Sie hat es verdient ist ein deutsches Fernseh-Drama aus dem Jahr 2010 mit Liv Lisa Fries in der Hauptrolle als gewalttätige Jugendliche.

Handlung Susanne lädt an ihrem 16. Geburtstag mehrere Mitschüler zur Party am Abend ein, darunter auch Josch. Dessen Freundin Linda verabscheut Susanne schon wegen ihres gepflegten Äußeren, mehr aber noch wegen des sozialen Gefälles, denn während Susanne behütet und geliebt aufwächst, lebt Linda in einer dysfunktionalen Familie mit der alles bestimmenden Mutter Marianne und dem willensschwachen Vater Robert, von dem angedeutet wird, dass er Linda sexuell missbraucht.

Susannes Einladung an Josch provoziert die aggressive und ruppige Linda, ihr „eine Abreibung“ zu verpassen. Josch lockt Susanne auf den Dachboden von Lindas Familie, wo sie zunächst von Linda brutal geschlagen und getreten wird. Josch und die gemeinsame Freundin Kati lassen sich von Linda zum Mitmachen überreden. Zwischen den Gewaltorgien haben Linda und Josch leidenschaftlichen Sex, zudem kümmert sich Linda hingebungsvoll um ihren kleinen Bruder Oskar, den sie heiß und innig liebt; einmal entsteht ein fast freundschaftliches Gespräch mit Susanne.

Als Linda beschließt, Susanne zu töten, um nicht von ihr verraten zu werden, machen ihre Freunde nicht mehr mit. Josch verständigt die Polizei. Linda wird festgenommen und Susanne in die Notaufnahme gebracht. Susannes Eltern und Freunde warten vergeblich auf das Geburtstagskind und erfahren im Krankenhaus, Susanne sei an schweren inneren Blutungen gestorben.

Der folgende Strafprozess gegen die drei Täter wird im Film vollkommen ausgelassen.

Susannes Mutter Nora kapselt sich in ihrer Trauer lange vollkommen ab, auch von ihrem Mann, findet dann aber einen Weg zur Verarbeitung: Sie besucht Linda überraschend im Gefängnis, verzweifelt nach einer Erklärung suchend. Linda antwortet aufrichtig auf ihre Fragen. Nach anfänglicher Konfrontation und Fassungslosigkeit stellt Nora erstaunt fest, dass Linda trotz der erbarmungslos begangenen Tat ein liebenswertes Mädchen mit sympathischen Seiten ist, die ihr auch keine Erklärung geben kann, aber nun aufrichtige Reue empfindet. Linda vermisst Oskar sehr, während ihre Eltern ihr vollkommen egal sind.

Im Anschluss daran besucht Nora Lindas Eltern, die ihre Tochter als gestorben betrachten und selbst ihre Briefe ignorieren. Auch als Nora von dem überraschenden Verlauf ihres Besuchs erzählt, lässt sich Marianne nicht von ihrer Überzeugung abbringen, die schon immer rebellische Linda sei von Geburt an böse. Später zieht Marianne mit Oskar aus der Wohnung aus und lässt Robert allein zurück. Als die zwei noch einmal zurückkommen, um Oskars vergessene Puppe zu holen, hat er sich erhängt.

Nora kommt von ihren zwei Besuchen nach Hause und kann nun wieder Nähe zulassen – zu ihrem Mann und dem zwischenzeitlich angeschafften Hundewelpen, den Susanne sich immer gewünscht hat.

Aufbau Die Handlung wird im Film nicht chronologisch dargestellt. Nach einer kurzen Einleitung, die die gefesselte Susanne allein auf dem Dachboden zeigt, bildet Noras Besuchstour das dramaturgische Korsett, mit dem der Film beginnt und endet; diese Zeitebene ist die einzige mit chronologischer Reihenfolge. Von dort springt der Film immer wieder in Sequenzen, die die Tat selbst sowie die Familien von Linda und Susanne vor und nach Susannes Tod zeigen.

Hintergrund Der Film wurde vom 8. Oktober bis 11. November 2009 in Berlin gedreht. Die Uraufführung war am 28. Juni 2010 beim Filmfest München, die Erstausstrahlung am 14. September 2011 im Ersten. Dabei wurde der Film von 4,52 Mio. Zuschauern gesehen, was einem Marktanteil von etwa 14,9 Prozent entsprach.ARD: „Sie hat es verdient“ mit Top-Quote, bz-berlin.de

Kritiken

Auszeichnungen Liv Lisa Fries wurde für die Rolle der Linda bei mehreren Preisverleihungen gewürdigt. Sie erhielt den Günter-Strack-Fernsehpreis beim Studio Hamburg Nachwuchspreis 2011 und die Lilli Palmer & Curd Jürgens Gedächtniskamera bei der Goldene-Kamera-Verleihung 2012. Zudem war sie für den New Faces Award 2012 nominiert.

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2010 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Fernsehfilm (Das Erste)