Papst Leo IX. (1049–1054) kreierte insgesamt 26 Kardinäle. (nach anderen Angaben nur 14 oder 15)Jürgen Dendorfer, Ralf Lützelschwab: Die Geschichte des Kardinalats im Mittelalter. Stuttgart 2011, S. 463–464 (Kardinalsliste)

Hintergrund Unter Papst Leo IX. wurden erstmals Kardinalsstellen nicht nur Angehörigen des römischen Stadtadels übertragen, womit dieser Papst die Grundlagen für das spätere Kardinalskollegium schuf.Der Spiegel Geschichte: Die Päpste. Ausgabe 4/2012, S. 50. Mit ihm begann auch die Zeit des sogenannten Reformpapsttums.

Kardinalskreierungen 1049 Giovanni, Bischof von Toscanella, Kardinalbischof von Porto, † 1061/1062 Crescentius, Kardinalbischof von Silva Candida, † 1051 Bonifaz von Tusculum, Kardinalbischof von Albano, † vermutlich 1072 Bonizzo, Kardinalbischof von Tusculum (Frascati), † um 1050 Giovanni, (Kardinal-)Bischof von Tivoli, † um 1071, wurde möglicherweise erst von Viktor II. kreiert Leone, Kardinalpriester von San Lorenzo in Lucina, 1068 Kardinal-Erzpriester, ging später zur kaiserlichen Partei unter Clemens (III.) über, † zwischen 1088 und 1099 Giovanni, Kardinalpriester von San Marco, † nach 13. April 1059 Leone, Kardinalpriester von San Lorenzo in Damaso, † um 1072 Guido, Kardinalpriester von Santa Maria in Trastevere (oder Santi Callisto e Giulio), † vor 1061 Hugo Candidus, Kardinalpriester von San Clemente, ging später zur Partei Clemens’ (III.) über, ab 1084 Bischof von Fermo, † um 1099auch Hugo von Remiremont, siehe zu diesem Giovanni, Kardinalpriester (Titelkirche unbekannt), 1050 Erzpriester von St. Peter, † nach 1050 Raynier, Kardinalpriester, † nach 1. Oktober 1071 Mainardo, Kardinalpriester, 1061 Kardinalbischof von Silva Candida, † vor 8. August 1074 Stephan, Kardinalpriester, † um 1072 Étienne, Kardinalpriester, † 11. Februar 1069

1050 Friedrich von Lothringen, kam um 1050 nach Rom, war um 1054 Kardinaldiakon von Santa Maria in Domnica und Abt von Monte Cassino, ab 14. Juni 1057 Kardinalpriester von San Crisogono, am 2. August 1057 zum Papst (Stephan IX.) gewählt, † 29. März 1058 Johannes von Ostia, Kardinalbischof von Ostia, † 1058 Pietro, Kardinalbischof (suburbikarisches Bistum unbekannt), † 1058 Giovanni Mincius, Kardinalbischof von Velletri, 5. April 1058 (Gegen-)Papst Benedikt X.. Kardinal Stefano Borgia schrieb 1752 eine Apologia del Pontificato di Benedetto X., worin er Benedikt X. als rechtmäßigen Papst bezeichnet, 1059 abgesetzt, † 1073/1074 Petrus von Frascati, Kardinalbischof von Tusculum (Frascati), † 1059 Amantius von Marsi, Kardinaldiakon, † nach Mai 1059 Gregor, Kardinaldiakon, † nach 1050 Crescenzio, Kardinaldiakon, † nach Mai 1059 Odon de Toul, Kardinaldiakon, Kanzler der Heiligen Römischen Kirche, † nach Januar 1051

1051 Humbert von Silva Candida, Kardinalbischof von Silva Candida, 1054 päpstlicher Legat in Konstantinopel, war maßgeblich an der Exkommunikation des Patriarchen Michael Kerullarios beteiligt, unter Stephan IX. schließlich Kanzler der Heiligen Römischen Kirche, † 5. Mai 1061

Um 1054 Giovanni, Kardinalbischof von Sabina, schloss sich zunächst dem (Gegen-)Papst Benedikt X. an, kehrte dann zu Nikolaus II. zurück, † nach Juni 1062

Siehe auch Liste der Kardinalskreierungen

Einzelnachweise

Leo 09