Knöhr & Burchard Nfl. ist eine seit 1814 in Hamburg bestehende Reederei und Schiffsmaklerei.
Geschichte Die ersten hundert Jahre mini|Die Bark Isebek (1910–1923 für Knöhr & Burchard in Fahrt) mini|Das Vollschiff Wandsbek, im Mai 1900 bei Kap Lizard auf Grund gelaufen Das Unternehmen geht auf ein am 23. Juni 1814 von Johann Daniel Schirmer (1762–1839), Christian Ludwig Knöhr (1788–1865)Genealogy.net und Hinrich Matthias Burchard (1778–1845) in Hamburg gegründetes Schiffsmaklerbüro zurück. Der „Johann Daniel Schirmer“ genannte Betrieb wurde nach Schirmers Tod im Jahr 1839 von den beiden Mitarbeitern weitergeführt und zunächst in C. L. Knöhr & H. M. Burchard, Joh. Dan. Schirmer’s Nachfolger, etwas darauf in Knöhr & Burchard, Joh. Dan. Schirmer’s Nachfolger und kurze Zeit später schließlich in Knöhr & Burchard umbenannt. Bis 1842 wurden ausschließlich Schiffe nach Großbritannien abgefertigt, danach auch solche nach Schweden, Spanien, Westindien, zu den La-Plata-Häfen, nach Chile und nach Ostindien. Nach dem Tod von Hinrich Matthias Burchard im Jahre 1849 wurde der bereits seit zwölf Jahren in der Firma tätige Christian Gustav Gabel zunächst neuer Teilhaber und 1850 Direktor. Gabel erwarb 1850 das erste für die Reederei eingesetzte Schiff, die hölzerne Bark Elise. Am 3. November 1855 gründete das Unternehmen mit Nicolaus Otto Bieber, Hansing & Co., Hinsch & Co. (Joachim David Hinsch) und D. F. Schmidt die Hamburg-Brasilianische Dampfschiffahrts-Gesellschaft, das Vorgängerunternehmen der Hamburg Südamerikanischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft. 1857 beteiligte sich das Unternehmen an der federführend von H. Jochheim und H. W. de la Camp gegründeten Hamburg-Mexikanischen Packetfahrt, die aber keine eigenen Schiffe betrieb und auch nur bis 1867 bestand. 1860 wurde Christian Ludwig Knöhr jr. und 1866 Hinrich Matthias Burchard jr. Teilhaber. Burchard jr. starb bereits ein Jahr nach seiner Teilhaberschaft und Knöhr jr. 1871, woraufhin Gabel bis zu seiner eigenen Reedereigründung und dem darauf folgenden Weggang aus der Firma im Jahr 1889 Alleininhaber des Unternehmens blieb.
Ab 1862 begann das Unternehmen mit der Bereederung von Segel- und Dampfschiffen. Weitere zehn Jahre darauf brachten Knöhr & Burchard und die Segelschiffsreederei H.H. Eggers die Gründung der Deutschen Dampfschiffahrtsgesellschaft Kosmos auf den Weg. 1888 wurde auf Initiative der Reederei die Deutsch-Australische Dampfschiffs-Gesellschaft (DADG) gegründet, die sich 1921 mit der DDG Kosmos zusammenschloss. Zum 1. Januar 1890 übernahm der seit 1867 in der Firma tätige Jacob Meyer das Unternehmen. Er änderte den Namen auf Knöhr & Burchard Nfl. und leitete mit der 1890 angekauften City of Lucknow, die in Reinbek umbenannt wurde, eine Schiffsnamenstradition ein. Nahezu alle folgenden Schiffe der Reedereiflotte erhielten Namen, die auf ...bek endeten. Zum 1. Juli 1894 wurden Martin Herrmann Adolph Elvers und Friedrich August Emil Zimmer Teilhaber. Nach dem Tode von Jacob Meyer am 11. Oktober 1896 übernahm dessen Witwe zunächst dessen Anteile, schied jedoch gemeinsam mit Elvers zum 1. Januar 1905 aus der Firma aus, woraufhin Zimmer Alleininhaber wurde. Vergleichbar einem Korrespondentmakler wurden um 1900 neben dem eigenen Reedereibetrieb rund 60 andere, meist kleinere dänische Segelschiffe, betreut.
1903 beteiligte sich das Unternehmen an der Reederei Germania Walfang- und Fischindustrie A.-G. in Hamburg, die mit zwei kleinen Fangdampfern nach Jahrzehnten deutscher Inaktivität einen Neueinstieg in den Walfang vor Island unternahm, ihn allerdings wegen mangelnder Rentabilität wieder abbrach.
Nach dem Tod F. A. E. Zimmers im Jahr 1913 ging das Unternehmen auf dessen Sohn F. A. M. Zimmer über.
Erster und Zweiter Weltkrieg mini|Ein unter anderem an die versenkte Thielbek erinnernder Gedenkstein Zu Beginn des Ersten Weltkriegs verfügte die Reederei über eine Flotte von 17 Segelschiffen zwischen 3000 und 4500 Tonnen. Zum 1. Januar 1918 trat Carl J. J. P Aldag als Mitinhaber in die Reederei ein. Nach dem Ende des Krieges musste die Reederei die gesamte verbliebene Flotte an die Siegermächte abliefern und begann in den 1920er Jahren mit dem Wiederaufbau. Knöhr & Burchard Nfl. setzte dabei nur noch Dampfschiffe in der Größenordnung von 2500 bis 6500 Tonnen in ihrer Flotte ein. Neben dem Reedereibetrieb und der Befrachtung arbeitete Knöhr & Burchard als Agent zahlreicher Linienreedereien, wie Halcyon-Line, Osaka Shosen Kaisha, Currie-Line, Horn-Linie und der HAPAG sowie als Kontinentalvertretung der Bugsier-, Reederei- und Bergungsgesellschaft. Während des Zweiten Weltkrieges gingen mehrere Schiffe der Flotte verloren, darunter der kurz vor Kriegsende in der Neustädter Bucht von britischen Flugzeugen mit etwa 2800 KZ-Häftlingen an Bord versenkte Dampfer Thielbek. Der Rest der Flotte musste nach Kriegsende erneut abgeliefert werden.
Nachkriegsentwicklung mini|Die 1951 erbaute Flottbek als Constantinos 1973 in Hamburg Es dauerte bis zum Jahr 1948, bis Knöhr & Burchard zunächst das Agenturgeschäft wieder aufnehmen konnte. Der versenkte Dampfer Thielbek wurde gehoben, bei der Lübecker Maschinenbau Gesellschaft repariert und am 19. Juli 1950 unter dem neuen Namen Reinbek wieder in Fahrt gesetzt. Im Laufe der 1950er Jahre folgte der Wiederaufbau einer aus 19 Frachtdampfern, Frachtmotorschiffen sowie Motortankern bestehenden Reedereiflotte. Besonders viele Charterverträge dieser Jahre wurden mit der Koninklijke Nederlandsche Stoomboot Maatschappij (KNSM) geschlossen. 1963 übernahmen die Prokuristen Gerd und Joachim Aldag, beides Söhne des langjährigen Gesellschafters Carl Aldag, Anteile des Unternehmens. mini|Die Reinbek Nachdem Knöhr & Burchard schon in den 1950er Jahren als Korrespondentreeder für die Tanker Diana M., Michael M., Isebek und Osterbek arbeitete, begann das Unternehmen 1968 auf Anregung Gerd Aldags mit dem Bau und der Bereederung eigener Chemikalientankern für die kleine und mittlere Fahrt. 1973 hatte sich die Frachterflotte von Knöhr & Burchard auf ein einziges Schiff reduziert. Die Dalbek wurde schließlich in Daniel (nach dem Firmengründer Schirmer) umbenannt, nach Zypern ausgeflaggt und bis 1978 weiterbetrieben. Im Jahr 1974 starb Joachim Aldag, woraufhin Gerd Aldag Alleininhaber von Knöhr & Burchard wurde. Ab 1986 arbeiteten Knöhr & Burchard und die Tankerreederei Christian F. Ahrenkiel in der gemeinsamen Befrachtungsorganisation United Chemical Transport (U.C.T.) zusammen und im Jahr darauf stieg Knöhr & Burchard mit einem bereederten Schiff erneut in die zwischenzeitlich unterbrochene Trockenschifffahrt ein.
Im Jahr 2004 übernahm Günther Kordts, der schon seine Ausbildung bei Knöhr & Burchard begonnen hatte, Anteile des Unternehmens und im Jahr darauf übernahm die Reederei das Management für die Eilbek-Klasse, vier 1600-TEU-Containerschiffe mit traditioneller Namensgebung – Eilbek, Reinbek, Flottbek und Barmbek.
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