mini|Generalleutnant Tzvi Tzur Tzvi Tzur (, geboren als Tschera Tschertenko;Uri Avnery: 1948. A Soldier's Tale. The Bloody Road to Jerusalem. Oneworld Publications, Oxford 2008, ISBN 978-1-85168-629-2, S. 373. * 17. April 1923 in Isjaslaw (Ukraine); † 28. Dezember 2004 in Tel Aviv) war ein israelischer Generalleutnant, Politiker der kurzlebigen Partei Rafi und Wirtschaftsmanager. Von 1961 bis 1963 war er der sechste Generalstabschef der israelischen Verteidigungsstreitkräfte und kurze Zeit Abgeordneter der Knesset. Als Wirtschaftsmanager leitete er mehrere bedeutende israelische öffentliche Unternehmen.
Leben Im Zuge der vierten Alija wanderte die Familie Tschertenko 1925 nach Palästina ein. Dort hebräisierten die Familienmitglieder ihre Namen. Tzvi Tzur besuchte das renommierte Hebräisches Herzlia-Gymnasium in Tel Aviv. Bereits als Jugendlicher trat er 1939 der zionistischen paramilitärischen Untergrundorganisation Hagana bei. Bei der Operation Agatha (auch Black Sabbath genannt) nahmen britische Soldaten Tzur fest. Er blieb zwei Monate inhaftiert.Hillel Fendel: Tzur and Black Sabbath. This past Friday marked the sixth anniversary of the death of Israel’s sixth IDF Chief of Staff. In: Israel National News, 3. Januar 2011, abgerufen am 27. August 2026.
Militärische Laufbahn Im Israelischen Unabhängigkeitskrieg schloss sich Tzur der Givʿati-Brigade an. Er diente zunächst als stellvertretender Kommandeur des 3. Bataillons und kämpfte am südlichen Stadtrand von Tel Aviv. Schon bald darauf wurde er zum Kommandeur des 4. Bataillons ernannt, dessen Aufgabe es war, die Straße nach Jerusalem frei zu halten und die Konvois zur Versorgung der Einwohner von Jerusalem zu schützen. Anschließend wurde er an der Südfront an der Südfront eingesetzt, um das Vorrücken der ägyptischen Armee auf Tel Aviv zu stoppen, was gelang. Darüber hinaus wirkte er an der Operation Jo’aw mit, deren Ziel die Befreiung des Negev aus der ägyptischen Belagerung war. Er baute die legendäre, aus einem das Jeep-Platoon bestehende Kommandoeinheit auf, die als „Samsons Füchse“ („Schu’alei Schimschon“) bekannt wurde. 1949 befehligte er die 17. Brigade, die in Galiläa und im Wadi Ara gegen die irakische Armee kämpfte.Israelische Verteidigungsstreitkräfte: Lt. Gen. Tzvi Tzur (1961–1963), abgerufen am 27. August 2026.
Nach dem Waffenstillstand leitete Tzur das Hauptquartier des Südkommando und war die rechte Hand von Mordechai Maklef. 1951 studierte er Personalmanagement in den Vereinigten Staaten. 1952 wurde er zum Leiter der Personalabteilung der israelischen Armee ernannt und zum Generalmajor befördert. Während seiner Amtszeit legte er Beförderungsregeln fest und förderte die Ausbildung der Offiziere. 1956 wurde er zum Kommandeur des Zentralkommandos ernannt und 1958 zum stellvertretenden Generalstabschef und der Leiter der Stabsabteilung.
Zum 1. Januar 1961 wurde Tzur, zum Generalleutnant (Rav-Aluf) befördert, als Nachfolger von Generalleutnant Chaim Laskow der sechste Generalstabschef der israelischen Streitkräfte (Zahal). Seine Amtszeit war durch relative Ruhe an den Grenzen gekennzeichnet. Das gestattete es Tzur sich auf folgende Anliegen zu konzentrieren: die Stärkung der Beziehungen der Zahal zu ausländischen Streitkräften, den Ausbau des Personalbestands sowie die Verbesserung der Kampfdoktrin und der Ausrüstung der Zahal: Ein modernes Hubschraubersystem wurde eingerichtet, und die Luftwaffe rüstete sich mit den fortschrittlichen „Shahak“-Flugzeugen aus. Zudem wurde die Panzerwaffe ausgebaut und die Ausbildungsanlagen modernisiert. Am 1. Januar 1964 löste Generalleutnant Jitzchak Rabin Tzur als Generalstabschef ab, der zu diesem Datum aus dem Militärdienst ausschied.
Wirtschaftsmanager und Politiker Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Militärdienst wurde Tzur 1964 Generaldirektor der nationalen Wassergesellschaft Mekorot und behielt diese Funktion bis 1967. Während dieser Zeit war er vom 22. November bis zu seinem Mandatsverzicht am 8. Dezember 1965 für die Rafi-Partei Abgeordneter der Knesset und in dieser kurzen Zeit auch Mitglied des Ausschusses für Verfassung, Recht und Justiz. Nach Beendigung seiner Tätigkeit für Mekorot wurde er 1967 Assistent von Verteidigungsminister Mosche Dajan und beriet diesen bis 1974 in Fragen der Finanzen, Ressourcen, Beschaffung, der wissenschaftlichen Entwicklung und der unabhängigen Waffenproduktion.
Anschließend kehrte Tzur in die Wirtschaft zurück und war von 1974 bis 1985 Generaldirektor von Clal Industries sowie in dieser Zeit zwei Jahre auch stellvertretender Generaldirektor von Clal Israel. Danach war er zwischen 1986 und 1987 zunächst Vorstandsvorsitzender des staatlichen Telekommunikationsunternehmens Bezeq sowie stellvertretender und alternierender Vorstandsvorsitzender der Israel Corporation, der größten israelischen Holding. Danach fungierte er zwischen 1987 und 1992 als Vorstandsvorsitzender des zur Israel Corporation gehörenden Reederei Zim Integrated Shipping Services und war danach von 1993 bis 1996 Vorstandsvorsitzender des Flugzeugbauunternehmens Israel Aerospace Industries sowie zugleich 1993 für kurze Zeit Vorstandsvorsitzender von Petrochemical Industries und der Carmel Studios.
Weblinks
Tzvi Tzur auf der Webseite der Knesset, abgerufen am 20. Februar 2025 (englisch)
Fußnoten
Kategorie:Generalleutnant (Israel) Kategorie:Knesset-Abgeordneter Kategorie:Person im Nahostkonflikt Kategorie:Manager Kategorie:Immigrant in Israel Kategorie:Israeli Kategorie:Geboren 1923 Kategorie:Gestorben 2004 Kategorie:Mann