Der Bezirk Brüx () war ein Politischer Bezirk im Königreich Böhmen. Der Bezirk umfasste Gebiete im westlichen Teil Nordböhmens im Ústecký kraj (Okres Most). Sitz der Bezirkshauptmannschaft war die Stadt Brüx (Most). Das Gebiet gelangte nach dem Ersten Weltkrieg 1918 an die Tschechoslowakei und ist seit 1993 Teil Tschechiens.

Geschichte Die modernen, politischen Bezirke der Habsburgermonarchie wurden 1868 im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung geschaffen.Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1868 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen …“

Der Bezirk Brüx wurde 1868 aus den Gerichtsbezirken Brüx () und Katharinaberg (Hora Svaté Kateřiny) gebildet.Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868, die Durchführung des Gesetzes vom 19. Mai 1868 (Reichs-Gesetz-Blatt Nr. 44) in Böhmen, Dalmatien, Oesterreich unter und ob der Enns, Steiermark, Kärnthen, Bukowina, Mähren, Schlesien, Tirol und Vorarlberg, Istrien, Görz und Gradiska betreffend.

Zu den beiden Gerichtsbezirken des Bezirks Brüx kam 1905 noch der Gerichtsbezirk Oberleutensdorf hinzu,Landes-Gesetz-Blatt für das Königreich Böhmen Jg. 1904, LXXIX. Stück, S. 149: „Verordnung des Justizministeriums vom 18. Dezember 1904, betreffend die Aktivierung des Bezirksgerichtes in Oberleutensdorf“ der aus Gemeinden der Gerichtsbezirke Brüx und Dux gebildet wurde.Landes-Gesetz-Blatt für das Königreich Böhmen Jg. 1904, LXXI. Stück, S. 130: „Verordnung des Justizministeriums vom 15. November 1904, betreffend die Errichtung eines Bezirksgerichtes in Oberleutensdorf in Böhmen“

Im Bezirk Brüx lebten 1869 29.727 Personen, wobei der Bezirk ein Gebiet von 5,5 Quadratmeilen und 21 Gemeinden umfasste.C. kr. místodržetelství (Hrsg.): Seznam míst v kralovství Českém. Užívajíc při tom výsledkův sčítání lidu ode dne 31. prosince 1869, sestavených od c. kr. statistické ústřední komise. Prag 1872, S. 9

1900 beherbergte der Bezirk 88.092 Menschen, die auf einer Fläche von 336,60 km² bzw. in 40 Gemeinde lebten.C.k. místodržitelství (Hrsg.): Seznam míst v Království českém. K rozkazu c. k. místodržitelství na základě úřadních udání sestaven. Prag 1907, S. 633

Der Bezirk Brüx umfasste 1910 eine Fläche von 336,59 km² und eine Bevölkerung von 101.759 Personen. Von den Einwohnern hatten 1910 75.342 Deutsch als Umgangssprache angegeben. Weiters lebten im Bezirk 25.056 TschechischsprachigeIn der Volkszählung wurden Personen mit böhmischer, mährischer und slowakischer Umgangssprache zusammengefasst und 1.361 Anderssprachige oder Staatsfremde. Der Gerichtsbezirk Katharinaberg war fast ausschließlich von Deutschsprachigen bewohnt, die beiden übrigen Gerichtsbezirke waren überwiegend von Deutschsprachigen bewohnt. Zum Bezirk gehörten diese drei Gerichtsbezirke mit insgesamt 42 Gemeinden bzw. 64 Katastralgemeinden.C.k. místodržitelství (Hrsg.): Seznam míst v království Českém. Sestaven na základě úředních dat k rozkazu c.k. místodržitelství. Prag 1913, S. 733

Gemeinden Der Bezirk Brüx umfasste 1890 die folgenden Gemeinden: Im Gerichtsbezirk Brüx Brüx (mit Saras und Taschenberg), Nieder-Georgenthal (mit Vierzehnhöfen), Ober-Georgenthal, Göhren (mit Rascha und Zettl), Hawran (mit Koppertsch, Lischnitz, Morawes, Semelkau und Sabnitz), Hochpetsch (mit Saidschitz und Wollepschitz), Johnsdord (mit Einsiedl, Kreuzweg und Launitz), Kommern, Kopitz (mit Kummerpursch, Paredl, Plan und Rosenthal), Nieder-Leutensdorf (mit Lindau), Ober-Leutensdorf (mit Bettelgrün, Hammer, Oberdorf, Rauschengrund, Sandl, Schönbach und Wiesa), Maltheuern, Polehrad, Ober-Priesen, Püllna, Schwetz, Seidowitz (mit Steinwasser), Strimitz (mit Obernitz und Rudelsdorf), Tschausch (mit Triebschitz), Wteln (mit Khan, Koloseruk, Sedlitz, Skyritz, Stranitz und Welbuditz), Zlatnik (mit Hareth und Tschöppern) Im Gerichtsbezirk Katharinaberg Brandau (mit Grünthal), Gebirgsneudorf (mit Ladung, Marienthal und Nickeldorf), Katharinaberg, Rudelsdorf (mit Kleinhan)

Einzelnachweise

Literatur k. k. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium von Böhmen. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1890. Wien 1893 k. k. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium von Böhmen. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. Wien 1915

Siehe auch Landkreis Brüx Okres Most

Brux Kategorie:Most (Tschechien) Brux Kategorie:Aufgelöst 1919