miniatur|Josef Rifesser Josef Rifesser, auch Joseph Rifesser, genannt Peppi Rifesser (* 23. August 1921 in St. Ulrich in Gröden, Südtirol; † 13. Dezember 2020 ebenda) war ein italienischer Holzschnitzer und Bildhauer aus Tirol. Er lebte und wirkte in St. Ulrich.

Leben mini|The Tree of Life – Lebensbaum von Joseph Rifesser in der Metrostation Lionel-Groulx

Rifesser entstammt einer traditionellen Holzschnitzerfamilie. Sein gleichnamiger Großvater Josef Rifesser (1851–1919) schuf beispielsweise die neugotische Einrichtung der Nikolaus-Kirche von Konradsheim abgefragt am 27. Dezember 2012, den Hochaltar der Kirche St. Jakob in Freising (1913), abgefragt am 27. Dezember 2012 die Seitenaltäre der Christ-König-Kathedrale (Panevėžys, 1931), den Marienaltar in der Pfarrkirche „Zur Heiligen Familie“ in Wien-Ottakring abgefragt am 27. Dezember 2012 sowie den Marienaltar in der neugotischen Stadtpfarrkirche St. Gerhard in Vršac.

Peppi Rifesser besuchte die Kunstschule in St. Ulrich und spezialisierte sich auf Madonnen im gotischen Stil.https://www.metrodemontreal.com/art/rifesser/index.html Durch speziell von ihm entwickelte Methoden konnte er Holzfiguren „antikisieren“: Er und der damals noch junge Luis Trenker besorgten sich aus Holzstadeln jahrhundertealte Balken, „der Pepi“ schnitzte und „der Luis“ und sein Sohn Florian halfen dem Zahn der Zeit nach, indem sie Löcher ins Holz bohrten oder mit Schrot darauf schossen, um Holzwürmer vorzutäuschen. Sie grillten die Figuren mit dem Lötkolben an, als wären sie in der Hitze von Kerzen gestanden, sie gruben sie in die Erde oder stellten sie in den Regen, um die nötige Patina anzubringen.

Der „Rifesser-Skandal“ Im Dezember 1958 wurde Peppi Rifesser plötzlich berühmt: Zufällig erfuhr er, dass eine von ihm gefertigte Madonna mit Kind und Weintrauben nun im berühmten Auktionshaus Dorotheum als Madonna, aus Frankreich, aus dem 14. Jahrhundert versteigert werden sollte. Ein anderes Werk, eine Törichte Jungfrau, war bereits versteigert worden.https://www.metrodemontreal.com/art/rifesser/index.html Er informierte sofort das Auktionshaus, dass die Holzfiguren eigentlich von ihm stammen, doch schenkte man ihm zunächst keinen Glauben; drei Experten hatten die Skulpturen als echt gotisch aus Burgund, ca. 1380 begutachtet. Erst als er eine zweite von ihm gefertigte Madonna brachte, zogen die Experten ihre Gutachten zurück.Der Spiegel , 2. Juli 1990. Diese Sensation brachte ihm viel Echo in Presse und Fernsehen, sowie Ruhm. Der betrügerische Einlieferer hingegen, der die Statue billig erworben hatte, wurde verurteilt.

Werke Der Lebensbaum in der Montrealer Metrostation Lionel Groulxhttps://www.metrodemontreal.com/art/rifesser/metro.html Madonna mit Kind und Trauben („Dorotheum-Madonna“) (1958)https://www.metrodemontreal.com/art/rifesser/dorotheum.html Monumentale Hängekruzifix im Chor der Filialkirche Prinzersdorf (1968) Kreuzweg in St. Martinus, Lauterstein-Nenningen (1976–77) Die 12 Apostel mit Madonna (Pfingsten), 1995https://www.metrodemontreal.com/art/rifesser/cent.html Hl. Christophorus im Arlberg-Hospiz-Kapelle in St. Christoph am Arlberg (1961)https://www.metrodemontreal.com/art/rifesser/arlberg.html abgefragt am 27. Dezember 2012 Hochaltar der Kirche Rosenkranzkönigin in Überlingen am Bodensee (1994–95) Hochaltar, zwei Seitenaltäre und Kreuzwegstationen in der kath. Pfarrkirche Marktgraitz (1998–2002) Christusstatue, Madonna, Kreuzweg und weitere Figuren in der Heilig-Geist-Kirche in Luxemburg-Cents

mini|alternativtext=Ansprache des Pepi Rifesser zur 90. Geburtstagsfeier des Vaters (Ladinisch)|Ansprache des Pepi Rifesser zur 90. Geburtstagsfeier des Vaters (Ladinisch)

Bibliografie Pfingstszene von Josef Rifesser. Luxemburger Wort, 3. Juni 1995 Rifesser, Joseph. Joseph Rifesser: Sculpture (Ausstellungskatalog). Milano: Amilcare Pizzi, 1963. „Gebete und geistliche Lieder“ (Buch) gesammelt von Josef Zwick, Soroksár Budapest, 1996 – Seite 25 und 26. „Neubarockes Mariae Himmelfahrt“-Hochaltar-Bild und Dankbrief vom 26. Juni 1906 des Dechant-Pfarrers Árpád Schlager an die Tiroler Werkstatt. Gabriele von Trauchburg, Lauterstein – Kirchenführer, Lauterstein 2015 Peter Kostner: Peppi Rifesser da Stufan. Calënder de Gherdëina 2022, pl. 235–239 (Ladinisch).

Weblinks

Website mit Fotos von Werken von Josef Rifesser Josef Rifesser im Online-Archiv der Österreichischen Mediathek

Einzelnachweise

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