mini|Östlichstes Gebäude der Siedlung mini|Siedlung Möhrenstieg mini|Mehrere der Siedlungshäuser Die Siedlung Möhrenstieg war eine denkmalgeschützte Siedlung in der Stadt Quedlinburg in Sachsen-Anhalt. Die 1927 gebaute Siedlung wurde im März 2023 abgerissen.
Lage Die Siedlung lag östlich der Quedlinburger Innenstadt, nördlich der Magdeburger Straße an der Adresse Möhrenstieg 1 bis 12.
Architektur und Geschichte Die Siedlung entstand im Jahr 1927 nach einem Entwurf des Quedlinburger Stadtbaurates Paul Laumer. Es wurden in räumlicher Nähe zu Bahnanlagen sechs sehr ähnlich gestaltete Mehrfamilienhäuser errichtet, die zueinander in einer V-Form angeordnet wurden. Die schlicht gestalteten Häuser waren für sozial schwächere Familien vorgesehen. 56 Wohnungen mit etwa 40 Quadratmetern wurden so realisiert.
Die Häuser verfügen über ein verputztes Sockel- und ein mit Brettern verkleidetes Obergeschoss. Bedeckt sind die Gebäude von Walmdächern, auf denen sich straßenseitig langgezogene Hechtgaupen befinden. Die Hauseingangsbereiche sind, wenn auch zurückhaltend, im Stil des Expressionismus gestaltet. Ursprünglich vorhandene Fensterläden befanden sich 2012 nicht mehr an den Gebäuden.
Die Benennung ging auf einen alten in die Feldflur führenden Weg zurück. 1935 und auch 1950 gehörte die Anlage der Stadt Quedlinburg.Karlheinz Wauer, Häuserbuch der Stadt Quedlinburg von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Jahre 1950, C Das Stiftsgebiet, D Die Stadterweiterung 1820-1950, Schriftenreihe der Stiftung Stoye, Band 59, Stiftung Stoye 2014, ISBN 978-3-93723023-8, Seite 380 f.
Durch den letzten Eigentümer (die Wohnungsbaugenossenschaft WoWi der Stadt Quedlinburg) wurde die Neuvermietung 2002 eingestellt mit dem Ziel, die Siedlungsanlage leer zu ziehen, um sie anschließend abreißen zu können. 2014 sei ein Abrissantrag gestellt worden, seit 2017 ist die Siedlung leerstehend. Obwohl das Landesverwaltungsamt aus Gründen des Denkmalschutzes den Abrissantrag verneinte, entschied das Oberverwaltungsgericht im Sommer 2022, dass aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Wohnungswirtschaftsgesellschaft und der Stadt als Teilhaberin eine Sanierung (Kosten ca. 7 Mio. Euro) nicht möglich sei und erlaubte daher den Abriss, der für Anfang 2023 geplant ist. Die Gebäude wurden im März 2023 abgerissen und das Grundstück mit einer Fläche von 9.807 m² stand anschließend zum Verkauf.
Im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt war die Siedlung unter der Erfassungsnummer 094 46507 als Baudenkmal eingetragen.Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19.03.2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Seite 2203 2023 erfolgte dann die Streichung aus dem Denkmalverzeichnis.Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung, Olaf Meister (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), 07.02.2023, Drucksache 8/3712 (KA 8/1965) Entwicklung des Denkmalbestandes, Seite 7
Literatur Karlheinz Wauer, Häuserbuch der Stadt Quedlinburg von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Jahre 1950, C Das Stiftsgebiet, D Die Stadterweiterung 1820-1950, Schriftenreihe der Stiftung Stoye, Band 59, Stiftung Stoye 2014, ISBN 978-3-93723023-8, Seite 380 f. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 7: Falko Grubitzsch, unter Mitwirkung von Alois Bursy, Mathias Köhler, Winfried Korf, Sabine Oszmer, Peter Seyfried und Mario Titze: Landkreis Quedlinburg. Teilband 1: Stadt Quedlinburg. Fliegenkopf, Halle 1998, ISBN 3-910147-67-4, S. 182.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Kulturdenkmal in Quedlinburg Kategorie:Siedlung (Städtebau) in Sachsen-Anhalt Kategorie:Erbaut in den 1920er Jahren Kategorie:Möhrenstieg (Quedlinburg) Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Quedlinburg Kategorie:Zerstört in den 2020er Jahren Kategorie:Ehemaliges Kulturdenkmal im Landkreis Harz