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Manfred Butzmann (* 14. September 1942 in Potsdam-Bornim; † 4. Januar 2026 ebenda) war ein deutscher Grafiker.

Leben und Werk Butzmann war der Spohn eines Gärtners. Nachdem sein Vater als Angehöriger des Volkssturms in den letzten Tage des Zweiten Weltkriegs 1945 von Soldaten der Roten Armee erschossen worden war, wuchs Manfred in Eutzsch (Kreis Wittenberg) bei Verwandten auf einem Bauernhof auf. 1955 holte ihn seine Mutter zurück nach Potsdam, wo er 1961 an der Erweiterte Oberschule 4 das Abitur ablegte. Als Schüler nahm er bereits Zeichenunterricht bei Suse Ahlgrimm. Von 1961 bis 1964 absolvierte er eine Ausbildung zum Offsetretuscheur in Berlin und Potsdam. Nebenher arbeitete er im Malzirkel von Magnus Zeller in Caputh; eine seiner Arbeiten von 1962 wurde 1969 aufgenommen in den 100 Tafeln umfassenden Querschnittsband zum bildnerischen Volksschaffen in der DDR, Graphikspiegel.Insel-Bücherei Band 920.

Von 1964 bis 1969 studierte Butzmann Grafik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Arno Mohr, Werner Klemke und Klaus Wittkugel. Von 1988 bis 1993 war er hier Gastdozent.

Ab 1970 arbeitete er in Berlin freischaffend als Grafiker, zunächst als Buchillustrator. Von 1973 bis 1977 war er Meisterschüler bei Klemke an der Akademie der Künste. Das Meisterschülerstudium wurde 1976 unterbrochen, als Butzmann den Reservistendienst in der NVA leisten musste. Angeregt von der Tristesse des Kasernenlebens schuf er die Radierfolge Eindrücke.

Nach dem Ende der Dienstzeit arbeitete er weiter als Buchillustrator sowie Einbandgestalter, schuf er seit 1977 aber auch Druckgrafiken und Aquarelle, Fotoplakate und Postkarten. Ab 1971 entwarf er die Plakate für seine Ausstellungen als Offset-Lithografie selbst, in der Regel wurden sie in der Berliner Druckerei Graetz gedruckt. Eine besondere Vorliebe Butzmanns galt den Abreibungen. Zahlreiche Abnahmen tätigte er in alten Berliner Hausfluren, auf Straßen, aber auch von Grabsteinen und Türen. Mit seinen unkonventionell gestalteten Plakaten wurde Butzmann zum kritischen Augenzeugen, ging gegen Engstirnigkeit, Gleichgültigkeit und bequeme Anpassung seiner Mitbürger vor. Auch die Themen Frieden und Umweltschutz stellte er plakativ dar. Wenn er keine Druckerei fand, druckte er die Plakate auch einfach selbst. Am 19. November 1989 malte Butzmann mit schwarzer Farbe Hasen an ein Mauerstück. Des Weiteren gestaltete er Aquarelle, Lithografien, Frottagen von Grabsteinen des Jüdischen Friedhofs in Weißensee.

Butzmann war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er hatte im In- und Ausland eine große Anzahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, in der Zeit der DDR u. a. von 1972 bis 1988 an der VIII. bis X. der Kunstausstellung der DDR in Dresden, und nahm seit 1976 an zahlreichen Pleinairs teil.

1989/1990 war er Mitglied des Untersuchungsausschusses zu den polizeilichen Übergriffen am 7. und 8. Oktober 1989 in Berlin.Ich zeige an. Berichte von Betroffenen zu den Ereignissen am 7. und 8. Oktober 1989 in Berlin, Vorwort von Manfred Butzmann, Berlin: November 1989. Danach arbeitete er an mehreren Projekten.

Butzmann heiratete 1966, das Paar bekam drei Kinder. Von 2007 bis zu seinem Tod lebte und arbeitete er in Potsdam-Bornim.

Ehrungen mini|hochkant|Gedenktafel am Haus, Friedrich-Jacobs-Promenade, in Berlin-Rummelsburg (2017) 1975: Goldplakette der Internationalen Buchkunst-Ausstellung (iba) Leipzig 1991: Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste 1993: dritter Preis für den Entwurf für ein Mahnmal zur Bücherverbrennung in Berlin 1993: Bundesverdienstkreuz am Bande (26. November 1993) 1999: Ferdinand-von-Quast-Medaille des Berliner Landesdenkmalamtes 2020: Brandenburgischer KunstpreisIm Geiste Adolf Menzels – Ehrenpreis für Manfred Butzmann, Märkische Oderzeitung, 2. August 2020. (Ehrenpreis des brandenburgischen Ministerpräsidenten für das Lebenswerk)

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Butzmanns (unvollständig) Altenburg/Thür.: Lindenau-Museum Berlin: Berlinische Galerie Berlin: Kupferstichkabinett Berlin: Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin Berlin: Berlin Museum Berlin: Stiftung Kunstforum der Berliner Volksbank Berlin: Artothek im Deutschen BundestagBundestag: Bestandsverzeichnis Artothek Berlin: Deutsches Historisches Museum Berlin: Kunstsammlung des Bezirks PankowManfred Butzmann in der Kunstsammlung des Bezirks Pankow. Dresden, Kupferstichkabinett

Buchillustrationen und –Einbandgestaltung

Buchpublikationen Butzmanns Eugen Blume (Hrsg.): Butzmanns Heimatkunde in 24 Abteilungen. Eigenverlag, 1992 Bilderchronik der Parkstraße. Das grüne Haus Parkstraße 36, Eigenverlag, 2001

Einzelausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung (unvollständig)

Literatur (chronologisch) Ulrich Rudolph: Wahrheit im Foto. Nachdenken über Plakate und Postkarten von Manfred Butzmann. In: Bildende Kunst, Berlin, 11/1982, S. 553–555 Detlev Lücke: Revolutionär mit Fahrrad. In: Die Zeit, Nr. 48/1991 Saur. Allgemeines Künstlerlexikon. Band 15, 1997, S. 394 Ingeborg Ruthe: Butzmanns Heimatkunde. In: Berliner Zeitung, 2. Januar 1999 Verschluderte Heimat. In: Berliner Zeitung, 16. November 2007 Heimatkunde nun erst recht. In: Berliner Zeitung, 11. August 2009 Butzmann, Manfred. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 126/127

Rede zur Vernissage: Manfred Butzmann & Ursula Strozynski im Kunstpavillon Heringsdorf, Juli 2019, Abdruck in: Matthias Thalheim: Fatzer im Radio – Begegnungen seltener Natur, S. 380–390, Verlag epubli, Berlin 2019

Weblinks

Werke im Bildindex

Klaus Hammer: Manfred Butzmann betreibt ‚Heimatkunde‘. Berliner Literaturkritik, 2. Januar 2008. Wolfgang Thierse: Eröffnung der Ausstellung Heimatkunde, Rede vom 2. August 2009 in Bergsdorf. Akademie der Künste richtet Manfred-Butzmann-Archiv ein, Pressemitteilung der Akademie der Künste (Berlin) vom 25. Mai 2012. Der Nachbau des Stadtschlosses ist kein Kitsch, Interview mit Manfred Butzmann in der Berliner Zeitung vom 2. März 2016. Manfred-Butzmann-Archiv im Archiv der Akademie der Künste, Berlin

Einzelnachweise

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