Die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2015 wurde in den Jahren 2013 und 2014 ausgetragen. Die gemeldeten Auswahlmannschaften spielten dabei um 23 freie Plätze. Das Teilnehmerfeld wird durch den Gastgeber Kanada vervollständigt. Beste Torschützinnen waren die Niederländerin Vivianne Miedema und die Jamaikanerin Shakira Duncan mit 16 Toren. Acht Mannschaften konnten sich erstmals für die WM-Endrunde qualifizieren und profitierten damit von der Aufstockung auf 24 Mannschaften.
Am 11. Juni 2012 beschloss das FIFA-Exekutivkomitee die Zuteilung der 24 Startplätze an die sechs Kontinentalverbände:
UEFA (Europa): 8 Teilnehmer CAF (Afrika): 3 Teilnehmer AFC (Asien): 5 Teilnehmer OFC (Ozeanien): 1 Teilnehmer CONMEBOL (Südamerika): 2 oder 3 Teilnehmer CONCACAF (Nord- und Mittelamerika und Karibik): 3 oder 4 Teilnehmer, ohne Gastgeber Kanada
Europäische Zone/UEFA rechts|150px|Weltkarte, UEFA hervorgehoben Modus Für die Teilnahme an den Qualifikationsspielen hatten 46 der 53 UEFA-Mitgliedsverbände ihre Nationalmannschaft angemeldet. Mit Albanien, den Färöer und Montenegro nahmen drei Länder zum ersten Mal an einer WM-Qualifikation teil. Für die gemeldeten Mannschaften wurde zunächst eine Rangliste erstellt. Grundlage für diese Rangliste waren die Ergebnisse der jeweiligen Nationalmannschaften bei den Qualifikationen zur Europameisterschaft 2009 und der Weltmeisterschaft 2011.
Die acht Länder mit den niedrigsten Koeffizienten mussten die Vorqualifikation bestreiten. Dabei wurden am 18. Dezember 2012 zwei Gruppen mit jeweils vier Mannschaften ausgelost, die in der Zeit vom 4. bis 9. April 2013 in Form je eines Miniturniers um vier Plätze in der Qualifikation spielten. Am 16. April 2013 wurden die 42 übrig gebliebenen Mannschaften per Los auf sieben Gruppen mit jeweils sechs Mannschaften aufgeteilt. Die sieben Gruppensieger qualifizierten sich direkt für die Weltmeisterschaft. Die vier besten Gruppenzweiten ermittelten in zwei K.-o.-Runden, jeweils mit Hin- und Rückspiel, den achten europäischen Teilnehmer.
Vorqualifikation Die Gastgeber der Miniturniere sind fett geschrieben.
Gruppe A Gruppe B 1. 1. 2. 2. 3. 3. 4. 4.
Gruppe A
04.04.2013 Attard Albanien – Malta 1:1 (0:0) Attard Lettland – Luxemburg 0:0 06.04.2013 Attard Albanien – Lettland 2:0 (2:0) Attard Malta – Luxemburg 6:0 (4:0) 09.04.2013 Attard Luxemburg – Albanien 1:2 (1:1) Attard Lettland – Malta 0:2 (0:1)
Gruppe B
04.04.2013 Vilnius Färöer – Montenegro 3:3 (0:1) Vilnius Litauen – Georgien 3:4 (2:2) 06.04.2013 Vilnius Georgien – Montenegro 0:2 (0:1) Vilnius Litauen – Färöer 0:1 (0:1) 09.04.2013 Vilnius Färöer – Georgien 2:1 (1:0) Vilnius Montenegro – Litauen 1:1 (0:0)
Hauptqualifikation Auslosung Am 12. März 2013 wurde die Setzliste zur Auslosung der Gruppenphase der Qualifikation festgelegt. Die Auslosung erfolgte am 16. April 2013 im UEFA-Hauptquartier in Nyon. Die 42 Teilnehmer wurden in sieben Sechsergruppen gelost, wobei in jede Gruppe je eine Mannschaft aus Topf A bis F gelost wurde. Die Einteilung in die Töpfe erfolgte gemäß dem UEFA-Koeffizienten.
Topf A: Deutschland, Schweden, Frankreich, England, Norwegen, Italien, Dänemark Topf B: Island, Finnland, Russland, Niederlande, Spanien, Schottland, Ukraine Topf C: Schweiz, Polen, Tschechien, Österreich, Belgien, Irland, Belarus Topf D: Ungarn, Serbien, Rumänien, Portugal, Wales, Slowakei, Nordirland Topf E: Slowenien, Griechenland, Türkei, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Israel, Estland Topf F: Kasachstan, Kroatien, Mazedonien, Albanien, Färöer, Malta und Montenegro
Die Spiele fanden ab dem 20. September 2013 statt und sollten bis zum 17. September 2014 beendet sein. Die sieben Gruppensieger qualifizierten sich automatisch für die Endrunde. Die vier Gruppenzweiten mit den besten Ergebnissen gegen die Gruppensieger-, -dritten-, -vierten und -fünften bestritten zwischen dem 25. Oktober und 27. November 2014 die Entscheidungsspiele um den letzten verbliebenen UEFA-Platz.
Die Auslosung ergab folgende Gruppen:
Gruppe 1 Gruppe 2 Gruppe 3 Gruppe 4 1. 1. 1. 1. 2. 2. 2. 2. 3. 3. 3. 3. 4. 4. 4. 4. 5. 5. 5. 5. 6. 6. 6. 6. Gruppe 5 Gruppe 6 Gruppe 7 1. 1. 1. 2. 2. 2. 3. 3. 3. 4. 4. 4. 5. 5. 5. 6. 6. 6.
Gruppe 1 Die beiden stärksten Mannschaften der Gruppe trafen gleich im ersten Spiel aufeinander, wobei Deutschland den Russinnen ihre höchste Länderspielniederlage zufügte (auch die alte Rekordmarke von 0:7 war das Ergebnis eines Spiels gegen Deutschland). Danach kam es für Deutschland zur erstmaligen Begegnung mit Slowenien, wobei den Deutschen ihr bis dato höchster WM-Qualifikationssieg gelang. Während Deutschland der häufigste Gegner der russischen Mannschaft ist, hatte Russland gegen die Slowakei erstmals im März 2013 und gegen Kroatien und Slowenien noch nie gespielt. Gegen Irland hatten zuvor weder die Slowakinnen noch die Sloweninnen jemals gespielt.
Die deutsche Mannschaft qualifizierte sich durch das 4:1 am 13. September 2014 gegen den direkten Konkurrenten Russland vorzeitig für die WM-Endrunde. Irland hätte die Play-offs der Gruppenzweiten, selbst wenn Russland am letzten Spieltag verloren und Irland gegen Deutschland gewonnen hätte, nicht mehr erreichen können, da es schon vier Mannschaften gab, die vor dem letzten Spieltag mehr Punkte hatten als Irland maximal noch erreichen konnte. Irland gelang dann auch gegen Deutschland kein Sieg und da Russland das letzte Spiel gewann, wurden die Irinnen nur Dritte. Sie erreichten aber mehr Punkte als bei den bisherigen Qualifikationen. Aber auch den Russinnen nutzte der Sieg nichts mehr, da sie gegenüber der Ukraine die schlechtere Tordifferenz hatten. Insbesondere die erste hohe Niederlage gegen Deutschland konnte nicht mehr kompensiert werden. Deutschland erreichte als einzige Mannschaft einen Schnitt von mehr als sechs Toren pro Spiel.
21.09.2013 Cottbus Deutschland – Russland 9:0 (4:0) 22.09.2013 Dublin Irland – Slowakei 2:0 (0:0) 26.09.2013 Sinj Kroatien – Irland 1:1 (1:0) Senec Slowakei – Slowenien 1:3 (0:2) 26.10.2013 Koper Slowenien – Deutschland 0:13 (0:7) Sesvete Kroatien – Slowakei 0:1 (0:1) 30.10.2013 Velenje Slowenien – Irland 0:3 (0:2) Frankfurt am Main Deutschland – Kroatien 4:0 (0:0) 31.10.2013 Senec Slowakei – Russland 0:2 (0:0) 23.11.2013 Žilina Slowakei – Deutschland 0:6 (0:1) 27.11.2013 Osijek Kroatien – Deutschland 0:8 (0:3) 05.04.2014 Chimki Russland – Slowenien 4:1 (2:1) Dublin Irland – Deutschland 2:3 (1:0) 09.04.2014 Chimki Russland – Kroatien 1:0 (1:0) 10.04.2014 Mannheim Deutschland – Slowenien 4:0 (2:0) 07.05.2014 Dublin Irland – Russland 1:3 (1:3) 08.05.2014 Osnabrück Deutschland – Slowakei 9:1 (5:0) Ptuj Slowenien – Kroatien 0:3 (0:3) 14.06.2014 Domžale Slowenien – Russland 1:2 (0:2) Dublin Irland – Kroatien 1:0 (1:0) 19.06.2014 Krasnoarmeisk Russland – Irland 0:0 Senec Slowakei – Kroatien 1:1 (1:1) 20.08.2014 Dublin Irland – Slowenien 2:0 (1:0) 21.08.2014 Moskau Russland – Slowakei 3:1 (0:1) 13.09.2014 Moskau Russland – Deutschland 1:4 (1:3) Zagreb Kroatien – Slowenien 1:0 (1:0) Senec Slowakei – Irland 0:1 (0:0) 17.09.2014 Dravograd Slowenien – Slowakei 2:1 (0:0) Zagreb Kroatien – Russland 1:3 (1:2) Heidenheim Deutschland – Irland 2:0 (2:0)
Gruppe 2 Mit dem Spiel Mazedonien gegen Rumänien, die erstmals aufeinandertrafen, begann am 20. September die europäische Hauptqualifikation. Estland traf am gleichen Tag erstmals auf Italien und gegen den zweiten Gegner Spanien hatte Estland zuvor auch noch nicht gespielt. Auch Mazedonien spielte in dieser Qualifikationsrunde erstmals gegen Spanien. Zudem traf Mazedonien erstmals auf Tschechien. Spanien war der einzige Qualifikant, der mit fünf Heimspielen begann, die alle gewonnen wurden.
Spanien qualifizierte sich am 13. September 2014 erstmals für die WM-Endrunde, da Italien im direkten Vergleich schlechter war und somit selbst bei einer spanischen Niederlage und einem Sieg Italiens am letzten Spieltag nicht mehr vorbeiziehen konnte. Die Spanierinnen sind damit die einzige Mannschaft aus Topf B, die sich direkt qualifizieren konnte. Die Italienerinnen waren aber als Gruppenzweite für die Play-offs der Gruppenzweiten qualifiziert und erreichten am letzten Spieltag noch den höchsten Sieg ihrer Länderspielgeschichte, wobei Daniela Sabatino allein sechs Tore gelangen. Zudem stellte Patrizia Panico mit ihren Länderspieltoren 106 und 107 den Landesrekord von Elisabetta Vignotto ein. Italien scheiterte aber im Play-off-Finale an den Niederländerinnen, die sich damit erstmals qualifizierten. Für Patrizia Panico war das Play-off-Finalrückspiel das 200. Länderspiel ihrer Karriere. Italien ist damit neben Dänemark die einzige Mannschaft aus Topf A, die sich nicht qualifizieren konnte.
20.09.2013 Strumica Mazedonien – Rumänien 1:9 (1:4) 20.09.2013 Tallinn Estland – Italien 1:5 (0:0) 26.09.2013 Bassano del Grappa Italien – Rumänien 1:0 (0:0) 26.10.2013 Strumica Mazedonien – Tschechien 1:3 (0:1) 27.10.2013 Las Rozas de Madrid Spanien – Estland 6:0 (3:0) 30.10.2013 Strumica Mazedonien – Estland 0:2 (0:1) Cluj-Napoca Rumänien – Tschechien 0:0 31.10.2013 Las Rozas de Madrid Spanien – Italien 2:0 (1:0) 23.11.2013 Aranjuez Spanien – Rumänien 1:0 (1:0) 27.11.2013 Fuenlabrada Spanien – Tschechien 3:2 (2:0) 13.02.2014 Novara Italien – Tschechien 6:1 (2:1) Logroño Spanien – Mazedonien 12:0 (4:0) 05.04.2014 Vicenza Italien – Spanien 0:0 10.04.2014 Skopje Mazedonien – Spanien 0:10 (0:5) Cluj-Napoca Rumänien – Italien 1:2 (0:1) 26.04.2014 Opava Tschechien – Estland 6:0 (5:0) 07.05.2014 Uherské Hradiště Tschechien – Rumänien 0:0 08.05.2014 Skopje Mazedonien – Italien 0:11 (0:7) Tallinn Estland – Spanien 0:5 (0:3) 14.06.2014 Prag Tschechien – Italien 0:4 (0:4) 15.06.2014 Haapsalu Estland – Mazedonien 1:1 (1:1) 18.06.2014 Prag Tschechien – Mazedonien 5:2 (1:0) 19.06.2014 Haapsalu Estland – Rumänien 0:2 (0:2) 20.08.2014 Tallinn Estland – Tschechien 1:4 (0:2) 21.08.2014 Bukarest Rumänien – Mazedonien 6:1 (2:0) 13.09.2014 Iași Rumänien – Spanien 0:2 (0:1) Vercelli Italien – Estland 4:0 (3:0) 17.09.2014 Písek Tschechien – Spanien 0:1 (0:0) Iași Rumänien – Estland 0:3Das Spiel endete 2:0, wurde aber nachträglich mit 0:3 gewertet; siehe uefa.com: Rumänien 0-3 Estland Vercelli Italien – Mazedonien 15:0 (6:0)
Gruppe 3 Dänemark traf in der Qualifikation erstmals auf Israel, Malta und Serbien. Island spielte zuvor weder gegen Israel noch Malta. Israel spielte außer gegen die Schweiz noch gegen keinen der anderen Gruppengegner. Die Schweiz spielte zwar zuvor schon gegen Serbien & Montenegro aber vor dieser Qualifikation noch nicht gegen Serbien, ansonsten schon gegen alle anderen Gruppengegner. Auch Malta traf erstmals auf Serbien.
Durch das 1:1 zwischen Dänemark und Island am 15. Juni 2014 war die Schweiz als erste europäische Mannschaft und zum ersten Mal überhaupt für die Endrunde qualifiziert. Island erreichte zwar am letzten Spieltag noch Platz 2, konnte die Play-offs der Gruppenzweiten aber nicht mehr erreichen, da es schon zuvor vier Mannschaften gab, die mehr Punkte hatten als Island maximal noch erreichen konnte. Die Schweiz ist die einzige Mannschaft aus Topf C, die sich qualifizieren konnte, während Dänemark die einzige Mannschaft neben Italien aus Topf A ist, die sich nicht qualifizieren konnte.
21.09.2013 Nyon Schweiz – Serbien 9:0 (4:0) 26.09.2013 Reykjavík Island – Schweiz 0:2 (0:1) 26.10.2013 Inđija Serbien – Dänemark 1:1 (1:1) 27.10.2013 Netanja Israel – Malta 2:0 (0:0) 31.10.2013 Vejle Dänemark – Schweiz 0:1 (0:1) Belgrad Serbien – Island 1:2 (0:2) 24.11.2013 Attard Malta – Dänemark 0:5 (0:4) Petach Tikwa Israel – Serbien 3:1 (2:1) 12.02.2014 Petach Tikwa Israel – Schweiz 0:5 (0:4) 13.02.2014 Attard Malta – Serbien 0:3 (0:2) 05.04.2014 Zug Schweiz – Malta 11:0 (7:0) Ramat Gan Israel – Island 0:1 (0:0) 10.04.2014 Aarau Schweiz – Dänemark 1:1 (0:0) Attard Malta – Island 0:8 (0:4)07.05.2014 Attard Malta – Israel 0:3