Roggenstein ist ein Gemeindeteil der Stadt Vohenstrauß und eine Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Waldnaab in der Oberpfalz in Bayern. Von 1821 bis 1972 bestand die Gemeinde Roggenstein.

Das Pfarrdorf Roggenstein hat etwa 320 Einwohner. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Roggenstein 1150 bei einer Schenkung dreier Brüder an das Kloster Reichenbach.

Geografie Roggenstein liegt im Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald im Tal der Luhe. Der Ort liegt an der Kreisstraße NEW 23, die B 22 führt westlich in viereinhalb Kilometer Entfernung vorbei.

Geschichte Besiedlung Entlang der Wasserläufe Pfreimd und Luhe zeugen viele slawische Ortsnamen wie Döllnitz, Köttlitz, Söllitz, GleiritschAlois Köppl, Aus der Geschichte der Gemeinde Gleiritsch, S. 33, Burgtreswitz, Altentreswitz, Kaimling und Zeißau von einer frühen Besiedlung der Gegend. „Rackendorf“, das heutige Roggenstein, war Sitz von Vasallen der Grafen von Sulzbach. Sie sind um 1150 belegt, als ein „Adalbert de Rakindorf“ (Roggenstein) erwähnt wurde.Monumenta Boica, Bd. 27, 16 Der Ort Roggenstein lag an der alten Handelsstraße, die von Sulzbach über Luhe, entlang des gleichnamigen Flusses, nach Michldorf, Kaimling, Roggenstein, Waldau und von da über Georgenberg nach Tachau führte.

Herkunft des Namens In älteren Quellen tauchen immer wieder die Namen „Rackendorf“, „Rakindorf“, „Rakendorf“ und andere Schreibweisen auf. Um 1403 oder 1404 erwarb Niklas von Stein zu Trebsau die Burg. Seit dieser Zeit heißt der Ort, der bis zu diesem Zeitpunkt Rackendorf genannt wurde, in den Urkunden Roggenstein. Hofmark Roggenstein Roggenstein ist spätestens ab dem Jahre 1150 belegt, als ein „Adalbert de Rakindorf“ (Roggenstein) bei einer Schenkung dreier Brüder an das Kloster Reichenbach erwähnt wird. 1260 wird ein Fridericus de Rakendorf erwähnt, 1311 nennt eine Urkunde einen Fridericus Rokendorfer. „Nach einer Quelle aus dem 16. Jahrhundert hatte Heinrich der Treswitzer (Dreßwitzer) und sein Sohn Marsch 1341 die Burg Rackendorf König Johann von Böhmen zum Lehen aufgetragen. Roggenstein war Sitz einer Höhenburg (Spornburg). Von der Burgruine sind heute nur wenige Reste erhalten. Burg bzw. Schloss Roggenstein war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts böhmisches Lehen“. 1343 ist Hartwich Draswitzer von Rakkendorf nachgewiesen. Der vordere Sitz des Bauwerks, das alte Haus, war mit dem HammerRichard Hoffmann, Georg Hager, Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz und Regensburg, Bezirksamt Vohenstrauß, S. 92 Roggenstein im Besitz der Landgrafen von Leuchtenberg. Die Wasserkraft der Luhe, die an Roggenstein vorbeifließt, nutzen eine Vielzahl von Mühlen und Schleifen wie die Luhmühle, Binnermühle, Oberschleif, Zieglhütte, Hammer und Unterschleif. Außerdem führte eine alte Handelsstraße die Luhe entlang. Die Mühle unter dem Haus hatte am Ende des 14. Jahrhunderts Marsch Dreswiczer von Leuchtenberg zum Lehen und die Mühle zu der Holzmühle bewirtschaftete Frenclin Pleysteiner. 1403 oder 1404 erwarb Niklas von Stein zu Trebsau die Burg. Seit dieser Zeit heißt der Ort, der bis zu diesem Zeitpunkt Rackendorf genannt wurde, Roggenstein. Im Jahre 1543 kaufte Thomas von Reitzenstein das Lehen Roggenstein. 1557 folgte Sigmund Nankenreuther zu Schretz, 1579 Joachim von Kindsberg zu Werdenberg und 1584 die Giech. 1626 hat Martha von Giech das Landsassengut inne, 1659 nennen die Urkunden einen Druckmiller und seit den Jahren 1748/49 die Freiherrn von Eberts.

Erwin Lang: Die Kapelle auf dem Steinbühl bei Roggenstein. In Kirchenführer zu Kirchen und Kapellen in der Stadt und Großgemeinde Vohenstrauß. (= Streifzüge – Beiträge zur Heimatkunde und Heimatgeschichte der Stadt und Großgemeinde Vohenstrauß und Umgebung, 15. Jahrgang, 2000, Heft 22), S. 73.

Steuerdistrikt Das Königreich Bayern wurde 1808 in 15 Kreise eingeteilt. Diese Kreise wurden nach französischem Vorbild nach Flüssen benannt (Naabkreis, Regenkreis, Unterdonaukreis usw.).Ernst Emmering, Die Regierung der Oberpfalz, Geschichte einer bayerischen Mittelbehörde, Beiträge zur Geschichte und Landeskunde der Oberpfalz, Heft 20, Regensburg 1981, S. 12 ff.

Die Kreise gliederten sich in Landgerichtsbezirke. Die Bezirke wiederum sollten in einzelne Gemeindegebiete eingeteilt werden. 1808 wurde das Landgericht Vohenstrauß in 47 Steuerdistrikte eingeteilt. Einer davon war der Distrikt Roggenstein mit den Dörfern Lämersdorf, Roggenstein, Trauschendorf und den Einöden Abdeckerei und Hammerhäusl (Hammer).

Gemeinde Roggenstein

1821 entstand die eigenständige Gemeinde Roggenstein mit Schleif. 1938 wurde die gut 115 Hektar große Gemeinde Lämersdorf nach Roggenstein eingegliedert. Außer dem Hauptort Roggenstein gehörten noch die Orte Binnermühle, Hammer, Lämersdorf (seit 1938), Luhmühle, Oberschleif, Unterschleif und Zieglhütte zur Gemeinde Roggenstein. Mit Wirkung vom 1. Januar 1972 erfolgte die Auflösung der Gemeinde Roggenstein. Sie wurde in die Stadt Vohenstrauß eingegliedert.

Einwohnerentwicklung + Roggenstein Jahr Einwohner Gebäude 1838 385 52 1876 394 76 1885 476 80 1900 359 77 1913 359 60 1928 328 61 1950 329 60 1961 248 77 1973 267 k. A. 1987 270 88 2011 270 k. A. 2017 334 2025 318

+ Gemeindegebiet Jahr Einwohner Gemeindeteile mit Einwohnerzahl in Klammern () 1838 1268 Albershofer Mühle (6), Herrenmühl (6), Höll (121), Kaimling (351), Lämmersdorf (50), Muglhof (128), Oedenthal (24), Schleifgrung (114), Trauschendorf (73), Zeßmannsriet (12) 1876 491 Abdeckerei (8), Hammer (49), Luhmühle (8), Oberschleif (19), Roggenstein (394), Unterschleif (8), Zieglhütte (5) 1885 559 Abdeckerei (7), Hammer (44), Luhmühle (7), Oberschleif (17), Roggenstein (476), Unterschleif (5), Zieglhütte (3) 1900 420 Abdeckerei (3), Hammer (28), Luhmühle (8), Oberschleif (12), Roggenstein (359), Unterschleif (4), Zieglhütte (6) 1913 Abdeckerei (), Hammer(-mühle) (27), Luhmühle (8), Oberschleif (30), Roggenstein (359), Unterschleif (10), Zieglhütte () 1928 383 Abdeckerei (6), Hammer (20), Luhmühle (5), Oberschleif (12), Roggenstein (328), Unterschleif (5), Zieglhütte (7)https://daten.digitale-sammlungen.de/0005/bsb00052487/images/index.html?id=00052487&groesser=&fip=193.174.98.30&no=&seite=565 1950 432 Binnermühle (ehm. Abdeckerei) (7), Hammer (13), Lämmersdorf (55) Luhmühle (9), Oberschleif (6), Roggenstein (329), Unterschleif (9), Zieglhütte (4) 1961 347 Binnermühle (10), Hammer (7), Lämmersdorf (50) Luhmühle (2), Oberschleif (5), Roggenstein (248), Unterschleif (5), Zieglhütte (20) 1973 359 Binnermühle (6), Hammer (5), Lämmersdorf (47) Luhmühle (4), Oberschleif (7), Roggenstein (267), Unterschleif (3), Zieglhütte (20) 1987 352 Binnermühle (7), Hammer (6), Lämmersdorf (47) Luhmühle (5), Oberschleif (14), Roggenstein (267), Unterschleif (1), Zieglhütte (2) 2011 349 k. A.

Religionen Christentum Hier befindet sich die seit 1350 bezeugte Pfarrei Roggenstein mit der Kirche St. Erhard.

Zudem gibt es eine Kapelle auf dem Steinbühl, die zu Ehre Gottes erbaut wurde. Diese wurde von Georg Fiedler aufgrund eines Gelübdes errichtet. Sein Sohn sollte heil aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehren. 1925 wurde die Kapelle unter Mithilfe der Roggensteiner Bürger errichtet. Ein Kapuzinerpater weihte die Kapelle im Rahmen eines Missionsfestes. Am letzten Sonntag im Mai findet von der Pfarrkirche in Roggenstein zu der Kapelle eine Lichterprozession mit anschließender Maiandacht statt. Die Kapelle wurde von ihrem neuen Besitzer, Hans Ram aus Irchenrieth, renoviert. Der Großteil der Bevölkerung Roggensteins ist römisch-katholisch. Nachdem in den Vorjahren nur Einwohner römisch-katholischer Konfession gelistet waren, wurde 1925 ein evangelisch lutherischer Einwohner gezählt. Im Jahr 2022 waren 73,7 % der Einwohner der Stadt Vohenstrauß Mitglied der römisch-katholischen und 10,6 % der evangelisch lutherischen Kirche.

Judentum In Roggenstein lebte 1823 der Hopfen- , Pech- und Tuchhändler Hirsch Löwy Bloch. Er, seine Frau, seine beiden Töchter, sein Sohn und sein Diensbote waren Teil der israelischen Gemeinde in Floß. Im Orschaftenverzeichnis sind zuletzt 1874 4 Juden aufgelistert. Diese tauchen in der Statistik von 1888 nicht mehr auf.https://www.heimatforschung-regensburg.de/2349/1/1051823_DTL1864.pdf Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Burgruine Schloss Roggenstein

mini|Ruine des Schlosses Roggenstein Als Schloss Roggenstein wird der zweite Burg- oder Schlossplatz bezeichnet (Muglhofer Straße 11 und 13). Es handelt sich hierbei um zwei Objekte, die mittelalterliche Burgruine Roggenstein und das frühneuzeitlichen Schloss. Die Stelle ist als Bodendenkmal Nummer D-3-6339-0017 als „mittelalterliche Burgruine und das dortige frühneuzeitlichen Schloss Roggenstein“Denkmalliste von Vohenstrauß geschützt. Burgstall Altes Haus

mini|Lageplan der beiden Burgen und des „Schlösschens“ in Roggenstein Der Burgstall Altes Haus ist eine abgegangene mittelalterliche Höhenburg am Talrand der Luhe wenige Meter südöstlich der Wendelinstraße bzw. südlich der Althausstraße in Roggenstein. Bei dieser Burganlage wird vermutet, dass es sich um die erste Burg in Roggenstein und den Stammsitz der seit dem 12. Jahrhundert bezeugten Herren von Rackendorf, dem heutigen Roggendorf, handelt.Armin Stroh: Die vor- und frühgeschichtlichen Geländedenkmäler der Oberpfalz, S. 233 Erhalten haben sich von der einstigen Burg nur noch ein partieller Ringgraben mit Außenwall. Die Stelle ist als Bodendenkmal Nummer D-3-6339-0016 „mittelalterlicher Burgstall“ (PDF; 1 MB) geschützt. Bräuhaus Das ehemalige Bräuhaus wurde 1720 gebaut, ist jedoch im Kern älter. Es ist ein zweiflügeliger Krüppelwalmdachbau. Johann Baptist von Eberz baute den Wirtschaftshof zu einem Wohnhaus aus, das heute noch existiert. 1861 kaufte ein Voith, der mit Franziska, Tochter des Johann Baptist, verheiratet war, die Hofstelle mit Brauerei. Um das Jahr 1900 wurde vor diesem ein Taubenkobel errichtet. Kreuzstein Der Kreuzstein ist ein Steinkreuz nahe des Ortsausganges nach Zieglmühle in einem Vorgarten. Das Kreuz aht weder Zeichen noch eine Inschrift. Es befand sich ursprünglich an der alten Straße nach Vohenstrauß und wurde an den heutigen Standort versetzt. Pfarrkirche St. Erhard

Die Pfarrkirche St. Erhard ist ein römisch-katholisches Kirchengebäude im Dekanat Leuchtenberg im Bistum Regensburg. Die Pfarrkirche wurde 1720 erstmals umgebaut und vergrößert. Da die alte Pfarrkirche von Roggenstein sowohl 1788 als auch 1873 Opfer von zwei Bränden und danach nur notdürftig instandbesetzt wurde, wurde das Kirchengebäude abgerissen.

An gleicher Stelle wurde im Jahr 1911 der Grundstein für die heutige Kirche gelegt. Errichtet wurde sie nach den Plänen des Architekten Heinrich Hauberrisser im neubarocken Stil. Eine unter dem Altarraum und der Sakristei befindliche Gruft, welche gut erhaltene Särge des früheren Adels enthielt, wurde bei den Arbeiten zugeschüttet.

Geweiht wurde die neue Pfarrkirche durch den Regensburger Bischof Antonius von Henle am 20. Juni 1914. Der Friedhof um die Kirche war bereits 1900 zu Gunsten eines neuen beseitigt worden; auf die Sicherung alter Grabsteine wurde vergessen.

Vereine FC Roggenstein Der FC Roggenstein ist ein 1920 gegründeter Fußballclub. Die Vereinsfarben sind Lila und weiß. Er spielt derzeit in der B-Klasse. Der Verein trainiert auf dem Fußballplatz nordwestlich von Kirche und Friedhof.

Freiwillige Feuerwehr Roggenstein Die Freiwillige Feuerwehr Roggenstein wurde am 3. März 1875 gegründet. Sie feierte 2025 ihr 150-jähriges Bestehen. mini|Feuerwehrhaus (2016)

Jugendkapelle Roggenstein Auf Anregung von Erwin Lang hin, wurde 1971 die aus mehr als 20 Kindern und Jugendlichen bestehende Jugendblaskapelle gegründet. Mittlerweile musizieren auch Erwachsene. Schützengesellschaft Edelweiß Roggenstein Die Schützengesellschaft Edelweiß Roggenstein wurde 1923 gegründet. Das Vereinsheim befindet sich in Lämmersdorf, auch wenn der Verein den Ort Roggenstein im Namen trägt.

Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur Wirtschaft