Fritz Rémond junior (* 9. Oktober 1902 in Karlsruhe; † 31. März 1976 in Bad Nauheim) war ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Impresario.
Biografie Fritz Rémond stammte aus einer traditionsreichen Künstlerfamilie: Seine Großmutter väterlicherseits war die Sängerin Maria Rémond-Heinemann (1831–1902). Ihr Sohn, Fritz Rémond senior (1864–1936), ein bedeutender Heldentenor, wurde später Intendant der Kölner Oper (bis 1928) mit Otto Klemperer als Generalmusikdirektor. Fritz Rémond seniors Neffe war der Schauspieler und Komödiendichter Curt Goetz.
Fritz Rémond junior war als Schauspieler u. a. in Düsseldorf, in Berlin unter Max Reinhardt und am Nationaltheater in Osnabrück engagiert, bevor er als Oberregisseur nach Stettin und Krakau und schließlich 1941 an das Deutsche Theater in Prag ging. Als Leiter einer Wanderbühne kam er zu Kriegsende nach Bad Tölz, zog dann nach Frankfurt am Main, wo er frei an den Städtischen Bühnen spielte und inszenierte. 1947 gründete Rémond auf Anregung von Bernhard Grzimek das „Kleine Theater im Zoo“ (heute „Fritz-Rémond-Theater“) im Frankfurter Zoogesellschaftshaus, dessen Impresario er bis zu seinem Tode blieb. mini|Grabstätte der Familie Dumont Fritz Rémonds Kleines Theater suchte zunächst dem Nachholbedarf an internationaler zeitgenössischer Dramatik zu entsprechen, um sich in späteren Jahren immer mehr dem Boulevard zuzuwenden. Rémond, auf dessen Bühne zahlreiche prominente Schauspieler der 1950er und 1960er Jahre gastierten, entdeckte und förderte unter anderen Boy Gobert, Louise Martini und Hans-Joachim Kulenkampff.
Rémond war ein virtuoser Komödiant, dessen eindringliche Darstellungen liebenswürdig-skurriler Käuze, versoffener Melancholiker etc. selbst an den oft zweitklassigen Filmen, in denen seine Kunst überliefert ist, nicht Schaden nehmen konnten.
Rémond starb 1976 im Alter von 73 Jahren. Er wurde im Familiengrab seiner Frau Carola geborene Dumont (1896–1980) auf dem Kölner Friedhof Melaten (Lit. J) beigesetzt.
Hörspiele (Auswahl) Dostojewski/Ahlsen: „Raskolnikoff“, Regie: Hermann Wenninger, BR 1962, Rolle: Lebjedew Die Feuerzangenbowle mit Hans Clarin Isherwood: "Das Praterveilchen", Regie: Wilm ten Haaf, HR 1959, Rolle: Chatsworth Shakespeare: "Ein Sommernachtstraum", Regie: Ulrich Lauterbach, HR 1953, Rolle: Zettel, der Weber Majakowski: "Die Wanze", Regie: Ulrich Lauterbach, HR 1958, Rolle: Zoodirektor Fontane: "Unterm Birnbaum", Regie: Fränze Roloff, HR 1951, Rolle: Hradscheck Boccaccio: "Die Rache", Regie: Wolf Schmidt, HR 1952, Rolle: Beppo
Filmografie (Auswahl) 1950: Hochzeitsnacht im Paradies 1950: Wenn eine Frau liebt 1952: Oh, du lieber Fridolin 1953: Käpt’n Bay-Bay 1953: Staatsanwältin Corda 1955: Der Hund im Hirn (Fernsehfilm) 1955: Die Ratten 1955: 08/15 in der Heimat 1955: Ich war ein häßliches Mädchen 1956: Nacht der Entscheidung 1957: Monsieur Lamberthier (Fernsehfilm) 1959: Immer die Mädchen (Darsteller und Regisseur) 1960: Schatten der Helden 1960: Mit Himbeergeist geht alles besser 1960: Die Rote Hand 1961: Bankraub in der Rue Latour 1962: Das Leben beginnt um acht 1963: Die endlose Nacht 1963: Der eingebildete Doktor 1963: Doktor Murkes gesammeltes Schweigen (Fernsehfilm) 1963: Ich war Cicero (Fernsehfilm) 1969: Die Perle – Aus dem Tagebuch einer Hausgehilfin (Fernsehserie)
Auszeichnung 1970: Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main 1971: Großes Bundesverdienstkreuz
Weblinks
Fritz Rémond Theater Frankfurt
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