Die Zeche Tremonia ist ein ehemaliges Steinkohlenbergwerk in Dortmund Stadtmitte-West. Auf dem Bergwerk wurde neben Steinkohle auch Eisenstein abgebaut. Bis zum Jahr 1863 wurde das Bergwerk auch Zeche Teichmühlenbaum genannt. Die Gewerkschaft der Zeche Tremonia war eines der Gründungsmitglieder des Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikats. Die Bergbau-Aktien Gesellschaft Tremonia gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Vereins für bergbauliche Interessen.

Geschichte

Die Anfänge Die Anfänge des Bergwerks liegen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Dort begann im Jahr 1760 Wilhelm Friedrich von Hövel auf der nordöstlichen Uferseite der Emscher mit Schürfarbeiten. Später wurden auch aus dem Emschertal mehrere Stollen in nordöstlicher Richtung aufgefahren. Wilhelm Friedrich von Hövel nannte sein Bergwerk Zeche Dickmüllerbaum. Weitere Namen des Bergwerks waren Zeche Dijkmollenboem, Zeche Dickmühlenbaum und Zeche Dieckmühlerbaum. Im Jahr 1774 wurden vier Schächte in der Nähe der Vogtskuhle abgeteuft und eine Kohlenbank mit einer Mächtigkeit von 1,3 Metern aufgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt war noch ein Stollen aus dem Emschertal vorhanden. Im Jahr 1780 wurde ein Kunstwerk zur Wasserhebung installiert. Allerdings wurde der Betrieb des Bergwerks bald wieder eingestellt. Im Jahr 1786 beabsichtigten mehrere Gewerken, das Bergwerk wieder in Betrieb zu nehmen. Um das Jahr 1800 erlosch der Betrieb des Bergwerks wieder. Im Jahr 1803 nannte J. D. Engels das Bergwerk bereits Zeche Teichmühlenbaum. Während der Zeit der Freiheitskriege lag das Bergwerk still. Am 26. September des Jahres 1828 wurde eine Mutung unter dem Namen Beatrix eingelegt. Es wurde ein Schurfschacht mit einer Teufe von sieben Lachter geteuft und zwei Abhauen angelegt. Im Jahr 1840 wurde die Berechtsame erneut angemeldet. Im Jahr 1845 wurde die Zeche Dickmüllerbaum endgültig umbenannt in Zeche Teichmühlenbaum. Es wurde die Mutung Tremonia erworben und mit den Teufarbeiten für einen Schurfschacht begonnen. Der Schurfschacht wurde südlich der Baroper Mühlenbrücke über die Emscher angesetzt und bis auf eine Teufe von zehn Lachter abgeteuft. Am 18. Mai des Jahres 1848 wurde eine Mutung auf das Feld Teichmühlenbaum Nr. IV eingelegt. In der Zeit vom 14. März bis zum 7. April des Jahres 1849 wurden die Geviertfelder Teichmühlenbaum Nr. I - IV verliehen. Im Jahr 1851 wurde die Berechtsame vermessen.

Die ersten Jahre als Tremonia links|mini|Aktie über 200 Thaler der Bergbau-AG Tremonia vom 1. Februar 1860 Die Bergbau-AG Tremonia wurde im Jahr 1855 gegründet. Noch im selben Jahr wurde das Bergwerk umbenannt in Zeche Tremonia. Die Berechtsame umfasste eine Fläche von 4,1 km2 und bestand aus den Geviertfeldern Teichmühlenbaum und Teichmühlenbaum Nr. II - IV. Im Jahr 1856 erwarb die Bergbau-AG Tremonia die Kuxenmehrheit der Gewerkschaft Teichmühlenbaum. Noch im selben Jahr wurden die bergbaulichen Aktivitäten auf dem Bergwerk wieder aufgenommen. Es wurde mit den Teufarbeiten für den Schacht 1 begonnen. Der Schacht wurde an der Tremoniastraße angesetzt und erreichte noch im selben Jahr bei einer Teufe von 50 Metern (+37 m NN) das Karbon. Im Jahr darauf dauerten die Mauerungsarbeiten an der Schachtwandung noch an. Es wurde eine direktwirkende Wasserhaltungsmaschine in Betrieb genommen, die Maschine hatte einen Zylinderdurchmesser von 44 Zoll. Das Bergwerk gehörte zu dieser Zeit zum Bergrevier Dortmund. Im selben Jahr wurde bei einer Teufe von 64 Metern (+23 m NN) die Wettersohle angesetzt. Allerdings wurde diese Sohle wenig später wieder aufgegeben. Der Schachtausbau wurde von über Tage bis zu einer Teufe von 23½ Lachter wasserdicht ausgemauert. Bei den Teufarbeiten wurden bereits zwei Flöze durchörtert. Im Jahr 1858 wurde bei einer Teufe von 113 Metern (−26 m NN) die 1. Sohle angesetzt. Im Jahr 1859 wurde bei einer Teufe von 176 Metern (−89 m NN) die 2. Sohle (I. Tiefbausohle) angesetzt. Noch im selben Jahr wurde mit der Ausrichtung der I. Tiefbausohle begonnen. Es wurde ein nördlicher Querschlag angesetzt. Auf der Wettersohle wurden im selben Jahr mit dem nördlichen Querschlag sechs schmale Flöze durchfahren. Die Flöze hatten jedoch eine mindere Qualität und bestanden überwiegend aus Brandschiefer. Ihre Mächtigkeit lag zwischen sieben und achtzehn Zoll. Mit dem südlichen Querschlag der Wettersohle wurde im gestörten Gebirge ein Flöz mit einer Mächtigkeit von 52 Zoll angefahren. Dieses Flöz zeigte sich bei der weiteren Auffahrung als sehr unregelmäßig. Außerdem wurden in diesem Jahr ein Eisensteinfeld verliehen und die ersten Kohlen gefördert.

Die ersten Betriebsjahre

Die regelmäßige Förderung wurde 1861 aufgenommen. Auch die Ausrichtungsarbeiten wurden weiter fortgeführt. Der nördliche Querschlag auf der Wettersohle wurde bis auf eine Länge von 172 Lachter aufgefahren. Mit dem Querschlag wurde ein 154 Zoll mächtiges Flöz aufgeschlossen. Auf der 2. Sohle wurden der nördliche Querschlag bis auf eine Länge von 138½ Lachter aufgefahren. Es wurden zwei Flöze mit einer Mächtigkeit von 78 und 18 Zoll durchörtert und am Ende der Auffahrung ein weiteres 18-zölliges Flöz angefahren. Die ersten beiden Flöze wurden bereits in Verhieb genommen. Der Abbau erfolgte zu dieser Zeit überwiegend im Nordfeld. Im Jahr 1862 wurde auf der 2. Sohle der nördliche Querschlag bis auf eine Länge von 189 Lachter weiter aufgefahren. Für zwei Flöze (78 Zoll und 144 Zoll) wurden die Sohlenstrecken weiter in östlicher und westlicher Richtung aufgefahren. Im Jahr 1863 wurde im Schacht 1 die Seilfahrt genehmigt. Im selben Jahr liefen auch die Aus- und Vorrichtungsarbeiten weiter voran. Im 144-zölligen Flöz wurde die Sohlenstrecke nach Westen bis auf eine Länge von 120 Lachter aufgefahren. Die Sohlenstrecke nach Osten im selben Flöz wurde bis an die Hauptverwerfung weiter aufgefahren. Auf dem 70 Zoll mächtigen Flöz wurden die westliche und die östliche Sohlenstrecke weiter aufgefahren. Auch in dem 78 Zoll mächtigen Flöz wurden auch die Sohlenstrecken weiter aufgefahren. Am 5. August des Jahres 1864 wurde die Bergbau-Aktien-Gesellschaft Tremonia aufgelöst. Im Jahr 1865 erfolgte die Umwandlung in die Gewerkschaft des Steinkohlen- und Eisensteinbergwerks Tremonia. Die Gewerkschaft Tremonia war zunächst eine Bergrechtliche Gewerkschaft mit 128 Kuxen. Noch im selben Jahr erhielt das Bergwerk einen Eisenbahnanschluss. Unter Tage wurde im nordöstlichen Feld der dort angesetzte Förderquerschlag bis auf eine Länge von 106 Lachter aufgefahren. Mit dem Querschlag wurden die Flöze B, C, D, E, F, G, H, I und K durchörtert. Die Mächtigkeit der Flöze betrug zwischen 18 und 70 Zoll. Das mächtigste Flöz war dabei mit 70 Zoll das Flöz K. Die geringste Mächtigkeit hatten die Flöze B und C mit jeweils 18 Zoll. Am 17. Januar des Jahres 1866 wurde das Feld Vogel-Tremonia von der Zeche Vereinigte Dorstfeld erworben. Das Feld hatte eine Größe von 0,3 km2. Am 15. März desselben Jahres wurden alle Felder inklusive der Erzberechtsame zu Tremonia konsolidiert. Die Berechtsame umfasste nun eine Fläche von 4,4 km2. Die Gewerkschaft Tremonia wurde in diesem Jahr in eine Gewerkschaft neuen Rechts mit 1000 Teilen umgewandelt. Das Bergwerk gehörte im Jahr 1867 mittlerweile zum Bergrevier Westlich Dortmund. Während auf den meisten anderen Zechen des Bergreviers neue Tiefbausohlen ausgerichtet wurden, fand dieses auf Tremonia zu dieser Zeit nicht statt.

Im Jahr 1868 fanden im Feld Teichmühlenbaum III (Südfeld) weitere Ausrichtungsarbeiten statt. Im Jahr 1869 wurde eine starke Reserve-Wasserhaltungsmaschine installiert. Am 17. August desselben Jahres kam es zu einer Schlagwetterexplosion. Bei diesem Grubenunglück wurden vier Bergleute getötet. Im Jahr 1871 wurde begonnen, die Betriebe mit Druckluft zu versorgen. Im Jahr 1872 wurde im Südfeld mit den Teufarbeiten für einen zweiten Schacht begonnen. Der Schacht wurde 350 Meter südlich von Schacht 1 in der Nähe der Tremoniastraße angesetzt und sollte als Wetterschacht genutzt werden. Im Jahr darauf wurden die Teufarbeiten im Gesenkbau weitergeführt. Der Schacht wurde bis auf eine Teufe von 253 Meter (−166 m NN) abgeteuft und bei dieser Teufe wurde die 3. Sohle (260mS) angesetzt. Am 26. Januar des Jahres 1874 kam es zu einem Mergelwasserdurchbruch, aufgrund dessen das Grubengebäude absoff. Ab Januar des darauffolgenden Jahres wurde das Grubengebäude gesümpft. Im Anschluss daran begann man damit, zahlreiche verbrochene Strecken aufzuwältigen. Nachdem diese Arbeiten getätigt worden waren, wurde die Förderung wieder aufgenommen. Außerdem wurden die Teufarbeiten am Wetterschacht wieder aufgenommen und der Schacht wurde tiefer geteuft. Bei einer Teufe von 41 Metern wurde das Karbon erreicht. Im Jahr 1876 wurde zwischen dem Schacht 1 und dem Wetterschacht ein Durchschlag erstellt. Im August desselben Jahres kam es zu einem erneuten Wassereinbruch, aufgrund dessen das Grubengebäude erneut bis Oktober gesümpft werden musste. Im Jahr 1877 wurde der Schacht 1 bis zur 3. Sohle in Betrieb genommen. Im Jahr 1880 musste die Gewerkschaft Tremonia aufgrund von Bergschäden hohe Entschädigungszahlungen leisten. Im Jahr 1882 wurde begonnen, eine Kohlenwäsche zu errichten. Im Jahr 1883 wurden die Teufarbeiten an Schacht 1 wieder aufgenommen und der Schacht wurde tiefer geteuft. Im selben Jahr wurde eine Kokerei in Betrieb genommen. Im Jahr darauf wurde im Schacht 1 bei einer Teufe von 352 Metern (−265 m NN) die 4. Sohle angesetzt. Da das Bergwerk unter dem Stadtgebiet abbaute, wurde ab dem Jahr 1886 der Bergeversatz eingeführt. Am 12. November desselben Jahres wurden die Schwefelkiesfelder Tremonia I und Tremonia II verliehen. Beide Felder zusammen umfassten eine Fläche von 4,1 km2. Noch im selben Jahr wurde mit der Gewinnung von Schwefelkies begonnen. Am 27. Juni des Jahres 1887 wurde ein Feldertausch mit der Zeche Vereinigte Westphalia getätigt. Im Jahr 1888 wurde immer deutlicher, dass der Schacht 1 nicht mehr betriebssicher war. Deshalb war die Gewerkschaft gezwungen, einen neuen Schacht als Ersatz für Schacht 1 zu teufen.

Die weiteren Betriebsjahre