Das Kindermädchen ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2012. Es ist die erste Verfilmung der Joachim-Vernau-Reihe und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Elisabeth Herrmann.
Handlung Der Anwalt Joachim Vernau steht kurz davor, in die höchsten Kreise der Berliner Gesellschaft aufgenommen zu werden. Seine Heirat mit Sigrun von Zernikow, Mitglied einer alteingesessenen Familie mit langem Stammbaum, ist so gut wie beschlossen. Sein zukünftiger Schwiegervater Utz will ihn außerdem in seine renommierte Kanzlei aufnehmen.
Eines Tages erscheint eine alte Frau vor dem Familienanwesen und bittet Utz von Zernikow darum, ihr ein offizielles russisches Formular zu unterschreiben, das sie für die russischen Behörden benötigt. Vernau setzt sich für die alte Frau ein und unterstützt ihr Anliegen vor der Familie. Kurze Zeit darauf entdeckt er in der Zeitung eine Meldung, dass die alte Frau tot aus dem Landwehrkanal gezogen worden ist. Von seiner Studienfreundin Marie-Luise Hoffmann, die ebenfalls Anwältin geworden ist, lässt Vernau das Dokument übersetzen. Es stammt von Natalja Tscherednitschenkowa aus Kiew, die angibt, während des Zweiten Weltkrieges für die Zernikows als Zwangsarbeiterin gearbeitet zu haben. Dafür wollte sie eine Entschädigung.
Naiv glaubt Vernau, von den hoch angesehenen und politisch immer korrekten Zernikows eine Unterschrift erlangen zu können. Doch überall wird er abgeblockt. Selbst der Familienpatriarch Utz will sich nicht erinnern. Also recherchiert Vernau auf eigene Faust in der Familiengeschichte der 1940er Jahre, wodurch er immer mehr Widerstand in der Familie provoziert. Selbst seine zukünftige Frau Sigrun stellt sich gegen ihn. Doch Vernau forscht mit Hilfe von Marie-Luise weiter und entdeckt, dass die Zernikows in dem ausgebombten Berlin der letzten Kriegstage bei Freunden in einer Grünauer Villa untergebracht wurden. Dort muss etwas passiert sein, was seit 60 Jahren vertuscht werden soll.
Dabei erfährt Vernau am eigenen Leib, dass jeder der Zernikows seine Gründe dafür hat, dass die Wahrheit nicht ans Licht kommt, denn je mehr er nachforscht, desto mehr verliert er. Nachdem er sich dem Willen der Familie nicht beugt und ihr Missfallen auf sich zieht, verliert er seinen Job, seine Wohnung und auch seine große Liebe. Sigrun, die eigentlich nichts mit der Vergangenheit zu tun hat, wahrt lieber den Schein und hält zu ihrer Familie, als sich für Vernau einzusetzen. Jetzt kann Vernau nicht mehr aufhören und macht umso entschlossener weiter. Er findet zwei unterschiedliche Grundrisse des alten Hauses. Es gibt einen alten eingemauerten Raum, der die Geheimnisse der letzten Kriegstage in sich birgt. Als er sich dem damaligen Geschehen nähert, weckt er nicht nur alte Geister, sondern begibt sich auch noch selbst in Gefahr.
Vernaus Recherche deckt am Ende ein Kriegsverbrechen auf. Die Zernikows waren eng mit der Familie von Lehnsfeld befreundet. Lehnsfeld gehörte zu Görings Kunsträubern und hatte sich dabei große Mengen der Beutekunst angeeignet und in den Kellerräumen ihrer Villa versteckt. Natalja Tscherednitschenkowa hatte diese Kunstwerke seinerzeit gesehen und als nun die damalige Freundin von Natalja so unerwartet auftauchte, befürchtete Aaron von Lehnsfeld, dass sein Schatz und die Taten seiner Vorfahren entdeckt werden könnten. Deshalb brachte er die alte Frau zum Schweigen.
Hintergrund Die Literaturverfilmung wurde vom 17. August bis 16. September 2010 in Berlin gedreht. Die Erstausstrahlung war am 9. Januar 2012 im ZDF. Dabei wurde er von 6,69 Mio. Zuschauern gesehen, was einem Marktanteil von 19,7 Prozent entsprach.ARD landet Überraschungserfolg mit Dokumentation über Lidl, abendblatt.de
Der Film war in der Kategorie Publikumswahl für den Bambi 2012 nominiert.
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2012 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Fernsehfilm (ZDF) Kategorie:Thriller Kategorie:Literaturverfilmung Kategorie:Joachim Vernau