrischen Charakter und all die skurrilen, grotesken Situationen an den beiden Hauptschauplätzen des Romans (die Stadt Essen und ein kleiner bayerischer Luftkurort). Faszinierend sind die Typen, die er beschreibt: der lahme Metzger mit der spitzen Nase, die Damen und Herren des „Hofstaats“, der Oberst Rudel mit der Prothese am Rand des Schwimmbeckens, der Lokführer an der Seite der Diva. … Das Erzählen und Erinnern ist eines der Hauptthemen des Romans: die Fragen nach den Erinnerungen und woraus sie bestehen. Und wie wahr sie sind. „Ich werde dir eine Erinnerung schreiben“, sagt der Ich-Erzähler mehrmals. Der Nachtrabe als Kinderschreck und mehrdeutiges Symbol, das sich durch die 206 Seiten des Romans zieht, macht das Buch zu einem wirklichen Stück Literatur. Wie auch die besondere Erzählform („Ich erinnere für dich ...“). Bis zum grandiosen Schlussbild im letzten Kapitel des Buches hat es mich reingezogen in die skurrile und traurige Welt.«

Literatur Sven Drühl, Tanz mit dem Tod, Kunstforum international, Bd. 153, 1/3 2001 Marcus Lütkemeyer, Tische der Kommunikation, Kunstforum international, Bd. 157, 11/12 2001 Jürgen Raap, Schlachten und Schlachtfeste, Kunstforum international, Bd. 160, 6/7 2002

Weblinks Website von Karl-Heinz Mauermann

Einzelnachweise

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