Der Große Preis von Großbritannien 1983 (offiziell XXXVI Marlboro British Grand Prix) fand am 16. Juli auf dem Silverstone Circuit in Silverstone statt und war das neunte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1983.

Berichte Hintergrund Während der rund einmonatigen Unterbrechung zwischen dem Großen Preis von Kanada und dem zehnten WM-Lauf der Saison, der gemäß dem jährlichen Wechsel mit Brands Hatch in diesem Jahr wieder in Silverstone stattfand, ergaben sich mehrere Veränderungen in der Meldeliste.

Das Team Lotus präsentierte den neuen, maßgeblich von Gérard Ducarouge entwickelten Typ 94T und stattete sofort beide Werksfahrer damit aus. Der Wagen war die Nachfolgekonstruktion des Lotus 93T, der zuvor jeweils nur von Elio de Angelis pilotiert worden war und verfügte ebenso wie dieser über einen Renault-Turbomotor, wodurch die Teams Lotus und Renault fortan mit baugleichen Aggregaten antraten. Bei Osella entschied man sich ebenfalls, wieder beide Stammfahrer mit identischen Wagen auszustatten und meldete daher zwei Osella FA1E mit Saugmotoren von Alfa Romeo für das Rennwochenende an. Die Scuderia Ferrari brachte den neuen 126C3 an den Start. Brabham, Alfa Romeo und Toleman hatten die mehrwöchige Pause genutzt, um ihre Rennwagen mit einigen Modifikationen zu versehen.

Das neue Team Spirit Racing wurde erstmals in die Meldeliste eingetragen. Der Spirit 201C war mit einem Sechszylinder-Turbomotor von Honda ausgestattet und diente dem japanischen Hersteller, der erstmals seit dem Großen Preis von Mexiko 1968 wieder in der Formel 1 in Erscheinung trat, als Versuchsobjekt. Als Fahrer wurde der Schwede Stefan Johansson engagiert, der bereits 1980 in Argentinien und Brasilien am Steuer eines Shadow DN11 vergeblich versucht hatte, sich für einen Grand Prix zu qualifizieren.

Um mit den Entwicklungen der Konkurrenz Schritt halten zu können, strebte man auch bei McLaren längst die Umstellung auf Turbomotoren an. Mit Unterstützung von TAG arbeitete Porsche an einem entsprechenden Triebwerk, welches im Vorfeld des britischen Grand Prix auch bereits auf der Porsche-Teststrecke in Weissach erprobt, jedoch als noch nicht einsatzfähig beurteilt wurde.

Nach einem Gaststart von Jacques Villeneuve wurde der britische Debütant Kenny Acheson als neuer Stammfahrer für den Rest der Saison bei RAM Racing unter Vertrag genommen.

In der Fahrerwertung führte Alain Prost mit drei Punkten vor Nelson Piquet und Patrick Tambay. In der Konstrukteurswertung führte Renault punktgleich mit Ferrari und mit neun Punkten vor Williams.

Mit Niki Lauda (zweimal) und John Watson (einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an. Lauda gewann dabei einmal den Großen Preis von Großbritannien als dieser in Brands Hatch ausgetragen wurde.

Training Aus dem Training resultierte eine reine erste Startreihe für Ferrari, wobei Arnoux seine dritte Pole-Position in Folge erreichte. Sein Teamkollege Tambay folgte vor Prost und de Angelis sowie den beiden Brabham von Riccardo Patrese und Piquet. Eddie Cheever bildete zusammen mit Manfred Winkelhock die dritte Reihe.

Erneut war Keke Rosberg der beste der Piloten, die nicht über einen Turbomotor verfügten. Sein zwölfter Platz bestätigte dabei erneut die Tendenz, dass ein Turbomotor inzwischen nötig war, um zumindest im Qualifying konkurrenzfähig zu sein.

Rennen Zum letzten Mal fand ein britischer Grand Prix samstags statt sonntags statt.

Während der ersten Runde gelangte Tambay an seinem Teamkollegen Arnoux vorbei in Führung. Mit bereits beträchtlichem Abstand kreuzte Prost als Dritter vor Patrese, Cheever und de Angelis zum ersten Mal die Start-Ziel-Linie. Cheever und de Angelis mussten das Rennen bereits nach wenigen Kilometern aufgrund von technischen Defekten aufgeben.

Durch den Ausfall von Patrese in der neunten Runde gelangte Piquet auf den vierten Rang vor Andrea de Cesaris und Winkelhock.

In der 14. Runde zog Prost an Tambay vorbei. Sechs Runden später ging er in Führung. Unterdessen war Arnoux von Piquet auf den vierten Rang verwiesen worden. In Runde 31 verlor auch Tambay seinen zweiten Rang an den Brasilianer. mini|Nigel Mansell im Lotus 94T während des Rennens. Während der inzwischen obligatorischen Boxenstopps änderte sich nur kurzzeitig etwas an den Platzierungen der Spitzengruppe. Nigel Mansell gelang es jedoch, durch einen vergleichsweise späten Stopp deutlich auf die beiden Ferrari-Piloten aufzuschließen, die vor ihm auf den Plätzen drei und vier lagen. In Runde 48 überholte er Arnoux. Tambay hingegen verteidigte seinen dritten Rang erfolgreich gegen Mansell. Lauda erhielt als Sechster den letzten WM-Punkt des Tages.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Williams FW08C Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 3 Tyrrell 011B 4 5 Brabham BT52B BMW M12/13 1.5 L4t 6 7 McLaren MP4/1C Ford Cosworth DFV 3.0 V8 8 9 ATS D6 BMW M12/13 1.5 L4t 11 Lotus 94T Renault EF1 1.5 V6t 12 15 Renault RE40 16 17 RAM 01 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 22 Alfa Romeo 183T Alfa Romeo 890T 1.5 V8t 23 25 Ligier JS21 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 26 27 Ferrari 126C3 Ferrari 021 1.5 V6t 28 29 Arrows A6 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 30 31 Osella FA1E Alfa Romeo 1260 3.0 V12 32 33 Theodore N183 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 34 35 Toleman TG183B Hart 415T 1.5 L4t 36 40 Spirit 201C Honda RA163-E 1.5 V6t

Klassifikationen Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Qualifikationstraining 1 Qualifikationstraining 2 Start Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit 1 1:10,436 241,189 km/h 1:09,462 244,571 km/h 1 2 1:10,874 239,699 km/h 1:10,104 242,331 km/h 2 3 1:10,170 242,103 km/h 1:10,808 239,922 km/h 3 4 1:10,771 240,047 km/h 1:11,114 238,890 km/h 4 5 1:11,246 238,447 km/h 1:10,881 239,675 km/h 5 6 1:11,098 238,943 km/h 1:10,933 239,499 km/h 6 7 1:11,055 239,088 km/h 1:11,520 237,534 km/h 7 8 1:13,493 231,157 km/h 1:11,687 236,980 km/h 8 9 1:13,163 232,199 km/h 1:12,150 235,459 km/h 9 10 1:12,528 234,232 km/h 1:12,541 234,190 km/h 10 11 1:14,006 229,554 km/h 1:12,860 233,165 km/h 11 12 1:13,792 230,220 km/h 1:13,422 231,380 km/h 12 13 1:13,755 230,336 km/h keine Zeit – 13 14 1:15,535 224,908 km/h 1:13,962 229,691 km/h 14 15 1:14,267 228,748 km/h 1:15,118 226,156 km/h 15 16 1:14,651 227,571 km/h 1:14,970 226,603 km/h 16 17 1:14,964 226,621 km/h 1:15,686 224,459 km/h 17 18 1:16,377 222,428 km/h 1:15,133 226,111 km/h 18 19 1:15,135 226,105 km/h 1:15,350 225,460 km/h 19 20 1:15,234 225,807 km/h 1:16,762 221,313 km/h 20 21 1:15,441 225,188 km/h 1:15,317 225,559 km/h 21 22 1:15,386 225,352 km/h 1:16,134 223,138 km/h 22 23 1:15,449 225,164 km/h 1:16,347 222,516 km/h 23 24 1:15,609 224,688 km/h 1:16,091 223,264 km/h 24 25 keine Zeit – 1:15,767 224,219 km/h 25 26 1:17,162 220,165 km/h 1:16,544 221,943 km/h 26 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, scheiterten Cecotto, Fabi und Acheson an der Qualifikation. 1:16,714 221,451 km/h 1:16,786 221,243 km/h – DNQ 1:20,400 211,299 km/h 1:17,594 218,940 km/h – DNQ 1:19,267 214,319 km/h 1:18,103 217,513 km/h – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 67 1 1:24:39,780 3 1:14,212 (32.) 2 67 1 + 19,161 6 1:14,327 (36.) 3 67 1 + 26,246 2 1:14,805 (62.) 4 67 1 + 38,952 18 1:14,434 (49.) 5 67 1 + 58,874 1 1:15,214 (7.) 6 66 1 + 1 Runde 15 1:15,923 (60.) 7 66 1 + 1 Runde 11 1:15,207 (65.) 8 66 1 + 1 Runde 9 1:15,032 (64.) 9 66 1 + 1 Runde 24 1:16,090 (14.) 10 65 1 + 2 Runden 25 1:16,477 (53.) 11 65 1 + 2 Runden 13 1:16,887 (52.) 12 65 1 + 2 Runden 20 1:16,228 (36.) 13 65 0 + 2 Runden 16 1:17,456 (55.) 14 65 0 + 2 Runden 23 1:17,858 (60.) 15 65 0 + 2 Runden 17 1:17,913 (59.) 16 64 0 + 3 Runden 21 1:18,351 (56.) 17 64 0 + 3 Runden 19 1:18,552 (63.) – 49 1 DNF 8 1:15,144 (28.) – 48 1 DNF 22 1:17,659 (47.) – 46 0 DNF 26 1:19,920 (37.) – 27 1 DNF 10 1:15,856 (24.) – 9 0 DNF 5 1:14,857 (4.) – 5 0 DNF 14 1:17,934 (3.) – 3 0 DNF 7 1:16,261 (2.) – 3 0 DNF 12 1:29,957 (1.) – 1 0 DNF 4 1:23,401 (1.)

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Fahrerwertung wurden die besten elf Resultate, in der Konstrukteurswertung alle Resultate gewertet.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Renault 392Brabham-BMW 33 3Ferrari 314Williams-Ford 255Ferrari 196McLaren-Ford 167Renault 148McLaren-Ford 119Williams-Ford 1010Tyrrell-Ford 911Lotus-Ford 412Arrows-Ford 413Tyrrell-Ford 214Theodore-Ford 115Alfa Romeo 116Arrows-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte17Arrows-Ford 018Toleman-Hart 019Ligier-Ford 020Toleman-Hart 021Alfa Romeo 022Ligier-Ford 023Alfa Romeo 024ATS-BMW 025Brabham-BMW 026RAM-Ford 027Theodore-Ford 0–Osella-Ford 0–Arrows-Ford 0–Osella-Alfa Romeo 0–Spirit-Honda 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 532 50 3 354 335 276 117 48 4 Pos. Konstrukteur Punkte9 110 111 012 013 014 0– 0– 0 Einzelnachweise

Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

#1983 Grossbritannien Kategorie:Sportveranstaltung in West Northamptonshire Kategorie:Silverstone Circuit