mini|Das Basler Tramnetz wird sowohl von den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) als auch der Baselland Transport AG (BLT) bedient

Die Strassenbahn Basel (Basler Tram, baseldeutsch auch s Drämli genannt) ist der wichtigste Träger des öffentlichen Nahverkehrs in Basel. Es ist weltweit das einzige Strassenbahnnetz, das sich über drei Staaten erstreckt. Das Netz misst 79 Kilometer. Ausbaupläne sehen die Erweiterung um rund 14 Kilometer vor.

Zuständige Unternehmen für den Trambetrieb sind die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) und die Baselland Transport AG (BLT). Mit dem innerstädtischen Tramnetz verknüpft sind die als Eisenbahn konzessionierten Aussenstrecken Basel–Aesch, Basel–Dornach, Basel–Pratteln und Basel–Rodersdorf, für deren Infrastruktur die BLT verantwortlich ist.

Vorläufer des Basler Trams waren die ab 1881 verkehrenden Pferdeomnibusse.Stephan Appenzeller: Basel und sein Tram., 1995, S. 22–23. Das erste elektrische Tram verkehrte am 6. Mai 1895 zwischen dem Centralbahnplatz (Bahnhof SBB) und dem alten Badischen Bahnhof (heute Messeplatz).Strecke: (Alter) Badischer Bahnhof (1895) auf g-st.ch Die BVB ging 1946 aus dem Vorgängerunternehmen Basler Strassen-Bahnen (B.St.B.) hervor.

Linien und Betrieb

Regelbetrieb und Nachtnetz Die Basler Trams verkehren täglich von ca. 05:00 bis 01:00 Uhr am darauffolgenden Tag. In den Hauptverkehrszeiten von Montag bis Samstag fährt man jeweils im 7,5-Minuten-Takt, an Sonntagen alle 10 Minuten. In den Nebenverkehrszeiten wird täglich ein 15-Minuten-Takt angeboten. Abweichende Takte ergeben sich auf denjenigen Streckenabschnitten, welche nicht von jedem Kurs bedient werden wie beispielsweise zwischen Ettingen und Rodersdorf auf der Linie 10. Die Einsatzlinien verkehren ausserdem nicht täglich während der gesamten Betriebszeit. Als Einsatzlinien werden allgemein die Linien 12, 17 und 21 bezeichnet, dasselbe gilt für die Linie 1 auf dem Streckenabschnitt Bahnhof SBB – Badischer Bahnhof sowie die Linie 2 auf dem Abschnitt Badischer Bahnhof – Riehen Dorf/Fondation Beyeler.

Das aktuelle Tramliniennetz von Basel besteht aus 13 Linien, von denen neun durch die BVB und vier durch die BLT bedient werden (Stand: Fahrplanjahr 2022): Betreiber Linie Strecke LängeBVB-Geschäftsbericht 2017, Linienstatistik, S. 20Medienmitteilung des Bau- und Verkehrsdepartements des Kantons Basel-Stadt Stationen Fahrzeit Eröffnung letzte Neuerung Verlauf x20px|Logo der Basler Verkehrs-Betriebe 1 Dreirosenbrücke – Bahnhof SBB (– Badischer Bahnhof) 7,272 km 13 (20) 27 / 26 Minuten 6. Mai 1895 30. Juni 2001 x20px|Linie 1 x20px|Logo der Basler Verkehrs-Betriebe 2 Binningen Kronenplatz – Badischer Bahnhof (- Eglisee – Riehen Fondation Beyeler) 6,009 km 16 (26) 21 / 22 (32 / 33) Minuten 14. April 1897 17. Mai 2021 x20px|Linie 2 x20px|Logo der Basler Verkehrs-Betriebe 3 (Gare de Saint-Louis (F) –) Burgfelderhof – Birsfelden Hard 9,509 km 25 32 / 32 Minuten 10. Mai 1897 9. Dezember 2017 x20px|Linie 3 20px|Logo der Basler Verkehrs-Betriebe 6 Allschwil Dorf – Riehen Grenze 12,592 km 35 40 / 39 Minuten 1. Juli 1905 1. August 2002 x20px|Linie 6 20px|Logo der Basler Verkehrs-Betriebe 8 Neuweilerstrasse – Kleinhüningen (– Weil am Rhein Bahnhof/Zentrum (D)) 10,211 km 30 34 / 36 Minuten 5. Juli 1912 14. Dezember 2014 x20px|Linie 8 35px|Logo der Baselland Transport AG 10 Dornach Bahnhof – Ettingen Dorf (– Flüh Station – Rodersdorf Station) 25,974 km 34 (38 / 40) 62 / 63 Minuten 6. Oktober 1902 30. Juni 2001 x15px|Linie 10 35px|Logo der Baselland Transport AG 11 Saint-Louis Grenze – Aesch Dorf 14,235 km 34 44 / 43 Minuten 7. Dezember 1907 14. Oktober 2002 x15px|Linie 11 35px|Logo der Baselland Transport AG 12 Theater – Reinach Süd 11,600 km 29 29 / 29 Minuten 14. Oktober 2002 13. Dezember 2025 x15px|Linie E11 20px|Logo der Basler Verkehrs-Betriebe 14 Dreirosenbrücke – Pratteln Schlossstrasse 12,811 km 31 38 / 38 Minuten 1. April 1916 30. Juni 2001 x20px|Linie 14 20px|Logo der Basler Verkehrs-Betriebe 15 Bruderholz – Messeplatz(direkter Übergang zw. Linien 15 und 16 in Bruderholz) 5,365 km 21 17 / 22 Minuten 17. Dezember 1910 30. Juni 2001 x20px|Linie 15 20px|Logo der Basler Verkehrs-Betriebe 16 Bruderholz – Schifflände 5,484 km 18 20 / 21 Minuten 15. Mai 1930 16. Oktober 1972 x20px|Linie 16 35px|Logo der Baselland Transport AG 17 Ettingen Dorf – Schifflände (– Wiesenplatz) 12,215 km 18 (26) 34 / 36 Minuten 1. Januar 1975 25. Oktober 1986 x15px|Linie 17 20px|Logo der Basler Verkehrs-Betriebe 21 Bahnhof St. Johann – Badischer Bahnhof 3,451 km 10 11 / 11 Minuten 18. Februar 2002 9. März 2009 x20px|Linie 21 Orange unterlegte Linien sind Einsatzlinien.Die Anzahl der Stationen in Klammern beziehen sich auf verkürzte Linienführungen.Die Angaben zur Fahrzeit beziehen sich jeweils auf den längsten Streckenverlauf einer Linie. Die Fahrzeiten für die angegebene Fahrtrichtung und die Gegenrichtung sind getrennt dargestellt.

In den Nächten von Freitag auf Samstag sowie Samstag auf Sonntag bieten die BVB und BLT im Nachtverkehr insgesamt vier Nacht-Tramlinien an, wobei die beiden Linien der BVB betrieblich am Barfüsserplatz, diejenigen der BLT am Theater miteinander verknüpft sind. In beiden Nächten verkehren je drei Kurse, jeweils mit Abfahrt um 01:30, 02:30 und 03:30 Uhr ab Theater respektive Barfüsserplatz:

Betreiber Linie Strecke Stationen 20px|Logo der Basler Verkehrs-Betriebe N6 Barfüsserplatz – Riehen Grenze 21 35px|Logo der Baselland Transport AG N10 Theater – Ettingen Dorf 15 35px|Logo der Baselland Transport AG N11 Theater – Reinach Süd 22 20px|Logo der Basler Verkehrs-Betriebe N14 Barfüsserplatz – Pratteln Schlossstrasse 20

Sonderbetrieb Betriebliche Änderungen ergeben sich bei wiederkehrenden Grossanlässen wie der Basler Fasnacht, der Herbstmesse, der Bundesfeier am Rhein, bei Pokalfeiern des FC Basel oder aber während Baustellen. Insbesondere bei Ereignissen, welche die Innenstadtachse betreffen, kann es zu grossräumigen Änderungen im Betrieb kommen. So setzen die BVB und BLT alleine an den drei Basler Fasnachtstagen zwei verschiedene Betriebskonzepte um: Jeweils für die Zeit des «Cortège» am Montag und Mittwoch sowie für das «Gässle» am Montag- und Mittwochabend sowie ab Dienstagmittag.

Während Grossanlässen setzen sowohl BLT wie auch BVB Sonderkurse ein und bieten teils verlängerte Betriebszeiten an. So verkehren beispielsweise an den drei Basler Fasnachtstagen auf der Linie 10 fast durchgehend Tramkurse in Richtung Landschaft und zurück. Vor und nach Spielen im St. Jakob-Park werden neben Bus- auch zahlreiche Tram-Extrakurse geführt, diese Kurse der Linie 14 verkehren in der Regel zwischen St. Jakob und der Schifflände.

Vorgeschichte mini|Plan des französischen Büros Féral & von Pirch für ein Pferde-Tramwaynetz aus dem Jahre 1880.

Basel durfte als erste Schweizer Stadt die Eisenbahn begrüssen, als am 15. Juni 1844 der erste Zug im provisorischen Bahnhof an der Vogesenstrasse einfuhr. Zehn Jahre später öffnete der provisorische Centralbahnhof in der Nähe des Aeschenplatzes und 1855 der erste Badische Bahnhof auf dem Areal des heutigen Messeplatzes seine Pforten. Von den drei ausserhalb gelegenen Bahnhöfen aus gelangte man zu Fuss, mit Pferdefuhrwerken oder Postkutschen in die Innenstadt. Die von Pferden gezogenen Wagen kann man somit als historische Vorläufer des heutigen Trams ansehen. Diese Art der Fortbewegung blieb wegen den hohen Preisen jedoch den wohlhabenderen Personen vorbehalten.Stephan Appenzeller: Basel und sein Tram., 1995, S. 12–13.

Nachdem 1853 die Basler Droschkenanstalt gegründet wurde, verkehrten ab dem 1. Mai 1854 achtzehn Droschken. Acht Jahre später verkauften die Aktionäre das Unternehmen weiter. Dem aufkommenden Konkurrenzkampf zwischen Lohnkutschern und der Droschkenanstalt folgten Vorschriften der Regierung, welche am 28. August 1856 in Kraft traten. In den 1860er und 1870er Jahren erlebte die Droschkennutzung ihre Blütezeit.Stephan Appenzeller: Basel und sein Tram., 1995, S. 13–14. Ab dem 11. Juni 1881 verkehrten zusätzlich Pferdeomnibusse, schweizerdeutsch – analog zu Pferdestrassenbahnen – Rösslitram genannt. Sie wurden vom Unternehmen Tram-Omnibus Basel auf einem sich rege verändernden Netz betrieben, hauptsächlich jedoch auf der Stammlinie zwischen den beiden wichtigsten Bahnhöfen der Stadt. Während der gesamten Betriebszeit hatte die Gesellschaft jedoch mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Mit der 1892 beschlossenen Einführung der Strassenbahn endete auch die Zeit der Basler Pferdeomnibusse.Stephan Appenzeller: Basel und sein Tram., 1995, S. 22–26.

Zwischen 1874 und 1882 wurden in Basel zehn Konzessionsgesuche eingereicht, die den Bau einer Pferde-Strassenbahn vorsahen. Die Projekte sahen allesamt eine Verbindung zwischen dem Centralbahnhof und dem Badischen Bahnhof vor, daneben Aussenäste in die Vororte. Namentlich werden dabei Birsfelden, Allschwil, das damals noch eigenständige Fischerdorf Kleinhüningen und die deutsche Nachbarstadt Sankt Ludwig genannt.Stephan Appenzeller: Basel und sein Tram., 1995, S. 16–17.

Geschichte mini|Historisches Betriebsgebäude auf dem Kannenfeldplatz

Forderungen nach einer schienengebundenen Strassenbahn kamen Ende der 1880er Jahre auf. Einer der prägendsten Vorstösse wurde am 24. Januar 1890 vorgestellt, dieser handelte vom Aufbau eines ungefähr sternförmig verlaufenden, vom Marktplatz ausgehenden Strassenbahnnetzes. Von Anfang an planten die Projektverantwortlichen rund um den ersten Direktor der Birsigthalbahn, John Brüstlein, einen Betrieb mit Elektrizität, allerdings ohne Oberleitungen, sondern mittels Akkus. Für das vorgesehene Netz hätten in der Basler Altstadt einige einschneidende Korrekturen und Strassenneubauten vorgenommen werden müssen.Stephan Appenzeller: Basel und sein Tram., 1995, S. 34. Ein vom Basler Regierungsrat in Auftrag gegebenes Gutachten aus Zürich sorgte für zwei weitere prägende Entscheidungen. Zum einen sollte sich die Basler Strassenbahn von Beginn an nicht in privater, sondern kantonaler Obhut befinden. Und das Liniennetz solle den bestehenden Strassen folgen, sodass sich ein «Mittelpunkt» Barfüsserplatz anbiete.Stephan Appenzeller: Basel und sein Tram., 1995, S. 34–35.

Da sich die politischen Kreise nicht einig waren über die Betriebsart, elektrisch gegenüber Pferdetram, die Ausführung der elektrisch betriebenen Strassenbahn mittels Oberleitungen oder Akkumulatoren und die Priorität des Baus selbst umstritten war, verzögerte sich das Projekt zu Beginn. Zunächst rechnete die Regierung nach einem grossrätlichen Beschluss mit der Eröffnung einer pferdebetriebenen Strassenbahn Ende 1893 bis Anfang 1894. Da diese Antriebsform aber bald als veraltet angesehen wurde, sah man wieder von den ursprünglichen Plänen ab. Im März 1894 legte die Regierung dem Grossen Rat ein Projekt zum Bau einer elektrischen Strassenbahn vor, die ersten Bauarbeiten begannen im Sommer desselben Jahres.Stephan Appenzeller: Basel und sein Tram., 1995, S. 35–41. Am 6. März 1895 nahm die Basler Strassenbahn ihren Betrieb auf der Strecke Centralbahnhof – Barfüsserplatz – Claraplatz – Badischer Bahnhof auf. In den nächsten Jahrzehnten wurde das Netz kontinuierlich erweitert, wobei auf Grund der geografischen Besonderheiten auch Strecken ins nahegelegene Ausland und den angrenzenden Kanton Basel-Landschaft gebaut wurden.