hochkant|mini|Offizielles Berlinale-Plakat 2013 hochkant|mini|Berlinale-Programm und -Kinokarten der 63. Auflage
Die 63. Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) fanden vom 7. bis 17. Februar 2013 statt. Sie zählen gemeinsam mit Cannes und Venedig zu den bedeutendsten Filmfestivals der Welt und standen zum zwölften Mal unter der Leitung von Dieter Kosslick. Mit dem Goldenen Bären, dem Hauptpreis des Filmfestivals, wurde der rumänische Beitrag Mutter & Sohn (Englischsprachiger Festivaltitel: Child’s Pose) von Călin Peter Netzer ausgezeichnet.Preise der Internationalen Jury. berlinale.de; abgerufen am 16. Februar 2013.
In den offiziellen Sektionen, darunter der Internationale Wettbewerb, wurden ab Dezember 2012 die ersten Filmbeiträge bekannt gegeben. Das endgültige Programm mit insgesamt 404 Filmproduktionen wurde offiziell am 28. Januar 2013 präsentiert. berlinale.de, 28. Januar 2013; abgerufen am 7. Februar 2013. Eröffnet wurde das Festival mit Wong Kar-Wais Martial-Arts-Film The Grandmaster, der außer Konkurrenz gezeigt wurde. berlinale.de, 19. Dezember 2012; abgerufen am 22. Dezember 2012. Eine Neuerung 2013 war die Gründung einer Sonderreihe, die sich den filmischen Erzählungen indigener Völker auf der ganzen Welt widmen soll (NATIVe – A Journey into Indigenous Cinema). Die Retrospektive wurde um die Berlinale Classics erweitert, die aktuelle Restaurierungen von Filmklassikern bzw. restaurierte wiederentdeckte Filme vorstellt.
Als Moderatorin für die Eröffnungsgala wurde die deutsche Komikerin und Schauspielerin Anke Engelke verpflichtet. Engelke war bereits von 2003 bis 2005 und von 2010 bis 2012 Berlinale-Moderatorin gewesen. Die Berlinale-Eröffnungsgala wurde live vom Fernsehsender 3sat übertragen. berlinale.de, 6. Februar 2013; abgerufen am 7. Februar 2013.
Bereits als Gewinner stand der französische Dokumentarfilmregisseur Claude Lanzmann fest, der mit dem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. berlinale.de, abgerufen am 22. Dezember 2012. Lanzmann schuf mit Warum Israel (1973), Shoah (1985) und Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr (2001) eine hochgelobte Filmtrilogie über die Existenz Israels.Claude Lanzmann. In: Internationales Biographisches Archiv 05/2011 vom 1. Februar 2011, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 48/2012 (abgerufen via Munzinger Online). Für den fast zehnstündigen Dokumentarfilm Shoah über die systematische Vernichtung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten wurde er unter anderem auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin 1986 mehrfach preisgekrönt. Mit der Berlinale Kamera wurden die italienische Schauspielerin und Filmemacherin Isabella Rossellini sowie der deutsche Filmregisseur Rosa von Praunheim ausgezeichnet.
Offizielle Sektionen Internationaler Wettbewerb Internationale Jury hochkant|mini|Jurypräsident Wong Kar-Wai Als Jurypräsident der Berlinale 2013 wurde Ende August 2012 der Chinese Wong Kar-Wai präsentiert. berlinale.de, 28. August 2012; abgerufen am 22. Dezember 2012. Der in Shanghai und Hongkong aufgewachsene Regisseur debütierte Ende der 1980er-Jahre mit Arbeiten im Hongkonger Actionkino. Einem breiten internationalen Publikum wurde Wong erst durch sein Melodram In the Mood for Love bekannt, das auf den 53. Internationalen Filmfestspielen von Cannes im Jahr 2000 preisgekrönt wurde. Ein Jahr später konkurrierte er mit Hua yang de nian hua erfolglos im Kurzfilmwettbewerb der Berlinale. 2006 war Wong Jurypräsident in Cannes und zeichnete Ken Loachs Historiendrama The Wind That Shakes the Barley mit dem Hauptpreis aus.
Dem Jurypräsidenten standen bei der Vergabe der Preise sechs Jurymitglieder zur Seite, die bei der offiziellen Vorstellung des Programms am 28. Januar 2013 benannt worden waren: stern.de, 28. Januar 2013.
Susanne Bier, dänische Filmregisseurin Andreas Dresen, deutscher Filmregisseur (Großer Preis der Jury 2002 für Halbe Treppe, Einladung in den Wettbewerb 1999 für Nachtgestalten) Ellen Kuras, US-amerikanische Kamerafrau und Dokumentarfilmerin Shirin Neshat, iranische Videokünstlerin, Fotografin und Filmemacherin Tim Robbins, US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur, Produzent und Autor (Einladung in den Berlinale-Wettbewerb 1996 für Dead Man Walking – Sein letzter Gang) Athina Rachel Tsangari, griechische Filmregisseurin und -produzentin
Filme 2013 zum wiederholten Mal in den Wettbewerb um den Goldenen Bären eingeladen Regisseur Einladungen Steven Soderbergh 4 Gus Van Sant 3 Hong Sang-soo, Jafar Panahi 2
mini|Länder, die im Wettbewerb um den Goldenen Bären für den besten Spielfilm vertreten sind (inkl. Koproduktionsländer) In den Internationalen Wettbewerb wurden 24 Filme aus 22 Ländern eingeladen. Die eingeladenen Filme wurden zwischen Dezember 2012 und Januar 2013 bekannt gegeben. Von ihnen werden fünf Produktionen außer Konkurrenz gezeigt. berlinale.de, 13. Dezember 2012; abgerufen am 22. Dezember 2012. berlinale.de, 11. Januar 2013; abgerufen am 12. Januar 2013. berlinale.de, 18. Januar 2013; abgerufen am 19. Januar 2013. Zugelassen für den Wettbewerb um den Goldenen Bären waren für Kinoauswertungen vorgesehene Spielfilme mit einer Laufzeit von mindestens 70 Minuten, die innerhalb der letzten 12 Monate vor Festivalbeginn fertiggestellt worden waren. Die eingereichten Beiträge durften vorab an keinem internationalen Festival teilgenommen haben, außerhalb ihres Ursprungslandes noch nicht kommerziell ausgewertet und nicht im Fernsehen noch Internet präsentiert werden. Bei deutschen Produktionen waren ausschließlich Uraufführungen vorgesehen. berlinale.de; abgerufen am 19. Januar 2013.
Wie in den Vorjahren stammten die meisten konkurrierenden Regiearbeiten aus Europa (zehn – den Russen Boris Chlebnikow miteingerechnet), gefolgt von Nordamerika (vier), Asien (drei), Afrika und Südamerika (je einer). Filme aus Ozeanien blieben wie im Vorjahr unberücksichtigt. Keiner der eingeladenen Filmemacher hatte in der Vergangenheit den Hauptpreis der Berlinale gewinnen können. Die Regisseure von 15 Filmen erhielten ihre erste Einladung in den Wettbewerb um den Goldenen Bären. Vier Filmemacher konkurrierten zum wiederholten Mal um den Hauptpreis, darunter Jafar Panahi. Der iranische Regisseur hatte 2006 für Offside den Großen Preis der Jury erhalten. Ab 2009 sah sich der regimekritische und eigenen Angaben zufolge der Opposition zugehörige Panahi den Verfolgungen der Behörden seines Landes ausgesetzt. Er wurde mehrfach inhaftiert und im Dezember 2010 von einem iranischen Gericht wegen „Propaganda gegen das System“ zu sechs Jahren Gefängnis und einem zwanzigjährigen Berufsverbot verurteilt. Daraufhin fanden während der Berlinale 2011, bei der Panahi als Jurymitglied hatte fungieren sollen, sowie im Folgejahr Solidarisierungsaktionen für ihn statt. Ende 2012 wurde Panahi der Sacharow-Preis für geistige Freiheit des Europäischen Parlaments zugesprochen.Jafar Panahi. In: Internationales Biographisches Archiv 13/2011 vom 29. März 2011, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 02/2013 (abgerufen via Munzinger Online).
Aus dem deutschsprachigen Raum erhielten zwei Regisseure Einladungen in den Wettbewerb. Der Österreicher Ulrich Seidl schloss mit Paradies: Hoffnung seine Paradies-Filmtrilogie ab, deren vorangegangenen Teile Liebe und Glaube bereits in die Wettbewerbe von Cannes und Venedig eingeladen worden waren. Der einzige Beitrag eines deutschen Regisseurs war der Western Gold von Thomas Arslan. Der Film spielt im Jahr 1897 in Kanada und erzählt von einer Gruppe deutscher Einwanderer, die sich auf den Weg von New York zu den Goldfeldern im kanadischen Yukon-Territorium begeben.Arslan, Thomas: revolver-film.blogspot.de, 11. März 2011; abgerufen am 12. Januar 2013.
Mit der Französin Emmanuelle Bercot, der in Südafrika geborenen Schwedin Pia Marais und der Polin Małgośka Szumowska erhielten drei Filmregisseurinnen Einladungen. Zwei Filmemacher (Fredrik Bond und Emir Baighasin) präsentieren ihre ersten Spielfilme.
Filmtitel (Verweistitel) Regie Land Darsteller (Auswahl) Aus dem Leben eines Schrottsammlers Bosnien und Herzegowina, Frankreich, Slowenien Senada Alimanović, Nazif Mujić, Sandra Mujić, Šemsa Mujić Camille Claudel 1915 Frankreich Juliette Binoche, Jean-Luc Vincent Gloria Chile, Spanien Paulina García, Sergio Hernández Gold Deutschland Nina Hoss, Marko Mandić, Uwe Bohm, Lars Rudolph, Peter Kurth, Rosa Enskat, Wolfgang Packhäuser Haewon und die Männer Hong Sang-soo Südkorea Jung Eun-chae, Lee Sun-kyun Im Namen des ... Polen Andrzej Chyra, Mateusz Kościukiewicz Lang lebe Charlie Countryman Vereinigte Staaten Shia LaBeouf, Evan Rachel Wood, Mads Mikkelsen, Til Schweiger, Rupert Grint, James Buckley Ein langes und glückliches Leben Russland Alexander Jazenko, Jewgeni Syty, Anna Kotowa Layla Fourie Deutschland, Südafrika, Frankreich, Niederlande Rayna Campbell, August Diehl, Rapule Hendricks Lehrstunden der Harmonie Kasachstan, Deutschland Timur Aidarbekow, Aslan Anarbajew, Muchtar Andassow Madame empfiehlt sich Frankreich Catherine Deneuve Mutter & Sohn Rumänien Luminița Gheorghiu, Bogdan Dumitrache, Florin Zamfirescu Die Nonne Frankreich, Deutschland, Belgien Pauline Étienne, Isabelle Huppert, Louise Bourgoin, Martina Gedeck Paradies: Hoffnung Österreich, Frankreich, Deutschland Melanie Lenz, Vivian Bartsch, Joseph Lorenz, Michael Thomas Pardé , Kambuzia Partovi Iran Kambuzia Partovi, Maryam Moghadam, Jafar Panahi, Hadi Saeedi, Azadeh Torabi, Agha Olia, Zeynab Khanum Prince Avalanche Vereinigte Staaten Paul Rudd, Emile Hirsch Promised Land Vereinigte Staaten Matt Damon, John Krasinski, Frances McDormand, Rosemarie DeWitt, Hal Holbrook Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen Vereinigte Staaten Jude Law, Rooney Mara, Catherine Zeta-Jones, Channing Tatum Vic + Flo haben einen Bären gesehen Kanada Pierrette Robitaille, Romane Bohringer, Marc-André Grondin
Außer Konkurrenz Außer Konkurrenz werden innerhalb des Wettbewerbsprogramms folgende Filme zu sehen sein:
Before Midnight – Regie: Richard Linklater (mit Ethan Hawke, Julie Delpy) The Croods – Regie: Kirk De Micc (Animationsfilm) Dark Blood – Regie: George Sluizer (mit River Phoenix, Judy Davis, Jonathan Pryce, Karen Black) The Grandmaster – Regie: Wong Kar-Wai (mit Tony Leung Chiu-wai, Zhang Ziyi, Chang Chen, Zhao Benshan) Nachtzug nach Lissabon – Regie: Bille August (mit Jeremy Irons, Mélanie Laurent, Jack Huston, Martina Gedeck, August Diehl, Christopher Lee, Charlotte Rampling)
Berlinale Shorts Im offiziellen Kurzfilmwettbewerb sind 27 Filme aus 20 Ländern vertreten, darunter 22 Weltpremieren. Zugelassen waren Spiel-, Dokumentar-, Experimental- und Animationsfilme bis zu einer maximalen Laufzeit von 30 Minuten (inkl. Abspann). Die Beiträge durften außerhalb ihres Ursprungslandes noch an keinem internationalen Filmfestival oder ähnlichen öffentlichen Veranstaltungen teilgenommen haben sowie nicht kommerziell ausgewertet werden. berlinale.de; abgerufen am 12. Januar 2013. Wie im Internationalen Wettbewerb werden auch im Rahmen der Berlinale Shorts Goldene und Silberne Bären durch eine internationale Jury vergeben. Diese besteht 2013 aus dem spanischen Regisseur Javier Fesser, der südkoreanischen Kamerafrau und Festivalkuratorin Hong Hyosook sowie die deutsche Kuratorin Susanne Pfeffer. Darüber hinaus vergibt die Jury den DAAD-Kurzfilmpreis und die Nominierung für den Europäischen Kurzfilmpreis. Kuratorin des Programms war Maike Mia Höhne.
Beiträge des Kurzfilmwettbewerbs: berlinale.de, 10. Januar 2013; abgerufen am 12. Januar 2013.
A coup de couteau denté von Clément Decaudin (Frankreich, 12 min) Al Intithar von Mario Rizzi (Italien/Arabische Emirate, 30 min) About Ndugu von David Muñoz (Spanien, 15 min) Aşura von Köken Ergun (Türkei/Deutschland, 22 min) Ba Bi Lun Shao Nian von Zhou Yan (Volksrepublik China, 25 min) Beshivhey Hayom von Oren Adaf (Israel, 19 min) Between Regularity and Irregularity von Masahiro Tsutani (Japan, 8 min)