Feti Okuroğlu (* 5. August 1971 in Torbalı) ist ein ehemaliger türkischer Fußballspieler und -trainer. Er wird mit den Vereinen Bursaspor und Galatasaray Istanbul assoziiert. Für Letztere wird er oft in den Kader des Altstar-Teams berufen, das zu Benefizanlässen Spiele bestreitet. (abgerufen am 20. Dezember 2012) Ihm wurde bereits zu seinem Karrierebeginn eine große Laufbahn vorhergesagt, die er aufgrund von immer wiederkehrenden Verletzungen nie verwirklichen konnte. Positionsbedingt und aufgrund seiner gefährlichen offensiven Vorstöße wurde er mit dem damals sehr populären niederländischen Abwehrstar Ronald Koeman verglichen.
Spielerkarriere Verein Torbalıspor und Karşıyaka SK Okuroğlu kam 1971 in der Kreisstadt Torbalı der Provinz İzmir auf die Welt und begann mit dem Vereinsfußball in der Jugend von Torbalıspor. Hier wurde er 1988 für die türkischen Jugendnationalmannschaften entdeckt und gehörte wenig später zu den regelmäßig nominierten Spielern.Milliyet vom 31. Dezember 1988, S. 15.Türkei U-18 – Luxemburg U-18 29. März 1989 in tff.org. Durch seine Auftritte in den Nationalmannschaften wurden mehrere Vereine auf ihn aufmerksam und bemühten sich um eine Verpflichtung des jungen Abwehrtalentes. Der Wechsel gelang Karşıyaka SK, als einer von damals zwei Erstligavereinen der Provinz Izmir. Als damals Achtzehnjähriger gelang ihm beim Erstligisten auf Anhieb der Sprung in die Stammelf. In seiner zweiten Saison bei Karşıyaka, der Spielzeit 1990/91, verpasste sein Verein den Klassenerhalt und stieg in die 2. Lig ab. Zum Sommer 1991 nahm Okuroğlu mit der Olympiaauswahl seines Landes an den Mittelmeerspielen 1991 teil und gewann die Silbermedaille.Milliyet vom 13. Juni 1991, S. 22. Okuroğlu hatte sich in den zwei Jahren zu einem der Shootingstars der Liga entwickelt, weshalb sich mehrere Erstligisten um ihn bemühten.
Bursaspor Zur Saison 1991/92 wechselte Okuroğlu zum Traditionsverein Bursaspor. Dieser Verein startete mit dem jugoslawischen Trainer Đorđe Milić in die Saison. Milić ließ Okuroğlu fast ausschließlich als Ergänzungsspieler einwechseln, wodurch Okuroğlu immer nur einige Minuten zum Zuge kam. Nachdem der Verein unter Milić weit hinter den Erwartungen geblieben war, wurde er Mitte November durch den früheren Trainer Yılmaz Vural ersetzt. Dieser Trainer war dafür bekannt, dass er gerne mit jungen Spielern arbeitete. So erhielt Okuroğlu schnell einen Stammplatz und schaffte wenig später seinen Durchbruch. In dieser Saison bildete er mit damals unbekannten Spielern wie Ali Nail Durmuş, Hakan Şükür, Taner Ertaş und Vedat Vatansever, die später zu bekannten Größen des türkischen Fußballs werden sollten, eine erfolgreiche Mannschaft. Ergänzt wurde die Mannschaft mit Routiniers wie Feyzullah Küçük, Turan Şen, Ján Gabriel. Mit dieser Mannschaft erreichte man zum Saisonende den 6. Tabellenplatz. Okuroğlu, eigentlich auf der defensiven Position des Liberos aktiv, schaltete sich aufgrund seiner als sehr gut befundenen Technik immer wieder in die Offensive seiner Mannschaft mit ein und gab so mehrere Torvorlagen. Er selbst erzielte über die gesamte Saison drei Treffer und war bereits als Zwanzigjähriger Abwehrchef seiner Mannschaft. Im Türkischen Fußballpokal derselben Spielzeit erreichte man das Finale. Im damals mit Hin- und Rückspiel ausgespielten Pokalfinale gewann Bursa das erste Spiel vor heimischer Kulisse deutlich mit 3:0 gegen Trabzonspor. Das Rückspiel verlor man mit 1:5 und verpasste so den sicher geglaubten Pokalgewinn. Nach dieser Niederlage trat man im Premierminister-Pokal gegen Fenerbahçe Istanbul an. Das Spiel entschied Bursaspor mit 3:1 für sich und gewann nach 1971, in dem sich der Verein schon einmal mit 1:0 gegen Fenerbahçe durchsetzte, diesen Pokal zum zweiten Mal. Okuroğlu wurde erst in der 84. Minute für Ümit Şengül eingewechselt.Fenerbahçe – Bursaspor 20. Mai 1992 in tff.org.
In die nachfolgende Spielzeit startete Okuroğlu sehr erfolgreich. Als Abwehrspieler erzielte er am ersten Spieltag beim Heimspiel vom 23. Oktober 1992 gegen Gaziantepspor gleich zwei Treffer und wurde von allen gängigen Zeitungen in die Elf des Spieltages gewählt.Milliyet vom 25. August 1992, S. 22. Am zweiten Spieltag gelangen ihm bei der Auswärtspartie gegen Sarıyer SK erneut zwei Tore, die Wahl in die Elf des Spieltages und mit vier Toren der erste Platz der Torjägerliste.Milliyet vom 1. September 1992, S. 22. Aufgrund seiner hohen Ballsicherheit und des starken Körperbaus wurde er vom Trainer Vural manchmal während der laufenden Begegnung von der Liberoposition auf die Stürmerposition gestellt und sorgte so beim Gegner für eine unerwartete Torgefahr. Zum Saisonende belegt seine Mannschaft erneut den 6. Tabellenplatz und im türkischen Fußballpokal erreichte Bursaspor das Viertelfinale. Okuroğlu wurde hierbei gemeinsam mit Vedat Vatansever mit sieben Treffern nach Ali Nail Durmuş, der acht erzielt hatte, zweiterfolgreichster Torschütze seines Vereins. Er wurde von der Fachpresse zu einem der Shootingstars der Liga erklärt und erhielt zum Saisonende von den drei großen Istanbuler Vereinen Beşiktaş Istanbul, Fenerbahçe Istanbul und Galatasaray Istanbul Angebote.Milliyet vom 9. Mai 1993, S. 30. Okuroğlu, der vorher schon seine Sympathie für Galatasaray Istanbul erklärt hatte, wurde bereits während der Saison mehrmals mit Galatasaray in Verbindung gebracht.Milliyet vom 16. März 1993, S. 27. Zum Saisonende unterschrieb er einen Vorvertrag mit Galatasaray, verlängerte aber zeitgleich auch mit Bursaspor. Nachdem die Verantwortlichen von Galatasaray von diesem Umstand erfuhren, brachen sie weitere Verpflichtungsbestrebungen ab.Milliyet vom 2. Juni 1993, S. 20. Okuroğlu blieb bei Bursaspor und wurde zum Sommer 1993 anlässlich der Mittelmeerspiele 1992 erneut in den Kader der Olympiaauswahl der Türkei nominiert.Milliyet vom 5. Juni 1993, S. 21. Die vom späteren Startrainer Fatih Terim betreute Mannschaft gewann bei diesem Turnier die Goldmedaille.Milliyet vom 27. Juni 1993, S. 26. Nach diesem Erfolg bemühte sich Galatasaray erneut um Okuroğlu. Da aber zum Sommer 1993 Trainer Vural den Verein verließ und durch den deutschen Trainer Sepp Piontek ersetzt wurde und dieser fest mit Okuroğlu plante, kam kein Wechsel zustande. Unter dem neuen Trainer erreichte der Verein in neun Ligaspielen zehn Punkte und blieb so weit hinter den Erwartungen zurück. So reagierte die Vereinsführung und ersetzte Piontek durch Nevzat Güzelırmak. Auch unter diesem Trainer erlebte man eine durchwachsene Saison und belegte zum Saisonende den 9. Tabellenplatz. Okuroğlu genoss das Vertrauen beider Trainer.
Galatasaray Istanbul Durch den enttäuschenden Verlauf der Saison 1993/94 herrschte bei Bursaspor eine Missstimmung, weshalb mehrere Spieler den Wunsch äußerten, den Verein verlassen zu wollen. Für Okuroğlu interessierten sich neben Galatasaray auch Beşiktaş Istanbul, Fenerbahçe Istanbul und Trabzonspor.Milliyet vom 28. Mai 1994, S. 20. Bei Letzterem äußerte der Vereinstrainer Şenol Güneş während der Saison mehrmals den Wunsch, Okuroğlu unbedingt in seiner Mannschaft zu sehen.Milliyet vom 8. April 1994, S. 24. Kurze Zeit nachdem diese Vereine ihr Interesse an Okuroğlu bekundet hatten, äußerte sich Okuroğlu zu den Wechselgerüchten und erklärte, dass er sich mit Galatasaray-Präsident Adnan Polat bereits einig sei und sich nur die beiden Vereine um die Ablösesumme einigen müssten.Milliyet vom 3. Juni 1994, S. 26. Nach dieser Aussage bemühte sich besonders Fenerbahçe um Okuroğlu und trieb so die Ablösesumme in die Höhe.Milliyet vom 5. Juni 1994, S. 29. Um den Preis nochmal in die Höhe zu treiben, erklärte Bursaspor, dass man Okuroğlu nicht verkaufen wolle.Milliyet vom 6. Juni 1994, S. 28. So steigerten sich die von Galatasaray angebotenen 18 Milliarden Türkische Lira durch das Mitbieten von Fenerbahçe auf 30 Milliarden hoch, wobei Bursaspor auf der für damalige Verhältnisse rekordverdächtigen Ablösesumme von 45 Milliarden bestand.Milliyet vom 21. Juni 1994, S. 24. Daher kam kein Wechsel zustande und Okuroğlu startete die Saison bei Bursaspor. Da Bursaspor Interesse daran hatte, seinen Spieler gewinnbringend abzugeben und dieser zu Galatasaray wechseln wollte, verkündete man über die Presse, Okuroğlu für eine Ablösesumme von 25 Milliarden an Galatasaray abgeben zu wollen.Milliyet vom 8. September 1994, S. 30. Nach dieser Aussage bekundete diesmal Beşiktaş Interesse an Okuroğlu und sorgte für eine erneute Verzögerung des Wechsels zu Galatasaray.Milliyet vom 26. September 1994, S. 30. Schließlich einigte sich Galatasaray mit Bursaspor bei einer Ablösesumme von 24 Milliarden Lira und beendete die Monate andauernden Transferverhandlungen. Okuroğlu wurde daraufhin vor einem Ligaheimspiel mit einem Helikopter ins Ali-Sami-Yen-Stadion eingeflogen und als spektakulärer Neueinkauf den Fans präsentiert. Da in der laufenden Saison keine Vertragsabschlüsse erlaubt waren, wurde die Vertragsunterzeichnung erst Mitte Oktober zum Start der Wintertransferperiode durchgeführt.Milliyet vom 15. Oktober 1994, S. 26.Milliyet vom 16. Oktober 1994, S. 33. Beim routinemäßigen Gesundheitscheck nach diesem Wechsel wurde bei Okuroğlu, der bereits in seiner letzten Zeit bei Bursaspor mehrmals verletzungsbedingt ausfiel, erneut eine Verletzung diagnostiziert, wodurch er bis zur Winterpause ausfiel.Milliyet vom 19. November 1994, S. 32.
Das Debüt für seinen neuen Verein gab er im Viertelfinalhinspiel im Türkischen Fußballpokal ausgerechnet gegen seinen alten Verein Bursaspor. In dieser Partie vom 18. Januar 1995 wurde er vom deutschen Trainer Reinhard Saftig in der Startelf aufgestellt und spielte über die volle Länge.Milliyet vom 18. Januar 1995, S. 30.Milliyet vom 19. Januar 1995, S. 28. Mit dem Beginn der Rückrunde erlitt die Mannschaft, die Herbstmeister wurde, mehrere Niederlagen und verspielte so die Tabellenführung. Als Konsequenz reagierte die Vereinsführung, kündigte zum ersten Mal in ihrer Vereinshistorie einem Trainer und entließ so Saftig. Nach dieser Entlassung wurde Müfit Erkasap als Interimstrainer vorgestellt und betreute die Mannschaft bis zum Saisonende. Okuroğlu, der unter Saftig noch Stammspieler war, verlor diesen Stammplatz unter dem neuen Trainer Erkasap und wurde die letzten beiden Spieltage lediglich eingewechselt.
Die nächste Saison wurde mit dem Schotten Graeme Souness ein neuer Trainer eingestellt. Unter diesem Trainer erhielt er auf Anhieb einen Stammplatz und wurde während der Saison von diesem als einer seiner zuverlässigsten Spieler gelobt.Milliyet vom 31. Januar 1996, S. 28. Für die Fachpresse aber blieb er wie auch die gesamte Mannschaft hinter den Erwartungen zurück. Von Souness wurde er oft im offensiven Mittelfeld eingesetzt.Milliyet vom 26. Februar 1996, S. 26. Die Liga beendete man mit 16 Punkten Differenz zum Meister und Erzrivale Fenerbahçe weit abgeschlagen auf dem 4. Tabellenplatz. Lediglich im Türkischen Fußballpokal erreichte man das Finale und traf hier auf den Erzrivalen Fenerbahçe. Im damals mit Hin- und Rückspiel ausgespielten Pokalfinale gewann man das erste Spiel vor heimischer Kulisse mit 1:0. Das Rückspiel endete nach Verlängerung 1:1, wodurch Galatasaray Pokalsieger wurde.Milliyet vom 27. April 1996, S. 27.