Der Große Preis von Südafrika 1983 (offiziell XVII Grand Prix of South Africa) fand am 15. Oktober auf dem Kyalami Grand Prix Circuit in Midrand statt und war das 15. und letzte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1983.

Berichte Hintergrund Zum ersten Mal seit 1963 bildete der Große Preis von Südafrika wieder den Abschluss einer Saison.

Alain Prost lag vor dem Finallauf in der WM-Wertung zwei Punkte vor Nelson Piquet und acht Punkte vor René Arnoux. Somit hatten diese drei Piloten die Chance auf den Gewinn der Weltmeisterschaft. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit elf Punkten vor Renault und mit 30 Punkten vor Brabham.

Bei Williams entschied man sich, beide Stammfahrer mit dem neuen FW09 auszustatten, der sich bereits seit mehreren Wochen in der Erprobungsphase befand. Der Wagen verfügte über einen Honda-Turbomotor. Längst war allen Teams bewusst geworden, dass die in den vorangegangenen Jahren standardmäßig eingesetzten V8-Saugmotoren von Ford-Cosworth gegenüber den inzwischen vielfach verwendeten Turbo-Aggregaten nicht mehr konkurrenzfähig waren.

Die Teams Theodore und Spirit verzichteten auf eine Teilnahme am Saisonfinale. Da sich das Teilnehmerfeld dadurch auf genau 26 Fahrer reduzierte, konnten sich alle anwesenden Piloten für einen der 26 Startplätze qualifizieren.

Mit Niki Lauda (zweimal), Arnoux und Prost (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Während Patrick Tambay die schnellste Trainingszeit absolvierte, blieb sein Ferrari-Teamkollege Arnoux aufgrund technischer Probleme am Streckenrand stehen. Als er den 126C3 zusammen mit Streckenposten wieder auf den Asphalt zurückschob, überrollte der Wagen seinen Fuß. Dennoch qualifizierte er sich kurz darauf für den vierten Startplatz hinter den beiden Brabham-Piloten Piquet und Riccardo Patrese. Prost belegte den fünften Platz vor Keke Rosberg im neuen Williams.

Rennen Piquet ging sofort in Führung und verschaffte sich zusammen mit seinem Teamkollegen Patrese innerhalb kurzer Zeit einen beachtlichen Vorsprung gegenüber dem Rest des Feldes. Tambay, der zunächst auf dem dritten Rang folgte, wurde in der zweiten Runde von Andrea de Cesaris und Prost überholt.

Lauda, der vom zwölften Startplatz aus rasch aufgeholt hatte, übernahm in der 18. Runde den dritten Platz von Prost.

In der 28. Runde ließ Piquet einen Boxenstopp zum Nachtanken durchführen, ohne dabei die Führung zu verlieren. Als Lauda wenig später ebenfalls die Box ansteuerte, gelangte Prost kurzzeitig wieder auf den dritten Rang, schied jedoch in Runde 35 aufgrund eines Schadens am Turbolader aus. Da Arnoux zu diesem Zeitpunkt ebenfalls bereits aufgrund eines Motorschadens ausgeschieden war, konnte nur noch Piquet aktiven Einfluss auf den Gewinn des WM-Titel ausüben. Er musste lediglich den vierten Platz erreichen, um Weltmeister zu werden. Bei einem schlechteren Ergebnis oder gar Ausfall Piquets wäre Prost der Gesamtsieger. Sich dessen bewusst, verlangsamte Piquet seine Fahrt, um seinen Wagen zu schonen. Er nahm dabei in Kauf, dass Patrese und Lauda ihn überholten. Nachdem Lauda in der 72. Runde ausgeschieden war, überholte de Cesaris den zweitplatzierten Piquet, der schließlich Dritter wurde und somit seinen zweiten Weltmeistertitel nach 1981 sicherstellte.

Wenige Tage nach dem Rennen gab Renault die Trennung von Prost bekannt. Einer der Gründe dafür dürfte die Unzufriedenheit des Teams darüber gewesen sein, dass ausgerechnet der Konkurrent BMW den ersten Weltmeister mit Turbomotor in der Formel-1-Geschichte stellte, obwohl Renault diese Technik 1977 im Grand-Prix-Sport eingeführt hatte. Prost, der die WM-Wertung lange angeführt, jedoch gegen Ende des Jahres mehrere Fehler gemacht hatte, wurde daran eine Mitschuld gegeben.Kampf am Limit. Die Formel 1 Chronik 1950–2000, hrsg. v. Willy Knupp, RTL Buchedition: Zeitgeist Verlag: Düsseldorf/Gütersloh 2000, ISBN 3-89748-277-0, S. 240

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Williams FW09 Honda RA163-E 1.5 V6t 2 3 Tyrrell 012 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 4 5 Brabham BT52B BMW M12/13 1.5 L4t 6 7 McLaren MP4/1E TAG/Porsche TTE PO1 1.5 V6t 8 9 ATS D6 BMW M12/13 1.5 L4t 11 Lotus 94T Renault EF1 1.5 V6t 12 15 Renault RE40 16 17 RAM 01 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 22 Alfa Romeo 183T Alfa Romeo 890T 1.5 V8t 23 25 Ligier JS21 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 26 27 Ferrari 126C3 Ferrari 021 1.5 V6t 28 29 Arrows A6 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 30 31 Osella FA1E Alfa Romeo 1260 3.0 V12 32 35 Toleman TG183B Hart 415T 1.5 L4t 36

Klassifikationen Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Qualifikationstraining 1 Qualifikationstraining 2 Start Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit 1 1:06,554 221,991 km/h 1:07,029 220,418 km/h 1 2 1:06,792 221,200 km/h 1:06,821 221,104 km/h 2 3 1:08,181 216,694 km/h 1:07,001 220,510 km/h 3 4 1:07,222 219,785 km/h 1:07,105 220,168 km/h 4 5 1:07,186 219,903 km/h 1:08,136 216,837 km/h 5 6 1:07,256 219,674 km/h 1:07,344 219,387 km/h 6 7 1:09,443 212,756 km/h 1:07,643 218,417 km/h 7 8 1:07,726 218,150 km/h 1:07,682 218,291 km/h 8 9 1:08,970 214,215 km/h 1:07,759 218,043 km/h 9 10 1:07,931 217,491 km/h 1:08,652 215,207 km/h 10 11 1:07,937 217,472 km/h 1:07,980 217,335 km/h 11 12 1:07,974 217,354 km/h 1:08,587 215,411 km/h 12 13 1:08,061 217,076 km/h 1:08,301 216,313 km/h 13 14 1:08,069 217,050 km/h 1:08,360 216,126 km/h 14 15 1:08,328 216,228 km/h 1:10,635 209,165 km/h 15 16 1:08,350 216,158 km/h 1:08,439 215,877 km/h 16 17 1:09,364 212,998 km/h 1:08,628 215,282 km/h 17 18 1:11,096 207,809 km/h 1:11,284 207,261 km/h 18 19 1:11,750 205,915 km/h 1:11,382 206,977 km/h 19 20 1:11,988 205,234 km/h 1:11,658 206,179 km/h 20 21 1:12,017 205,152 km/h 1:12,538 203,678 km/h 21 22 1:12,309 204,323 km/h 1:12,049 205,060 km/h 22 23 1:12,745 203,098 km/h 1:13,330 201,478 km/h 23 24 1:13,352 201,418 km/h keine Zeit – 24 25 1:14,483 198,359 km/h 1:13,656 200,587 km/h 25 26 1:14,903 197,247 km/h 1:15,503 195,680 km/h 26

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 77 1 1:33:25,708 3 1:10,848 (8.) 2 77 1 + 9,319 9 1:11,401 (5.) 3 77 1 + 21,969 2 1:09,948 (6.) 4 76 1 + 1 Runde 13 1:12,102 (11.) 5 76 1 + 1 Runde 6 1:11,656 (51.) 6 76 1 + 1 Runde 14 1:11,953 (6.) 7 75 0 + 2 Runden 19 1:13,494 (70.) 8 75 0 + 2 Runden 22 1:14,489 (60.) 9 74 0 + 3 Runden 20 1:15,100 (47.) 10 73 0 + 4 Runden 21 1:15,144 (18.) 11 71 1 DNF 12 1:10,634 (17.) 12 71 0 + 6 Runden 24 1:17,212 (7.) – 68 2 NC 7 1:10,825 (60.) – 66 0 DNF 23 1:15,886 (5.) – 60 0 DNF 18 1:13,507 (50.) – 56 1 DNF 1 1:11,267 (7.) – 56 1 DNF 16 1:12,058 (51.) – 35 0 DNF 5 1:11,166 (9.) – 28 0 DNF 25 1:17,153 (8.) – 20 0 DNF 11 1:12,709 (16.) – 9 0 DNF 4 1:12,183 (6.) – 5 0 DNF 17 1:12,686 (4.) – 1 0 DNF 8 1:23,427 (1.) – 1 0 DNF 10 1:24,689 (1.) – 1 0 DNF 26 1:29,776 (1.) DSQ Watson wurde während des Rennens wegen Überholens in der Formationsrunde disqualifiziert. 18 0 – 15 1:13,194 (17.) Anmerkungen

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Fahrerwertung wurden die besten elf Resultate, in der Konstrukteurswertung alle Resultate gewertet.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Brabham-BMW 592Renault 573Ferrari 49 4Ferrari 405Williams-Ford 276McLaren-Ford 227Renault 228Alfa Romeo 159Brabham-BMW 1310McLaren-Ford 1211Williams-Ford 1112Tyrrell-Ford 1013Lotus-Ford 1014Toleman-Hart 915Arrows-Ford 416Alfa Romeo 317Tyrrell-Ford 2 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte18Alfa Romeo 219Toleman-Hart 120Theodore-Ford 121Arrows-Ford 022Ligier-Ford 023Arrows-Ford 024Ligier-Ford 025Spirit-Honda 026ATS-BMW 027Osella-Ford 028Osella-Alfa Romeo 029Theodore-Ford 030RAM-Ford 031Williams-Ford 032RAM-Ford 0–Arrows-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 892 793 72 4 365 346 187 128 129 10 Pos. Konstrukteur Punkte10 411 212 113 014 015 016 017 0 Einzelnachweise

Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

#1983 Südafrika Kategorie:Sportveranstaltung in der City of Johannesburg Metropolitan Municipality Kategorie:Kyalami Grand Prix Circuit