Die Sam Simon ist ein ehemaliges japanisches Forschungsschiff, welches seit 2012 für die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd fährt.

Bau und Einsatz als japanisches Forschungsschiff Das 1993 gebaute Schiff half als Seifū-maru (, „frische Brise“) bei der Erforschung der Meeresströmungen für Japans Nordpazifik-Walfangprogramm und gehörte dem Meeresobservatorium Maizuru der Japan Meteorological Agency. 2010 wurde es außer Dienst gestellt und verblieb im Hafen von Shimonoseki.

Erwerb durch Sea Shepherd Am 21. Juni 2012 gab die Sea Shepherd Conservation Society bekannt, dass sie durch die Spende von Sam Simon ein weiteres Schiff erwerben konnte., Sea Shepherd News, 21. Juni 2012, Sea Shepherd Conservation Society, abgerufen am 1. Dezember 2015. Die Sam Simon wurde 2012 über das US-Unternehmen New Atlantis von Sea Shepherd gekauft. Der japanischen Regierung war dabei nicht bewusst, an wen sie das Schiff verkauft hatte. Es wurde zunächst in New Atlantis umbenannt und grundlegend im Trockendock in Brisbane, Queensland überholt, bevor am 10. Dezember 2012 in Hobart, Tasmanien bekanntgegeben wurde, dass es sich bei dem Schiff um die Sam Simon handelt. Sie war der Öffentlichkeit drei Tage zugänglich, bevor sie im Rahmen der Operation Zero Tolerance gegen japanische Walfänger auslief.

Benannt wurde das Schiff nach dem US-amerikanischen Fernsehproduzenten und Sea Shepherd UnterstützerSea Shepherd gedenkt Sam Simon, Sea Shepherd News, 12. März 2015, Sea Shepherd Deutschland e. V. Abgerufen am 1. Dezember 2015. Sam Simon, welcher seit dem 5. Dezember 2011 Mitglied des internationalen Beirates war., Sea Shepherd News, 5. Dezember 2011, Sea Shepherd Conservation Society, abgerufen am 1. Dezember 2015.

Einsatz bei Sea Shepherd 2013 Die erste Sea Shepherd Kampagne für die Sam Simon war Sea Shepherds neunte Antarktis-Walverteidigungskampagne Operation Zero Tolerance. Am 8. Januar 2012 wurde auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass die Antarktis-Kampagne erstmals von Sea Shepherd Australien geleitet wurde, da Sea Shepherd USA aufgrund eines Gerichtsverfahren in den USA eine Teilnahme an der Kampagne untersagt wurde. Somit wurde die Kampagne nicht von Kapitän Paul Watson, sondern vom vorherigen Senator Bob Brown und dem Direktor von Sea Shepherd Australien Jeff Hansen geleitet.Sea Shepherd Australia to lead antarctic whale defense campaign, Sea Shepherd News, 8. Januar 2013, Sea Shepherd Australia. Abgerufen am 1. Dezember 2015. Die Sam Simon lief zusammen mit den weiteren Schiffen der Sea Shepherd Conservation Society Steve Irwin, Bob Barker und Brigitte Bardot, Anfang 2013 von Hobart aus in das Südpolarmeer aus, um die japanische Walfangflotte ausfindig zu machen und deren Aktivitäten so gut es ging zu stören. Am 7. Februar 2013 gelang es der Besatzung der Sam Simon das Tankschiff der japanischen Walfangflotte Sun Laurel aufzuspüren und damit die Treibstoffversorgung der Walfangflotte zu unterbinden.Sea Shepherd Severs Fuel Supply to the Whaling Fleet, Sea Shepherd News, 7. Februar 2013, Sea Shepherd Australia. Abgerufen am 1. Dezember 2015. Eine Woche später konnte die Bob Barker das Fabrikschiff der Walfangflotte einholen und somit jegliche Walfangaktivitäten stoppen.Sea Shepherd Ship Bob Barker is On the Slipway of the Nisshin Maru, Sea Shepherd News, 15. Februar 2013, Sea Shepherd Australia. Abgerufen am 1. Dezember 2015. Den Sea-Shepherd-Schiffen Bob Barker, Steve Irwin und Sam Simon gelang es erfolgreich das illegale Auftanken der Nisshin Maru durch die Sun Laurel zu verhindern, indem sich die Schiffe zwischen das doppelt so große Tankschiff und das dreimal so große Fabrikschiff stellten und so ein Auftanken unmöglich machten. Dabei wurden die Sea Shepherd-Schiffe mehrfach von der Nisshin Maru gerammt.Japanese Whale poaching vessel, Nisshin Maru, rams Korean fuel tanker and Sea Shepherd ships, Sea Shepherd News, 20. Februar 2013, Sea Shepherd Australia. Abgerufen am 1. Dezember 2015.mini|Die Sam Simon im Dezember 2012 in Hobart. Nachdem die Sam Simon während Operation Zero Tolerance teils schwer beschädigt wurde, reparierten Freiwillige das Schiff über den Frühling und Sommer 2013 in Williamstown (Victoria). Des Weiteren wurde das Bootsdeck und das Achterdeck umgebaut und das Schiff erhielt einen neuen Anstrich. Anfang September besuchte die Sam Simon Sydney und wurde später auf die nächste Antarktis-Kampagne vorbereitet.Sydney welcomes the Sam Simon, Sea Shepherd News, 4. September 2013, Sea Shepherd Australia. Abgerufen am 1. Dezember 2015.

2014

Am 18. Dezember 2013 legte die Sam Simon zusammen mit ihren Schwesterschiffen Bob Barker und Steve Irwin von Sea Shepherds südlicher Operationsbasis in Williamstown ab. Unter dem Kommando von Kapitän Adam Meyerson brach die Sam Simon zu ihrer zweiten Antarktis Walverteidigungskampagne Operation Relentless auf. Nach 81 Tagen auf hoher See kehrte die Sam Simon am 8. März 2014 nach 15.000 zurückgelegten Seemeilen nach Williamstown zurück. Während dieser Zeit blockierte die Sam Simon ein Harpunenschiff, half beim Blockieren des Fabrikschiffes und fungierte als Auftankschiff für die anderen Sea-Shepherd-Schiffe in der Antarktis und ermöglichte so eine Verlängerung der Kampagne.Das Sea Shepherd-Schiff Sam Simon legt in Williamstown an, Sea Shepherd News, 8. März 2014, Sea Shepherd Deutschland e. V. Abgerufen am 1. Dezember 2015. Während der Operation Relentless konnte Sea Shepherd 784 von 1035 Walen retten. Dies war das drittschlechteste Walfangjahr der japanischen Walfangflotte seit dem Beginn von Sea Shepherds Antarktis-Kampagnen.Operation Relentless hat 784 Wale gerettet, Sea Shepherd News, 9. April 2014, Sea Shepherd Deutschland e. V. Abgerufen am 1. Dezember 2015.

Zwischen April und Juni 2014 lag die Sam Simon im Australischen Nationalen Maritimen Museum in Sydney, als Teil der Ausstellung über Wale. Im Sommer 2014 wurde das Bootsdeck sowie das Schiffsinnere für zukünftige Kampagnen umgebaut. Im Herbst wurde die Sam Simon in Williamstown und Wellington für die nächste Antarktis-Kampagne Operation Icefish vorbereitet.Sea Shepherd ship joins whale exhibition at Australian National Maritime Museum in Sydney, Sea Shepherd News, 24. April 2014, Sea Shepherd Australia, abgerufen am 1. Dezember 2015.

2015

Am 16. September 2014 kündigte Sea Shepherd seine 11. Antarktis-Kampagne Operation Icefish an.Operation Icefish : Sea Shepherd startet neue Kampagne im Südpolarmeer, Sea Shepherd News, 16. September 2014, Sea Shepherd Deutschland e. V. Abgerufen am 2. Dezember 2015. Das Ziel der Kampagne war es, einen Verbund von sechs Antarktisdorschwilderern, welche „Bandit 6“ genannt wurde, ausfindig zu machen, deren Operationen zu unterbinden und die Wilderer der Justiz zu übergeben. Daraufhin liefen am 3. Dezember die Bob Barker unter dem Kommando von Peter Hammarstedt aus Hobart, AustralienDie Bob Barker bricht zur Operation Icefish auf, Sea Shepherd News, 3. Dezember 2014, Sea Shepherd Deutschland e. V. Abgerufen am 2. Dezember 2015. und am 8. Dezember die Sam Simon unter dem Kommando von Sid Chakravarty aus Wellington, Neuseeland in das Südpolarmeer aus.Die Sam Simon bricht zur Operation Icefish auf, Sea Shepherd News, 8. Dezember 2014, Sea Shepherd Deutschland e. V. Abgerufen am 2. Dezember 2015.mini|Die Sam Simon während der Vorbereitung für die Operation Icefish in Wellington. Wenige Tage nach Beginn der Kampagne gelang es der Bob Barker die Thunder aufzuspüren.Sea Shepherd fängt Antarktisdorschwilderer im Südpolarmeer ab, Sea Shepherd News, 18. Dezember 2014, Sea Shepherd Deutschland e. V. Abgerufen am 2. Dezember 2015. Während die Bob Barker das Wildererschiff verfolgte, holte die Sam Simon die drei Stellnetze, welche von der Thunder zurückgelassen wurden und eine Länge von über 72.000 Metern hatten, ein., About Operation Icefish, Sea Shepherd Global, abgerufen am 2. Dezember 2015. Nachdem die Sam Simon drei Wochen lang alle Netze eingeholt hatte, gelang es ihr zwei Wildererschiffe, die Yongding und Kunlun, aufzuspüren und aus den Fanggründen zu vertreiben.Sea Shepherd fängt zwei Wildererschiffe ab, Sea Shepherd News, 2. Februar 2015, Sea Shepherd Deutschland e. V. Abgerufen am 2. Dezember 2015. Nach drei Monaten im Südpolarmeer begab sich die Sam Simon Anfang März nach Mauritius, um Interpol Beweise gegen die Thunder zu übergeben und die Tanks wieder aufzufüllen.Sea Shepherd übergibt Behörden Beweismaterial für illegale Fischereiaktivitäten , Sea Shepherd News, 3. März 2015, Sea Shepherd Deutschland e. V. Abgerufen am 2. Dezember 2015. Am 24. März 2015 erreichte die Sam Simon die Bob Barker und schloss sich der Verfolgung der Thunder an.Die Sam Simon füllt Vorräte der Bob Barker auf, Sea Shepherd News, 24. März 2015, Sea Shepherd Deutschland e. V. Abgerufen am 2. Dezember 2015. Nach einer 110 Tage andauernden Verfolgungsjagd versenkte der Kapitän der Thunder, Luis Alfonso Rubio Cataldo aus Chile, am 6. April 2015 sein eigenes Schiff im Golf von Guinea, um Beweise für den illegalen Fischfang in der Antarktis zu zerstören. Die gesamte 40-köpfige Mannschaft wurde von den Sea-Shepherd-Schiffen Bob Barker und Sam Simon gerettet und den Behörden in São Tomé und Príncipe übergeben. Dort wurde der Kapitän am 12. Oktober 2015 von einem Gericht zu einer Haftstrafe von 36 Monaten verurteilt.Großer Sieg im Kampf gegen illegale Fischerei, Sea Shepherd News, 12. Oktober 2015, Sea Shepherd Deutschland e. V. Abgerufen am 2. Dezember 2015. Weiters mussten die Eigner der Bandit 6 über 31 Millionen Euro an Strafe bezahlen.

Nach über 150 Tagen auf hoher See legten die Sam Simon und Bob Barker Anfang Mai in Bremen an.Willkommen in Deutschland! YouTube-Video von Sea Shepherd Deutschland e. V., 3. Mai 2015, abgerufen am 2. Dezember 2015.

Im Juni brach die Sam Simon nach Norwegen auf, um den illegalen Handel von Finnwalfleisch zu dokumentieren.Die Sam Simon verlässt Norwegen um Lieferung von Finnwalfleisch zu untersuchen, Sea Shepherd News, 1. Juli 2015, Sea Shepherd Deutschland e. V. Abgerufen am 2. Dezember 2015. Zwischen Juni und Oktober nahm die Sam Simon an der Operation Sleppid Grindini teil, in der sie gegen den Wal- und Delfinfang auf den Färöern, dem Grindadráp, vorging.Sea Shepherd beendet aufreibende Kampagne zum Schutz der Grindwale auf den Färöern , Sea Shepherd News, 5. Oktober 2015, Sea Shepherd Deutschland e. V. Abgerufen am 2. Dezember 2015. Während der Kampagne wurden 14 Sea Shepherd-Aktivisten für das Verbrechen, das Walschlachten zu stören, verhaftet und drei Festrumpfschlauchboote, darunter zwei der Sam Simon, beschlagnahmt.Danish Navy Seizea Anti Whaling Sea Shepherd Boat From Shetland Harbour, , 5. September 2015, STV News, abgerufen am 27. Juni 2016.

2016 Im Jahr 2016 nahm die Sam Simon am Sea-Future-Kongress in La Spezia, Italien teil. Ab Juni 2016 nahm die Sam Simon an der Operation Siracusa teil, in der die Mannschaft in Zusammenarbeit mit der italienischen Küstenwache im Plemmirio-Meeresschutzreservat an der Küste Siziliens patrouillierte.Operation Siracusa 2016, 15. Juni 2016, Sea Shepherd Deutschland e. V. Abgerufen am 27. Juni 2016.

Im Oktober 2016 brach die Sam Simon von Italien aus in die Cortes-See, Mexiko, auf, um in Zusammenarbeit mit dem Sea-Shepherd-Schiff Farley Mowat, der mexikanischen Marine und der mexikanischen Regierung das Aussterben der nur dort lebenden, letzten 30 Golftümmler sowie des ebenfalls gefährdeten Totoabafisches zu verhindern. In der Operation Milagro genannten Kampagne beschlagnahmten die Mannschaften der Sea-Shepherd-Schiffe illegale Stellnetze und Langleinen. Außerdem verfolgten die Sam Simon und Farley Mowat illegale Fischerboote und meldeten diese den Behörden, sodass die Marine die Boote aufbringen konnte.Sea Shepherd startet OPERATION MILAGRO III zum Schutz des Golftümmlers in Mexiko, 23. November 2016, Sea Shepherd Deutschland e. V. Abgerufen am 6. Dezember 2016.

2017