Mein Block ist ein Song des deutschen Rap-Musikers Sido und die erste Single aus dessen Debütalbum Maske. Produziert wurde das Lied vom Headrush-Records-Gründer Roe Beardie. Ein Remix des Liedes von dem Berliner Produzenten-Duo Beathoavenz war bereits im Vorfeld in dem deutschsprachigen Hip-Hop-Magazin Juice wie auch auf dem im Dezember 2003 erschienenen Label-Sampler Aggro Ansage Nr. 3 von Sidos Plattenfirma Aggro Berlin veröffentlicht worden und wurde später ebenso Teil der offiziellen Single, welche am 4. April 2004 erschien. Mein Block setzt sich mit dem Leben in der Berliner Großwohnsiedlung Märkisches Viertel auseinander und wurde zu Sidos erstem großen Charterfolg, der in Deutschland bis auf Platz 13 der Singlecharts vordrang und sich insgesamt 19 Wochen in den Top 100 halten konnte.

Hintergrund Mein Block war die erste Zusammenarbeit zwischen Sido und Produzent Roe Beardie. Nach Beadies Darstellung kam diese zustande, da Sidos Plattenfirma Aggro Berlin während der Arbeit an dessen Debüt-Album Maske Sido freigestellt habe, mit einem Musiker außerhalb Berlins zusammenzuarbeiten. Sido habe daraufhin wegen seiner positiven früheren Eindrücke von Beardies Produktionen für MC Rene und Die Coolen Säue diesen vorgeschlagen. Nachdem der Kontakt durch den Aggro Berlin-Mitbesitzer Spaiche hergestellt wurde, sei es daraufhin zu einem Treffen zwischen beiden Musikern gekommen, bei dem als erster Titel Mein Block entstanden sei.Roe Beardie »Ich mache Musik in meinem Elfenbeinturm.« — Teil 2/2 allgood.de, 5. September 2014, abgerufen am 25. Juni 2015 mini|"Mein Block (Beathoavenz Remix)" als Exklusivtitel der Juice Beilage-CD im November 2003, zur Bewerbung des Labelsamplers Aggro Ansage Nr. 3 Vor Veröffentlichung des Originals wurde jedoch bereits im November 2003 der mit dem Produzenten-Duo Beathoavenz aufgenommene Remix des Liedes auf der Beilage-CD #36 des Hip-Hop-Magazins Juice als Exklusivlied veröffentlicht, um den im Dezember 2003 erschienen Labelsampler Aggro Ansage Nr. 3 zu bewerben, auf dem Mein Block (Beathoavenz Remix) ebenfalls enthalten war und der Sido mit seinem Musikvideo zu dem Weihnachtssong, der bis dato größtenteils in dem Duo Alles ist die Sekte aktiv gewesen war, erstmals als Solo-Künstler positionierte.

In den der Ausgabe #36 des Hip-Hop-Magazins Juice vorausgehenden beiden Vormonatsausgaben #34 und #35 im September und Oktober 2003 waren bereits zwei jeweils gleichnamige Titel von Hecklah & Coch bzw. Blumentopf erschienen. Beide Lieder waren gleichermaßen als Heimatlieder geartet, erstgenannter Titel behandelte jedoch mit Berlin-Schöneberg wie der spätere Sido-Song eine sozial schwächer gestellte Gegend, dafoon.com, 3. November 2003, abgerufen am 12. Dezember 2012 während die Blumentopf-Version das Leben in der gutbürglichen Münchener Innenstadt beschrieb.Songtext: Mein Block – Blumentopf, erschienen auf Gern geschehen (2003) Obwohl die ersten Zeilen des Sido-Remix („Mein Block, mein Block, mein Block und nicht Blumentopf sein Block. Mein Block, mein Block, mein Block und nicht Hecklah & Coch sein Block.“) eine direkte Bezugnahme seines Songs auf die beiden genannten Titel suggerieren, gab Sido jedoch in einem Interview mit dem Journalisten Marcus Staiger für Aggro.TV an, dass er von der Existenz beider Titel vor der Aufnahme von Mein Block nichts gewusst habe und auf diese erst anlässlich der Aufnahme des Remix’ von den Beathoavenz hingewiesen wurde, woraufhin der Auftakt des Songs entsprechend angepasst wurde.aggro.tv: Dies Das - Nr. 14: Sido über Weihnachtssong, Arschf’cksong & Mein Block, 5. Dezember 2012, abgerufen am 12. Dezember 2012 (Video)

Im April 2004 wurde Mein Block schließlich als erste Single aus Maske ausgekoppelt. Im Gegensatz zu den Verantwortlichen bei Aggro Berlin hatte Sido den Song, insbesondere nach dessen Vorveröffentlichung in der Juice, nicht als ideale erste Single erachtet.

Entstehung Die Original-Version von Mein Block entstand, wenngleich zufällig, innerhalb eines Tages. Die Grundidee für das Lied kam Sido nach eigenen Angaben auf dem Weg von Düsseldorf zu den Headrush-Studios in Köln. Nach seiner Ankunft habe Sido Beardie, wie dieser in Interviews erklärte, gebeten ein paar fertige Beats durchhören zu können. Beardie habe, obwohl er seiner grundsätzlichen Arbeitsweise nach lieber Beats direkt für die Künstler entwerfe, Sidos Wunsch entsprochen, woraufhin dieser einen Beat ausgewählt habe, den Beardie ebenfalls am selben Tag, beim Abwarten von Sidos Ankunft in Köln, produziert habe. Sido habe daraufhin innerhalb von eineinhalb Stunden den Text zu Mein Block geschrieben und das Lied aufgenommen. Das Lied sei anschließend umgehend von Aggro Berlin abgesegnet worden.

Inhalt Thematisch setzt sich Mein Block mit den sozialen Zuständen in der Großwohnsiedlung Märkisches Viertel des Berliner Bezirks Reinickendorf auseinander. Das Stadtteilbild des Märkischen Viertels ist von einer Vielzahl an Hochhaus-Wohnbauten geprägt, in denen auch das lyrische Ich – ebenso wie Sido selbst bei Entstehung des Songs – seinen Wohnsitz hat. Sido beschreibt diese Hochhaussiedlungen, im Laufe des Liedes durchgehend als Block bezeichnet, als eigene, in sich geschlossene Parallelwelt. Eine Verlagerung des Handlungsortes findet dabei einzig und allein zwischen den einzelnen Wohnetagen statt. Innerhalb dieser Darstellung weist der Künstler auf Folgeentwicklungen der isolierten Wohnstruktur hin, wobei insbesondere ausgelebte Sexualität, Drogenkonsum und -handel sowie Prostitution aufgearbeitet werden.

In mehreren Interviews wies Sido auf die politische Natur des Liedes hin, welches die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sozial schwache Gegenden und deren Missstände gelenkt habe.Sido im Interview: „Ich möchte in den Himmel“ Faz.net, 21. Oktober 2009, abgerufen am 10. Dezember 2012Interview mit Sido zum Kinostart von „Blutsbrüdaz“: „Ich bin nicht mehr das Sprachrohr der Jugendlichen“. Stern.de, 30. Dezember 2011, abgerufen am 10. Dezember 2012

Titelliste Neben weiteren Remixen von Mein Block enthält die Single noch die Instrumental-Version des Titels sowie den ebenfalls auf Maske enthaltenen Titel Steig ein. Ebenso von der Single umfasst ist das Lied Berlin, Berlin, auf dem neben Sido selbst dessen, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ebenfalls bei Aggro Berlin unter Vertrag stehender, A.i.d.S.-Kollabopartner B-Tight sowie der Berliner Rapper Harris, mit dem Sido später das Duo Deine Lieblings Rapper formen sollte, vertreten sind.

Single Mein Block (Radio Version) – 4:11 Mein Block (Instrumental) – 4:11 Mein Block (Beathoavenz Remix) (feat. Fuhrmann, Loku & Bendt) – 5:00 Mein Block (Tomekk Remix) – 3:53 Mein Block (Gegenüber Remix) (feat. B-Tight) – 5:00 Steig ein – 3:37 Berlin, Berlin (feat. B-Tight & Harris) – 4:15

Musikvideo mini|Die Freianlage vor dem Senftenberger Ring 66 mit der Stele Wassersäule von Vagelis Tsakiridis.Wassersäule. In: Bildhauerei in Berlin, abgerufen am 5. Januar 2025. Unter der Regie des Mitbegründers von Aggro Berlin Specter entstand in Zusammenarbeit mit Daniel Harder ein Musikvideo zu Mein Block (Beathoavenz Remix), wobei eine Strophe des ebenfalls auf Maske enthaltenen Stücks Steig ein dem Video als Intro diente. Auch die auf dem Remix enthaltenen Parts der eigentlichen Feature-Gäste Fuhrmann, Loku & Bendt wurden durch ein Versatzstücks des Albumtracks Sido aus’m Block ersetzt.

Das Video illustriert weite Teile der im Titel beschriebenen Szenen einer Trabantenstadt. Als Schauplatz dient auch hier das Märkische Viertel, wobei nach Aussage Sidos auch explizit sein eigener Wohnsitz und auch der Innenraum seiner Wohnung selbst als Drehort dienten. Gedreht wurde deshalb auch im Senftenberger Ring 54–70 und speziell vor und im Gebäude 66.Lucas Vogelsang: Märkisches Viertel: Ihr Block. In: Tagesspiegel.de, 30. Oktober 2014, abgerufen am 5. Januar 2025. Neben den damaligen weiteren Mitgliedern von Aggro Berlin Bushido, Fler und B-Tight treten mit Mesut und Tony D weitere Mitglieder von Sidos und B-Tights Rapcrew Die Sekte sowie andere Rapper aus Sidos Umfeld, wie etwa Massiv, im Verlauf des Musikvideos auf.

Kritik Die künstlerische Kritik zu Mein Block fiel überwiegend positiv aus. Im Zuge ihrer Albumkritik zu Maske machte die E-Zine Laut.de Mein Block als einer der Höhepunkte des mit 4 von 5 Sternen bewerteten Albums aus.Laut.de Kritik zu Maske - Sido abgerufen am 12. Dezember 2012 Auch die Redaktion von Rap.de bewertete alle auf der Single vertretenen Stücke positiv und verlieh ihr insgesamt 6 von 10 Sternen. Rap.de, 14. April 2004, abgerufen am 12. Dezember 2012

Durchaus kontroverser wurden hingegen der explizite Inhalt und Sprachgebrauch des Titels wie auch nachfolgender Veröffentlichungen, insbesondere des Arschficksongs, diskutiert. Als zentraler Aspekt dieses Diskurses wurde dabei vor allem Sidos Tauglichkeit als Vorbild für die Jugend in Frage gestellt. Stern.de, 29. Mai 2005, abgerufen am 12. Dezember 2012

Kommerzieller Erfolg Mein Block stieg am 19. April 2004 auf Platz 33 der deutschen Singlecharts ein und erreichte in den Folgewochen seine Höchstplatzierung mit Platz 13, wo er sich für insgesamt drei Verkaufswochen platzierte. In den Top 100 hielt sich die Single über die Dauer von 19 Wochen. Noch vor Chart-Austritt von Mein Block erreichten auch die Sido-Songs Fuffies im Club und Arschficksong die Charts, womit Sido zeitweilig mit drei Singles gleichzeitig in den deutschen Top 100 vertreten war.

In Österreich stieg die Single am 16. Mai 2004 auf Platz 75 ein und erreichte zwei Wochen später ihre höchste Platzierung mit Platz 61. Insgesamt hielt sich der Song für 5 Wochen in den Charts. Für fast zwei Jahre blieb Mein Block zunächst die einzige in den österreichischen Charts platzierte Sido-Single. Erst mit dem Einstieg der gemeinsam mit G-Hot veröffentlichten Single Wahlkampf aus dem Aggro Berlin Label-Sampler Aggro Ansage Nr. 5 am 10. März 2006 erreichte Sido diese erneut, konnte zukünftig aber eine Vielzahl von Liedern in den österreichischen Charts platzieren.

Live-Auftritte Am 21. April 2004 führte Sido Mein Block (Beathoavenz Remix) bei der 30. Ausgabe von The Dome auf. Ebenfalls im April 2004 spielte er das Lied live in der VIVA-Sendung Interaktiv. Am 23. Dezember 2004 trat Sido mit Mein Block (Beathoavenz Remix) in der ProSieben-Sendung Pochers Jahresrückblick auf. Moderator Oliver Pocher rapte dabei eine zusätzlich Strophe.

In der Sendung NBC GIGA führte Sido, begleitet von B-Tight, am 27. April 2004 die Original-Version von Mein Block auf. Nachdem er bereits zu Beginn des Auftritts das Sendungspublikum beschimpft hatte, weil dieses seine Musik mutmaßlich illegal im Internet herunterlade, brach Sido den Auftritt im Verlauf des letzten Refrains ab. Die Moderatoren verkünden nach einer Werbepause, dass sie beide Rapper wegen des hohen Anteils an Schimpfwörtern in Mein Block der Sendung verwiesen hätten. Sido spielt auf den Auftritt in seiner Gaststrophe in dem Lied Te Typy des polnischen Rappers DonGURALesko mit der Textzeile „Ich bin gerne bei MTV und VIVA, doch geh nie wieder zu NBC GIGA“ an.

Bei der Preisverleihung des VIVA Comet 2005 im Oktober 2005 rappte Sido die erste Strophe des Beathoavenz-Remix von Mein Block als Einleitung für einen gemeinsamen Auftritt mit Harris, bei dem die beiden Rapper außerdem als Deine Lieblings Rapper noch Steh wieder auf aufführten. Zu Beginn des Auftritts, bei dem Sido von zwei Männern auf die Bühne geführt und an einen Stuhl gefesselt wird, versagte Sidos Headset-Mikrofon der Ton, weswegen ihm im Laufe der ersten Strophe ein Handmikrofon gereicht werden musste und der Beginn von Mein Block weitestgehend unvernehmbar blieb.

Am 27. Mai 2008 widmete MTV Sido anlässlich der Veröffentlichung seines dritten Albums Ich und meine Maske eine XXL-Ausgabe der Sendung Total Request Live, bei der dieser unter anderem mehrere Lieder aufführte. Eines von diesen war Mein Block (Beathoavenz Remix).