Max Gauß (* 24. Februar 1868 in Justingen; † 5. Februar 1931 in Heilbronn) war ein deutscher katholischer Priester, Lehrer und Politiker (Zentrum). Ab 1923 bis zu seinem Tod war er Mitglied des Heilbronner Gemeinderats, ab 1924 zudem Mitglied des Landtags des freien Volksstaates Württemberg. mini|Das Gasthaus zur Krone in Justingen an der Kirchstraße, stillgelegt 2004 und 2012 abgebrochen; Geburtshaus des Max Gauß

Leben Maximilian („Max“) Gauß war der dritte Sohn und das fünfte Kind des Anton Gauß (Justingen 1817‒Justingen 1885) und der Karolina geb. Schneider (Ennahofen 1832‒Justingen 1910). Der Vater Anton war von seiner Heirat 1860 bis zu seinem Tod 1885 Kronenwirt in Justingen. Nach seinem Tod wurde die „Krone“ von seiner Witwe Karolina umgetrieben. Da der erste Sohn Karl als Jüngling mit 16 Jahren und der zweite Sohn Wilhelm als Säugling verstarb, übernahm der jüngste Sohn Wilhelm (1873‒1939) die Gastwirtschaft bei seiner Heirat 1902.

Der Großvater Johannes Gauß (1773‒1833) wird erstmals 1854 als Kronenwirt bezeichnet, ansonsten war er Siebmacher und Bauer. Dessen ältester Sohn Peter (1804‒1852) wird aber bereits 1842 Kronenwirt genannt, starb allerdings schon 1852, worauf sein jüngerer Bruder Anton (1817‒1885) die Wirtschaft übernahm.Kirchenbücher der Pfarrei Justingen, online verfügbar über Matricula Online

Die Krone wurde im Jahre 2004 stillgelegt und 2012 abgebrochen, womit das letzte Justinger Traditionsgasthaus verschwand.

Gauß studierte von 1890‒1894 katholische Theologie in Tübingen als Konviktuale des dortigen WilhelmsstiftsUniversitätsarchiv (UAT) Tübingen Bestellsignatur: 41/8,20 und erhielt am 1. Oktober 1895 die Priesterweihe. Ab 1895 war er als Vikar und Kaplan in Heilbronn, wo er den Katholischen Arbeiterverein und den Katholischen Verein Unitas mitbegründete und beiden auch als Präses diente.Stadtarchiv Heilbronn, Zeitgeschichtliche Sammlung Signatur ZS-10119, Eintrag zu Max Gauß in der Datenbank HEUSS (abgerufen am 31. Dezember 2012) 1902 wurde er erster Pfarrverweser des neu errichteten Seelsorgebezirks in der Heilbronner Nachbargemeinde Böckingen mit der Kirche St. Kilian. Am 16. November 1903 wurde die neue, unter dem Patronat der württembergischen Krone stehende katholische Josephskaplanei in Heilbronn mit ihm besetzt. Ab dem 5. November 1917 bis 1926Alfred Kolbeck (Bearb.): 350 Jahre Gymnasium in Heilbronn. Festschrift zum Jubiläum des Theodor-Heuss-Gymnasiums. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 1971 (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Heilbronn. Band 17), , S. 154. war er hauptamtlicher Religionslehrer am Karlsgymnasium, zuletzt als Studienrat.

Am 10. Dezember 1922 wurde er in den Heilbronner Gemeinderat gewählt, dem er vom 25. Januar 1923 bis zu seinem Tod angehörte. Im Gemeinderat empfahl er unter anderem am 11. März 1926 dem Heilbronner Stadttheater eine bessere Auswahl der Stücke; Der fröhliche Weinberg von Carl Zuckmayer habe eine „direkt unsittliche Tendenz“.Zitiert nach Friedrich Dürr: Chronik der Stadt Heilbronn. Band III (s. Literatur), S. 229. Am 18. Dezember 1930 regte er an, im Stadttheater Stücke wie Krankheit der Jugend von Ferdinand Bruckner nicht mehr zu geben, was im Gremium auf breite Ablehnung stieß.

Bei der Landtagswahl 1924 kandidierte Gauß für die Zentrumspartei, erzielte aber zunächst kein Mandat. Eine Entscheidung des Württembergischen Staatsgerichtshofes vom 6. Oktober 1924 führte zur Aberkennung des Mandats des Mergentheimer Zentrums-Abgeordneten Adam Müller, für den am 21. Oktober Gauß von der Bezirksliste Heilbronn der Zentrumspartei in den Landtag eintrat. Am 16. Januar 1928 stellte ihn die Zentrumspartei des Bezirks Heilbronn als ihren Spitzenkandidaten für die kommende Landtagswahl auf, am 20. Mai 1928 wurde er wiedergewählt und gehörte dem Landtag bis zu seinem Tod am 5. Februar 1931 an. Gauß wurde in seiner Heimatgemeinde Justingen beerdigt. Im Landtag rückte für ihn Johann Kuhn nach.

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtrat (Heilbronn) Kategorie:Landtagsabgeordneter (Volksstaat Württemberg) Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (Diözese Rottenburg-Stuttgart) Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (19. Jahrhundert) Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Württemberger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1868 Kategorie:Gestorben 1931 Kategorie:Mann