Die Bahnstrecke Prostějov–Třebovice v Čechách ist eine regionale Eisenbahnverbindung in Tschechien, die ursprünglich durch die Mährische Westbahn als staatlich garantierte Lokalbahn erbaut wurde. Sie verläuft von Prostějov (Proßnitz) über Moravská Třebová (Mährisch Trübau) nach Třebovice (Triebitz).

Geschichte

Die Konzession für die Mährische Westbahn wurde am 11. Juli 1886 dem Bankhaus Erlanger & Söhne in Frankfurt am Main erteilt. Die Konzessionäre wurden verpflichtet, den Bau der Strecke sofort zu beginnen und binnen zwei Jahren fertigzustellen. Die Konzessionsdauer war auf 90 Jahre festgesetzt.Reichsgesetz für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder vom 11. Juli 1886 mini|links|Haltestelle Trpík (2010) Eröffnet wurde die Strecke am 1. September 1889 zusammen mit den Zweigbahnen nach Čellechowitz und nach Opatowitz. Den Betrieb führten die k.k. Staatsbahnen (kkStB) für Rechnung der Eigentümer aus.

Im Jahr 1912 wies der Fahrplan der Lokalbahn drei Personenzüge 2. und 3. Klasse über die Gesamtstrecke aus. Sie benötigten für die 77 Kilometer lange Strecke etwa drei Stunden. Weitere Züge verkehrten auf den Teilstrecken Prossnitz–Kosteletz und Kornitz–Triebitz.Fahrplan 1912 der kkStB – gültig ab 1. Mai 1912

Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns im Oktober 1918 ging die Betriebsführung an die neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) über.

Ab Mitte der 1930er Jahre wurde ein Teil der Personenzüge auch mit modernen Motorzügen gefahren. Der Winterfahrplan von 1937 verzeichnete drei durchgehende Reisezugpaare zwischen Prostějov und Třebovice. Weitere – als Motorzug geführte – Reisezüge verdichteten diesen Fahrplan auf Teilstrecken.Winterfahrplan 1937/38 der ČSD – gültig ab 3. Oktober 1937 mini|links|Bahnhof Mladějov na Moravě (2010) Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 kam der Abschnitt zwischen Zbel und Triebitz zur Deutschen Reichsbahn, Reichsbahndirektion Breslau. Die restliche, im Protektorat Böhmen und Mähren verbliebene Strecke wurde bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs durch die Protektoratsbahnen Böhmen und Mähren (ČMD-BMB) betrieben. Im Reichskursbuch war die Verbindung als Kursbuchstrecke 154r Triebitz–Kornitz–Zbel enthalten. Am 10. Oktober 1945 wurde die Mährische Westbahn verstaatlicht. Fortan gehörte auch die Infrastruktur zum Netz der ČSD.

Am 1. Januar 1993 ging die Strecke im Zuge der Auflösung der Tschechoslowakei an die neu gegründeten České dráhy (ČD) über. Seit 2003 gehört sie zum Netz des staatlichen Infrastrukturbetreibers Správa železniční dopravní cesty (SŽDC).

Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 bestellten die ÖPNV-Aufgabenträger Olomoucký kraj und Pardubický kraj den Personenverkehr zwischen Dzbel und Moravská Třebová im Rahmen einer Optimierung („optimalizace“) des öffentlichen Nahverkehrs ab. (abgerufen am 30. Dezember 2012) Seitdem gibt es zwischen Dzbel und Moravská Třebová keinen planmäßigen Reiseverkehr mehr.

Im Jahresfahrplan 2013 wird die Strecke täglich im Zweistundentakt von Personenzügen in den Relationen Prostějov–Dzbel und Moravská Třebová–Třebovice v Čechách bedient. Weitere Züge verdichten diesen Fahrplan zu einem teilweisen Einstundentakt. (abgerufen am 29. Dezember 2012; PDF; 513 kB) (abgerufen am 29. Dezember 2012; PDF; 515 kB)

Literatur Stanislav Pavlíček: Naše Lokálky, Dokořán 2025, ISBN 978-80-7675-234-4

Weblinks

Strecke 017 Prostějov – Konice – Dzbel – Chornice auf www.zelpage.cz Strecke 271 Česká Třebová – Moravská Třebová – Chornice auf www.zelpage.cz

Einzelnachweise

Kategorie:Bahnstrecke in Tschechien