Britta Martin (* 2. September 1978 in Hannover) ist eine ehemals für Neuseeland startende deutsche Triathletin und dreifache Ironman-Siegerin (2012, 2014). Sie wird sowohl in der Bestenliste deutscher als auch neuseeländischer Triathletinnen auf der Ironman-Distanz geführt.

Werdegang Britta Martin studierte nach ihrem Abitur am Gymnasium Bad Nenndorf Sportwissenschaften an der Technischen Universität München und war zunächst im Radsport aktiv. Interview mit Britta Martin bei sport1 am 12. Oktober 2013

Triathlon seit 2003 In ihrer ersten Triathlon-Saison 2003 stand sie bei ihren ersten beiden Wettkämpfen, der Premierenveranstaltung des Stadt-Triathlon MünchenMini Hawaii im Olympiapark In: Münchner Merkur. 14. Juli 2003 sowie dem Karlsfelder Triathlon (abgerufen am 12. Juli 2015) als schnellste Frau gemeinsam mit Faris Al-Sultan, zwei Jahre später Sieger bei den Ironman World Championships auf Hawaii, als schnellstem Mann auf dem Siegerpodest. Bei den Deutschen Meisterschaften 2003 über die Mitteldistanz in Kulmbach belegte sie in der Einzelwertung 36 Minuten hinter Nina Kraft, die zwei Monate später dritte beim Ironman Hawaii wurde, den siebten Platz, sowie wurde im Team des MRRC München Deutsche Vizemeisterin. Nach zwei Jahren verletzungsbedingt ohne Wettkämpfe belegte Britta Martins Team vom MRRC München in der Saison 2006 den ersten Platz in der 2. Bundesliga Süd und wurde so Bayerischer Mannschaftsmeister. 2007 startete Britta Martin für das Radsportteam Team Stuttgart.

Ende des Jahres 2007 zog sie zu ihrem Partner Robin Reid, einem Radsportler im neuseeländischen Team bei den Olympischen Spielen 2004, nach Nelson in Neuseeland. Kennengelernt hatten sich Reid und Britta Martin bei der Tour de Pakistan, dem längsten Radrennen Asiens, über 22 Etappen nach dem Vorbild der Tour de France organisiert. Beide gewannen hier die Männer- bzw. Frauenwertung.

Seit 2008 startete Britta Martin als Profi-Triathletin.

Ironman-Distanz seit 2009 Nach einem Sieg im Dezember beim Half-Ironman Taupo folgte drei Monate später an gleicher Stelle die Ironman-Premiere 2009 mit Platz neun, nochmals ein Jahr später wieder an gleicher Stelle knapp zehn Minuten schneller mit Platz 5. Drei Monate später Platz vier beim Ironman France, beim nächsten Versuch im Folgejahr 2011 dann – mit Ermüdungsbruch im Fuß im Rennen – Platz drei beim Ironman France in Nizza. Im neuseeländischen Sommer bzw. europäischen Winter wurde Britta Martin drei Minuten hinter Gina Crawford Zweite beim Challenge Wanaka.

2012 kam dann endgültig der Sprung in die Weltklasse: Bei der durch die European Triathlon Union (ETU) ausgetragenen Triathlon-Europameisterschaft auf der Langdistanz im Juli 2012 verfehlte sie die Neun-Stunden-Marke nur um 69 Sekunden und wurde Vierte bei der Challenge Roth. Im Dezember 2012 errang sie im australischen Busselton ihren ersten Ironman-Sieg. Hierdurch war Britta Martin erstmals für die Ironman World Championships in Kailua-Kona (Hawaii) qualifiziert, wo sie im Oktober 2013 hinter Kristin Möller als zweitbeste deutsche Frau ins Ziel kam.

Im April 2014 gewann sie in Taitung auf der Langdistanz den Challenge Taiwan. Dieser zweite Sieg auf der Langdistanz war ein doppelt emotionaler Moment: Erst wenige Tage vor dem Rennen war ihr Vater gestorben und ihre Mutter hatte am Renntag Geburtstag. In: Triathlon vom 23. April 2014 Im September 2014 holte sie sich in Wisconsin ihren zweiten Ironman-Sieg und im Dezember siegte Britta Martin erneut beim Ironman Western Australia. Dabei stellte sie als fünfzigste Frau, die in der Geschichte des Ironman weltweit bei einem Rennen unter neun Stunden in das Ziel kam, einen neuen Streckenrekord für dieses Rennen auf.Ironman Western Australia: Deutscher Doppelsieg zum Saisonende In: tri2b.com vom 7. Dezember 2014

Im Februar 2015 konnte Britta Martin ihren Sieg beim Marlborough Sounds Half Ironman gemeinsam mit ihrem Partner Robin Reid, der die Männerwertung gewann, feiern. Robin Reid startet seit einigen Jahren ebenfalls bei Triathlons und seine persönliche Bestzeit stellte er im Juli 2014 bei der Challenge Roth mit 8:54 h (Platz 18) auf. Um weitere Qualifikationspunkte für die Ironman World Championships 2015 auf Hawaii zu sammeln, nahm Britta Martin im Juli 2015 am Ironman 70.3 Racine in Wisconsin teil. Ursprünglich hatte sie eine Teilnahme am Ironman Korea geplant, der dann aber abgesagt wurde. Zwei kurz hintereinander erfolgte technische Defekte auf den ersten Kilometern der Radstrecke warfen sie allerdings weit zurück und sie erreichte das Ziel letztlich als 97. Frau. Dies reichte trotzdem, um als auf dem 23. Rang platzierte Frau im Kona Points Ranking System erneut einen Startplatz auf Hawaii zu erhalten. Beim Ironman Hawaii wurde sie in 9:47:31 h vor Katrin Esefeld und Mareen Hufe bestplatzierte Deutsche.

Britta Martin wurde trainiert von John Hellemans, einem Arzt, mehrfachen Altersklassensieger beim Ironman Hawaii und Trainer des niederländischen Triathlonkaders, der bereits zahlreiche prominente Triathleten wie z. B. Erin Baker, Andrea Hewitt und andere betreute. Ihr Schwimmtrainer ist Andy Adair, der auf Freiwasserschwimmen spezialisiert ist und z. B. das neuseeländische Team bei den ozeanischen Schwimmmeisterschaften 2012 betreute.

Im August 2016 gab sie bekannt, dass sie im fünften Monat schwanger ist und ihre Familie jetzt Vorrang hat. Im Dezember kam ihr Sohn zur Welt.Team USANA Athlete Britta Martin Welcomes Baby (27. März 2017) Seitdem tritt sie nicht mehr international in Erscheinung.

Sportliche Erfolge

Datum/Jahr Rang Wettbewerb Austragungsort Zeit Bemerkung 8 Ironman 70.3 Sunshine Coast Mooloolaba 04:19:26 1 Marlborough Sounds Half Ironman Picton 04:41:57 Mitteldistanz 8 Ironman 70.3 Germany Wiesbaden 04:44:53 European Championships 2 Half Ironman New Plymouth New Plymouth 04:41:16 5 Ironman 70.3 Haugesund Haugesund 4:25:49 1 Ironman 70.3 Port Macquarie Port Macquarie 04:32:27 Port Macquarie: Britta Martin und Clayton Fettel gewinnen Halbdistanz 1 TriStar111 Salzkammergut Attersee 03:31:30 1 km Schwimmen, 100 km Radfahren und 10 km Laufen 1 Auckland Half-Ironman Kawakawa 04:37:59 1 TriStar111 Germany Worms 03:44:45 1 km Schwimmen, 100 km Radfahren, 10 km Laufen 1 Challenge Wanaka Wanaka 04:44:08 Mitteldistanz 2 Tölzer Triathlon Bad Tölz 02:20:34 hinter Diana Riesler 6 Port of Tauranga Half Ironman Tauranga 04:25:03 7 Ironman 70.3 Lake Stevens Washington 04:44:00 1 Half-Ironman Taupo Taupō 04:34:56 1 Triathlon Kühbach Kühbach o1:32:18 0,7 km Schwimmen, 33 km Radfahren und 6,3 km Laufen 2 Allgäu Triathlon Immenstadt 05:07:48 7 Mönchshof-Triathlon Kulmbach 05:15:05 Deutsche Meisterschaften Mitteldistanz 1 Karlsfelder Triathlon Karlsfeld 02:26:57 1 Stadt-Triathlon München München 01:29:11 Siegerin im Elite-Rennen bei der Erst-Austragung

Datum/Jahr Rang Wettbewerb Austragungsort Zeit Bemerkung 17 Ironman Hawaii Kailua-Kona 09:47:31 bestplatzierte Deutsche 7 Ironman South Africa Port Elizabeth 09:45:33 1 Ironman Western Australia Busselton 08:56:34 Neuer Streckenrekord mit persönlicher Ironman-Bestzeit 1 Ironman Wisconsin Madison 09:30:08 (8. September 2014) 1 Challenge Taiwan Taitung 09:02:23 21 Ironman Hawaii Kailua-Kona 09:39:46 3 Ironman Sweden Kalmar 09:22:18 10 Ironman Melbourne Melbourne 08:45:50 Ironman Asia-Pacific Championship (witterungsbedingt verkürzte Schwimmstrecke) 1 Ironman Western Australia Busselton 09:13:00 4 ETU Triathlon Europameisterschaft Langdistanz Roth 09:01:09 im Rahmen der Challenge Roth 2 Challenge Wanaka Lake Wānaka 09:47:13 Zweite hinter Gina Crawford 3 Ironman France Nizza 09:48:56 4 Ironman France Nizza 09:40:53 5 Ironman New Zealand 09:47:11 8 Ironman New Zealand Taupō 09:56:17 erster Ironman-Start

(DNF – Did Not Finish)

Weblinks

Pre-Race Interview mit Britta Martin vor ihrem ersten Start bei den Ironman World Championships auf Hawaii 2013 (Sponsorenmappe, PDF, 3,27 MB)

World Triathlon – Britta Martin

Einzelnachweise

Kategorie:Triathlet (Neuseeland) Kategorie:Triathlet (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1978 Kategorie:Frau