Paradies: Liebe ist ein Film des österreichischen Regisseurs Ulrich Seidl aus dem Jahr 2012. Er erzählt die Geschichte einer 50-jährigen Wienerin, die als Sextouristin nach Kenia reist. Der Film ist der erste Teil von Seidls Paradies-Trilogie. Seine Premiere hatte er im Wettbewerb der 65. Filmfestspiele von Cannes.
Handlung Die 50-jährige Teresa lebt gemeinsam mit ihrer pubertierenden Tochter in Wien. Ihren Sommerurlaub möchte sie in einem Urlaubsresort in Kenia verbringen. Vor der Abreise gibt sie die Tochter in die Obhut ihrer Schwester Anna Maria. Im „Urlaubsparadies“ angekommen, sucht sie den Kontakt zu den Beach Boys, die am Strand auf Europäerinnen warten, um ihre Dienste anzubieten. Am Ende einer Reihe von Enttäuschungen muss sie erkennen, dass sie am Strand von Kenia nur sexuelle Handlungen, nicht aber Liebe und Zuneigung kaufen kann.
Hintergrund Das Paradies-Projekt sollte ursprünglich nur einen Spielfilm mit drei Handlungssträngen umfassen. Erst im Laufe der Postproduktion entschied sich Seidl, die Geschichten auf drei Filme aufzuteilen. Die Titel der Filme sind von dem Drama Glaube Liebe Hoffnung von Ödön von Horváth inspiriert. (PDF; 3,1 MB), Paradise: Love Press Kit, abgerufen am 15. Dezember 2012
Der Film startete am 3. Jänner 2013 in den deutschen Kinos.
Rezeption Das Lexikon des internationalen Films schreibt, der Film überzeuge „durch die kluge, durchaus streitbare Verbindung zwischen bitterem, fast zynischem Sarkasmus, Komik und abgrundtiefer Traurigkeit.“
Während Andreas Borcholte auf Spiegel Online „eine Stilübung in Ekel und Tristesse“ siehtAndreas Borcholte: Sand im Getriebe auf spiegel.de, 18. Mai 2012, abgerufen am 21. Dezember 2012, spricht Beatrice Behn von einem „Balanceakt“, den Seidl leiste.
Silvia Hallensleben von epd Film kritisierte, dass diese „filmische Studie über Verrohung in einer Welt globalisierter Ausbeutung“ über „seine allzu liebensunwürdige Hauptfigur und seine Konstruiertheit“ stolpere.Silvia Hallensleben: Paradies: Liebe auf epd-film.de, abgerufen am 16. April 2015
Von vielen Kritikern wurde besonders die Leistung der Hauptdarstellerin Margarethe Tiesel hervorgehoben. Die Österreicherin könne „für die authentische Darstellung ihrer seelisch gestrandeten Figur nicht genug gelobt werden“, so Robert Cherkowski auf filmstarts.de.Robert Cherkowski: FILMSTARTS-Kritik auf filmstarts.de, abgerufen am 21. Dezember 2012
Auszeichnungen mini|hochkant|Margarethe Tiesel mit ihrem gewonnenen Österreichischen Filmpreis 2013 wurde Paradies: Liebe bei der Verleihung des Österreichischen Filmpreises als beste Filmproduktion sowie in den Kategorien Regie und Darstellerin (Margarethe Tiesel) ausgezeichnet. Von den österreichischen Filmjournalisten erhielt der Film den Papierenen Gustl als bester österreichischer Film 2012.
Weblinks
Michael Kienzl: Liebe und Geld. Ein kulturelles Missverständnis aus den Augen von Ulrich Seidl auf critic.de, 18. Mai 2012 Kritik von Beatrice Behn auf kino-zeit.de
Einzelnachweise
Kategorie:Österreichischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Prostitution im Film Kategorie:Ulrich Seidl Kategorie:Filmtitel 2012