Pakistan International Airlines (, kurz PIA) ist die staatliche Fluggesellschaft Pakistans mit Sitz in Karatschi und Basis auf dem Karachi/Jinnah International Airport.
Geschichte Gründung und erste Jahre mini|Lockheed L-1049 Super Constellation der PIA, London 1955 mini|Convair CV-240 DER PIA Im Jahr 1951 wurde Pakistan International Airlines von der damaligen Regierung Pakistans gegründet. Zunächst wurden nur Flüge in Ostpakistan (heute Bangladesch) durchgeführt. Aber erst mit der Übernahme der wirtschaftlich stark angeschlagenen Orient Airways am 11. März 1955 wurde der internationale Flugbetrieb aufgenommen. Von Karatschi aus startete Pakistan International Airlines mit Lockheed Constellation nach London-Heathrow über Kairo und Rom. Für die Inlandsflüge wurden Convair CV-240 und DC-3 eingesetzt. Im Jahr 1956 bestellte PIA zwei Lockheed Super Constellation und fünf Vickers Viscount. Die Viscount lösten die DC-3 ab.
PIA im Jetzeitalter mini|Fokker F-27 der PIA, Sharjah 2000 mini|Boeing 707 der PIA, Frankfurt 1990 mini|McDonnell Douglas DC-10-30 der PIA im Jahr 1983 Im März 1960 erhielt Pakistan International Airlines als erste asiatische Fluggesellschaft eine Boeing 707, die 1961 erstmals New York City anflog. 1962 kamen Boeing 720, Fokker F-27 und Sikorsky S-61N Hubschrauber zur Flotte hinzu. Eine Boeing 720 der Fluggesellschaft stellte noch im selben Jahr einen Rekord auf, als sie die Strecke von Karatschi nach London in weniger als sieben Stunden zurücklegte. Im Jahr 1964 war Pakistan International Airlines die erste Fluggesellschaft eines nicht-kommunistischen Landes, die die Volksrepublik China anflog. Während des Krieges zwischen Indien und Pakistan im Jahr 1965 half PIA den pakistanischen Streitkräften bei der Logistik und dem Transport. Im Jahr 1966 wurde die Hawker Siddeley Trident als Ersatz für die Vickers Viscount eingeführt. Im Jahr 1967 erhielt Pakistan International Airlines den ersten Computer in Pakistan, ein IBM-Modell.
Im Jahr 1971 kam es durch den Krieg zwischen Pakistan und Indien und der Staatengründung Bangladeschs im alten Ostteil Pakistans zur Einstellung vieler Verbindungen und Flüge. Erst im folgenden Jahr, 1972, nahm die Fluggesellschaft nach einer Reorganisation ihren – auch internationalen – Flugbetrieb wieder auf. Noch im selben Jahr wurde Libyen angeflogen und eine Kooperation mit JAT geschlossen. Erstes Großraumflugzeug war 1973 die McDonnell Douglas DC-10-30. Im Jahr 1974 begann der Luftfrachtservice. Im Jahr 1975 wurden neue Uniformen für das PIA-Bordpersonal eingeführt. Im Jahr 1976 kamen zwei von TAP Portugal geleaste Boeing 747 zur Flotte hinzu, die später gekauft wurden.
Anfang der 1980er Jahre wurde ein Cargo-Center der Pakistan International Airlines in Karatschi eröffnet. Im Jahr 1982 kamen die Airbus-Modelle A300 für Kurz- und Mittelstrecken und A310 für Langstreckenflüge zur Flotte dazu. Beide Typen wurden eine wichtige Stütze des Unternehmens. Im Jahr 1985 wurden fünf Boeing 737 in die Flotte aufgenommen. Im Jahr 1989 flog die erste Maschine der Pakistan International Airlines unter der Leitung einer Pilotin.
Entwicklung seit 1990 mini|Airbus A300 der PIA, 1992 Im Jahr 1992 wurde erstmals Taschkent angeflogen und ein Jahr später Zürich. 1995 erhielt die Fluggesellschaft ihren ersten Boeing 747-Flugsimulator. Im Jahr 1996 wurde die Route nach Beirut wiedereröffnet. 1999 erhielt PIA sechs Boeing 747-300 von Cathay Pacific, mit diesen Flugzeugen wurde auch das Farbschema der Maschinen geändert.
Im Jahr 2002 bestellte PIA bei Boeing drei 777-200ER, zwei 777-200LR und drei 777-300ER. 2004 wurden die ersten 777-200ER an Pakistan International Airlines ausgeliefert. Die neuen 777-200ER erhielten gleich bei der Auslieferung ein neues Erscheinungsbild, das nun auch alle anderen Flugzeuge schrittweise erhielten. Im Jahr 2006 wurde die erste 777-200LR an PIA geliefert. Dies war weltweit die erste 777-200LR, die in Betrieb genommen wurde.
Für das Jahr 2006 meldete PIA ein Umsatzminus von 150,6 Millionen US-Dollar. Begründet wurden die Umsatzeinbußen mit steigenden Kerosinkosten auf dem internationalen Markt. PIA transportierte 2006 5,7 Millionen Passagiere, dies bedeutete einen Zuwachs von 5,1 % gegenüber dem Vorjahr und eine Auslastung von 73 %.
Am 3. März 2007 verkündete ein Sprecher der PIA, dass ab dem 10. März nur noch die Boeing-777-Flotte in der Europäischen Union landen darf, da in den anderen Maschinen der Langstreckenflotte massive Sicherheitsmängel vermutet und sie daher in die Liste der Betriebsuntersagungen für den Luftraum der Europäischen Union aufgenommen wurden. Am 4. Juli 2007 gab die Europäische Union bekannt, dass nun neben den Boeing 777 auch zwei 747-200, drei 747-300 und sechs Airbus A310 in den europäischen Luftraum einfliegen dürfen. Kurz darauf, am 9. Juli, kam es zu einem triebwerksbedingten Zwischenfall, wobei die betroffene 747-300 wieder zum Flughafen Dschidda zurückkehren musste. Ende November 2007 wurde PIA von der Schwarzen Liste gestrichen und darf seither wieder mit allen Maschinen der Langstreckenflotte die Flughäfen der Europäischen Union anfliegen.
Zum 60-jährigen Jubiläum der Aufnahme des internationalen Flugbetriebs der Gesellschaft wurde 2015 das ab 2010 genutzte Farbschema um Retro-Sonderbemalungen ergänzt. Im selben Jahr wurden die bereits stark veralteten Boeing 747-300 ausgemustert.
Am 4. Dezember 2015 wurde PIA auf präsidiale Anordnung in Pakistan International Airlines Corporation Limited umbenannt.
Der deutsche Bernd Hildenbrand, vormaliger Lufthansa-Manager, übernahm Anfang 2016 die Leitung der PIA. Bereits Ende des Jahres soll Hildenbrand anlässlich der geplanten Eröffnung der Strecke von Karachi mit Zwischenlandung in Leipzig/Halle nach New York eine Airbus A310 unter Wert dem Flughafen Leipzig/Halle verkauft haben. Im April 2017 soll unter seiner Regie ein Airbus A330 der Sri Lankan Airlines überteuert gemietet worden sein. Hildenbrand bestreitet die Vorwürfe, musste aber die Leitung des Unternehmens abgeben und arbeitet zurzeit als Chief Operating Officer für PIA. Der geplante Flug nach New York via Leipzig/Halle wurde zuerst mehrmals verschoben und bis dato noch nicht umgesetzt.Leipzig bekommt keine Flüge nach New York, abgerufen am 19. Juni 2017
Im Jahr 2017 wurden schließlich auch die letzten Airbus A310-300 der PIA ausgemustert. Die älteste Maschine wurde im Besitz der PIA 27,2 Jahre alt, bevor sie außer Dienst gestellt wurde.
Flugziele Pakistan International Airlines fliegt zahlreiche Ziele innerhalb Pakistans sowie diverse Ziele in Asien und Europa an.Destinations piac.com.pk, (englisch); abgerufen am 20. August 2023
Codesharing PIA unterhält Codeshare-Abkommen mit folgenden Fluggesellschaften:piac.com.pk – Codeshare Partners (englisch), abgerufen am 30. August 2016
Air Canada Air France American Airlines China Southern Airlines Etihad Airways Malaysia Airlines SriLankan Airlines Thai Airways International Turkish Airlines Westjet Airlines
Flotte mini|Boeing 747-300 der PIA im Jahr 2005
Aktuelle Flotte Mit Stand Februar 2026 besteht die Flotte der Pakistan International Airlines aus 32 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 18,2 Jahren:
Flugzeugtyp Anzahl bestelltBoeing – Orders & Deliveries (englisch), abgerufen am 8. Dezember 2016piac.com.pk – PIA signs contract for lease of three A-330s, 29. Juli 2016 (englisch), abgerufen am 30. August 2016 Anmerkungen Sitzplätze(Business/Eco+/Eco) Durchschnittsalter ATR 42-500 3 48 (-/-/48) 19,3 Jahre Airbus A320-200 17 drei mit Sharklets ausgestattet; sieben inaktiv 174 (-/-/174) 16,8 Jahre Boeing 777-200ER 6 drei inaktiv 329 (35/54/240) 21,0 Jahre Boeing 777-200LR 2 eine inaktiv 310 (35/60/215) Boeing 777-300ER 4 zwei inaktiv 393 (35/54/304) 18,2 Jahre Boeing 787-8 8 - offen - Gesamt 32 8 18,2 Jahre
Aktuelle Sonderbemalungen Flugzeugtyp Luftfahrzeugkennzeichen Bemalung Zeitraum Bild Airbus A320-200 AP-BLAAP-BLT „Retro (1960s)“ AP-BLA: seit Mai 2015AP-BLT: seit Juni 2015 rahmenlos Boeing 777-200ER AP-BGK „I ❤️ Manchester“ seit Oktober 2025 AP-BHX „I ❤️ Paris“ seit Dezember 2025 AP-BMG „1960s Retro“ seit November 2015 rahmenlos Boeing 777-200LR AP-BGY „I ❤️ Toronto“ seit Dezember 2025 Boeing 777-300ER AP-BHV „I ❤️ Madinah“ seit Februar 2026
Zuvor eingesetzte Flugzeuge mini|Boeing 720 der PIA, Frankfurt 1965 mini|Airbus A310-300 der PIA In der Vergangenheit betrieb PIA unter anderem folgende Flugzeugtypen:Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international. Zürich-Airport 1967–2007.Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international. Sutton, UK, 2008–2013.
ATR 72-500 Airbus A300 Airbus A310 Boeing 707 Boeing 720 Boeing 737-300 Boeing 747-200/300 Boeing 777-200LR Convair CV-240 de Havilland Canada DHC-6 Twin Otter Douglas DC-3 Fokker F-27 Hawker Siddeley Trident Lockheed Constellation Lockheed Super Constellation McDonnell Douglas DC-10-30 Vickers Viscount
Zwischenfälle Pakistan International Airlines (PIA) samt ihrem früheren Namen Orient Airways verzeichnete von 1946 bis Oktober 2023 insgesamt 39 Zwischenfälle mit Totalverlust des Flugzeugs, davon 25 mit insgesamt 867 Todesfällen. Alleine vom Typ Fokker F-27 wurden 14 Stück zerstört.Unfallstatistik Pakistan International Airlines - PIA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 26. November 2023. Beispiele für fast alle Zwischenfälle:
Am 22. Oktober 1952 verunglückte eine Douglas DC-3/C-47A-15-DK der Orient Airways (Luftfahrzeugkennzeichen AP-AAZ) bei einer Notlandung in der Nähe von Jamshedpur (Indien). Von den drei Besatzungsmitgliedern, den einzigen Insassen auf dem Frachtflug, kam eines ums Leben.
Am 14. März 1953 wurde eine von der pakistanischen Regierung gemietete Convair CV-240-7 der Orient Airways (AP-AEG) auf dem Flug von Delhi (Indien) zum Flughafen Dhaka-Tejgaon (Ostbengalen) in einen Berg im Bundesstaat Tripura (Indien) geflogen. Die Maschine war auf einem Flug von Karatschi über Delhi nach Dhaka. Der Kapitän war bei schlechter Sicht immer tiefer geflogen, um seine Position zu bestimmen. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 16 Insassen, 5 Besatzungsmitglieder und 11 Passagiere, getötet.Air-Britain Archive: Casualty compendium part 56 (englisch), Juni 1995, S. 95/25.
Am 3. August 1953 geriet eine Douglas DC-3/C-47-DL der Orient Airways (AP-AAD) kurz nach dem Start vom Flughafen Schardscha (Britisches Emirat) in eine steile Sinkkurve. Die Maschine wurde vom Ersten Offizier vom linken Sitz des Kapitäns geflogen. Der Kapitän übernahm die Steuerung, konnte aber den Aufschlag auf den Boden nicht mehr verhindern. Der Erste Offizier hatte in der Dunkelheit die Kontrolle verloren, weil er den Instrumentenflug nicht beherrschte. Von den 25 Insassen wurde ein Passagier getötet.
Am 11. Oktober 1954 kam es mit einer Douglas DC-3/C-47-DL der Orient Airways (AP-AAF) nach dem Start vom Flughafen Skardu (Pakistan) zu einer Notlandung im Einzugsgebiet des Flusses Skardu. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Alle 11 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und acht Passagiere, überlebten den Unfall.
Am 25. Februar 1956 wurde eine Douglas DC-3/C-47B-40-DK der Pakistan International Airlines (AP-ACZ) bei widrigem Wetter in eine Schlucht geflogen, die von 5.096 Meter hohen Bergen flankiert ist. In der Nähe des Dorfes Jalkot wurden noch zwei Kreise geflogen, bis die Maschine in einer Höhe von 14.000 bis 15.000 Fuß (4.270 bis 4.600 Metern) Höhe den Berg Lash Golath (Pakistan) rammte. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 3 Besatzungsmitglieder getötet, die einzigen Insassen auf dem Frachtflug.
Am 1. Juli 1957 verunglückte eine Douglas DC-3/C-47A-10-DK der Pakistan International Airlines (AP-AJS) auf dem Flug vom Flughafen Chittagong (Ostpakistan, heute Bangladesch) zum Flughafen Dhaka-Tejgaon im Wattenmeer im Golf von Bengalen. Alle 24 Insassen, vier Besatzungsmitglieder und 20 Passagiere, kamen ums Leben.