Namhae-gun (koreanisch: ) ist ein Landkreis in der Provinz Gyeongsangnam-do in Südkorea. Der Landkreis, besteht im Wesentlichen aus den beiden großen Inseln, Namhaedo () und Changeondo (). Die größte Stadt des Landkreises ist Namhae. Sie befindet sich auf der Insel Namhaedo.

Geografie left|miniatur|Namhae-gun mit der Hauptinsel Namhaedo und der kleineren Insel Changeondo Namhae-gun besteht aus der Hauptinsel Namhaedo, der wesentlich kleineren Insel Changeondo, den drei kleinen bewohnten Inseln, Jodo (), Hodo () und Nodo () und aus weiteren 73 kleinen unbewohnten Inseln.

Der Landkreis erstreckt sich mit einer Fläche von 357,6 km2 über 26 km in die Breite und 30 km in die Länge. Namhae-gun stellt damit drei Prozent der Landfläche der Provinz Gyeongsangnam-do. Die 302 km lange Küstenlinie des Landkreises verfügt über viele Einbuchtungen und Naturhäfen, sowie großen Sandstrände im Nordwesten. Die höchsten Erhebungen befinden sich mit den Bergen Mangun () (786 m), Geum () (701 m) und Won () (627 m) auf der Insel Namhaedo.

Auf und um Teilen der Hauptinsel liegt der Hallyeohaesang-Nationalpark (), der knapp 78,9 km2 der Insel belegt und insgesamt eine Gesamtfläche von 545,63 km2 abdeckt. 72,3 % des Parks liegen im Meer.

Geschichte Es ist bisher nicht geklärt, ab wann die Inseln besiedelt wurde. Man geht aber davon aus, dass bereits vor der Samhan-Periode () (1. Jh. v. Chr. bis 3. Jh. n. Chr.) die ersten Menschen kamen und sich vom Fischfang und den Erträgen des Bodens ernährten. Nachweislich erwähnt wurde Namhae erstmals im 7. Regierungsjahr des Königs Shinmun () der Vereinigten Silla-Dynastie, also um 690 n. Chr. Allerdings wurde der Landkreis noch unter dem Namen Jeonyasan-gun geführt und war juristisch Cheongju () unterstellt. Im Jahr 757 wurde der Landkreis unter dem König Gyeongdeok der Administration von Gwangju () zugeordnet und in Namhae-gun umbenannt.

1018 erfuhr der Landkreis unter dem König Hyeonjong eine erneute Namensänderung und nannte sich ihm zu Ehren Namhae-hyeon. 1413, zur Zeit der Joseon-Dynastie, wurde Namhae-hyeon dem Landkreis Hadong, nördlich von Namhae-hyeon auf dem Festland liegend, zugeordnet und bekam den Namen Hanam-hyun. Weitere administrative Zuordnungen folgten, sowie die Umbenennung in Namhae-hyun im weiteren Verlauf des 15. Jahrhunderts.

Im Zuge des Kriegs zwischen Korea und Japan war ab 1592 der Landkreis für sieben Jahre unbewohnbar. 1895 wurde Namhae-hyun schließlich in Namhae-gun umbenannt und in 8 Myuns (koreanische Administrationseinheiten) aufgeteilt. 1973 wurde Namhae-myeon zur Eup (größte Stadt eines Landkreises als administrative Einheit) erhoben und der Rest in sieben Myeons (administrative Einheit eines Landkreises) aufgeteilt. Später wurden durch eine weitere administrative Reorganisation die beiden Myeons Sangju und Miju gebildete, so dass der Landkreis Namhae-gun von diesem Zeitpunkt an über ein Eup und neun Myeon verfügte.

Verkehrsanbindung mini|Namhae-Brücke () Namhae-gun ist über zwei Brücken mit dem Festland verbunden. Die Namhae-Brücke (), 1973 als Hängebrücke errichtet, ist 660 m lang und verbindet Namhae-gun mit Hadong-gun im Norden. Die Changseon-Samcheonpo-Brücke (), die Namhae-gun über drei Inseln mit dem Festland im Nordosten verbindet, besteht eigentlich aus fünf einzelnen Brücken unterschiedlicher Bauart. Die Brücken wurden 2003 erbaut und haben eine Gesamtlänge von 3,4 km.

Im Juni 2011 wurde ein Fähr-Terminal in Seosang Port () fertiggestellt. Zwei Fährschiffe mit einer Kapazität von 200 Personen sollten zur Expo 2012 in Yeosu () eine 20-minütige Fährverbindung zwischen Yeosu und Namhae-gun ermöglichen und damit Touristen anziehen.

Der nächstgelegene Flughafen liegt auf dem Festland südlich von Jinju ().

Wirtschaft Namhae-gun lebt von der Landwirtschaft, Fischerei und dem Tourismus, wobei letzterer klar der wachsende Wirtschaftszweig des Landkreises ist. Auf Grund seiner Lage, des günstigen Klimas und der Naturlandschaften der Inseln muss sich Namhae-gun um ausbleibende Touristen nicht fürchten.

Natur Die Naturlandschaft von Namhae-gun besteht hauptsächlich aus einer bewaldeten Berglandschaft mit felsigen Küstenabschnitten und sandigen Buchten. Im nordöstlichen zur Jinju-Bucht () gewandten Teil von Namhaedo verlaufen die Küstenabschnitte meist flacher. Dort bestimmt die Landwirtschaft das Landschaftsbild.

Neben dem Hallyeohaesang-Nationalpark befindet sich im Norden der Insel Namhaedo der 227 ha große Namhae Pyeonbaek Natural Recreation Forest. Der Wald wurde 1998 für Erholungszwecke seiner Bestimmung übergeben. Namensgeber für den Wald waren die Pyeonbaek-Bäume (), in Deutsch Hinoki-Scheinzypresse, die den Hauptbaumbestand des Waldes stellen.

Sehenswürdigkeiten Auf den beiden Inseln befinden sich sechs buddhistische Tempel: Boriam (), Hwabang (), Yongmun (), Undaeam (), Mangunam () und Beopheung (), wobei die drei erstgenannten als touristische Attraktion vermarktet werden. Alle Tempel sind zugänglich.

Der Hallyeohaesang-Nationalpark () stellt eine weitere Sehenswürdigkeit von Namhae-gun dar. Das in Sangju-ri, Sangju-myeon und die beiden Informationscenter in Sangju-myeon und Idong-myeon geben Touristen Information und Hilfestellung für den Besuch des Nationalparks. mini|Dogil Maeul () Ebenfalls auf der Insel befindet sich ein mit Schmetterlingshaus, Erfahrungsbereich, einer Schmetterlingsausstellung und Schmetterlingsfarm zum Züchten der Tiere.

Deutsches Dorf (독일 마을) Eine Besonderheit in Korea ist Dogil Maeul (), das Deutsche Dorf an der Ostküste der Insel Namhaedo. 2001 von dem Provinzpolitiker Du-Kwan Kim () geplant, bietet das Dorf ehemaligen in Deutschland tätigen koreanischen Gastarbeitern in einer Siedlung mit typisch deutschen Bauwerken und Ausstattung mit ihren koreanischen oder deutschen Lebenspartnern den Ruhestand zu genießen. Das Dorf ist mittlerweile weit über die Grenzen Koreas bekannt und zieht reichlich Touristen an, was von den Bewohnern des Dorfes zwar geduldet, aber nicht so gerne gesehen wird.

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Einzelnachweise

Kategorie:Landkreis in Südkorea Kategorie:Gyeongsangnam-do