mini|300px|Stadio Olimpico, Spielstätte beider Klubs

Als Derby della Capitale () wird in der italienischen Landessprache das Römer Stadtderby zwischen den Herrenprofimannschaften der AS Rom (AS Roma) und Lazio Rom (S.S. Lazio) bezeichnet.Ergebnisliste des Derbys romamor.net (italienisch) Die Rivalität zwischen den Vereinen zeigt sich besonders unter den Fans, die vor allem um die Repräsentanz der Stadt im Land und lokales Ansehen streiten.

Des Weiteren ist es auch als Derby di Roma, Derby Capitolino oder Derby del Cupolone (in Anlehnung an die Kuppel des Petersdoms) bekannt. Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung Römer Derby verbreitet. Das Derby wird jährlich in 170 Ländern übertragen und wurde insbesondere in den 1990er Jahren weltweit populär, als italienische Teams insgesamt international sehr erfolgreich waren und dabei beide römischen Mannschaften zwar keine Titel in der Serie A gewannen, aber vorne mitspielten, Pokalsiege erreichten und jeweils das Finale des UEFA-Cups. Lazio gewann zudem den Europapokal der Pokalsieger 1998/99 und den UEFA Super Cup.

Geschichte Unterschiedliche Vereinsgrundlagen Die Gründungszeit der S.S. (Società Sportiva) Lazio Rom ist eng mit der Entwicklung des Königreichs Italiens verbunden, der Stadt Rom und der Entwicklung des Fußballsports in Italien.

Nördlich der Engelsburg und damit außerhalb der Aurelianischen Mauer lag eine römische Kasernenanlage und viele Angehörige des Staats lebten hier. Auf der Piazza della Libertà, geographisch Teil des späteren „Rione“ Prati, wurde der Verein 1900 von neun Römern gegründet. Anregung waren auch die Olympischen Sommerspiele 1896 in Athen. Aus den Farben der griechischen Flagge leiten sich auch die Vereinsfarben Weiß und Himmelblau (Biancocelesti) ab. Der Reichsadler der Römischen Legionen diente als Wappen. Im Jahr 1903 setzte König Viktor Emanuel III. als Ministerpräsident Giovanni Giolitti ein und prägte damit eine Ära, in der eine breite Arbeiterschaft entstand und die Industrialisierung betrieben wurde. Die Stadt Rom wurde umgebaut und erweitert. 1910 wurde die Fußballabteilung offiziell, doch bereits vorher gab es dokumentierte Spiele. Es folgte der Italienisch-Türkische Krieg. cbc.ca, 28. November 2007 (englisch) 1911 wurde der Stadtteil Flaminio als erster der fünfzehn Stadtteile Roms geboren (1921 begründet) und dort das Spielfeld in der Villa Borghese (Piazza di Siena) gebaut, was nun innerhalb der bürgerlichen Stadtgrenzen und nicht mehr in den außerhalb gelegenen Piazza d’Armi (Truppenübungsplätze) lag. Der Stadtteil wurde ab 1905 von der Società Automobili Roma urbanisiert und zwischen Tiber und den Hügeln des Monte Parioli befand sich eine Industriesiedlung. Das „Quartier“ Parioli wurde zum Villenviertel mit Panoramareitweg, an dessen Hügeln vorher große Anwesen der vorstädtischen Bauern standen und Stadt vom Ager Romanus trennten. Flaminio wurde zum kulturellen Zentrum für Sport und Freizeit.

Präfekt Angelo Annaratone vertrieb das Team 1913, nachdem das Gefährt seiner Gattin mit einem von Fernando Saraceni geschossenen Fußball auf der Pferdebahn getroffen wurde. Man spielte kurze Zeit auf einem Gelände in Farnesina. 1913 und 1914 kam man in das Entscheidungsfinalspiel Italiens, verlor beide Spiele aber jeweils deutlich gegen norditalienische Teams und wurde Vize. 1914 baute Lazio auf seinem Spielfeld in Flaminio das Stadio della Rondinella und eröffnete dieses.

Der Erste Weltkrieg sorgte für den Umbau des Industriegeländes hin zur Königlichen Waffenfabrik mit Kasernen und Werkstätten und prägten dessen Architektonik. Die Hügel erhielten 1922 zudem eine Sonderbebauungsgenehmigung der Italienischen Faschisten für viergeschossige Straßenhäuser, mit neunzehn Meter Höhe und ohne Gartenfläche, wo die Hierarchen lebten. Das Generalkommando der Miliz, die Kaserne der Carabinieri und die Quisisana-Klinik waren Teile der Nachbarschaft und viele Adlige, die mit den Savoyen nach Rom kamen.

Die Anfänge der AS (Associazione Sportiva) Rom liegen im Jahr 1927. Im Zuge der italienischen Vereinheitlichungspolitik von Benito Mussolini sollte die Hauptstadt einen konkurrenzfähigen, einheitlichen Sportverein bekommen, um die Dominanz der norditalienischen Vereine wie dem CFC Genua, Inter und AC Mailand, Juventus Turin oder der Pro Vercelli zu brechen. Zu dieser Zeit gab es acht Fußballvereine in Rom, die in der ersten regionalen Liga vertreten waren. Um die Kräfte zu bündeln, schlug Italo Foschi, damaliger Präsident von Fortitudo Roma und römischer Repräsentant der Partito Nazionale Fascista, die Zusammenlegung mehrerer Vereine vor. So sollte der Meistertitel in die Hauptstadt geholt werden. Zusammen mit Ulisse Igliori (Mitglied der Direktion der PNF und Präsident der SS Alba) wurde das Vorhaben getrieben. Es fusionierten die SS Alba und Audace Roma zur SS Alba-Audace Roma und Fortitudo Roma und SS Pro Roma zur Fortitudo-Pro Roma SGS Am 22. Juli 1927 fusionierten diese beiden Vereine und der FC Rom (Roman) zur AS Rom. Die Vereinsfarben Gelb und Rot (Giallorossi) wurden von Roman übernommen und basieren auf dem Wappen und Insignien Roms, die auf dem Kapitol basieren. (S.P.Q.R.) Fortan betonte man die Römische Tradition und Symbolik. Das Wappen kam von Fortidudo-Pro Roma und wurde neu eingefärbt. Zuvor scheiterte eine Fusion noch am Kapital. Auch Lazio sollte in dem neuen Verein aufgehen, dies verhinderte letztendlich die vehemente Gegenwehr des faschistischen Generals Giorgio Vaccaro und begründete damit eine Rivalität zwischen Lazio und AS Rom. Er war Klubmitglied und später Präsident des italienischen Fußballverbandes FIGC (1933 bis 1942).

Die im AS aufgegangenen Vereine FC Rom und SS Alba hatten wie der Konkurrent Lazio ihre Wurzeln im Sportlerviertel Flaminio und teils dieselben Trainings- und Spielstätten. Die AS spielte eigentlich im Quartier Tuscolano im Motovelodromo Appio und baute sich ein eigenes Stadion im Rione Testaccio, dem Campo Testaccio, was bereits 1929 fertig war.

Beginn der Derbyzeit Am 8. Dezember 1929 gab es das erste Aufeinandertreffen beider Vereine im ersten Lokalderby der höchsten Spielklasse Italiens. Die Serie A spielte nun die Meisterschaft in ganz Italien unter allen teilnehmenden Mannschaften im Jeder-gegen-jeden-Turnier aus und nicht mehr unter den regionalen Siegern. Obwohl das Spiel im Rondinella stattfand, sahen sich die Lazio-Anhänger, meist bürgerlicher Abstammung, in numerischer Unterlegenheit. Die Roma hatte auch die Fans der vorherigen und fusionierten Vereine Alba, Roman und Fortitudo. Die Giallorossi gewannen auch Popularität durch die explizite Bezugnahme auf die römische Welt, durch Namen, Symbolik und Vereinsfarben. Lazio hatte nur ein Fünftel der Anhänger und galt durch die Sonderrolle in der Stadt als der römischen Tradition fremd und entsprechend weniger sympathisch. Die AS gewann durch ein Tor von Rodolfo Volk.

Die zweite Begegnung fand im Campo Testaccio statt und endete 3:1. Nach einer frühen Führung von Lazio und drei Toren der AS gewann erneut die Roma. Am Ende der Saison 1929/30 stand Lazio vor der Relegation. Im Spiel der AS gegen Calcio Padova kam es zu einem 8:0-Sieg, auch unter der Anwesenheit vieler Lazio-Fans und dem Lazio-Vereinsmanagement sowie den Spielern. Dieser Sieg wurde gemeinsam gefeiert, da er Lazios Klassenerhalt bedeutete.

Das Hinrunden-Spiel 1930/31 fand vor Benito Mussolini im Campo Testaccio statt und endete 1:1. Am 22. Februar 1931 folgte außerhalb des Ligabetriebs ein Benefiz-Freundschaftsspiel des städtischen Sportamts im für Fußballspiele eröffneten Stadio Nazionale del PNF und endete 4:1 für die Roma, während fast zeitgleich in Mailand das Spiel der Nationalmannschaft Italiens gegen Österreich (2:1) ablief und per Radio im Stadion übertragen wurde. Beide Spiele verliefen ohne Ausschreitungen.

Lazio verließ zur Rückserie das Stadio della Rondinella und spielte ab sofort im zuvor eröffneten Stadio Nazionale del PNF, das in direkter Nachbarschaft lag. Beim 2:2 im Rückspiel Ende März 1931 kam es zu Ausschreitungen, nachdem sich eine Meinungsverschiedenheit auf dem Platz zwischen Lazio-Trainer Ferenc Molnár und Mario De Micheli ereignet hatte. Dies führte zu einer Konfrontation zwischen den Fanlagern und einer Schlägerei, die mit dem Platzsturm endete. Das Verhalten von Spielern und Fans führte zu deren Disqualifikation für jeweils einen Spieltag, das auch für jene Spieler galt, die zudem eine entsprechende Geldstrafe bekamen.

Die Roma erzielte ihrerseits im Campo Testaccio schnell Vereinserfolge, wie den zweiten Platz in 1930/31. Man gewann über diese Jahre aber keine Titel. Stattdessen prägte man sich als charakterstarkes, kämpferisches Team.

Lazio war so etwas wie der Vorbote einer organisierten Fankultur. 1932 wurde ein organisierter Verband mit hierarchischer Struktur geboren, und beim Derby vom 23. Oktober 1932 zeigte eine organisierte Gruppe namens Paranza Aquilotti eine Choreografie im Stadio del PNF.

In jenen Derbys blieben Ausschreitungen unter Zuschauern aus. Man blieb sogar in heiklen Situationen stets korrekt zueinander, wie etwa hohen Spielergebnissen, bösen Fouls oder Verletzungen wie jenen des Lazio-Spielers Armando Del Debbio. Stattdessen erhitzten sich die Gemüter außerhalb des direkten sportlichen Wettkampfs. So etwa als der Weltmeister von 1934 Attilio Ferraris erst von der AS Roma zur SS Lazio wechselte. Und dann, weil der Vertrag beinhaltete, nur unter einer Geldstrafe von 25.000 Lire in den Lokalderbys eingesetzt zu werden und dies bei beiden Spielen passierte. Die Roma-Anhänger protestierten dagegen heftig.

Erst 1937 kam es zu Auseinandersetzungen unter Spielern nach dem Abpfiff, wobei die Polizei einschritt. 1936/37 erreichte Lazio die Vizemeisterschaft und im Mitropapokal 1937 verlor man das Finale gegen Ferencváros Budapest.

Als das Campo Testaccio Ende der dreißiger Jahre baufällig wurde, zog die AS Roma ebenfalls in das Stadio Nazionale del PNF um. Mit der Saison 1940/41 wurde das alte Stadion aus Sicherheitsgründen abgerissen. Lazio blieb nur aufgrund des besseren Torverhältnisses knapp in der Liga, die AS verlor das Finale der Coppa Italia 1940/41. Darauffolgend gewann der AS die erste Meisterschaft. 1950/51 stieg die AS einmalig ab, 1952/53 gab es wieder ein Derby.

Gemeinsames Stadion und rivalisierende Anhängerschaft mini|Lazio-Tifosi in der Curva Nord mini|Roma-Tifosi in der Curva Sud

Nachdem der Bau des Stadio dei Centomila, das spätere Olympiastadion, 1953 abgeschlossen war, fanden die beiden Rivalen dort ihre neue Heimstätte. Die Anhänger von Lazio versammeln sich in der Curva Nord (Nordkurve), während die Roma-Fans in der Curva Sud (Südkurve) ihren Stammplatz haben.

In den 1950er Jahren wurde das Stadtviertel Parioli in der vorherigen Planung fertig und die Nachfrage nach Eigenheimen explodierte, auch wenn die Grünflächen weniger wurden. Das Villaggio Olimpico wurde für die Olympischen Sommerspiele 1960 errichtet und schloss damit das weitläufige Gebiet zwischen den Hügeln von Parioli und Flaminio, das historisch immer schon von vielen Sportanlagen belegt war wie dem Stadio Nazionale.

Der nach langer Pause wieder eingeführte Coppa Italia wurde im ganzen Jahr 1958 ausgetragen und hatte auch eine Gruppenphase mit dem der Wettbewerb im Sommer begann. Lazio gewann dort die Gruppe vor dem AS Rom, und eines der beiden Derbys. Und schlussendlich den Titel durch ein 1:0 über den AC Florenz und holte damit den ersten Pokaltitel der Stadt. Die AS gewann den Messestädte-Pokal 1960/61 und errang damit den ersten internationalen Titel der Stadt. Lazio dagegen stieg ab und schaffte zwei Jahre später den Wiederaufstieg und dreimal den Klassenerhalt, bevor man 1966/67 erneut abstieg und 1970 die Klasse nach erneutem Wiederaufstieg hielt, um 1970/71 wieder abzusteigen. Die AS holte den Coppa Italia 1968/69 und schied erst im Halbfinale des Europapokal der Pokalsieger 1969/70 aus.