Der Peugeot 205 ist ein von Anfang 1983 bis Ende 1998 produzierter Kleinwagen des französischen Autoherstellers Peugeot.

Modellgeschichte Allgemeines Die Entwicklung begann 1978 unter dem Projektnamen M24. Am 24. Februar 1983 kam der Peugeot 205 auf den heimischen Markt. Ab Herbst 1983 gab es auch die Dieselvariante. Im Frühling 1984 folgte der 205 GTI mit Benzineinspritzung. Im Frühjahr 1986 rundete das Cabrio die Modellpalette ab. Mit insgesamt 5.278.000 Fahrzeugen wurde er ein großer Erfolg für Peugeot. Schon im ersten Jahr erhielt der 205 zahlreiche Auszeichnungen: Ihm wurde Das Goldene Lenkrad verliehen, er wurde „Bester Kleinwagen“ und Auto des Jahres.

Für die Gruppe B im Rennsport entwickelte Peugeot den „205 Turbo 16“, einen Rennwagen mit Gitterrohrrahmen, Mittelmotor und Allradantrieb, der dem 205 ähnlich sah, weil Scheinwerfer, Blinker, Kühlergrill, Windschutzscheibe, Türen und Rückleuchten vom 205 übernommen worden waren.https://www.autobild.de/artikel/peugeot-208-gti-peugeot-205-turbo-16-vergleich-11034975.html Mit seinen Rennerfolgen hatte er einen gewissen Werbeeffekt.

In Deutschland war der 205 mit insgesamt 410.510 verkauften Exemplaren der bestverkaufte Peugeot überhaupt, bis ihn im Jahr 2007 sein Nachfolger 206 überholte. In den Jahren 1985 und 1986 war er das erfolgreichste Importmodell in Deutschland.

Im Juli 1996 strich Peugeot den 205 in Deutschland allerdings aus dem Programm, da hier im ersten Halbjahr nur noch knapp 600 Exemplare verkauft wurden und er offenbar aufgrund veralteter Technik und Sicherheitsausstattung nicht mehr konkurrenzfähig war.

Am 31. Dezember 1998 rollte schließlich der letzte 205 vom Band. Bereits im Sommer 1998 wurde er von der Modellreihe 206 abgelöst.

Varianten mini|Oben: Rückleuchten bis 1990, unten: Rückleuchten ab 1990

Anfangs wurden Kombinationen aus zwei oder drei Buchstaben verwendet, um die ungezählten Modellvariationen voneinander zu differenzieren, mit dem Facelift wurden diese kryptischen Bezeichnungen durch klingende Namen ersetzt.

Nicht jedes Modell war in allen Auslieferungsländern verfügbar, so wurde der 205 Trophy zum Beispiel nie in Deutschland angeboten. Teilweise unterschied sich auch der Ausstattungsumfang: In Frankreich wurden die Fahrzeuge erst relativ spät mit Katalysator ausgestattet, während er in für den deutschen Markt bestimmten Modellen schon seit Mitte der 1980er-Jahre verbaut wurde. Neben der drei- und der fünftürigen Limousine wurde der 205 ab Frühjahr 1986 als Cabriolet von Pininfarina sowie in zwei LKW-Versionen gebaut.

Mitte 1988 wurde der 205 einer dezenten Modellpflege unterzogen, was hauptsächlich den Innenraum betraf, die Wagen erhielten modern geformte Armaturenbretter bis hin zur neuen Mittelkonsole.

Eine zweite und umfassendere Modellpflege fand im Juli 1990 statt. Die Modelle unterschieden sich nun durch diverse Kleinigkeiten: leicht geänderte Rückleuchten, weiße Frontblinker und die nunmehr rundlichen Gehäuse der Außenspiegel.

Ab Mitte 1992 hatte der untere Teil der Heckklappe keine Plastikverkleidung mehr (zum Beispiel beim Sondermodell 205 New Look).

Serienmäßig hatte der Peugeot 205 zunächst nur 13- oder 14-Zoll-Räder, ab 1988 wurden der 1.3 Rallye mit 14-Zoll-Rädern ausgeliefert. Der Peugeot 205 1.9 Gti war der einzige, der ab 1986 mit serienmäßigen 15-Zoll-Rädern vom Band lief.

Buchstabenkombinationen

Anhand der Buchstabenkombinationen kann man die Karosserie- und Ausstattungsvariationen erkennen:

1. Buchstabe X = Dreitürer Fließheck G = Fünftürer (außer GTI, Dreitürer) Fließheck C = Cabriolet, Zweitürer 2. Buchstabe A = Kastenwagen (vergleichbar mit „Post-Golf“) N = absolute „Nullausstattung“ E = sehr einfache, spartanische Ausstattung (zum Beispiel ohne Armlehnen, ohne Tageskilometerzähler) L = einfache Ausstattung (zum Beispiel ohne Ausstellfenster hinten) R = gehobene Ausstattung S oder T = sportive Ausstattung (zum Beispiel Drehzahlmesser) J (nur als CJ) = Cabrio mit Jeans-Ausstattung 3. Buchstabe D = Dieselmotor (sonst immer Benzinmotor) I als GTI = Sportmodell (markenübergreifend feststehende Bezeichnung) I als CTI = sportliches Cabrio (wohl von GTI abgeleitet) 4. Buchstabe nur in Verbindung mit D als 3. Buchstaben T = Turbomotor

Außerhalb der 205-Nomenklatur lief die Automatic-Variante mit 1,6-l-Motor (53–65 kW) oder 1,9-l-Motor (75 kW), Servolenkung (anfangs nur 1,9-l-Motor, ab 1991 auch mit 1,6-l-Motor 65 kW), XS-Instrumentierung (Temperaturanzeige sowie ab Modell 1991 Drehzahlmesser und Digitaluhr), abschließbares und beleuchtetes Handschuhfach, Kartenleselampe, Velourssitze. Äußerlich war speziell der 205 Automatic und der 205 „XS90“ mit 1,6-l-Motor an seiner markanten Motorhaube erkennbar, die eine deutliche Erhöhung des mittleren Teils aufwies (und vermutlich anfänglich aus Platzgründen für den Doppelvergaser nötig war). Das 4-Stufen Automatikgetriebe entstand unter Mitwirken der Firma ZF und wurde parallel in einigen anderen PSA-Fahrzeugen verbaut (z. B. Citroën BX usw.), jeweils anders übersetzt.

Ein erstes bemerkbares Facelift gab es Mitte 1988. Es zeichnete sich durch ein neues Armaturenbrett aus (robuster), dickere runde Hebel für Blinker, Licht, Scheibenwischer, abgerundete Außenspiegel und eine überarbeitete Heckklappe (beim XS/GT/GTI mit integrierter kleiner Abrisskante). Mit dieser Überarbeitung erschien die Variante „Green“ quasi als Fortsetzung des limitierten Sondermodells „Lacoste“ (nur 44-kW-Motor) mit 44 und 55 kW. Noch vor dem zweiten Facelift 1990 (weiße Blinker vorne, neue Rückleuchten) wurden die Basismodelle „E“ durch „Sondermodelle“ ersetzt. Es folgten weitere „Sondermodelle“. Weitere Modelle, die jedoch nicht wirkliche Sondermodelle, da sie nicht limitiert waren, sind: mini|Dreitüriger Peugeot 205 als Sondermodell „Junior“ mini|Cockpit des Peugeot 205 GR nach Facelift 1988

Color Line: rot-grüne Farbstreifen an den Fahrzeugseiten und auf den Sitzen (abgespeckter XR/GR) Gentry: (75 kW), Vollleder mit Sportsitzen, Lederlenkrad schwarz oder beige impala, Lederschaltknauf (nur bei Schaltgetriebe), Glasschiebedach je nach Markt, Spiegelheizung, Servo, ABS je nach Markt, Metallic-Lackierung in sorrentogrün oder mayfairbeige (samt beigen Gurten), Holzeinlagen in den Türen, hochwertige Teppiche Velours samt Kofferraum, Zentralverriegelung mit IR-Fernbedienung, beleuchtete Makeup-Spiegel, spezielle SMR-Leichtmetallräder 5,5x14″ mit Bereifung 185/60 R14H in silber oder bei der beigen Version in hellem gold, optional: 4-Stufen-Automatikgetriebe, Klimaanlage (in Deutschland nicht angeboten) Green: Wagenfarbe (inklusive Stoßfänger) weiß, Innenausstattung grün samt Gurte, Panoramadach Junior: jeansblaue Sitze Look: besonders einfache Ausstattung (z. B. ohne Zeituhr) Roland Garros: Wagenfarbe grün metallic, Sitze in weißem Teilleder, 55-kW-Motor, Panorama-Schiebedach, auch als Cabrio (Cabrio mit elektrischem Dach) Winner: Sportsitze und Sportlenkrad vom Rallye (samt Dekor), umfangreiche Instrumentierung, 14″-Räder, Peugeot-Talbot-Sportaufkleber, rote Zierleisten an den lackierten Stoßfängern, keine Komfortausstattung außer Radiovorrüstung und Digitaluhr. Nur in rot, schwarz und Miami Blue erhältlich gewesen

„Echte“, limitierte Sondermodelle:

205 Gti „Radio 1 FM“: Nur 25 Stück wurden 1992 zum 25-jährigen Jubiläum dieses englischen Radiosenders aufgelegt (einer davon wurde vom Sender selbst verlost). Ausstattung wie Griffe, aber Außenfarbe schwarz mit „Radio 1 FM“-Logos auf den vorderen Kotflügeln, Klimaanlage, Clarion-Radioanlage mit CD-Player. Dieser Gti wurde nur als Rechtslenker hergestellt. Collection: XS/GT-Armaturen, Sportlenkrad, Colorglas, ZV, elektrische Fensterheber Griffe: Edel-GTI (88–94 kW), u. a. Vollleder mit grünen Nähten, Panoramadach (wenn keine Klima), Spiegelheizung, Servo, ABS, auch mit Klimaanlage (in Deutschland nicht als Extra angeboten), Zentralverriegelung mit IR-Fernbedienung. Indiana: Wagenfarbe in beige (44–55 kW), Panoramadach, Colorverglasung, Schalensitze, Satteltaschen an den Türen. Lacoste: Lacoste-Logo, grüner Teppich, Panoramadach (Serie 1) Open: Wagenfarbe silber metallic, weiß oder grau Winchester (44–58 kW) 3- oder 5-Türer, „Open“-Logo auf den vorderen Kotflügeln und Heckklappe (Golfball) inklusive bordeaux Dekorstreifen rechts und inks, Chromleisten in den Stoßstangen, Teppich innen bordeaux; Sonderfall: Modell 1988 in der Schweiz auch als 1,9-l-Motor (75 kW) Schaltwagen ausgeliefert und basiert auf dem 1,9-l-Motor Automatik, zweifarbiges Interieur mit dunkelgrauem Tacho und Mittelkonsole und hellgrauem Restinterieur

Mit dem dritten Facelift (signifikant: Wegfall der Kunststoffblende zwischen den Rückleuchten) reduziert sich die 205-Palette auf einige klingende Namen – die klassischen Modellbezeichnungen entfallen (Ausnahme GTI/CTI):

Forever: Velours-Sitzbezüge, ZV, elektrische Fensterheber, Panoramadach New-Look: jeansblaue Sitze Sacré Numéro (nicht in Deutschland erhältlich) Trophy: Wagenfarbe in „Griffe“-Grün, GTI-Radläufe, aber nur mit TU-Motor (limitiert) Generation (nicht in Deutschland erhältlich)

Der Peugeot 205 1.3 Rallye (sehr selten) wurde nicht in Deutschland verkauft, da eine Zulassung wegen der offenen Ansaugbrücke nicht zulässig war. Er wurde hauptsächlich in Frankreich und Italien verkauft.

Am 31. Dezember 1998 lief der letzte Peugeot 205 vom Band, das Modell „Génération 205“.

Laut dem Abschlussbericht des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wurden 6.905 Peugeot 205 zugunsten der Umweltprämie zwischen dem 27. Januar 2009 und dem 31. Juli 2010 verschrottet.

Motorisierung mini|XU9-Motor (122 PS) eines 205 GTI Der Peugeot 205 wurde mit einer großen Vielfalt an Motoren gefertigt. Die frühen Versionen waren mit dem X-Motor des Vorgängermodells Peugeot 104 bestückt, der auch als „Flachmotor“ bekannt ist, da er im Motorraum „liegt“, das Getriebe in der Ölwanne darunter. Diese Motoren, die bei Hubräumen von 1,0 bis 1,4 Liter zwischen 45 und 79 PS Leistung erbrachten, wurden ab 1988 nach und nach durch die neu entwickelten TU-Motoren der PSA-Gruppe ersetzt. 205 aus spanischen und marokkanischen Werken wurden mit einem weiteren Motortyp gefertigt, den Peugeot aus der Übernahme von Simca (Chrysler Europe) geerbt hatte: der G/Y/J-Baureihe aus den Simca 1100, 1308 und Talbot Horizon stammend, mit Hubräumen zwischen 1,2 und 1,6 Liter und mit bis zu 66 kW (90 PS) im spanischen Modell 205 GTX.

XV-, XW-, XY-Motoren mit 1,0 l, 1,1 l bzw. 1,4 l Hubraum (von 9.83 bis 3.89) G/Y/J-Motoren von 1,2 bis 1,6 Liter Hubraum XU-Benzinmotoren mit 1,6 l bzw. 1,9 Liter Hubraum XUD-Dieselmotoren mit 1,8 bzw. 1,9 Liter Hubraum TU-Benzinmotoren mit 1,1 l bzw. 1,4 l Hubraum (ab 9.88)

Modell Modellbezeichnung Hubraum (cm³) Leistung in kW (PS) Motorbezeichnung Bauzeitraum V-max 0–100 km/h Leergewicht Ottomotoren 1.0 954 31 (42) XV8 11/86–09/87 33 (45) 09/83–10/86 1.1 1124 36 (49) XW7 01/86–09/88 205 GL 37 (50) 09/83–12/85 820 kg 40 (55) TU1 09/88–09/89 44 (60) TU1M 09/89–06/96 – G-KAT ca. 164 km/h 13,9 s 790 kg 1.3 205 Rallye 1.3 (nicht in D) 1294 74 (101) TU2.4A 03/88–12/90 1.4 1360 44 (60) XY7 09/83–03/89 205 CJ G-KAT TU3CP 09/88–08/89 49 (67) TU3A 04/89–08/89 205 XS / GT / CJ / Green / Roland Garros G-KAT55 (75) TU3M 09/88–06/96 ca. 175 km/h 10,6 s 850 kg 205 XS / GT / CT 58 (79) XY8 01/86–03/89 59 (80) 09/83–12/85 205 XS / GT / CT (nicht in D) 62 (84) TU3S 04/89–08/89 1.6 205 Automatic 1.6 1580 55 (75) XU51C 09/86–08/89 205 Automatic 1.6 205 „XS90“ G-KAT

205 „GT90“ 65 (89) XU5M3Z 09/91–06/96 167 km/h 180 km/h

180 km/h 14 s 10 s

10 s 880 kg 850 kg