Die Pazifische Taifunsaison 2013 war ein andauerndes Wetterereignis, unter dem die sich während des gesamten Kalenderjahres bildenden tropischen Wirbelstürme zusammengefasst sind. Die meisten tropischen Wirbelstürme bilden sich im Pazifischen Ozean westlich der Datumsgrenze und nördlich des Äquators jedoch zwischen Mai und November. Solche tropischen Wirbelstürme nennt man Taifune. Die sich östlich des 180. Längengrades bildenden Stürme sind Gegenstand der Pazifischen Hurrikansaison 2013.
Innerhalb des nordwestlichen Pazifiks gibt es zwei meteorologische Organisationen, die den Stürmen Namen vergeben. Dies führt dazu, dass derselbe Sturm häufig zwei verschiedene Namen erhält. Die offizielle Bezeichnung durch die Japan Meteorological Agency (JMA) erhält ein tropischer Sturm, sobald er an einer beliebigen Stelle im nordwestlichen Pazifik andauernde zehnminütige Windgeschwindigkeiten von 35 Knoten (rund 65 km/h) erreicht. Die Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration (PAGASA) hingegen weist tropischen Tiefdruckgebieten Namen zu, die sich innerhalb des nationalen Verantwortungsbereiches bilden oder dorthin ziehen; dieser Verantwortungsbereich liegt grob umgrenzt zwischen 115° und 135° östlicher Länge und zwischen 5° und 25° nördlicher Breite. PAGASA weist auch dann einen lokalen Namen zu, wenn das System bereits durch die Japan Meteorological Agency benannt wurde. Tropische Tiefdruckgebiete, die vom US-amerikanischen Joint Typhoon Warning Center beobachtet werden, erhalten eine Nummer mit dem Suffix W.
Stürme Sturmnamen Internationale Namen Tropische Wirbelstürme im westlichen Nordpazifik werden durch das zuständige Regional Specialized Meteorological Centre in Tokio der Japan Meteorological Agency benannt. Diese erhalten einen Namen, sobald sie die Stärke eines tropischen Sturmes erreichen. Die Namen entstammen der folgenden Liste; diese wird fortlaufend verwendet, es gibt also keine jährlich wechselnden Namenslisten wie im östlichen Nordpazifik oder im Atlantik. Die Namen wurden durch die 14 Mitgliedsstaaten des ESCAP/WMO Typhoon Committees vorgeschlagen. Jedes dieser Mitglieder hat jeweils zehn Namen eingereicht, die in alphabetischer Reihenfolge nach der englischen Schreibweise dieser Staaten sortiert vergeben werden. Die nächsten 30 Namen auf der Liste sind: Sonamu, Shanshan, Yagi, Leepi, Bebinca, Rumbia, Soulik, Cimaron, Jebi, Mangkhut, Utor, Trami, Kong-rey, Yutu, Toraji, Man-yi, Usagi, Pabuk, Wutip, Sepat, Fitow, Danas, Nari und Wipha
Außerdem wanderten zwei im Zentralpazifik entstandene Systeme westwärts über die Datumsgrenze und behielten die vom Central Pacific Hurricane Center vergebenen Namen Pewa und Unala.
Philippinen Die Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration (PAGASA) verwendet für tropische Systeme in ihrem Verantwortungsbereich ein eigenes Namensschema. Die Namenslisten von PAGASA werden alle vier Jahre wieder verwendet. Diese Namen werden für Systeme vergeben, die sich im Verantwortungsbereich von PAGASA zwischen 115° und 135° östlicher Länge und zwischen 5° und 25° nördlicher Breite bilden oder in dieses Gebiet hineinwandern. Sollte sich die Namensliste als nicht ausreichend erweisen, werden die Namen von einer Ersatzliste genommen. Dies ist dieselbe Liste, die auch in der Saison 2009 verwendet wurde, nur Feria, Ondoy und Pepeng wurden durch Fabian, Odette und Paolo ersetzt.
Auring, Bising, Crising, Dante, Emong, Fabian, Gorio, Huaning, Isang, Jolina, Kiko, Labuyo, Maring, Nando, Odette, Paolo, Quedan, Ramil, Santi, Tino, Urduja, Vinta, Wilma, Yolanda und Zoraida
Schwerer Tropischer Sturm Sonamu (Auring)
Am 31. Dezember entstand ein Cluster von Gewittern über Mikronesien. Der Cluster gewann rasch an Stärke, sodass die JMA ihn am 1. Januar südwestlich von Guam zur ersten tropischen Depression der Saison aktualisierte. Am folgenden Tag bewegte sich die Depression in Richtung Nordwesten und überquerte in den Abendstunden Mindanao. Früh am 3. Januar veröffentlichte das JTWC einen Tropical Cyclone Formation Alert zu dem System, bevor PAGASA es am selben Tag noch zu einer tropischen Depression heraufstufte und dieser den lokalen Namen Auring gab. Später am gleichen Tag aktualisierte das JTWC das System zu einem tropischen Tiefdruckgebiet und gab diesem die Bezeichnung 01W. Kurz darauf stufte die JMA die Depression zum ersten tropischen Sturm der Saison herauf, der den Namen Sonamu erhielt.
Durch die Auswirkungen von Sonamu starb auf den Philippinen eine Person.
Tropische Depression (Bising)
Am 4. Januar bildete sich südwestlich von Palau ein Gebiet von Konvektion. Dieses bewegte sich rasch nach Westen und wurde am 6. Januar von der JMA zu einer tropischen Depression aktualisiert. Am folgenden Tag meldete die JMA jedoch, dass sich das System aufgrund von Windscherung in ein Gebiet niedrigen Luftdruckes abgeschwächt hatte. Da es sich am 8. Januar wieder zu organisieren begann, aktualisierte die JMA das System erneut zu einer tropischen Depression. Am Abend des 11. Januars aktualisierte PAGASA das System ebenfalls zu einer tropischen Depression und nannte diese Bising. Nur zwei Tage später stufte die JMA die Depression in ein Gebiet niedrigen Luftdruckes ab.
Tropischer Sturm Shanshan (Crising)
Spät am 16. Februar bildete sich südöstlich von Palau ein Gebiet niedrigen Luftdruckes. Zwei Tage später wurde dieses von der JMA und von PAGASA zu einer tropischen Depression aktualisiert, als es sich südöstlich von Mindanao befand. Dabei erhielt es von PAGASA den lokalen Namen Crising. Früh am 19. Februar stufte das JTWC das System zu einem tropischen Tiefdruckgebiet ein und vergab diesem die Bezeichnung 02W, veröffentlichte allerdings bereits am 21. Februar die letzte Warnung. Früh am 22. Februar aktualisierte die JMA die Depression zu einem tropischen Sturm und nannte diesen Shanshan. Einen Tag später stufte die JMA den Sturm zu einer tropischen Depression herab.
Der Sturm tötete auf den Philippinen 4 Personen.
Tropische Depression
Tropische Depression
Am 11. April begann die JMA eine sich nach Westen bewegende tropische Depression im Golf von Thailand zu beobachten. Das System konnte diesen Status nur für sechs Stunden halten, sodass die JMA für die Depression nur eine Warnung herausgab.
Tropischer Sturm Yagi (Dante)
Am 6. Juni bildete sich östlich der Philippinen eine tropische Depression. Während das System nach Norden zog, konnte es sich langsam intensivieren, sodass es am Mittag des 8. Juni von der JMA zum tropischen Sturm Yagi aktualisiert wurde. Der Sturm hielt seine Intensität und erreichte am 11. Juni seinen Höhepunkt mit 1-minütigen Windgeschwindigkeiten von 100 km/h und einem Luftdruck von 990 hPa. Nach dem Höhepunkt schwächte sich Yagi rasch ab, sodass am 12. Juni die letzten Warnungen zu dem Sturm herausgegeben wurden.
Tropische Depression (CMA)
Tropischer Sturm Leepi (Emong)
Am 16. Juni meldete die JMA, dass sich östlich von Eastern Samar eine tropische Depression gebildet hat. PAGASA erkannte das System ebenso als tropische Depression und nannte diese Emong. Diese konnte sich rasch entwickeln und intensivierte sich früh am 18. Juni in einen tropischen Sturm, der den Namen Leepi erhielt. Früh am 20. Juni verließ der Sturm den philippinischen Verantwortungsbereich und PAGASA gab die letzte Warnung zu dem System heraus. Wenig später stufte das JTWC Leepi zu einem tropischen Tiefdruckgebiet herab. Früh am 21. Juni gab die JMA die letzte Warnung zu Leepi heraus.
Tropischer Sturm Bebinca (Fabian)
Mitte Juni bildete sich über dem Südchinesischem Meer ein Gebiet von Konvektion. Die Störung konnte sich im Laufe des 18. Juni gut organisieren, sodass sie am folgenden Tag von der JMA zu einer tropischen Depression aktualisiert wurde. PAGASA folge sechs Stunden später und stufte das System ebenso als eine tropische Depression ein, die den lokalen Namen Fabian erhielt. Früh am 21. Juni stufte die JMA die tropische Depression zu einem tropischen Sturm herauf und gab diesem den internationalen Namen Bebinca. Der Sturm konnte sich nicht weiter intensivieren und blieb ein schwacher tropischer Sturm, bevor er am Morgen des 22. Juni über Hainan an Land ging. Über Land schwächte er sich rasch in eine tropische Depression ab und erreichte am Abend den Golf von Tonkin. Dort konnte sich Bebinca nicht mehr in einen tropischen Sturm intensivieren und ging als tropische Depression über der Region Đồng Bằng Sông Hồng, Vietnam ein zweites Mal an Land. Einen Tag später löste sich die Depression im Landesinneren auf.
Schwerer Tropischer Sturm Rumbia (Gorio)
Am 27. Juni meldete die JMA, dass sich östlich der Philippinen eine tropische Depression gebildet hat. Auch PAGASA erkannte das System als eine tropische Depression und nannte diese Gorio. Einen Tag später aktualisierte die JMA die Depression zu einem tropischen Sturm und gab diesem den Namen Rumbia. Drei Stunden später folgte auch PAGASA und stufte die Depression zu einem tropischen Sturm herauf. Früh am 29. Juni ging Rumbia über Hernani, Eastern Samar an Land. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Sturm Windgeschwindigkeiten von 65 km/h und einen Luftdruck von 1000 hPa. Das System konnte seine Intensität halten und zog am 30. Juni in das Südchinesische Meer. Früh am 1. Juli verließ Rumbia den philippinischen Verantwortungsbereich und PAGASA gab die letzte Warnung zu dem Sturm aus. Ein paar Stunden nachdem dies geschah, begann Rumbia ein Auge zu bilden und wurde von der JMA zu einem Schweren tropischen Sturm aktualisiert. Zum selben Zeitpunkt stufte das JTWC den Sturm zu einem Taifun herauf. Nur wenig später ging Rumbia über der Leizhou-Halbinsel an Land und schwächte sich rapide ab, sodass sich das System schon am nächsten Tag auflöste.
Durch die Auswirkungen von Rumbia sind insgesamt mindestens 55 Menschen ums Leben gekommen: Nahe der Philippinen ist ein Boot gekentert, wobei 6 Kinder und eine Frau getötet wurden. In China sind wegen Überflutungen und Erdrutschen 48 Menschen getötet und 21 Menschen als vermisst gemeldet worden.
Taifun Soulik (Huaning)
Am 6. Juli begann das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) ein Gebiet von Konvektion nordöstlich von Guam zu beobachten. Am folgenden Tag wurde es sowohl von der JMA als auch vom JTWC zu einer tropischen Depression aktualisiert. Das System intensivierte sich weiter und wurde am frühen Morgen des 8. Juli zum tropischen Sturm Soulik heraufgestuft. Nur 24 Stunden nach der Benennung meldete die JMA, dass Soulik ein Auge gebildet hat und zu einem Taifun aktualisiert wurde. Früh am 10. Juli erreichte der Taifun seinen Höhepunkt mit 10-minütigen Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 km/h und einem Luftdruck von 925 hPa. Im Laufe des folgenden Tages hielt der Taifun seine Intensität und schwächte sich erst am Abend des 12. Juli deutlich ab. Früh am 13. Juli ging Soulik als ein nur noch schwacher Taifun über dem nördlichen Taiwan an Land und erreichte später am selben Tag die Formosastraße. Seinen letzten Landgang machte Soulik am Nachmittag des 13. Juli über Fuzhou, Provinz Fujian, China als ein tropischer Sturm und schwächte sich rasch in eine tropische Depression ab. Wenig später löste sich die Depression auf.
Tropischer Sturm Cimaron (Isang)
Am 15. Juli bildete sich östlich der Philippinen eine tropische Störung, die im Tagesverlauf von PAGASA den Namen Isang erhielt. Früh am nächsten Tag intensivierte sich das System zum tropischen Sturm, der von der JMA den internationalen Namen Cimaron erhielt. Cimaron zog während seiner Existenz weitgehend in nordwestlicher Richtung, streifte dabei die Nordspitze von Luzon, konnte sich jedoch nicht wesentlich identifizieren. Das Resttief zog am 19. Juli westlich von Taiwan vorbei und löste sich über dem chinesischen Festland am 20. Juli vollständig auf.